Deep Dive mit Torsten Koerting — Folge 048 Teil 1: Von Sichtbarkeit, Empathie und Segeln - Interview mit Michaela Flick 2020-12-18 Automatisch transkribiert (whisper.cpp, large-v3-turbo). Nicht redigiert — Fehler sind möglich. Sprecher automatisch getrennt (pyannote). Gäste sind nicht namentlich zugeordnet. Quelle: https://torstenkoerting.com/podcast/048-teil-1-von-sichtbarkeit-empathie-und-segeln-interview-mit-michaela-flick ======================================================================== Torsten J. Koerting: Hallo und ein herzliches Willkommen zum Game Changer Podcast, der Podcast für deinen Erfolg. Mit wirksamen Impulsen, spannenden Inspirationen, erkenntnisreichen Interviews und persönlichen Game Changer, die dich in die Umsetzung bringen. Und das Ganze von und mit Torsten Koerting. Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Podcast-Folge im Rahmen des Game Changer Podcast. Und auf den heutigen Interviewgast, darf ich sagen, freue ich mich auch wieder, wie auf so viele andere, ganz besonders, denn sie ist jemand, die schon seit mehreren Jahren in unserem Kontext unterwegs ist. Ich habe sie immer wieder erlebt auf unterschiedlichen Projektmanagement, Konferenzen und Workshops. Und sie ist mir dort aufgefallen als jemand, die so eine krasse Energie in sich trägt, die eine Lebensfreude ausstrahlt wie kaum jemand anders. Und sich nicht zu scheu ist, Energie auch in den Raum reinzubringen und alle Menschen darin mitzureißen. Und ihr ist nun nach 20 Jahren als Trainer, Coach und Berater in unterschiedlichen Lebenslagen und speziell im Bereich des Projektmanagements und Leadership etwas gelungen, was viele auf ihrem Vision Board oder auf ihrer Bucketlist haben, denn sie hat ihr erstes, einziges und erstes Buch kreiert und geschaffen. Und dieses Buch ist etwas, was gar nicht besser hätte geplant werden dürfen oder können, denn dieser Titel und der Inhalt passt in diese Zeit wie kaum ein anderes. Und dennoch ist es deutlich davor entstanden und initiiert worden. Den Buchblog hat sie eingereicht im März diesen Jahres. Wir sind im Jahr 2020 und jetzt im August des Jahres 2020 ist es erschienen. Es heißt Future Skills for Leadership. Future Skills for Leadership. Und wer hätte gedacht, dass die Zukunft in Bezug auf Leadership eine ganz andere sein wird, als sie vielleicht vor einem Jahr uns noch erdacht haben und dieses Buch mit den acht Future Skills den Nagel wie auf den Kopf trifft. Und wir werden natürlich über dieses Buch sprechen. Wir werden sprechen über den Ansatz und das Projekt als solches, wie dieses Buch entstanden ist. Aber wir werden natürlich auch schauen auf Wendepunkte im Leben der Dame, die ich hier gleich begrüßen darf. Und natürlich all das, was dadurch entstanden ist, die Ups und Downs, was sie hat durchdrücken lassen, was sie hat immer wieder sich neu erfinden lassen im Rahmen dessen, was ihr im Leben widerfahren ist. Und natürlich werden wir darauf schauen, wie sie die Welt des Projektmanagements aktuell erlebt, welche Fähigkeiten sie den Liedern dieser Welt wünscht und welchen Beitrag sie durch dieses Buch dazu schaffen und beitragen möchte. Und auf die nun folgende Folge freue ich mich ganz besonders und speziell auf das Interview und das Gespräch mit ihr. Und jetzt begrüßt recht herzlich mit ihr und hier zusammen willkommen Michaela Flick. Torsten J. Koerting: Willkommen zu diesem Podcast-Interview, liebe Michaela Flick. Gast: Lieben Dank, TJ. Es ist mir ein Vergnügen. Torsten J. Koerting: Ja, Michaela, wir kennen uns schon seit ein paar Jahren und laufen in unterschiedlichsten Formaten immer wieder über den Weg. Entweder bist du jemand, der Ausrichter oder du bist jemand, der dort als Teilnehmer dabei ist. Und wie ich dich immer kennenlernen durfte, als jemand mit einer krassen Energie und jemand, der wirklich in die Umsetzung geht und Spaß daran hat, was er tut. Ja, es ist ja nicht mehr do what you love. Nicht love what you do, so rum, jetzt kriege ich es selbst nicht mehr hin. Love what you do, sondern do what you love. Also, tu das, was du liebst und lieb das, was du tust, was ja noch viel krasser ist eigentlich, nämlich mal das anzunehmen, was wir tun. Und da warst du immer ein großes, großes Vorbild in all den Jahren. Und du hast so ein bisschen was hervorgebracht, auf das wir später noch zu sprechen kommen. Aber ich glaube, zum Einstieg dürfen die Zuhörerinnen und Zuhörer nochmal ein bisschen was über dich erfahren. Und ich fange immer gerne so an, ich bin ja jemand, der viel in der Natur unterwegs ist, der auch im Sommer gerade ganz viel auf Berghütten ist. Ich stelle mir das immer so vor, ich treffe dich auf einer Berghütte, wir sind da irgendwie getrennt voneinander hoch und abends sitzen wir zufällig am gleichen Tisch, weil wir uns den zugeatmet haben. Und irgendwann kommt die Frage auf, was machst denn du sonst so, wenn du nicht gerade auf Berghütten unterwegs bist? Was würdest du da antworten, Michaela? Gast: Am liebsten bin ich dann auf Segelschiffen unterwegs. Torsten J. Koerting: Das heißt, dass wir uns auf Berghütten treffen, ist natürlich unwahrscheinlich wahrscheinlich. Gast: Eher unwahrscheinlich, wobei tatsächlich also dieses Überblick haben und von oben ist der Blick schön, das ist doch so mein Ding. Ansonsten bin ich tatsächlich eher so die für Wind und Wellen, weil ich einfach gerne Segel setze. Also auch im sprichwörtlichen Sinne, ich bin Trainerin und Coach aus Leidenschaft, habe meinen Beruf tatsächlich als Berufung, also das, was du gerade gesagt hast mit diesem, hey, ich habe