Deep Dive mit Torsten Koerting — Folge 075 York Hovest - Über die Wichtigkeit einer Geschichte, Helden und Umsetzungskraft 2021-05-14 Automatisch transkribiert (whisper.cpp, large-v3-turbo). Nicht redigiert — Fehler sind möglich. Sprecher automatisch getrennt (pyannote). Gäste sind nicht namentlich zugeordnet. Laut Folgentitel zu Gast: York Hovest Quelle: https://torstenkoerting.com/podcast/075-york-hovest-ueber-die-wichtigkeit-einer-geschichte-helden-und ======================================================================== Torsten J. Koerting: Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge des Umsetzungsgiganten-Podcasts. Und für diejenigen, die diesem Podcast schon länger treu sind, für die ist der heutige Gast kein neuer Gast. Denn ich hatte vor einigen Wochen schon mal die Ehre, ihn zu interviewen und seine Mission und seine Visionen zu demaskieren, als auch mal hinter die Kulissen zu schauen von jemandem, der als National Geographic-Fotograf sich in die Situation brachte, dem Dalai Lama persönlich ein Versprechen zu geben, was dann dazu geführt hat, dass er 100 Tage in Tibet gewesen ist, um auf die aktuellen Situationen des Volkes in Tibet aufmerksam zu machen. Und daraus ist ein grandioser Bildband entstanden, nämlich 100 Tage Tibet. Und wir haben ihn den früheren Podcast auch demaskiert, als er in Amazonas, in den Amazonas-Regionen gewesen ist, um dort auf die indigenen Völker aufmerksam zu machen und sie dort auch bildgewaltig, aber eben auch wortgewaltig in einem ganz besonderen Bildband festhalten zu können. Und wir haben damals schon drauf geschaut, dass für ihn ein Bild nicht nur ein Bild ist, sondern ein Bild und ein grandioses Bild erst dadurch entsteht, dass es eine Geschichte hat, nämlich eine Geschichte, was es erzählt, als auch eine Geschichte, was hinter dem Bild ist, nämlich so, wie es entstanden ist. Und wir sind damals in den anderthalb Stunden eingetaucht in eine für mich völlig neue und auch andere Welt. Und das hat uns so ein bisschen tiefer geführt. Und deswegen dürfen wir heute nochmal ein zweites Interview führen. Denn dieser Mensch hat so viel zu erzählen und ist jemand, der die Geschichten im Herzen trägt und noch etwas ganz Außergewöhnliches gemacht hat, um nämlich auf seine neue Vision und Mission aufmerksam zu machen, die da heißt Heroes of the Sea. Und es geht um die Organisationen, um die Menschen, die in der Welt aufmerksam machen darauf, was gerade mit den Ozeanen passiert. Und er ist auch jemand, der darauf aufmerksam macht, nicht nur auf die Ozeane selber, sondern auf die Menschen, die aktuell in der Welt andere bewegen, um unsere Welt vielleicht ein Stückchen sauberer und wieder ein Stückchen besser werden zu lassen. Und das hat ihn dazu verleitet, ja, ein außergewöhnliches Abenteuer zu bestreiten, nämlich mit zwei seiner Freunde beziehungsweise Kumpels hat er entschieden, ein Boot zu kaufen. Ein Ruderboot und damit über den Atlantik zu rudern. Und wie das entstanden ist und welche Herausforderungen sowohl in der Vorbereitung als auch bei der eigentlichen Überquerung auf die drei wartete, welche Mission er mit diesem Ansatz und mit dieser Reise, mit diesem Abenteuer verfolgt, werden wir da reinschauen. Und wir werden natürlich auch darauf schauen, was es mit jemandem macht, der im Dezember 2019 aufbricht, um 50 Tage beziehungsweise 50 Tage 5000 Kilometer zurückzulegen, um dann zu Anbeginn einer völlig neuen Weltsituation, nämlich der Pandemie in Barbados anzulanden, um fast aus dem Land nicht mehr rauszukommen. Und wir werden all diese Geschichten, werden wir wortgewaltig von ihm erleben und erfahren dürfen. Und jemand, der sagt, Mensch, nimm doch einfach mal den Fuß aus dem Haus, stoß die Tür mal auf und geh raus. Denn das, was ich hier leiste, ist gar nicht so besonders. Sondern was ich erlebt habe, ist, dass wir eine Nation und vielleicht auch eine Welt sind, die verweichlicht ist. Und wir wissen manchmal gar nicht, wie gut es uns geht und wie wenig wir auskommen können. Und genau da schauen wir rein. Und freut euch auch dieses wieder tiefgehende Interview mit einem ganz besonderen Gast. Und begrüßt bitte recht herzlich mit mir Jörg Hohwest. Gast: Und dann habe ich angefangen, das zu machen. Wegkeit weitergeben zu dürfen. Aber es hat was mit Geduldigsein zu tun. Torsten J. Koerting: Also zu erfahren, was denn die jungen Menschen bewegt. Sie macht mich wirklich mit diesen Fragen zu denken. Das ist wunderbar. Jörg, wunderbar und großartig, dass du zum zweiten Mal in den letzten Monaten jetzt hier im Umsetzungsgiganten-Podcast bist und dich wieder auf dieses Format einlässt, um einen weiteren Teil deines Lebens mal ein bisschen zu demaskieren und zu dekodieren. Schön, dass du da bist, Jörg. Hallo Torsten, ich freue mich sehr. Jörg, wir haben schon mal einen Podcast gemacht, der, glaube ich, anderthalb Stunden ging. Es war mega. Und viele, die dich kennen, wissen, der Mann hat nicht nur eine große Vision, sondern auch verdammt viel zu erzählen. Und