Deep Dive mit Torsten Koerting — Folge 009 Teil 2: Von Olivenhainen und außergewöhnlichen Kundenerlebnissen 2020-03-15 Automatisch transkribiert (whisper.cpp, large-v3-turbo). Nicht redigiert — Fehler sind möglich. Sprecher automatisch getrennt (pyannote). Gäste sind nicht namentlich zugeordnet. Quelle: https://torstenkoerting.com/podcast/009-teil-2-von-olivenhainen-und-aussergewoehnlichen-kundenerlebnissen ======================================================================== Torsten J. Koerting: Hast du Beispiele, wo genau das auch umgesetzt wurde? Vielleicht jetzt gar nicht mal aufgrund des Buchs getriggert, aber vielleicht ein Beispiel, was vielleicht der eine oder der andere kennt, wo du sagst, genau da ist das auch nach außen hin entstanden und im Prinzip die Seele des Buches "Leitfachen Kundenservice" umgesetzt und erlebbar? Gast: Man muss natürlich jetzt mal nachdenken. Also wer zum Beispiel einen sehr guten Kundenservice hat, ist Miele. Da kann man anrufen, die schicken Termine, die machen das auch sehr gut per E-Mail. Ich habe es jetzt am eigenen Lab erlebt, wir hatten einen Olivenkern in der Maschine, der sich da irgendwie breitgemacht hat und geklackert hat und wir wussten nicht was es ist. Und eigentlich hätten wir jetzt die Reparatur selber bezahlen müssen, weil es ja unser Fehler war. und der hat das dann kulanterweise gesagt, ach kommen Sie, jetzt müssen Sie ja, wie Sie das Ding da rauskriegen und zunächst mal passen Sie auf. Und das fand ich ein schönes Erlebnis, wenn ich mir heute ein neues Gerät kaufe, kaufe ich mir ein Nelegerät. Weil ich weiß, der Customer Service ist gut. Vom Anruf bis zum Kommen, bis zur Erledigung. Ich hätte auch bezahlt. Das wäre überhaupt nicht das Thema gewesen, weil ich wusste, es war mein Fehler. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass er das dann sogar noch uns erlassen hat. Torsten J. Koerting: Also das, was du ja auch im Untertitel deines Buches "Leitfaden Kundenservice" beschreibst, nämlich exzellenter Service in allen Phasen des Kundenkontakts. Also das, was man heute sagen würde, in der gesamten Customer Journey, also wirklich vom ersten Wahrnehmen der Marke bis zum Verkauf, aber auch deutlich darüber hinaus, nämlich im Kontext der Wartung. und bei einer Miele-Maschmaschine, ja, meine Oma hat damals schon drauf geschwört, meine Mutter hat drauf geschworen, wir schwören drauf, dass dieses langfristige "Einmal eine Miele kaufen, immer eine Miele, die hält 20 Jahre" und darüber hinaus dann auch noch durch diese Kundenerfahrung, die du gemacht hast, auch wunderbar bestätigt wurde, dass nämlich der Kundenservice auch bemächtigt ist oder ermächtigt ist, Entscheidungen an Kunden zu treffen und bis zu einem gewissen Rahmen auch eine Kulanz auszusprechen, ohne irgendwie über drei Hierarchie-Ebenen die sich wieder abzusichern. Gast: Ja, und da hast du gerade auch was Schönes gesagt, ich muss die Mitarbeiter kompetent machen und sie nicht blöd halten, weil je mehr Kompetenz sie haben, desto verantwortungsvoller gehen sie damit um. Ich habe ja ein großes Customer Care Center bei ePlus geleitet, noch als Angestellte. Ja. Und das war mein A, also das war wirklich mein Credo, Leute. Hier, ihr habt einen Rahmen, in dem wir euch bewegen können. Ihr das Gefühl habt, den Kunden eine Gutschrift zu geben, dann tut das. Und das schaut euch an, was ist das für ein Kunde, wie viele