einfach mega Bock an dem, was ich mache und ich habe den besten Job der Welt und deshalb auch eine Energie. Das heißt also, ich helfe Leuten, fit zu werden in zum einen Projektmanagement, zum anderen in allem, was mit dem Thema Leadership, mit Führung zu tun hat. Und da gebe ich gern mein Wissen weiter, bin da gerne in der BÜT, arbeite mit Gruppen, mit Menschen und da habe ich megamäßig Spaß dran. Torsten J. Koerting: In der BÜT und arbeitest mit Menschen dann eher wahrscheinlich auf dem Segelboot als jetzt auf den Berghütten dieser Welt. Und wir kommen gleich noch auf ein ganz besonderes Werk zu sprechen, was du in den letzten Monaten für diejenigen, die dir folgen, schon wissen, was daraus entstanden ist, nämlich ein richtig krasses Buch, was zu einer besseren Zeit gar nicht hätte erscheinen können. Das ist euch ja wahrscheinlich damals gar nicht bewusst gewesen, als ihr dieses Buch initiiert habt. Und es gibt ja manche so da draußen, die so sagen, Mensch, so innerhalb von wenigen Wochen schreibst du dein eigenes Buch und du wirst zum Experten in 21 Tagen. Und ich glaube, Tage darf man in Jahre übersetzen, wenn man mal richtig reinguckt. Du machst ja das, was du tust, zwar jetzt gerade, aber das war ja ein Entwicklungsprozess der letzten 20 Jahre. Nimm uns doch da mal mit, wie die Michaela zu der Michaela wurde, die wir heute erleben dürfen, speziell hier im Podcast. Gast: Okay, fangen wir mal ganz vorne an. Das ist eine Dampfmaschine, nee, also soweit jetzt nicht, aber tatsächlich vom ursprünglichen Werdegang bin ich die Dame für die Sprachen. Ich bin Diplom-Übersetzerin, damals gab es noch Diplom, für Deutsch, Englisch, Italienisch, ich spreche Französisch, Spanisch, etwas Niederländisch, etwas Japanisch. Mathe und Physik ist jetzt dann nicht so die Sprache, die ich mag. Ich gebe es tatsächlich zu, aber ich spreche auch fließend Automotive und fließend Tacheles. Das betone ich immer wieder ganz gerne. Also ich war einige Jahre erst bei einem Unternehmen in der Polymerchemie und dann viele Jahre bei einem Automobilzulieferer. Also das ist so ein bisschen meine Welt, auch so geprägt durch meinen Vater, der hatte auch eine Firma, auch im Automobilbereich. Also damit bin ich so ein bisschen aufgewachsen und diese Sprache spreche ich fließend. Und da habe ich sehr früh auch wirklich angefangen, tatsächlich Projekte durchzuführen als Mitarbeiterin, aber dann auch zu leiten, beziehungsweise für meine Chefs Projekte zu leiten, wenn sie vielleicht gerade mal sagten, ach nee, mach du das mal. Allein auch schon wegen der Sprachen. Und da kam ich sehr, sehr schnell ins internationale Projektmanagement und im Automotive, klar. Wobei, da ist man ja nicht nur in Projekten, da bist du in Programmen unterwegs. Da geht es um große Portfolio, Geschichten. Hat mir immer schon Spaß gemacht. Und ja, dann kam die Automobilkrise 2006. Und dann war so dieses Thema, herzlich willkommen. Sie sind eine von 200 Ungrad-Mitarbeitern, die dann mal nicht mehr hier arbeiten. Gast: War für mich jetzt nicht so überraschend, aber war natürlich so ein bisschen der, nennen wir es mal, Tipping Point. Weil ich mir dann so überlegt habe, okay, was machen wir jetzt? Und für mich war völlig klar, also Hook, Sink and Anchor, wie die Amerikaner sagen, alles auf eine Karte. Ja, dann gehen wir halt mal in die hauptberufliche Selbstständigkeit. Zum einen natürlich als Übersetzerin. Ich bin auch vereidigte Übersetzerin, arbeite sowieso auch für die Gerichte und Notariate. Also da kam immer schon so ein bisschen Grundrauschen. Aber eben dieser Aspekt, Leuten Wissen zu vermitteln. Ich habe auch meine Teams trainiert. Ich habe im Unternehmen auch Schulungen gemacht. Habe da ganz, ganz viel, auch gerade im Bereich Projektmanagement gemacht, weil ich halt einfach Spaß dran hatte. Und dann habe ich gesagt, so und das machen wir jetzt mal hauptberuflich. Und seitdem tummle ich mich als One-Woman-Show. Gast: Bestes Ding ever. Also ich bin mega, mega happy, dass es so gekommen ist, wie es kam. Möchte auch gar nicht mehr anders haben. Habe die wunderbare Gelegenheit, so coole Typen wie dich kennenzulernen und immer mal wieder, dass sich die Wege kreuzen. Und das ist einfach, er ist einfach mega. Das noch mal ganz kurz so in drei Sätzen oder vier. Torsten J. Koerting: Also manche würden sagen, so ein, so ein, gar nicht mal so bunt und dennoch, also ein bisschen bunt und geradlinig. Also dein Weg und ich glaube mit diesem Tipping Point 2006, wie du es gesagt hast, nochmal ein Wendepunkt, den dein berufliches Wirken und Leben genommen hat. Gast: Also ich weiß nicht, ob ich mich in die hauptberufliche Selbstständigkeit begeben hätte. Und dann war es einfach so, out of the blue, weiß ich nicht, aber die Entscheidung wurde mir quasi abgenommen. Und dann war es einfach so und dann bin ich tatsächlich, um bei diesen maritimen Themen zu bleiben, ich bin einfach ins kalte Wasser gesprungen. Und habe gesagt, hey, pff, jo, dann mache ich das. Und tatsächlich, es war das Beste, was mir passieren konnte. Ich bin absolut happy damit und ich merke immer mehr, jawohl, das ist genau mein Ding. Und es macht einfach riesengroßen Spaß. Und jetzt, wie gesagt, das Herzensprojekt in diesem Jahr umgesetzt, mit einer Freundin und Kollegin von mir das Buch geschrieben, beim Haufe Verlag erschienen. Ey, jetzt also auch Buchautorin, ist schon cool. Torsten J. Koerting: Genau, und da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen. Ich würde aber an diesem Tipping Point gerade nochmal ein bisschen nachbohren, weil