dabei liegen noch so viele Jahre vor ihm. Aber so wie du die vergangenen Jahre und Jahrzehnte fast schon belebt hast, ist das unfassbar. Es macht dich sicherlich zu jemandem, der alles ist außergewöhnlich, der dadurch merkwürdig wird und so viele tolle Geschichten zu erzählen hat. Und im letzten Podcast haben wir deine Geschichte, deines Versprechens mit dem Dalai Lama zum Anlass genommen, dort einzusteigen. Und wir haben auch die Tour durch den Amazonas mit den indigen Völkern und die Sichtbarkeit auf die diversen Missstände dort, auf die du aufmerksam machst, zum Anlass genommen. Und dieses Mal geht es um ein weiteres Abenteuer. Ein weiteres Abenteuer, was dich speziell in der Zeit vor der Pandemie, ich will sagen, belebt und auch bereichert hat. Und du nahezu, darf man sagen, dann mitten in der Pandemie wieder sichtbar geworden bist, sowohl für deine Familie als auch für viele andere Menschen in deinem Umfeld. Aber bevor wir dazu kommen, wenn du magst, nimm uns noch mal ganz kurz mit, wer du bist und vielleicht ein kurzer Abriss dessen, wenn du dich noch erinnern kannst, was wir im letzten Mal besprochen haben. Nur damit die Menschen mal so noch ein bisschen Gefühl haben, warum sie sich die letzte Podcast-Folge mit dir auch noch mal anhören sollen. Ja. Über Jörg. Gast: Sehr gerne. Erstmal danke für dein tolles Intro. Das hört sich an wie geschnitten Brot. Vielleicht kannst du mir das mal per E-Mail schicken, dann drücke ich mir das auch aus. Nee, im Prinzip, wir machen einen kleinen Rückblick. Ich nehme mir mal so einen Blog von zehn Jahren, weil da ist tatsächlich extrem viel passiert, nachdem ich mich, ich glaube, zweimal um 180 Grad gedreht habe, was meine Berufung anbelangt. Ich bin ja ursprünglich gelernter Energieanlagen-Elektroniker und danach war ich Modefotograf. Aber so richtig hat mir das alles nicht gepasst, weil mein eigentlicher Traum, wenn man das so sagen darf, mein Kindheitstraum war schon immer der Abenteurer der National Geographic Fotograf. Aber wie das so ist, als Kind hat man eine Vorstellung und weiß gar nicht, wie man sowas dann später machen kann. Aber gut, bei mir sind viele, viele Dinge passiert. Das vielleicht prägnanteste Erlebnis war tatsächlich die Begegnung mit seiner Heiligkeit im Dalai Lama 2011. Ihm hatte ich zuvor einen Brief geschrieben, wollte ihn kennenlernen, hatte ein großes Versprechen, ein großes Anliegen. Ich wollte der Tibet-Tragödie um mehr Aufmerksamkeit verholfen und das hat tatsächlich funktioniert. Ich habe ihn kennengelernt, das waren tolle Momente. Wir haben da sehr, sehr lange drüber gesprochen. Also einfach mal in die alte, in die vorhergehende Podcast-Folge reinhören. Das ist nämlich wirklich eine lange und echt spannende Geschichte. Und danach hat sich tatsächlich mein Weg geebnet als National Geographic Fotograf, der ich daraufhin wurde, zu meiner Überraschung. Und ja, seitdem mache ich tatsächlich Expeditionen um die ganze Welt, die immer einen großen und wichtigen, einen großen Hintergrund mit sich führen. Also es ist nicht nur eine abenteuerliche Reise, sondern ich möchte auf etwas hinweisen, was den meisten Menschen gar nicht bewusst ist oder die meisten Menschen so noch nie gehört und gesehen. Und vor allen Dingen natürlich auch in Bildern und Videomaterial erlebt haben. Und dafür stehe ich heute da und baue immer weitere Expeditionen aus. Momentan ist das Thema Ozeane. Wie können wir die Ozeane retten? Meine große Frage, die ich auf den Weltwirtschaftsgipfel gestellt habe und dort ganz viele Unterstützer zur Erschaffung dieses Projektes nicht nur benötigt habe, sondern auch erfolgreich umgesetzt habe. Und da sind wir gerade und da reden wir heute drüber. Weil ich habe zu diesem Ozeanprojekt eine unfassbare Promotion-Aktion durchgeführt. Manchmal kann ich es heute noch nicht glauben, dass ich es wirklich getan habe. Aber ich bin mir sicher, dazu fällt dir noch eine schöne Einleitung ein, damit du mich genau das nochmal fragst, lieber Torsten. Torsten J. Koerting: Ich bin ganz gespannt, wenn die Frage kommt, wie deine Antworten dazu aussehen. Das ist großartig. Was mich damals im ersten Podcast und als ich dich Jahre davor schon kennenlernen durfte, immer wieder beeindruckt hat, ist, dass du keiner bist, der nach diesen heroischen Erfolgen und Sichtbarkeiten strebst, sondern das nur Mittel zum Zweck ist für dich. Nämlich Mittel zum Zweck, um auf Missstände aufmerksam zu machen, ob das jetzt in Tibet der Fall gewesen ist, als auch in Amazonien und mit vielen anderen deiner Expeditionen, die du gemacht hast. Nimm uns nochmal ein bisschen mit rein, wie es zu dieser Wandlung gekommen ist. Nicht, dass du einer warst, der vorher irgendwie auf Platz 1 stehen wollte oder die besonderen Dinge der Welt machen wollte, um sichtbar zu sein, das nicht, aber dieser Wandel hin zu diesem intrinsischen Antrieb, die Welt, ich sag's mal in Worten, die da draußen auch oft geprägt werden, ein Stück weit besser zu machen beziehungsweise auf bestimmte Bereiche