Karten hat der, was macht der für einen Umsatz für ePlus. Und wenn er sich wegen 10 Euro oder 10 Mark damals noch beschwert, hey so what, die Diskussion mit dem kostet uns mehr, als wenn er dem diese 10 Mark oder 10 Euro gibt. Ja. Und das haben wirklich die Mitarbeiter auch verinnerlicht. Und die sind so verantwortungsvoll damit umgegangen, als wenn es ihr eigenes Geld gewesen wäre. Und dann ist, finde ich, ist das richtig. Das ist Customer Service. Ja, und der Kunde wird nicht einfach abgewimmelt und naja, und dann diskutiert man wegen ein paar Euro. Also das, ja, das ist dann müßig, finde ich. Torsten J. Koerting: Deo, nimm uns nochmal mit auf die Reise, wie es zu dieser Leidenschaft bei dir gekommen ist für das Kundenerlebnis und für den Customer Service. Was ja 2009, sag mal, heute spricht man überall darüber. Wir hatten das jetzt ja schon einige Male gestriffen. Aber wie bist du zu dem Thema gekommen und wie hat es dich so leidenschaftlich berührt und angezündet? Gast: Du wirst es nicht glauben, aber ich bin gelernte Verkäuferin für Herrenunterwäsche. Torsten J. Koerting: Ja. Das schreiben wir in die Show Notes. Das ist großartig. Ich sehe schon das Xing-Projekt. Gast: Ja. Und ich hatte einen Chef, da war ich noch heim mit 17, und ich habe Fingerlegel gekaut. Und ich hatte einen Chef, der hat gesagt, wir mussten jeden Morgen antreten und unsere Hände vorzeigen. Torsten J. Koerting: Wahnsinn. Gast: Ja. Und dann hat er gesagt, wenn du Fingernägel kaufst, gehst du hoch ins Lager, so gehst du nämlich auf den Kunden. Und er hat mir sehr viel gegeben, dieser Chef. Er hat mir einen Rahmen gegeben. Und ich habe in dieser Lehre, in diesen zwei Jahren gelernt, nur mit Ehrlichkeit und Authentizität kannst du einen Kunden gewinnen und halten. Und da ist meine Leidenschaft für Kundenservice entflammt, weil ich hatte wirklich im Kaufhof an der Köh in Düsseldorf eine Stammkundschaft und teilweise Prominente bis hin zum Bürgermeister, Schauspieler. Diese wollten alle immer nur zu mir, weil sie bei mir wussten, ich verkaufe denen nicht irgendwas, sondern ich habe nur das verkauft, von dem ich überzeugt war. Und das hat dann eben auch eine lange Kundenbindung hervorgerufen. Und das war meine Leidenschaft. Und ja, dann habe ich dann im Laufe der Zeit, klar, ich meine, dann war ich dann im Finanzamt, das war dann, ja, jetzt nicht so ganz der Hit für zwei Jahre. Da habe ich dann aber eben abends nebenbei studiert und meine ganze Bildung nachgeholt, die mir als Kind verwehrt wurde. Und später habe ich dann in einem so halb öffentlichen Dienst eben die ganzen Berater der Handwerkskammern und Fachverbände betreut. Und das waren dann eben auch meine Kunden. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich war immer für Kunden zuständig. Und ich habe es doch gern gemacht. Ich mache es heute noch. Ich bin auch später noch, Jahre später im Kaufhof, in der Weihnachtszeit, da habe ich gesagt, ich stelle mich hierhin an den vier langen Samstag und verkaufe. Das hat mir total Spaß gemacht. Torsten J. Koerting: Also kann man sagen, dass du aus den Begegnungen und so den ersten Kundenkontakten aus diesen Begegnungen durch die Art und Weise, wie du den Kunden betreut hast und mit welchem Fokus, also den Fokus, den du ihm geschenkt hast, Aufmerksamkeit auf Bedürfnisse und vielleicht kleine Herausforderungen, dass du dadurch die Kunden zu Raving-Fans