in meiner Welt das immer wieder Indikatoren sind, wie Menschen aus vermeintlichen Krisen sich wieder herausarbeiten. Und so, wie wir dich heute wahrnehmen dürfen, mit dieser krassen Energie und mit dieser Lebensnatur, Lebens, ich weiß nicht, Frohheit, also dieses Positiv- und Zukunftgerichtete, so wie ich dich die letzten Jahre auch immer wieder erleben durfte. Du kennst sicherlich solche Prozesse, mal mal deine Lebenslinie auf, deine Timeline, guck mal, wo Ups und Downs waren. Würdest du wahrscheinlich so aus dem ersten Impuls heraus sagen, das war ein Tiefpunkt. Du bist einer von 200 rausgespült, voll durch diese vier Räume der Veränderung gegangen, mit Angst, Depression, weißt du, kurz vor Selbstmord. Also dieses, was mache ich jetzt mit meinem Leben? Und rückblickend möglicherweise der wichtigste, wie du es auch sagst, der wichtigste Wendepunkt in deiner Karriere, der dich erstmal überhaupt hat zu dem werden lassen, die du heute bist. Wie betrachtest du rückblickend diesen Punkt und wie ist es dir gelungen, aus diesem vermeintlichen Tal für dich rauszukrabbeln? Gast: Bei uns war es ja tatsächlich noch einen Tacken krasser. Also ich habe diese Information bekommen, okay, zum 30.06. ist hier dann mal Schicht im Schacht. Mein Mann, den du ja auch kennst, der hat dann die Info bekommen, zum Ende des selben Jahres wird die Firma, bei der er beschäftigt war, aus Altersgründen einfach geschlossen, kein Nachfolger da. So, und wir zwei hatten uns kurz vorher erst noch eine schöne Eigentumsmutter gekauft. Torsten J. Koerting: Ja, fein, also der perfekte Sturm, könnte man sagen, ne? Gast: Ja, so dieses, okay, puh. Aber, also der, das große Glück immer und auch, was sicherlich auch mit ein Grund ist für meine positive Energie, ich habe tatsächlich echt den besten Mann der Welt. Das funktioniert. Torsten J. Koerting: Grüße von hier aus. Gast: Ja, richtig, ich gebe sehr, sehr gerne aus. Ich soll natürlich auch grüßen. Auf jeden Fall, der findet das jetzt cool, dass wir zwei jetzt hier so ein Interview machen. Ne, aber tatsächlich, also er ist so meine große Stütze und er ist ja so derjenige, der mich auch wahnsinnig gut erdet. Ja, weil er ist so der ITler, BWLer, weißt du, so, ne, cool. Und von daher, da hatte ich immer mein Backup. Und er hat auch gesagt, weißt du was, Ärmel hochkrempeln, ja, Selbstständigkeit, mach einfach. Und das war natürlich nicht einfach, zumal, wie gesagt, versetzt, halbes Jahr, war er in derselben Situation. Aber wir haben einfach gesagt, der Weg geht nach vorne. Einmal kurz durchschnaufen, ja, Schultern straffen und wird schon irgendwie. Das war jetzt nicht ganz so gradlinig, aber passt. Torsten J. Koerting: Was hat euch diese Certainty, diese Zuversicht gegeben, dass der Blick nach vorne und mal abschütteln, es wird schon weitergehen, ermöglicht hat? Was hat das hervorgerufen? Gast: Ganz einfach, wir haben keine Zeitmaschine, um in die Vergangenheit zu reisen, um da irgendwie an irgendwelchen Parametern was zu verstellen. Und für uns ist es einfach so, hallo, der Weg geht nur nach vorne. Und auf der Stelle zu treten, ist jetzt auch nicht so wirklich sinnvoll. Ich meine, da gab es schon die Phasen, wo du halt dann nicht mit sieben Meilenstiefeln unterwegs warst. Also das ist schon so, und der Weg ist jetzt auch nicht, jetzt in deinem Fall, zack, direkt auf den Berg, sondern ich denke schon, dass ich da irgendwie zweimal um den Berg erstmal rumgeeiert bin, bis dann mal irgendwann der Gipfel da war. Aber einen Schritt nach dem anderen. Also nicht schön, aber selten. Und auch wenn da nicht alles glatt lief, naja, drüber nachdenken. Und das ist ja auch Projektmanagement, so ein bisschen Lessons learned. Mal so sagen, okay, was war gut, warum, was war nicht gut und warum. Und dann hast du die Möglichkeit, hier noch ein bisschen und da noch ein bisschen zu justieren. Aber dann geht der Weg halt einfach weiter, Punkt. Und dann merkst du tatsächlich, ja, es funktioniert. Und je länger man läuft und desto sicherer der Schritt wird, desto größer auch der Erfolg, größer der Spaß. Wobei Spaß hatte ich schon immer. Und ich hatte auch immer schon Lust, so ein bisschen hier das Abenteuer zu wagen. Also ich bin in manchen Punkten vielleicht schon ein kleiner Schisser vor dem Herrn. Gast: Aber solange ich, ich sag jetzt mal, meine Rückendeckung habe und weiß, dass ich mein Segel setzen kann, läuft das. Und dann einfach machen. Ganz ehrlich, Johann Wolfgang von Goethe sagte schon so trefflich, Erfolg hat drei Buchstaben. Tun. Torsten J. Koerting: Er hat auch gesagt, it's not the feet that carry you, it's the mind. Es sind nicht die Füße, die dich tragen, sondern es passiert alles hier. Warum ich da so explizit auch nachfrage, liebe Michaela. Ich sag ja häufig, dass der Schlüssel für die Zukunft, der Schlüssel, der die Tür in die Zukunft aufschließt, häufig bei uns in der Vergangenheit liegt. Und diese Learnings, die du aus dem Moment aus 2006, der Wendepunkt rausgespült auf den Jogmarket und dann auch noch zu zweit, also in der Partnerschaft, wo der Zweite eben auch nicht den Laden hochhält. Und gleichzeitig noch sich finanziell zu verpflichten zu einer damaligen Zeit, wo es die Null-Prozent-Zinsen oder du hast Geld gekriegt, wenn du dir Geld leist, noch nicht vorhanden gewesen ist. Also durchaus eine gewisse finanzielle Verpflichtung auch dazugekommen ist, ist das ja in Zeiten wie diesen, wir nehmen diesen Podcast jetzt Ende November 2020 auf, Ja, auch viele aus unserer Kaste oder aus unserem Umfeld, sei es Projektmanagement oder