dadurch, wie du es tust, aufmerksam zu machen, wie es dazu gekommen ist, weil das ja auch mit einer der Treiber gewesen ist, auf das, auf was wir heute zu sprechen kommen. Gast: Ja, sehr schön formuliert, Torsten. Also ich glaube, das Gesamtbild dieser Wandlung unterliegt dem wahrhaftigen Gefühl zu spüren und zu erleben. Und wenn man sich vorstellt, dass ich aus einer anderen Berufung herkam, dem Modefotograf, so kann man sich vorstellen, dass das ein sehr oberflächlicher Bereich ist, ein, ich möchte jetzt nicht sagen Fake, aber es ist nicht relevant für niemanden und keinen und schon gar nicht für mich selbst. Also ich habe mich da quasi so ein bisschen in der Sinneskrise gefunden in demselben Zeitraum, als ich auch eine Familie gegründet hatte, einen Sohn bekommen habe. Mit dieser Vorstellung einer Erzählung dessen, ihm zu erzählen, was ich denn eigentlich mache oder fortlaufend machen werde in meiner Berufung, kam mir das so blöd vor, ja, zu sagen, ich fotografiere hübsche Menschen, mache die am Computer noch schöner, damit die Welt irgendeine Person dort draußen sehen kann für eine Woche in der Zeitschrift und sich dort ein merkwürdiges Idol schafft. In Bezug auf Jugendliche war mir das sehr suspekt und das hat mir von vornherein so gestört, dass ich gesagt habe, ich möchte dieser ganzen Modebranche einfach den Rücken kehren und das wahrhaftige Foto finden. Also mein Trigger war ja immer der Fotograf in mir, sei es Porträts oder auch Landschaft oder auch einfach Stimmung festzuhalten. Es ging mir um das Wahrhaftige da draußen, das echte Leben zu spüren und durch meine Augen sichtbar zu machen in Form meiner Bilder, Geschichten und natürlich auch meinen ganzen Filmaufnahmen. Und das war so der Wendepunkt. Ich wusste damals aber noch nicht, wie mir das gelingt. Und tatsächlich war dann der erste Kontakt zu seiner Heiligkeit in Dalai Lama. Man kann sich gut vorstellen, dieser Mensch ist sehr geerdet und sehr wahrhaftig dort draußen unterwegs, sehr authentisch vor allem. Und das hat mich so getriggert und beeindruckt, dass ich dann erst entdeckt habe und für mich gespürt habe, das ist es, was ich machen möchte, obwohl ich gar nicht wusste, was ich machen möchte. Aber mit dieser Ausführung des Versprechens, das ich ihm gabe, Tibet zu bereisen und diese unglaublich komplizierte Expedition durchzuführen in einem Land, das man gar nicht betreten durfte, hat mir gezeigt für meine Person, das ist genau das, was ich zeigen möchte. Es ist das wahre Leben, der wahre Hintergrund einer Kultur. Gast: Und das in der Verflechtung mit seiner Person und dieser ganzen Himalaya-Welt, das war genau mein Ding. Und ich wusste, hier bleibe ich. Ich mache genau das weiter, was ich jetzt hier so angefangen habe, mit so vielen Hürden. Also das hört sich jetzt so toll an, aber das war unglaublich kompliziert unter den Aspekten der Finanzierung, der Durchführung, weg von zu Hause, Gefahren und so weiter und so fort. Torsten J. Koerting: Und welche Hürden und Gefahren du dort durchlebt hast. Man hat dich ja inmitten dieser Expedition auch des Landes verwiesen. Du hast dich aber nicht davon abhalten lassen, wieder zurückzugehen, um deine Mission noch weiteren Nährboden und sie Wirklichkeit werden zu lassen, um das Versprechen, was du einem, glaube ich, der beeindrucksten Menschen, die die Menschheitsgeschichte mitunter hervorgebracht hat, dieses Versprechen auch einzulösen. Und du hast im Rahmen dieses Podcastes einen Satz gesagt, der bis heute bei mir nachhalt und wahrscheinlich noch sehr, sehr lange nachhalten wird und auch mich stark beeinflusst hat. Du hast nämlich gesagt, es ist nicht das Foto, sondern es ist die Geschichte, die das Foto nicht nur erzählt, sondern die das Foto überhaupt erst möglich gemacht hat. Ist das das, was dich auch am Wendepunkt vom National Geographic Fotograf hingebracht hat, die Bilder, diese Bildgewalt, das Wort Gewalt mache ich in Anführungszeichen, weil es vielleicht auch missverstanden werden kann, aber deine Bildgewalt mit den Geschichten, die dahinter liegen, als tragendes Element und als tragende Linie zu haben, um auf die Dinge, die dich in der Welt bewegen, aufmerksam zu machen. Gast: Absolut. Genau das ist es, Torsten. Du hast das schön beschrieben. Man muss sich das einfach mal vorstellen. Ein schönes Foto. Ich gehe jetzt nochmal zurück in diese Modewelt. Wir nehmen ein schönes Foto einer Frau. Jetzt betrachtet jeder dieses Foto und wird wahrscheinlich zu 99 Prozent sagen, es ist eine hübsche Frau und es ist perfekt irgendwo gut fotografiert. Das unterscheidet aber noch keinen dieser Millionen Fotografen von seiner Arbeit, weil es einfach die besten Voraussetzungen gab, einen schönen Menschen in einem schönen Licht, vielleicht noch mit schöner Kleidung oder was auch immer für ein Accessoire zu fotografieren. Es ist aber gleichzeitig auch dann nicht mehr viel wert und nicht mehr erzählenswert und keiner wird sich an dieses Bild erinnern. Die Ikonen der Fotografie aus den 80er, 