gemacht hast von dir? Gast: Ja, ich habe so eine, darf ich eine kleine Geschichte erzählen, die ist so gut. Torsten J. Koerting: Sehr gerne, Jacqueline, unbedingt. Gast: Und zwar, ich war bei ePlus Leiterin Customer Service in Köln. Und da ruft einen, das war ja nun Anfang der 90er Jahre, und dann rief uns ein Kunde an, der war ich glaube schon 70. Und der kam mit dem Telefon nicht zurecht. Und die eine Mitarbeiterin, die war total verzweifelt, und dann hat sie gesagt, Frau Irgang, kann ich dir nicht an Sie rüber? Ich sage, gib her, ich mache das. Und dann sagt er, ja, also ich habe hier eine PIN, was ist das denn eine PIN? Dann sage ich, ja, ja. Sie haben da so einen Brief bekommen, und da steht eine PIN-Nummer und eine PUC-Nummer. Dann machen sie das mal auf. Ah, okay. Ja, da ist eine PIN, da ist eine Nummer. Er sagt, die tippen Sie ein, und dann geben Sie eine Raute-Taste, und dann erzählt er mir die Nummer laut. Und dann sage ich, also das ist aber geheim. Also ich verrate sie auch nicht, aber es ist geheim. Gut. Dann hat er das dann eingegeben, die Raute-Taste eingegeben. Und dann sagt er, ich bloß, ich bloß, ich sage, wunderbar, Sie sind online. Er sagt, kann ich jetzt schon telefonieren? Ich sage, ja, das können Sie. Ja, wissen Sie, ich habe nämlich einen Garten. Und wenn das Essen fertig ist, dann kann mich jetzt meine Tochter anrufen, und dann kann ich zum Essen kommen. Deswegen habe ich jetzt ein Handy. Gast: Das war so schön, dieses Gespräch mit Ihnen zu führen, diesen Menschen glücklich zu machen, in seinem Garten sitzen kann und seine Tochter ihn jetzt zum Essen rufen kann, ohne dass er jetzt weiß, kann ich jetzt zum Essen kommen oder nicht. Das sind so kleine Momente, die mich glücklich machen. Und die Kunden haben auch in Köln immer erst gefragt, wenn sie anriefen, wo bin ich denn gerade gelandet? In Potsdam, in Köln oder in München? Da habe ich gesagt, in Köln. Na, Gott sei Dank. Ja, Gott sei Dank. Torsten J. Koerting: Ja. Gast: Genau, die wussten immer ganz genau, okay, wenn wir in Köln landen, da sind die Mitarbeiter kompetent, die kannten die Systeme. Ich habe die in den Systemen komplett geschult, weil ich da ja vorher auch die Übersetzung gemacht hatte und die Schulungsunterlagen. Und dadurch konnten die eigenständig selbst verantwortlich handeln. Und das hat der Kunde gemerkt, das wusste der. Der wusste genau, wenn der bei uns landet, dann wurde der von A bis Z betreut. Torsten J. Koerting: Und danke für diese Geschichte, da sind so viele Learnings drin, so viele Erkenntnisse. Und ich darf allen Zuhörern und Zuhörern zurufen, die das in komprimierter und sehr klarer und auch witziger Form sich mal zugänglich machen möchten. Leitfaden Kundenservice heißt das Buch. Wir verweisen dann auch in den Shownotes nochmal draus. Dort sind genau diese Elemente, die aus einem normalen Kundenerlebnis, ein magisches Kundenerlebnis werden lassen, beschrieben. Und in deinem Freundesladen ist das sicherlich dann auch etwas, was man live erleben darf, wie du mit den Kunden entsprechend umgehst. Ich finde das grandios, Jacqueline, wie wir deinen Weg jetzt so ein bisschen demaskiert haben. Von der Verkäuferin für Herrenunterwäsche über das Buch, was die Kundenerlebnisse nochmal in eine ganz andere Form bringt und in einen Leitfaden gießt und dann über das Buch Tatort Projekt, was dann den Leitfaden auch nochmal beschreibt, nämlich