Führungspersönlichkeiten, auf den Jobmarkt gespült werden. Ich habe gerade heute auch einen Podcast geführt mit Peter Taylor, ist ja einer auch der interessanten und sehr bekannten Persönlichkeiten im Projektmanagement, der ja, ich glaube, 15 Bücher oder sowas geschrieben hat. Der Lazy Project Manager ist sein, ich glaube, Hauptwerk oder zumindest das bekannteste. Der sagte, ich bin jetzt auch wieder seit anderthalb Jahren selbstständig und alle, mit denen ich irgendwie arbeite, viele davon sind gerade im Jobmarket. Also das heißt, haben ihren Job verloren beziehungsweise ihren Auftraggeber verloren. Was würdest du den Menschen zurufen, die möglicherweise in den letzten sechs Monaten, sieben Monaten möglicherweise ein ähnliches Schicksal erlitten haben oder vielleicht sogar noch, wenn es dumm kommt, erleiden werden? Was würdest du ihnen zurufen aus deiner Erfahrung 2006? Gast: Das klingt jetzt erstmal so ein bisschen profan, ich meine es aber nicht profan. Aber erstmal tatsächlich atmen und dann lächeln. Atmen tatsächlich erstmal, weil auch ganz körperlich unser Gehirn nur dann gut funktioniert, wenn es mit Sauerstoff versorgt ist. Und wenn wir so im oberen, keine Ahnung was Bereich sind, dann ist das mit der Sauerstoffversorgung nicht. Und dann denken wir einfach auch nicht so gut. Also das mit dem Atmen ist tatsächlich wichtig und lächeln tatsächlich einfach, weil es uns schon mal so ein bisschen in eine bessere, positivere Stimmung versetzt. Es ist vielleicht nicht bei jedem jetzt die Wow-Mega-Chance in dem Sinne. Und es ist sicherlich auch nicht für jeden die ultimative Lösung, hey cool, Selbstständigkeit, will auch nicht jeder, kann auch nicht jeder, muss auch nicht jeder. Aber ich bin ein fester Verfechter der These, es passiert uns nichts durch Zufall. Was jetzt vielleicht auch so ein bisschen böse klingt. Ich meine das überhaupt nicht böse, im Gegenteil. Ich habe im Leben schon blöde Situationen gehabt, beruflich wie privat. Gast: Spannende Sachen dabei, auf die nicht so schöne Art und Weise. Aber es ist immer weiter gegangen und rückblickend sage ich, hey, war gar nicht so schlecht. Es haben sich tatsächlich auch dort Chancen ergeben, wo ich am Anfang überhaupt keine erahnt habe. Und die Leute, denen das jetzt passiert, weil die Situation einfach super anders ist, als das, was wir kennen. Die werden vielleicht auch diese Erfahrung machen, dass sich Chancen an Stellen verbergen, wo sie gar nicht hingeschaut haben. Und das Gute daran ist tatsächlich, in diesem ursprünglichen Trott, bevor der ganze Corona-Mist begann, haben die auch nie drüber nachgedacht. Vielleicht bestimmte Dinge gar nicht in Frage gestellt. Sondern die waren da vielleicht in ihrem Job, haben sich vielleicht noch nicht mal gefragt, habe ich da Spaß dran oder, oder, oder. Sondern das war einfach so. Und da hat man einfach vielleicht eine eher nicht so schöne Routine. Jetzt kam die Veränderung. Puh. Und jetzt kommt einfach der Moment, wo zum Teil von außen eingewirkt uns durchaus viel Zeit zur Verfügung steht, um über das eine oder andere nachzudenken oder nachdenken zu müssen. Das heißt also, wir werden einfach in Situationen reingeschubst, in die wir uns vorher vielleicht nicht gewagt haben. Und möglicherweise ist dieses Reingeschubstwerden, dieses Impulsbekommen, am Ende das Beste, was uns passieren kann. Einfach ins Tun zu kommen und einfach tatsächlich eine Entscheidung zu treffen. Es geht weder um perfekt, noch um irgendwie reibungslos und tralala und tschakka, überhaupt nicht. Sondern es geht einfach darum, selbstbestimmt für sich eine Entscheidung zu treffen. Und ich sage meinen Coachees immer, jede Entscheidung ist die richtige Entscheidung, solange sie von dem Coachee tatsächlich selbst getroffen wird. Das ist so ein Punkt. Also möglicherweise ist es tatsächlich jetzt so dieses Zeichen von wem, von wo auch immer. Okay, denk mal drüber nach. Und jetzt haben wir tatsächlich Möglichkeiten, wenn wir es möchten, uns neu zu erfinden oder auch nicht. Oder überhaupt mal zu merken, das und das gefällt mir toll an meinem Leben. Ich möchte, dass das so bleibt. Weißt du, Veränderungen, ich finde es immer so problematisch, wenn auf einmal alles sich verändert. Ändern sollen. Nee, ich bin immer so ein Fan davon zu sehen, hey, was kann denn bleiben? Mit was bin ich denn glücklich? Und das erst mal zu erkennen, ist auch schon mal cool. Torsten J. Koerting: Ja, und das Spannende ist, glaube ich, was du sagst, ist diese Selbstverantwortung zu übernehmen, eine Entscheidung zu treffen. Und bei dir war es ja 2006 so. Und möglicherweise betrifft das den einen oder anderen, der jetzt hier zuhört, ebenso, dass in den letzten sechs Monaten oder das, was noch kommt, uns Entscheidungen abgenommen wurden. Das heißt möglicherweise eine Entscheidung, die schon anstand, ob bei dir die Entscheidung gewesen ist, ist das der richtige Job, fühle ich mich da noch wohl, sollte nicht mal eine Veränderung stattfinden 2006, was möglicherweise immer mal wieder mitgeschwungen hat, die Entscheidung für dich getroffen wurde. Bei uns war das so, dass das Geschäftsmodell unseres sich in diesem Jahr komplett geändert hat. Februar, März, Lockdown, der Corporate Markt, ob Workshops, Speakings, Beratungsansätze von einem auf den anderen Tag so gut wie abgestorben sind. Wie damals als 19, was war das, 2000, 2001 die Internetblase geplatzt ist, ja auch komplett der Markt zusammengebrochen ist, gerade dann, wenn man in der IT und im Internet Intranet Business unterwegs gewesen ist. Und dort uns auch einige