19er, die sind längst vorbei. Heute ist jeder Fotograf mit unseren iPhones. Das ist auch gut so, aber wenn die Geschichte fehlt hinter einem ausdrucksstarken Bild, dann ist es auch kein ausdrucksstarkes Bild mehr. Also kein langfristig gesehenes Bild, was man sich merkt. Ich glaube, jeder hat diese Bilder von National Geographic im Kopf, die genau das umreißen. Auch da gibt es einen Bereich, der einen triggert, einen Punkt, ein Bild, einen Effekt in diesem Bild oder eine Person oder eine Landschaft, wie auch immer. Aber die Geschichte dahinter ist das Prägnante. Und das war mir lange nicht bewusst, weil auch ich hatte ja ein großes Portfolio von Menschen und Landschaften und Geschichten aus Tibet. Aber erst als ich bemerkt habe, dass National Geographic mich damit titeln wollte, dass ich ja gleichzeitig auch noch investigativer Journalist bin, was ich gar nicht wusste zu dem Zeitpunkt, habe ich das Prinzip verstanden. Durch meine Erzählung, durch meine Hintergrundgeschichten werden diese Fotos zu einem ganzen kompletten Bildband und zu einer runden, stimmigen Geschichte, die rückwirkend auf dieses Versprechen für den Dalai Lama abzielt. Und da ist quasi dieses ganze Potenzial dann vorhanden. Und so funktioniert das heute. Die Geschichte ist das Wichtigste. Torsten J. Koerting: Und ich glaube, diese Kombination, die wir jetzt hier auch erleben dürfen, ohne jetzt die Bilder vor Augen zu haben, die du mit deinem Auge und im richtigen Moment auslösend geschaffen hast, wie die einhergehen mit deiner auch Wort, in Anführungszeichen, Gewalt, nämlich wie du in der Lage bist, auch die Geschichten erzählbar zu machen, die ein Foto ausdrückt. Und diese beiden Elemente, wenn die zusammenkommen, bei dir Magie entsteht. Das dürfen alle auch auf der Bühne erleben. Du warst ja bei TEDx auch auf der Bühne und auf vielen anderen Veranstaltungen, wo dann beides zusammenfließt. Ich vergleiche dich da immer gerne auch mit Reinhold Messner, der ja eines der Elemente gesegnet hat, auf die wir gleich zu sprechen kommen, nämlich das Boot, mit dem das möglich gewesen ist, was ihr letztes Jahr euch möglich gemacht habt, um dadurch auf neue und andere Missstände aufmerksam zu machen, der auf der Bühne steht und seine Geschichten das untermalen, was auf der großen Leinwand möglich ist. Und diese Kombination mit dem, was du im Dezember 2019 gestartet hast, mit natürlich einer entsprechenden Vorgeschichte, das wieder hätte, ich sage hätte, weil wir sind da noch nicht am Punkt, das weißt du oder du bist da noch nicht an dem Punkt, aber hätte und wird noch ermöglichen können, nämlich auf ganz bestimmte Dinge aufmerksam zu machen, nämlich Heroes of the Sea. Gast: Genau, jetzt haben wir auch genug umschrieben. Das ist immer so schwierig, wenn man Sachen groß, von riesig auf den Punkt umschreibt und jetzt komm mal in die Pötte, erzähl mal deine Geschichte. Genau, jetzt aber. Genau, Heroes of the Sea. Torsten J. Koerting: Dennoch dürfen wir die Menschen natürlich ranführen. Zum einen in der Vergangenheit, was entstanden ist, was dich antreibt und was dieses Magische. Manche sind ja so auf dieser Suche nach diesem Wow, was macht mich einzigartig, bin ich der Erste, der Schnellste, der Beste, mache ich es anders? Und das mal vor Augen zu führen, warum du fast schon so eine Leuchtturmfigur des Umsetzungsgiganten-Podcasts bist und du in dieses Format hineingehörst. Dazu braucht es den Kontext. Und um das jetzt noch mal in die nächste Stufe zu heben, Heroes of the Sea. Was ist die Idee dahinter und auf was werden wir gleich zu sprechen kommen, lieber Jörg? Gast: Ja, sehr gerne versuche ich mal zurück zum Anfang zu gehen. Wer überhaupt ist ein Hero? Oder wen darf man Hero betiteln? Und dazu komme ich gleich noch mal. Aber wie ich dazu gekommen bin, dieses große, ich möchte mal sagen, Aufmerksamkeitsprojekt, Schutzprojekt für die Ozeane zu gestalten, war damals 2014, glaube ich, als ich in Spanien im Supermarkt war. Total interessant. Ich bin da einfach einkaufen gegangen und ich wollte mir eine Packung Thunfisch kaufen. Und dann stehe ich vor diesem Regal und da sind, ich weiß nicht, ich glaube, ich habe da über 100 verschiedene Dosen Thunfisch gesehen, angefangen von 70 Cent bis 4, 5 Euro und habe mich echt gefragt, was da drin ist. Und in der späteren Recherche habe ich dann auch herausgefunden, dass da überall dasselbe drin ist. Das sind aber unterschiedliche Preise und Firmen und Hersteller und Zertifikate und Siegel. Und das hat mich so ein bisschen schockiert, weil mir gar nicht so klar war, dass in den südlichen Ländern oder in etwas südlicheren Ländern sehr, sehr viel Thunfisch, unter anderem auch andere Fische, aber sehr, sehr viel Thunfisch weltweit konsumiert wird. So fängt immer eine Geschichte bei mir an. Ich sehe irgendwas, das kommt mir komisch vor und dann setze ich mich tagelang an den Rechner und recherchiere. Und da mir die Tiere da draußen sehr ans Herzen liegen, alle Tiere, auch die hässlichen und gefährlichen, habe ich