das Leiden in Projekten, wo es um ambitionierte Ziele im Bereich von Customer Service geht. Das sind, glaube ich, Dinge, die du neben dir selbst natürlich dann auch der Nachwelt ermöglichst und eröffnet hast. Von daher darf ich da schon mal vielen Dank sagen, dass du uns da mitgenommen hast auf die Reise. Du bist ja jetzt jemand, die ja schon auch einige Zeit unterwegs ist, die jetzt vor einigen Jahren ihre Leidenschaft und ihre Passion nicht nur gefunden hat, sondern auch nachhaltig belebt. Wenn du in diesem Kontext aus deinen Erkenntnissen, aus deinen reichhaltigen Erfahrungen und wissentlich, dass du deiner Mission weiter folgst und diese Vision, die du für dich selbst jetzt auch im Kontext des Olivenheims gefunden hast, und darauf weiter zustrebst, was wäre so deine Botschaft an die junge Generation, an diejenigen, die jetzt gerade schon im Arbeitsleben, am Beginn ihres Arbeitslebens stehen, beziehungsweise hineinströmen oder vielleicht am Friday for Future auf der Straße für eine nachhaltige Zukunft protestieren und einstehen. Was wäre deine Botschaft an diese Generation? Gast: Das ist wieder so ein abgedroschenes Wort, aber mir fällt leider kein anderes ein. Authentisch bleiben und mehr mit Humor machen. Wir sind, gerade wir Deutschen, wir gehen echt teilweise zum Lachen in den Keller und lachen befreit. Und ich finde halt, wenn wir Dinge mehr mit Humor und nicht so völlig verkrampft angehen, dann macht es vieles leichter. Und ich kann der Jugend nur immer wieder sagen, probiert aus, erfahrt euch selber. Und wenn ihr eine Fehlentscheidung trefft, seht es nicht als Fehler, sondern als Erfahrung an. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn Menschen stromlinig durchs Leben gehen und überhaupt keine Erfahrungen machen. Also das ist doch furchtbar. Das ist doch das, was uns dann nachher als Mensch ausmacht. Das ist das, was ich der Jugend auf den Weg geben möchte. Torsten J. Koerting: Danke. Ich glaube, besser mit Jacqueline kann man das nicht ausdrücken. Und da brennt alles in dir. Das spürt man deutlich. Deine gesamte Erfahrung und das genau das ist, was dich antreibt. Authentisch bleiben, mehr mit Humor machen, sich ausprobieren, Erfahrungen selber machen und auch wahrnehmen, dass Fehlererfahrungen sind, die einen weiterbringen. Vielen Dank dafür, liebe Jacqueline. Und zum Abschluss des Podcast-Interviews stellen wir immer so ein paar Fragen. Und ich habe mir jetzt gerade noch mal eine mit dazu notiert, die du auch in der Form noch gar nicht kennst, aber die so oben aufliegt nach dem, was wir von dir gehört haben. Ich fange einfach mal an. Wenn ich Leiterin des Kundenservice-Center bei der Deutschen Bahn wäre, dann würde ich sofort... Gast: Nochmal. Wenn ich Leiterin Kundenservice-Bahn wäre... Torsten J. Koerting: Einfach den Satz vervollständigen. Wenn ich Leiterin des Kundenservice bei der Deutschen Bahn wäre, dann würde ich sofort... Gast: dann würde ich sofort die Reklamation automatisieren. Torsten J. Koerting: Sehr gut. Mein nächstes Business-Dinner würde ich gerne mit verbringen. Tom DeMarco. Tom DeMarco. Und dich austauschen über der Termin- und Tatort-Projekt. Grandios. Wenn ich einen Wunsch frei hätte... Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich... Gast: Oh, wenn ich einen Wunsch frei hätte... Dann würde ich mir mehr Fehlerkultur in den Unternehmen wünschen. Oder in Deutschland. Torsten J. Koerting: Mit Fehlerkultur? Vielleicht beschreibst du das mal mit ein, zwei Sätzen, was du dir unter einer wirksamen Fehlerkultur vorstellst? Gast: Ja, ich sehe es so in der Politik oder auch im Unternehmen. Also man sieht, es ist etwas falsch gelaufen. Siehe BER zum Beispiel, ja. Und anstatt man dann die Reißleine zieht und sagt: Oh shit, da ist was schief gelaufen. Lass uns nochmal neu anfangen. Nee! Dann wird an den Fehler weiter umgedockt. Und das ist... Nein! Wir sollten in Zukunft, wenn ich einen Wunsch frei hätte, in Zukunft dann sagen: Nee! Und jetzt machen wir an der Stelle einen Punkt und fangen nochmal neu an. Dann ist es günstiger, als darum zu doktern, um weiterzumachen. Torsten J. Koerting: Ja, ich sehe gerade bildlich vor Augen, wie sie das Terminal abreißen. Aber Oktober 2020 soll es ja dann mit dem ersten Flieger mal losgehen. Ich bin gespannt. Gast: Naja, also bei der DDR, da habe ich, nachdem du ja da die Frage gestellt hast, habe ich mir mal überlegt: Ja, was würde ich denn anders machen? Und habe mir dann das mal beim Projekt... Da gibt es so eine gute Seite: Projektmanagement aktuell oder so ähnlich. Und da ist mir aufgefallen, dass ja systemisch schon der Bau unter einem schlechten Stern stand. Denn alle Gutachten haben bescheinigt, dass Schönefeld der denkbar schlechteste Standort ist. Und trotzdem hat man es gemacht. Torsten J. Koerting: Spannend! Ja, gerade wenn man aus der Brille des Systemischen da mal drauf guckt, glaube ich, kann man einiges demaskieren aus den letzten fast schon Jahrzehnten. Ich gehe mal zum nächsten Satz. Projekte sind spannend, weil... Gast: Sie immer wieder neue Perspektiven und Sichtweisen bringen. Torsten J. Koerting: Großartig. Ich habe Angst vor. Gast: Nichts. Wenn du ein Problem hast, dann hast du auch die Lösung, sonst hast du das Problem nicht. Torsten J. Koerting: Ich glaube, das ist eine berechtigte und auch eine sehr ehrliche Antwort, gerade auf Basis deines Lebenslaufes, den wir uns so ein bisschen anschauen durften. Ich bin glücklich, wenn... Gast: Ich auf Kreta bin. Torsten J. Koerting: Und das fünf bis sechs Monate, jetzt kriege ich schon wieder ein Tränchen ins Auge. Letzter Satz zu vervollständigen, das Wichtigste in Projekten ist... Gast: Bereitschaft zur Veränderung und zwar auf allen Ebenen. Torsten J. Koerting: Dankeschön, liebe Jacqueline. Ich habe jetzt noch ein, zwei Fragen aus einem Fundus, aus dem ich interviewspezifisch immer noch mal einige aussuche. Und eine, die vielleicht von der Terminologie etwas progressiv ist, aber ich stelle sie trotzdem: Was ist das größter Fuck-up in einem Projekt oder in deinem Leben bisher? Und was hast du getan, um ihn zu überwinden, beziehungsweise da durchzukommen? Gast: Wir haben ja vorhin schon darüber gesprochen, eben dieses Tatort-Projekt, also dieses Projekt. Und heute in der Nachbetrachtung, ich weiß halt nicht, ob es klug war, als Whistleblower in Anführungsstrichen das Buch unter meinem Namen zu veröffentlichen. Weil die Anfeindungen waren halt schon sehr groß. Allerdings hat mich dann die Rezession von dem Professor Schelle beruhigt, dass das der richtige Weg war. Torsten J. Koerting: Einfach auch mal mit offenem Visier die Dinge anzusprechen, wie sie sind und nicht alles einfach unter einem Deckmännchen in der Schönfärberei zu sehen. Gast: Ja, einfach nicht feige zu sein. Das war schon sehr mutig, das