Entscheidungen abgenommen wurden, weil sie, ich sag mal, die Großwetterlage in der Welt durch Corona bedingt, sie uns abgenommen hat. Würdest du zurückblickend sagen, dass 2006, letzte Frage zu diesem magischen Moment bei dir, dass dir auch eine Entscheidung abgenommen wurde und dass das, was dort passiert ist, dass das für dich passiert ist? Gast: Ja, definitiv. Definitiv, weil da haben sich so tolle Dinge draus ergeben. Unter anderem habe ich auf Freelance-Basis mit dem Markus Romitsch zusammengearbeitet. Ein großer. Hinter mir siehst du das Roll-up auch. Wir haben jetzt später zusammen die IPS-Akademie zusammen aufgebaut. Mit ihm habe ich im Automotive immer schon zusammengearbeitet, aber ich war halt einfach die Angestellte. Er war da auch der externe Dienstleister. Aber wir haben unsere Zusammenarbeit nochmal auf ein ganz anderes Level heben können danach. Also da ging es dann wirklich cool los. Und so war das bei anderen Projekten und bei anderen Aufträgen einfach auch. Ja, wo ich gemerkt habe, wow, das war schon auf einmal eine Freiheit. Zwar natürlich schon immer mit so ein bisschen, ja, also manchmal geht dir schon die Düse. Und das ist jetzt auch nicht, dass ich da jetzt singend über die Wiesen tanze. Nee, aber es hat tatsächlich Chancen eröffnet. Und von daher, danke 2006. Torsten J. Koerting: Ja, danke, dass 2006 passiert ist. Sonst würden wir wahrscheinlich nicht in diesem Podcast sitzen und vielleicht noch auf ein besonderes Ergebnis diesen Jahres schauen. Bevor wir da hinkommen, liebe Michaela. Du bist Projektmanagerin bei Heart und mit viel Leidenschaft. Du begleitest Führungspersönlichkeiten. Du hast wie kaum jemand anderes da draußen Leadership Skills und auch Leadership Herangehensweisen demaskiert und begleitest Menschen dorthin. Und hast natürlich auch in Zeiten wie diesen eine ganz besondere Perspektive auf das, was im Markt gerade passiert. Wie hast du dieses Jahr 2020 wahrgenommen, sowohl für dich als auch für die Organisation, Menschen, die du begleitest, beziehungsweise aus der Perspektive heraus für Regionalveranstaltungen wie der GPM in die Führung zu gehen, solche Veranstaltungen zu organisieren? Wie hast du dieses Jahr erlebt, Michaela? Gast: Absolut coole Frage. Nee, nee, absolut. Das ist ganz, ganz faszinierend, weil tatsächlich, dass ja sehr spannend ist, dass die Dinge jetzt gerade so passieren. Also in den Jahren vorher war ja dann immer so das Thema Digitalisierung, digitale Transformation, obwohl viele Leute das nicht ganz so auf die Reihe kriegen, was da jetzt was ist. Das waren so schöne Buzzwords. Ja, du grimmst. Da denken wir wahrscheinlich so in die gleiche Richtung. Das fand ich mega spannend, weil als das dann auch mit dem ersten Lockdown im März hier begann, ja, so die ersten ein, zwei Wochen waren alle irgendwie noch mit der Technik beschäftigt. Okay, was ist Zoom? Microsoft Teams. Ja, wie kriege ich meine Technik zum Laufen mit diesen ganzen süßen Slapstick-Dingen von wegen, ich höre dich nicht und sowieso. So, als das vorbei war und das ging relativ schnell vorbei und zwar warum? Weil es einfach musste, wir mussten einfach irgendwas machen, also setzt du dich damit auseinander so. Und dann kam das Spannende. Als das vorbei war, kam das große, große Learning für ganz, ganz viele. Es kommt auf die Soft-Skills an. Es kommt auf den Menschen an. Ich meine, fachliches Know-how, Methodik, in allen Ehren, bin ich ein großer Fan von, bringe ich meinen Teilnehmern auch bei. Wir wollen bitte schon alle und wir sollen bitte schon alle wissen, was wir tun und warum. Gast: Aber so diese vermeintlich soften Aspekte, die sind gar nicht so soft. Das ist ziemlich hardcore, was du da drauf haben musst, gerade auch als Führungskraft. Weil da war die Situation, ja, wir sehen uns jetzt, wenn überhaupt, vielleicht von Kamera zu Kamera, aber auch nicht bei jedem, weil einige die Kamera einfach gar nicht erst anmachen. So, mein Team ist jetzt sonst wo. Wir treffen uns nicht wie sonst in der Kaffeeküche oder, oder, oder in dem Rahmen, in dem wir sonst miteinander zu tun haben. Und wenn jetzt kein Beziehungsaufbau da ist, wenn jetzt kein Vertrauen da ist, innerhalb des Teams, zwischen den Führungskräften, zur Führungskraft und so weiter, da laufen die Dinge echt heftig aus dem Ruder. Und das fand ich so faszinierend. Und es ist tatsächlich so, dass die Themen, die die Margareta Jäger und ich in unserem Buch ansprechen, dass die quasi so von der Realität so, jawohl, auf einmal sind wir mittendrin statt nur dabei. Also das fand ich so eine Geschichte, die super spannend ist. Ich habe schon immer gesagt, Leute, es kommt auf den Menschen an, ja, weil die ganzen harten Methoden, eher so die operativen Dinge über kurz oder lang, ganz ehrlich, werden das wahrscheinlich auch künstliche Intelligenzen für uns erledigen können. Aber so dieses von Herz zu Herz am Menschen, mit dem Menschen, ganz ehrlich, dafür braucht es halt den Menschen. Da musst du aber erst mal wissen, wie ticke ich, wie ticken andere und wie kommen wir da irgendwie zu Potte. Torsten J. Koerting: Also eher ein, wie soll man sagen, ein massives Aufholen und Sprint in das, was ohnehin sich schon in den letzten Jahren abgezeichnet hat. Also technologisch, dass die Technologie sich permanent extrem weiterentwickelt und wir sagen, wir kommen als Menschen gar nicht mehr hinterher. Und was du wahrgenommen hast, ist, dass auf einmal so ein Leapfrog, also so ein Riesensprung nach vorne geschaffen wurde, wo andere gesagt haben, Homeoffice müssen wir mal gucken und