angefangen zu recherchieren und bin darauf gekommen, dass der weltweite Konsum an Thunfisch so immens gestiegen ist, dass wir unter dem Punkt der Artenschutzbereiche Gefahr laufen, einige dieser großartigen Räuber unserer Meere bald zu verlieren. Und das sieht man daran, dass die Tiere nicht mehr auswachsen. Die werden abgefischt, bevor die ihre Größe erreicht haben. Und das führt dazu, dass man in den großen Weltmeeren nur noch kleinere Thunfische hat, also von diesen bekannten Speisetunfischen, und die immer wieder dezimiert und reduziert werden durch diese Fangquoten. Und das hat mich dazu geführt, zu recherchieren, wer da irgendwie das kontrolliert, ob es da Reglementierung gibt, ob das irgendwie in einem Bereich der Weltaufmerksamkeit gesteuert wird oder ob das einfach der Willkür überlassen wird, einfach so nach dem Motto, wer da draußen auf dem Meer was fängt, kann das machen, wer will. Und da bin ich auf erschreckende Ergebnisse gekommen und habe mir gesagt, okay, ich möchte hier mal irgendwie das zeigen und erklären. Das ist ja nicht nur mit Thunfisch so, sondern auch mit Zuchtlachs, Wildlachsfarmen. Früher gab es mal Kabeljau, den teuren Speisefisch. Der wurde namentlich verändert und heute sehen wir den fast gar nicht mehr. Das ist so ein teures Tier. Aber es ist ein Riesenthema. Es geht um das Thema Welthunger und Konsumverhalten. Ich bin kein bekennender Veganer, Vegetarier, obwohl ich meinen Fisch- und Fleischkonsum sehr reduziert habe in den letzten Jahren. Aber es ging mir darum, das zu erklären und dem Konsumenten oder dem Zuhörer, den Menschen da draußen nahbar zu machen, um ein besseres Verständnis darüber zu bekommen, was wir überhaupt tun, was wir konsumieren, wie unser Einkaufszettel vielleicht aussehen sollte, damit wir hier was verändern. Und dann habe ich natürlich gehört, ja, Jörg, das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sowas kann man nicht verändern. Und ein Einzelner sowieso nicht. Da musst du in die Politik und Regierung. Ich habe gesagt, nein, Leute, es gibt Helden da draußen auf dem Meer. Es gibt auf den Ozean Menschen, Gruppen, Initiativen, Vereine, NGOs, die sich um solche Anliegen kümmern und um Aufmerksamkeit buhlen. Und wer wäre dann nicht ich, um zu sagen, okay, hier fehlt euch das Bindeglied zu eines der großen Bühnen dieser Welt, was National Geographic ja auch ist und auch andere viele große Verlage, mit meinem Talent oder mit meiner Arbeit, das zu dokumentieren, möchte ich diese Helden finden, begleiten und natürlich zeigen. Und so ist Heroes of the Sea entstanden. Ich habe mir in zwei Jahren Zeit und einer langen Recherche überlegt, welches so unsere Hauptprobleme, unsere Hauptthemen sind in der letzten Zeit. Das ist nach wie vor das große Thema Weltklima. Die Erderwärmung, natürlich die Plastikverschmutzung in den Ozeanen, aber natürlich auch das Korallensterben und der illegale Fischfang. Und ich habe mir gesagt, okay, das sind so die größten Topics, die ich erst mal aufzeichnen will. Und im Zuge dessen habe ich einzelne Heroes gesucht und gefunden und ganz spannende Expeditionen die letzten vier Jahre durchgeführt. So als kleiner Einstieg. Torsten J. Koerting: Also wieder eine große Mission, die du dir zu eigen gemacht hast. Diesmal mehr mit jemandem, dem du nicht persönlich das Versprechen gegeben hast, außer dir selbst und der Welt, nämlich darauf aufmerksam zu machen. Bevor wir einsteigen in die eine wesentliche Expedition, wo, glaube ich, viele verstehen wollen, wie geht das, wie macht man das, was treibt einen da an, wieso muss man das tun, bla, bla, bla. Zeig doch nochmal auf, welche Heroes aus den vier Jahren besonders für dich herausstechen, wo du sagst, Mensch, als ich den, diejenigen oder eine Organisation entdeckt habe, die haben wirklich eine Motivation und durch die Motivation auch eine Wirkung, also diesen Impact auf etwas und können was bewegen und verändern. Gast: Okay, die Antwort wird dich jetzt überraschen, lieber Torsten, aber ich möchte an dieser Stelle erst einmal verkünden, dass es nicht eine Handvoll Helden gibt da draußen. Das musste ich über die Jahre erfahren, aber für die Zuhörer, die jetzt diesen Podcast hören und sich vielleicht am Ende denken, ich schaue mir mal das Buch von Jörg an, dann werden diese Menschen, diese sechs großen Kategorien und Helden finden, die ich als erstes in das Buch veröffentlicht habe und über die können wir gerne sprechen und ich erläutere das auch noch näher. Aber ich möchte dazu sagen, das ist die Weiterentwicklung von Heroes of the Sea. Es gibt hunderte, wenn nicht tausende Einzel-NGOs und Gruppen, wiederum mit zigtausend Menschen, die alles dafür tun, jeden Tag diesen Planeten besser zu machen. Und das ist ein ganz, ganz großes Anliegen, eine ganz große Herzensaufgabe für mir, diesen Menschen eine Plattform zu geben, um sie bekannter zu machen. Weil das ist natürlich, das sind nicht die großen Player da draußen, das sind Leute, die auf Hilfsspenden angewiesen sind und die brauchen