hat auch Professor Schelle geschrieben. Torsten J. Koerting: Ja, und man darf ja sagen, wir haben ja jetzt schon ein paar Mal drauf geguckt, ohne dass das Buch vielleicht diese Resonanz damals hervorgerufen hätte, wärst du jetzt möglicherweise nicht in Kreta mit deinem eigenen Olivenheim. Wer weiß, ne? Gast: Genau, genau. Torsten J. Koerting: Da gegenstehend oder auf der anderen Seite der Skala, was war denn dein schönstes Erlebnis in Projekten, beziehungsweise in deinem Leben bisher? Gast: Also da habe ich mir mal so zwei Gedanken notiert. Es gibt viele schöne Erlebnisse, aber eins, was mich besonders berührt hat, ist, als ich noch im Customer Service als Leiterin war, musste ich einen Mitarbeiter kündigen, weil es war absolut nicht sein Ding. Und der hat mich, obwohl ich ihn gekündigt habe, ich habe versucht, sehr achtsam und sehr respektvoll zu machen, hat er mich umarmt und sich dafür bedankt. Und das hat mich sehr berührt. Aus ihm ist auch was Gutes geworden und das war genau die richtige Entscheidung. Das war das eine. Und persönlich kann ich nur sagen, ich habe mir einen Traum erfüllt, einen Olivenhain gekauft, eine Gartenhütte mit Ehemann gebaut. Und dieses Autark sein und selbstbestimmt leben, das ist schon eine tolle Erfahrung. Torsten J. Koerting: Ja, aber auch, die vielleicht noch dem einen oder anderen zuteil wird, aber dennoch viele Menschen genau dieses Autarke, was du beschreibst, möglicherweise nie so in der Form erleben dürfen, wie du es dir gerade als Geschenk gemacht hast. Und wir sind ja jetzt zum Zeitpunkt des Interviews Ende 2019. Weihnachten steht vor der Tür. Und letzte Frage, liebe Jacqueline, was ist deine Vision für 2020? Gast: Tja, was ist meine Vision? Mehr Leute habt mehr Humor, kann ich immer nur wieder sagen. Und ich hoffe, dass die Fridays for Future, diese Bewegung, noch lange präsent ist und die jungen Leute sich nicht demotivieren lassen. Ich glaube, das ist wirklich sehr wichtig. Torsten J. Koerting: Immer wieder schön zu hören, wie du immer auf diesem, oder häufig auf diesem globalen Level bist und diese kleine Delle in das Universum schlagen möchtest und an etwas erinnert werden möchtest, was dich sehr, sehr ehrt und womit du auch mit den Büchern und gerade auch mit diesem Interview sicherlich wieder einen kleinen Beitrag geleistet hast. Wenn du jetzt mal von der globalen Ebene runterkommst auf dich persönlich, was ist deine oder eure, wenn man deinen Mann mit einbezieht, persönliche Vision für das Jahr 2020? Gast: Ich hoffe, dass mein drittes Buch bis dahin fertig ist. Torsten J. Koerting: Gibt es schon Arbeitstitel, Jacqueline? Gast: Nein. Das ist ein sehr persönliches Buch. Und inhaltlich möchte ich der Gesellschaft aufzeigen. Viele Menschen, die mutlos sind oder keine Perspektiven in ihrem Leben sehen, den möchte ich aufzeigen, wie man sein Leben in den Griff kriegt, ohne fremde Hilfe. Das ist ein bisschen komisch ausgedrückt, aber es ist schwierig, das schon jetzt in einen Satz zu packen. Ja, das wird ein Roman. Allerdings weiß ich gar nicht, ob ich das unter meinem Namen veröffentliche. Torsten J. Koerting: Wir werden sehen, auch das ist ja ein Prozess. Und wenn du das dir bis Ende 2020 ermöglichen möchtest, um damit der Nachwelt noch einen weiteren Baustein zu hinterlassen, sind ja noch zwölf Monate Zeit, das reifen zu lassen und zu entscheiden, wie mutig du sein darfst und wirst. Gast: Ja, genau. Aber es wird auf jeden Fall spannend. Torsten J. Koerting: Wir sind alle gespannt und vielleicht sprechen wir genau in einem Jahr wieder und machen ein nächstes Podcast-Interview, wo wir dann reflektieren auf das dritte Buch und vielleicht ein paar Kernthesen, die dann wir den Zuhörerinnen und Zuhörern ermöglichen können. Da würde ich mich sehr drüber freuen, liebe Jacqueline. Und vielleicht nimmst du das ja auch als Anker, das Buch dann auch bis Ende des Jahres so weit gebracht zu haben, dass es sich lohnt und dass wir die Möglichkeit haben, darüber zu sprechen. Gast: Gerne. Torsten J. Koerting: Wunderbar, liebe Jacqueline, das war ein grandioses Interview und hat mich sehr inspiriert, gerade in Bezug auf den eigenen Lebensweg, den eigenen Lebensweg zu finden, ihn zu erkennen, beziehungsweise dass wir offen sind für das, was uns passiert, wie bei dir, der Nachhall nach der Veröffentlichung von Tatort Projekt, die Dinge so anzunehmen, wie sie für uns passieren. Und ich will nicht nur sagen, das Beste draus zu machen, sondern einen deutlich manifestierteren Weg einzuschlagen, der uns dahin führt, wo wir vielleicht schon immer hingehen wollten. Und da bist du ein grandioses Beispiel von Olivenhainen und magischen Kundenerlebnissen und was wir daraus für Projekte und für das Leben lernen können. Waren das ganz tolle Erkenntnisse. Danke, dass du uns mitgenommen hast auf diesen Weg, dass du uns hast teilhaben lassen an deiner, Vergangenheit, als auch mitgenommen hast auf die Vision 2020. Liebe Jacqueline, vielen Dank für dieses grandiose Interview. Gast: Ich danke dir und ich freue mich, wenn der eine oder andere Mensch viel für sich daraus ziehen kann. Torsten J. Koerting: Dankeschön. Und wir werden die Webseiten und das, wie man auf dich zukommen kann, das werden wir in den Shownotes posten, für die, die vielleicht mehr wissen möchten oder die Olivenseife sich ermöglichen möchten, werden wir darauf hinweisen. Vielen lieben Dank und auch bald, liebe Jacqueline. Gast: Jo, vielen Dank, Torsten. Gehe dir eine gute Zeit und komm gesund und munter mit deiner Familie ins neue Jahr. Torsten J. Koerting: Dankeschön. Bis dahin. Tschüss. Gast: Jo, tschüss. Torsten J. Koerting: Und nun, wenn du als Trainer, Coach, Berater, Speaker, Experte dein nächstes Level erreichen möchtest und in die Umsetzung kommen möchtest, wenn du deine Strategie entwickeln, deine Vision entstehen, deine Ziele erreichen möchtest, dann lade ich dich ein auf www.torstenkörting.com slash Termin, einen persönlichen Umsetzungstermin mit mir zu vereinbaren. Wir können uns dort kennenlernen, wir können dort deine aktuelle Situation analysieren, wir können besprechen, wo du hin möchtest, wir können betrachten, wie du dort hinkommst, wir analysieren, was dich davon abhält und was möglicherweise notwendig ist, damit du deine Ziele erreichst. Gleiches gilt für Organisationen, die ihre Teams entwickeln möchten, die Workshops fazilitiert haben möchten und die Projekte aus der Schieflage wieder auf die gerade Bahn und Teams dazu bringen möchten, ihre Projekte zu liefern. Auch sie und dich lade ich ein, diesen Termin zu vereinbaren, damit wir genau die aktuelle Situation, das Zielbild und wie kommt ihr dahin besprechen können unter www.torstenkörting.com slash Termin. Ich freue mich auf deine Anfrage und das persönliche Gespräch mit dir. Bis dahin, der Torsten. Ciao.