online. Ja, so, wir wollen lieber, dass sie hier sitzen, dass mit einem Mal sich komplett verändert hat. Gast: Das Spannende ist, ich bin ja selber auch eher so ein Typ, ich bin ein Mega-Fan davon, live und in Farbe mit meinen Coaches, mit meinen Teilnehmern zu tun zu haben, weil ich gerne auch die Energie spüre, weil ich gerne zwischen den Zeilen lese, weil ich gerne die ganzen Puzzlestückchen sehe. Ja, wackelt da jemand mit dem Fuß oder, oder, oder. Also ich bin unheimlich gern und du kennst mich live und in Farbe dabei. Und ich hatte auch tatsächlich so diese Puh, jetzt mal so online, wie wird denn das sein? Und ich habe festgestellt, das geht. Es ist anstrengender, es ist anders und ja, es setzt tatsächlich ganz andere Erwartungen und Fähigkeiten auch bei uns jetzt unterrichtenden Projektmanagern und so weiter voraus. Und da muss man sich schon erstmal reinfuchsen. Also so zack, bumm und auf einmal performe ich online genauso gut wie offline. Das ist eine Illusion. Aber wenn ich das Bewusstsein habe und wenn ich tatsächlich mich da reinknie, dann geht das auch. Weil natürlich vieles das muss. Ich freue mich trotzdem natürlich, wenn wieder live und in Farbe bestimmte Dinge einfach so zurückkommen. Gast: Aber auch die Dinge, die du dann machst, ja, auch so eine Mischung, vielleicht Hybrid und so weiter. Da geht wahnsinnig viel und das finde ich cool. Haben wir übrigens auch beim PM-Forum der GPM gesehen. Ja. Ja, da warst du in der Büt, ich auch. Mega cool, was da so geht. Also wow. Und ich glaube, das ist einfach eine unheimlich schöne Erfahrung, die auch Mut macht. Torsten J. Koerting: Ja, und ich glaube, Ralf Schmidt, wenn du aufs PM-Forum zu sprechen kommst, ist ja einer der Frontrunner. Mit seinem Unternehmen Impulspiloten ist er ja in der Lage, Veranstaltungen zu orchestrieren. Und bei ihm ist ja auch im Februar, März alles weggebrochen und dann in das Hybride reinzugehen, Pop-Up-Plattformen zu ermöglichen oder Pop-Up-Events, in irgendeine Location zu gehen und die Teilnehmer mit reinzunehmen und eben nicht so einfach sich vor eine Zoom-Kamera zu setzen, sondern diesen Event-Aspekt ins Online zu übertragen. Das war großartig. Und ich bin da wirklich noch gespannt, was in den nächsten Wochen, Monaten oder vielleicht auch Jahren sich noch entwickelt. Gerade Plattformen, ob das Miro, Mural sind, die halt ermöglichen, dass wir online kollaborieren können. Menschen wissen mittlerweile, es gibt Zoom und Breakout-Rooms, da war auch fast jeder schon mal drin. Und ich weiß jetzt auch, dass man durchaus das Video anschalten kann und nicht gleich die ganze Armada bei dir im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer steht. Also ich glaube, da hat sich richtig was, richtig was entwickelt und ich glaube, das New Normal wird das Normal und ich bin gespannt, was dann das New Normal wird. Gast: Und ich finde das total auch spannend und gerade, wo du den Ralf so erwähnst. Ich meine, klar, wir kennen ihn seit Jahren als Moderator, mega cool, aber so, dass ich ihn jetzt mal beim, ich sage jetzt mal vorsichtig Kochen erleben kann. Wobei, ob das jetzt kommt, ist nur die Frage, aber ich fand das mega cool. Also das eröffnet da in dem Moment auch neue Dimensionen und hat da auch ein ganz cooles Gefühl auch vermittelt, weil man saß dann so im Rechner, war trotzdem irgendwo dabei. Das war was anderes als einfach nur ein Webinar. Ja, und das ist sehr, sehr spannend und da merke ich einfach, da ist viel Bewegung drin. Und gerade jetzt auf Führungskräfteebene ist da noch sehr, sehr viel Nachholbedarf, wage ich jetzt mal so keck zu behaupten. Da müssen, ja, da muss ich noch ein bisschen was tun. Und das ist so ein bisschen mein Mission-Statement hier. Also ich möchte tatsächlich Führungskräfte und solche, die es werden wollen, fit machen für die Führungszukunft, dass sie gute Leader werden. Weil ich denke, das ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Torsten J. Koerting: Wie hast du denn jetzt mal abgesehen von dieser Transformation offline ins online und was das auf die Führungskräfte, wie sich das auf die Führungskräfte und auf die Teams ausgewirkt hat? Da kommen wir dann sicherlich gleich auch noch drauf zu sprechen. Ja, der Bogen ist, der Loop ist immer noch offen. Das, was gleich noch kommen darf. Wie hast du das für dich persönlich erlebt dieses Jahr? Also wir haben über 2006 den magischen Moment gesprochen, auf die Straße gespült zu werden und nicht zu wissen, wie geht es jetzt weiter? Und dann allen Mut zusammengefasst. Wie war das dieses Jahr für dich? Februar, März, Lockdown, Pandemie, in der Selbstständigkeit. Wie war das für dich? Gast: Tatsächlich toll. Also jetzt nicht, dass ich die Pandemie toll finde, verstehe mich nicht falsch. Also ganz andere Baustelle. Aber so dieses wieder, jawohl, dann springen wir ins kalte Wasser. Und wir haben einfach diese wunderbare Möglichkeit jetzt, mein Mann und ich, wir haben die Technik, wir haben die Räumlichkeiten. Also jetzt nicht so stylisch wie jetzt dein Ambiente, gebe ich jetzt zu. Torsten J. Koerting: Das ist alles nur Pappmaché da im Hintergrund. Ach so. Das ist nur, wenn ich dir das jetzt zeige, das fällt dann um wie bei der Lindenstraße. Gast: Ach so, nee, okay. Das, nee, bei uns dann schon echt. Torsten J. Koerting: Das ist auch, der Monitor, da ist auch nur Pappe, ne, draufgeklebten Poster. Kriegst du bei Poster XXL 295, wenn es im Rabattaktion ist. Ist auch ein Meter mal 70 Zentimeter. Also wirklich. Gast: Super. Da habe ich sofort, werde ich mich sofort drum kümmern. Torsten