sämtliche Unterstützung. Und da können wir gleich nochmal drüber sprechen, um aber jetzt deine Frage ein bisschen spezieller zu beantworten. Wer mich als erstes getriggert hat, war tatsächlich die Schutzorganisation Sea Shepherd. Einige haben von denen bestimmt schon gehört, das sind die mit der markanten Piratenflagge und oft waren sie so ein bisschen verschrien, als die Piraten der Meere. In Wirklichkeit sind sie die Schutzpatrone der Meere. Sie haben nur dieses markante Logo und auch mit ihren bekannten Malungen, mit den Schiffen, die da draußen sind, bildet diese Organisation eine Schutzmaßnahme in verschiedenen Bereichen um die ganze Welt. Also sie setzen sich sehr ein für den Tierschutz an erster Stelle. Da geht es um Tiere, die längst vom Aussterben schon stark bedroht sind, wie seltene Delfinarten, aber auch Wale, Seerobben, aber auch natürlich der ganz normale Thunfisch, den die meisten Menschen gar keine Beachtung schenken, weil es einfach nur der Fisch aus der Dose ist. Aber wie wichtig dieses Tier für das Ökosystem ist, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Und deswegen habe ich dieses ganz prägnante Thema, was eingeleitet durch diese kleine Dose im Supermarkt entstanden ist, genommen, um an dieser Stelle Sea Shepherd nach oben zu heben und als Protagonist dieses Projektes auszuarbeiten und natürlich auf einer ihrer Expedition zu begleiten. Und dazu sind wir damals nach Westafrika gefahren, zusammen mit dem hiesigen Militär auf einer Patrouille gegen illegale Fischer in Westafrika. Und das war natürlich ein sehr spannendes Feld, mal einfach zu sehen, wie dort eine Regierung zusammen mit dem Militär und der Schutzorganisation Sea Shepherd in einer Operation da draußen wirklich bei Nacht und Nebel in gruseligen Aktionen versucht, illegale Fischer zu stoppen. Wir reden hier über riesige Schiffe. Das sind Super-Trawler mit über 100 Meter Länge. Und das war echt ein spannendes Abenteuer. Torsten J. Koerting: Also eine Organisation, die, glaube ich, vor zwei, drei Jahren eine ziemliche Präsenz und Visibilität hat, um dies zumindest in meiner Wahrnehmung in den letzten ein, zwei Jahren ein bisschen ruhiger geworden ist. Nimmst du das auch wahr? Und wenn ja, wo siehst du vielleicht die Gründe? Und welche anderen Mitstreiter, die, ich sage mal, genau in den Punkten, wie jetzt Sea Shepherd aktiv geworden ist, um auf diverse Dinge aufmerksam zu machen, haben vielleicht den Platz eingenommen? Oder sind jetzt diejenigen, die sowas mit nach vorne bringen? Gast: Ja, im Prinzip, man muss sich das vorstellen, was Sea Shepherd da draußen auf den Meeren macht, ist sehr weit weg vom Radar, weil es keinem landesspezifischen Hochheilsgewässer unterliegt. Also die Gräueltaten auf dem Ozean sind meistens außerhalb der Landesgrenzen und dort interessiert es dann auch keinen mehr. Das heißt, es gibt wirklich gar keine wahren Reglementierungen auf dem offenen Meer, was dazu führt, dass man da wirklich noch heute sein Unwesen treiben kann. Sondern wenn dann so eine kleine Organisation daherkommt und das versucht zu unterbinden, dann brauchen die natürlich Fotografen und Filmemacher und Leute, die das zeigt, was natürlich wiederum auf deren Medienwirksamkeit zurückspielt, weil die sind absolut nur durch Spendeneinnahmen aufgestellt und brauchen sämtliche Unterstützung. Deswegen war es auch für mich damals ein schöner Zusammenschluss, nachdem ich diese Firma oder diese Organisation angeschrieben habe und sie mich quasi sofort eingeladen haben, dort eine große Kampagne zu begleiten. Aber so funktioniert das heute. Aber ich glaube nicht, dass wir das vergleichen können mit anderen Organisationen, zumal es wenige gibt, die sich so, sage ich mal, für den Tierschutz auf dem offenen Meer einsetzen, wie Sea Shepherd. Weil wir reden hier über wirkliches Handeln. Es gibt viele große Namen, die ich nicht nennen möchte, die uns zuschütten mit Newslettern, mit Spendenaufrufe, mit tollen Fotos, wo auch immer die herkommen. Aber wer macht denn wirklich was darunter und wie viel Gelder verschwinden in Verwaltungsbüros und Angestellte, während bei Sea Shepherd die ganzen Crewmitglieder und diese Schiffe, ich glaube, die haben keine zehn Schiffe weltweit, finanziert werden müssen. Und da fließt wirklich jeder Cent in den Aktivismus selbst. Und das habe ich live erlebt. Und das waren immer sehr, sehr tolle Menschen, die ich begleiten durfte, weil auch das sind einfache Menschen wie du und ich, die einen normalen Job haben und sagen, ich gehe jetzt mal sechs Monate ehrenamtlich bei Sea Shepherd anheuern, um mich für den Schutz der Wale zu begeistern und durchzuführen. Und das finde ich einfach großartig. Eine Organisation, die schon so lange existiert und natürlich auch weiterlebt durch solche Geschichten. Torsten J. Koerting: Und ich glaube, dass, was du gerade ansprichst, dass es da durchaus Möglichkeiten gibt, sich einzubringen. Ja, und wenn man nicht so wie du jemand ist, der auch ohne großen Verwaltungsapparat, ja, sondern