J. Koerting: Machst du mit allen Tricks arbeiten hier. Gast: Ziehe ich nach, PJ, ich ziehe nach. Ich lerne immer gerne von dir. Aber jetzt mal Spaß beiseite. Also wir haben tatsächlich die Möglichkeit, sodass also sowohl mein Mann, weil der Matthias ist auch in dem Business, allerdings nicht selbstständig, sondern angestellt, unterrichten konnte. Von jetzt auf gleich. Ich auch. Unterschiedliche Räume. Wir haben tatsächlich die Technik. Wir haben das Ambiente. Und das Schöne ist wirklich, wir sind, ja, wir sind so ein wunderbar, herrlich altmodisches Ehepaar. Nächstes Jahr Silberhochzeit. Ich wollte es nur mal erwähnen. Wir sind so 24-7 zusammen. Und für uns ist das cool. Also von daher war das für uns, hey, genial. Weil ich war sonst immer diejenige, ich war unheimlich viel on the road. Ja, national wie international. War natürlich ganz viel bei meinen Kunden in den Projekten und so weiter. Ich war immer so die Reisende unterm Herrn. Und jetzt auf einmal, hey, Quality Time zu Hause. Ja, also jetzt nicht vier Stunden vorher aufstehen und so weiter und so fort, sondern hey, also einmal in den Raum nebendran. Anni, okay, noch kurz bitte zur Kaffeemaschine. Das war wichtig. Aber das war cool. Ja, also das hat tatsächlich Lebenszeit auch irgendwo gebracht. Abgesehen davon, dass tatsächlich, wenn ich mir so Reisekosten angehe, wow, das war echt so ein schöner Einsparungsbatzen. Nee, aber das war wirklich für uns in dem Sinne gut, vor allem, weil es tatsächlich auch ging. In vielen, vielen Berufen kannst du nicht von zu Hause arbeiten. Weißt du, das geht einfach jetzt nicht. Es gibt im Internet ja diese lustigen Bildchen, ja, oder Filmchen von dem Typen, der Betonmischer, der da so vor soem Monitor steht. Ja, das ist einerseits ganz humorig, aber andererseits, da hast du keine Chance. In meinem Fall geht das. Und ich habe tatsächlich jetzt gezwungenermaßen die Chance ergriffen, mich in alle möglichen Dinge einfach einzulernen. Mich mit Dingen zu beschäftigen, die ich zugegebenermaßen ein bisschen wegschoben hatte. Ja, ah nee, so kümmere ich mich irgendwann mal drum und so weiter. So, jetzt habe ich mich gekümmert. Sowohl mit der Technik als auch mit anderen didaktischen Varianten und so weiter und so fort. Und auch hier wieder einfach die Chance. Es wurde sozusagen Zeit geschenkt und die habe ich einfach genutzt und habe mich in bestimmte Dinge reingefrickelt, unter anderem in LinkedIn. Ja, ich hatte das Profil schon ewig lang, aber das war so, ja, ich war halt angemeldet. Aber Aktivität eher so bei Gen Null. Und jetzt habe ich halt gesagt, ah, Moment mal eben, könnte eventuell eine ganz schicke Geschichte sein, also beschäftige ich mich damit. Und die Zeit war da, die Gelegenheit war da und ich habe es gemacht. Torsten J. Koerting: Also auch wieder Raum für Neues und genauso mit dem ähnlichen Attitude drangegangen wie 2006 und einfach die Chance genutzt, auch dich persönlich weiterzuentwickeln. Ja, ich glaube, ich glaube, ich glaube, das ist die Zeit zu genießen mit deinem Partner, der jetzt mit dir in die Silberhochzeit gehen darf und dort einfach noch mehr Zeit miteinander zu verbringen, ohne sich auf den Keks natürlich zu gehen, was für eine stabile Beziehung spricht. Und dadurch ein, möglicherweise, wenn das mal eine Hypothese sein darf, von mir gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Würdest du das so für dich auch sehen, dass du gestärkter rausgehst, was auch immer rausgehen heißt in Zeiten wie diesen? Keine Ahnung, wie das geht und was da passiert. Wir werden das alles erleben und erfahren. Aber gestärkt rauszugehen, als du reingegangen bist? Gast: Ja, und auch wieder die Bestätigung zu haben, wir können tatsächlich mit wesentlich mehr Dingen umgehen, wenn wir es müssen. Wir können mit Schwierigkeiten, Krisen, Drama, was auch immer, so umgehen, dass wir da nicht nur überleben, sondern gestärkt rausgehen. Also das ist tatsächlich so dieses, du bekommst nicht mehr aufgebürdet, als du schultern kannst. Das ist so ein bisschen, klingt so prosaisch, aber ich habe in meinem Leben gelernt, da ist was dran. Ja, also es geht mehr, als wir uns vielleicht auch manchmal oder dem Leben auch manchmal zutrauen. Wenn wir es müssen, dann geht es. Spannend ist halt, dass wir oft erst an so eine Situation kommen müssen, wo es nicht mehr anders geht. Wo wir im Prinzip jetzt nicht kneifen können. Aber dann merken wir, oh, geht. Torsten J. Koerting: Also das heißt einfach, entweder schmeißen wir uns selbst ins kalte Wasser oder werden von außen reingeschmissen und dürfen dann schwimmen lernen. In deiner Segelsprache zu bleiben. Genau. Gast: Und das kann auch mal was unheimlich Schönes sein. Ja. Torsten J. Koerting: Und zeigt, dass man mit viel Lebensmut, mit viel Lebensfreude Zeiten wie diese auch sehr humorvoll und mit einem Blick nach vorne erleben und durchleben kann, so wie du das grandios vorlebst. Und in diesen Zeiten sind natürlich auch noch andere Bausteine entstanden, möglicherweise oder auch Ergebnisse, möglicherweise Bausteine, die so gar nicht geplant waren. Also der Baustein schon, aber die Aktualität, also der Zeitpunkt, zu dem dieses Ergebnis fertig geworden ist, könnte, glaube ich, gar nicht besser und treffender geplant worden sein. Also ein Projekt, wo der Endtermin genau auf den Tag oder auf den Zeitraum, auf die Phase fällt, wo es notwendiger ist als vieles andere. Und jetzt dürfen wir den Loop so langsam schließen und wieder neu aufmachen. Nämlich das Buch, was du mit der Margarete Jager geschrieben hast, Future Skills for Leadership. Genau. Sag es nochmal, Future Skills for Leadership. Also die Fähigkeiten und die Substanz, die sich Leader aufbauen dürfen, zugänglich machen dürfen, um damit erfolgreich in die Zukunft zu gehen. Und dieser Sprung in die Zukunft ist ja genau das, was uns ereilt hat. Deswegen bin ich da so im ersten Teil dieses Podcast-Interviews so drauf eingegangen. Torsten J. Koerting: Erzähl doch mal, das ist dein erstes Buch und mit deiner Energie ist es kein Wunder, dass das irgendwann mal entsteht oder entstehen durfte. Wie kam es zu der Idee, was hat euch angetrieben, was war so dieser Arbeitskontext, in dem das Ganze entstanden ist? Und im weiteren Verlauf dürfen wir natürlich dann auch über die Inhalte gleich nochmal sprechen. Aber am Anfang würde mich gern der Prozess, wie ist es dazu gekommen? Wie habt ihr die Energie aufrechterhalten? Und wie habt ihr das wahrgenommen, dass dieses Buch eigentlich besser, zu keinem besseren Zeitpunkt hätte publiziert werden können? Gast: Also mein Herzensthema war es tatsächlich schon immer mal ein Buch zu schreiben und spannenderweise von der Margareta Jäger ebenfalls. Aber das war bei uns beiden so latent im Hinterkopf, ach ja, mal ein Buch schreiben. So, aber eben auch ohne jetzt konkret zu werden. Und wir haben uns über den Beruf kennengelernt, wir haben gemeinsam gearbeitet. Sie war damals in dem Unternehmen angestellt, ich als Freelancerin für das Unternehmen tätig. Und das war an so einem Tag, da waren wir in einer Innovationsfabrik in Heilbronn. Der Tag war eher so offen, nicht wirklich schlecht, aber jetzt nicht so ein Hey-Tag. Und dann saßen wir da so in dieser Cafeteria und haben uns so Gedanken gemacht, so wir müssen jetzt mal über irgendwas Positives reden. Und dann kamen wir tatsächlich beide so auf dieses Buchthema. Und dann haben wir gesagt, und zwischen uns hat das von Anfang an super funktioniert, beruflich, aber auch privat. Also wir sind unterschiedliche Typen, ergänzen uns aber hervorragend und inspirieren uns auch immer so gegenseitig. Und dann saßen wir da bei unserer Latte Macchiato und haben über dieses Buchthema gesprochen und haben dann festgestellt, und das machen wir jetzt. So, und dann haben wir das tatsächlich auch Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt. Gast: Waren uns auch relativ schnell einig, okay, wir wollen es auf acht Future Skills runterbrechen und so weiter und so fort. Und das nahm dann wirklich auch so Fahrt auf und uns war auch klar, wir möchten das jetzt nicht einfach irgendwie im Selbstverlag machen, sondern wir möchten das mit einem renommierten großen Verlag machen. Und beide, so, Haufe, genau, beide haben so spontan gesagt, boah, Haufe Verlag, weil das für uns einfach so der Verlag ist. So, und da sind wir relativ blauäugig dran gegangen. Das heißt, ich habe einfach gesagt, naja, ich kontaktiere die mal. So, und wir hatten von vielen gehört, oh, das ist schwierig und oh, und auf Jahre ist das Programm schon fest und ausgebucht und tralala. Und ich habe gesagt, pff, weiß ich nicht, geht nicht, gibt es nicht. Du kannst ja mal fragen. So, Kommunikation ist schon ein bisschen so mein Ding. Projektmanagement auch. Das heißt, das, was ich denen geschickt hatte als Idee, hatte schon durchaus Hand und Fuß. Und dann kam auch tatsächlich ein Anruf von dem Verlag und die gesagt haben, das klingt ja spannend, füllen Sie doch bitte mal unseren Autoren-Fragebogen aus. Und der ist richtig, richtig gut. Über viele Seiten, um da auch wirklich die Zielsetzung und so weiter und so klassisches Projektmanagement, wunderschön, Nutzen und so weiter, Projektdesign, herrlich. So, haben wir gemacht, die waren begeistert, weil die Marga und ich tatsächlich anders sind als andere und das ist auch gut so. Und dann nahm das tatsächlich Gestalt an. Und wir hatten unsere Meilensteine und so weiter und so fort. Und der Termin, dass wir eben das Manuskript hochladen an den Verlag, das lag tatsächlich schon in der Lockdown-Phase. Hatte vorher natürlich niemand geahnt. Aber das war jetzt wirklich so zum einen wunderbar für uns, weil wir da dann doch nochmal zwei, drei Wochen ein bisschen Ruhe hatten. Und wenn ein Manuskript so in den letzten Zügen ist, da braucht man das durchaus, das ein oder andere Mal. Von daher war das gar nicht so schlecht. Und wir haben tatsächlich auch gemerkt, wie aktuell das Thema ist, sodass wir im Buch tatsächlich an der einen oder anderen Stelle auch darauf Bezug nehmen konnten. Weil wir uns einfach gemerkt haben, wow, das ist tatsächlich aktueller denn je. Und so kam es quasi auch wieder durch Zufall, wobei ich glaube nicht an Zufälle, dass auf einmal das Timing, der Momentum oder das Momentum vielmehr perfekt war. Mit allem, was dazugehört, auch was die Themen angeht. Also das war so, bam, hat einfach funktioniert. Torsten J. Koerting: Also perfekte Zeit. Ihr konntet sogar auch noch auf den aktuellen Kontext eingehen, in dem das Abgabedatum dann in den Lockdown gefallen ist, ohne genau zu wissen, was sich alles ändert. Jetzt sind wir ja sechs Monate weiter und ein bisschen schlauer oder eben auch nicht. Und dennoch wart ihr in der Lage, das Aktuelle schon mit aufzunehmen. Beschreib doch mal ein paar Sätzen, worum es überhaupt geht bei Future Skills for Leadership und was die Leser dieses Buches daraus lernen können. Weil ich habe schon begeistert auf unterschiedlichen Plattformen darüber geschrieben, nachdem ich das von dir gesehen habe, dass es da ist. Wie ist da deine Sicht drauf und was geht es? Wie ist da deine Sicht drauf und was geht es?