aus intrinsischer Motivation heraus in der Lage ist, auch etwas aufmerksam zu machen, um dadurch vielleicht auch sowas wie eine Bewegung zu ermöglichen, gibt es eben auch Möglichkeiten, sich solchen Organisationen, ich will nicht sagen anzuschließen, aber in dem Punkt zu unterstützen und einfach mal ein halbes Jahr mitzufahren, ja, und nicht ein halbes Jahr auf die Berghütte zu gehen, um zu sagen, da finde ich jetzt mal zu mir selbst, ohne das jetzt zu stark werten zu wollen, oder eine Vipassana-Meditation zu machen, um mal irgendwie über sich selbst nachzudenken, gibt es, glaube ich, ganz andere Möglichkeiten, eine Wirksamkeit zu ermöglichen und sich selbst und seiner Motivation ein bisschen näher zu kommen. Und du bist, glaube ich, eines der, ja, auch wiederum der wunderbaren Beispiele, dass es aus eigenem Antrieb, ohne großen Verwaltungsapparat möglich ist, sichtbar zu werden, um auf etwas aufmerksam zu machen, was eine Bewegung hervorruft. Wer mir da immer wieder einfällt, ist ein Rüdiger Nehberg, mittlerweile verstorben, leider, der, glaube ich, einen sehr, sehr großen Impact hatte im nordafrikanischen Bereich, wenn es um die Beschneidung oder die Beschneidung von den Frauen geht. Und genau in diesem Kontext, wir gesehen haben, was möglich ist, wo jeder gesagt hat, das geht doch gar nicht. Wie soll jemand Stammeshierarchien, die über Jahrhunderte und Generationen gewachsen sind, verändern und ihm ist es gelungen. Und du hast jetzt mit deiner Aktion auch im Dezember 2019 einen Meilenstein gesetzt, der noch darauf wartet, richtig in die Sichtbarkeit zu kommen. Da ist dir leider das letzte Jahr so ein bisschen dazwischen gehagelt. Du hast dich mit zwei anderen Menschen entschieden, den Atlantik zu überqueren, und zwar nicht in der Queen Elizabeth, ich weiß nicht, Hamburg oder wo das Ding losfährt, bis nach New York, sondern auf einem Ruderboot, und zwar von den Kanaren runter bis in die Karibik. Wie ist es zu der Idee gekommen? Und was ist dann passiert? Weil es ist ja ein Prozent Inspiration. Mensch, wir könnten mal über den Atlantik rudern, um auf was aufmerksam zu machen, tolle Bilder und Geschichten mitbringen. Und dann kommt ja die 99 Prozent Transpiration, Gast: um das hinzusetzen. Du wirst lachen, wenn ich dir den wahren Hintergrund für diese Überquerung habe. Du hast hier die Möglichkeit. Also ich war dann irgendwann so weit, dass ich gesagt habe, okay, ich habe jetzt meine sechs Helden von Heroes of the Sea erfolgreich in diesen Bildband gepackt, und der läuft auch gut an, die ganze Promotion, PR, die ganzen Fernsehsendungen und Radiosendungen. Und dann habe ich mir überlegt, aber das ist noch nicht so richtig auf der ganzen Welt angekommen, weil wir sind ja sehr deutschlastig hier mit unseren Medienkanälen. Aber es war ein internationales Projekt. Deswegen heißt es auch Heroes of the Sea, auf Deutsch Helden der Meere. Ich hatte mir überlegt, wie kann ich denn über die Grenze hinaus eine Aufmerksamkeit erzeugen, die auch wirklich noch ganz andere Menschen trifft. Weil ich habe ja am Ende über Initiativen, Vereine, NGOs auf der ganzen Welt berichtet, aber jetzt mache ich nur in Deutschland Werbung. Das hat mich sehr gestört. Und ich habe mir gedacht, was mache ich jetzt? Da druckke ich einen Flyer oder Merchandising? Oder wie mache ich auf mich aufmerksam? Also da kommt so ein bisschen, man kommt da so ein bisschen an die Grenzen des Möglichen. Man hat natürlich eine PR-Agentur und das Buch wird beworben und die Radiosendung. Und das funktioniert auch super. Aber irgendwie tat es mir leid, dass ich die ganzen Protagonisten aus meinem Projekt insofern nicht einbinden könnte, dass auch ihre Leute das aus ihrer Heimat mitbekommen. Und da habe ich mir gedacht, okay, Flyer drucken ist ein bisschen blöd. Das wird auch viel zu kompliziert. Da musst du mal wieder irgendwas machen, was noch keiner gemacht hat. Also nicht keiner, aber das war so eine uralte Idee von mir. Immer wenn ich am Meer stehe, frage ich mich aus historischen Beweggründen, wie haben Menschen das früher gemacht? Wie sahen Schiffe aus, Holzboote? Faszinierend auch die ersten Floßbauten, die den Pazifik erobert haben. Und irgendwann, ich glaube, es war damals in Portugal, Nazaré, wo diese Riesenwellen sind, habe ich mir überlegt, meine Fresse, das sind Naturgewalten. Gibt es wirklich Menschen, die haben das schon mal überquert in einem Bötchen mit menschlicher Kraft? Und da habe ich mich lange informiert und dann herausgefunden, ja, theoretisch könnte man auch da rausgehen, rüberrudern. Also so ein bisschen auch auf Christoph Kolumbus geschaut, der auch diesen Weg eingeschlagen hat. Sehr komplex, sehr schwierig damals. Aber dass das machbar ist, war mir dann schnell bewusst. Und dann habe ich einfach mal so laut zu meiner Frau gesagt, ich möchte da rüberrudern. Meine Frau war das schon gewohnt von mir. Wenn ich das einmal sage, dann ist das kein Witz. Torsten J. Koerting: Genau, das in Nazaré bei den Riesenwellen. Da will ich rüberrudern. Genau. Gast: Da will ich rüberrudern. Und meine Frau wusste schon, oh nein, da kommt wieder auch was zu. Und irgendwie habe ich dann, wie so oft, mich an den Rechner gesetzt und gegoogelt und versucht herauszukriegen, ob das schon mal jemand gemacht hat. Und dann findet man sich schnell in so waghalsigen Geschichten von vor 150 Jahren, wo das echt Leute mit einem simplen Holzruderboot gemacht haben. Meistens Flüchtlinge aus Skandinavien, die zurück aus Amerika in ihre Heimat wollten und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit wahnsinns Geschichten. Und dann habe ich meine Frau schnell beruhigt. Ich habe gesagt, ja, heute brauchen wir ja gar nicht so ein Holzruderboot nehmen. Wir haben doch moderne Technik und Fiberglas und Carbon und so. Ja, und dann war diese Idee auch schon geboren und in Beton gemeißelt und meine Frau wusste, der kommt jetzt nicht mehr aus dem Büro zurück, der versucht das hinzukriegen. Und so ist die Idee entstanden, eine riesige Promotion-Aktion zu erschaffen, die eigentlich aus meiner Betrachtungsweise weniger mit der Ruderüberklärung selbst zu tun hat, als darauf, dass da ein Typ ist, der das macht, um auf was ganz anderes hinzuweisen. Deswegen, ich appelliere immer an die Menschen, hört euch an, warum der das gemacht hat. Und mir war klar, dass ich nicht der Erste bin, der über den Atlantik rudert. Und das haben viele schon gemacht. Und es gibt auch so ein weltweites Rennen. Aber das hat mich nicht interessiert. Ich wollte das autark machen. Ich wollte das unbegleitet machen, ohne Sicherheitsboot. Und dann war ganz schnell klar, so mutig bin ich dann auch nicht. Ich brauche mindestens einen Weggefährten, der mir so ein bisschen geistischen Beistand leistet, wenn ich schon so eine bescheuerte Idee mache. Und ein Freund von mir, der Andreas Stollreiter, der mich schon seit vielen Jahren kennt und schon auf vielen Expeditionen dabei war, ich wusste, der sagt sofort, ja, obwohl er riesige Angst hat vor dem Ozean und nicht mal ins Wasser geht. Er geht nicht mal ins Meer, wenn er im Urlaub ist. Und dann habe ich gesagt, ja, geil, warum machst du denn das? Ja, ich will auch meine Angst überwältigen. Ich sage, super, dann hast du einen super Grund. Lass mich mal machen. Ich baue das alles zusammen. Und dann begibt man sich schon in so eine unfassbare, zeitraubende Phase. Wie finanziere ich das? Wie baue ich das? Was muss ich lernen? Ich habe überhaupt keine Segelerfahrung. Ich bin noch nie auf dem Segelschiff irgendwo lang gebrettert. Und dann will ich da rüber rudern. Und dann alle Freunde und Verwandte und Eltern und Familie, die sagen natürlich, das geht nicht. Du kannst das nicht. Aber die Sprüche, Torsten, die liebe ich ja. Das erinnert mich immer so an den Moment, wo ich dem Dalai Lama einen Brief geschrieben habe. Ja, du kannst ihm doch nicht einfach einen Brief schreiben. Und dann sage ich, ja, hast du das schon mal versucht? Nee, habe ich nicht, aber ich weiß das. Ich sage, ja gut, dann rudere ich da jetzt rüber. Du hast das ja noch nie versucht. Lass mich das doch mal versuchen. Meine Eltern, die wollen dann schon gar nicht mehr mit mir diskutieren. Die wissen, oh nee, oh nee, der macht das so. Ja, und so habe ich mich dann vorbereitet und mit dem Andi das besprochen, was wir brauchen an Geld und wie wir das machen. Und dann beginnt die große Vorbereitungs- und Trainingsphase. Also du kannst mir jetzt einzelne Fragen stellen, damit ich dich auch mal auch mal zu Wort kommen lassen. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen soll, dir zu erzählen, wie das alles war und wie es angefangen hat. Aber was noch wichtig ist, wir haben noch einen dritten Mann gesucht. Und der kam witzigerweise aus Frankfurt oder er lebt heute immer noch in Frankfurt, also aus deiner Heimat. Und als wir den gefunden haben, war das Ding schon so gut wie 100 Prozent sicher, dass wir es auch wirklich durchziehen. Torsten J. Koerting: Ja, hier in Frankfurt ist ja Rudern ein ganz großer Sport. Hier werden ja die Weltmeister und die Olympioniken werden ja hier gezüchtet wie am Fließband Ist das so? Das ist brutal. Ich sage dir, du flogst hier durch die Straßen, da hat jeder schon mal, war da schon mal irgendwo. Also im Gegenteil, ja, was wir hier haben, ist der Main und der hat Schleusen. Also ist nicht viel mit Rudern. Gast: Wollte ich gerade sagen, habe ich nie einen Ruder gesehen. Torsten J. Koerting: Das war auch mehr als Spaß, dass du da so einen Frankfurter dazu bewegen konntest. Das ist großartig. Damit der eine oder andere sich da mal so ein Stück weit mal so das Augen auf Emoji ins Gesicht gezaubert bekommt, für die, die das nicht kennen. Also manche wissen vielleicht, dass die Queen Elizabeth da vier Tage braucht, um darüber zu kommen. Das ist für viele schon sehr lang und es ist ja auch beschwerlich. Du musst da am Pool sitzen, du musst abends, morgens, mittags essen und trinken und dich mit anderen Menschen unterhalten und so weiter. Die anderen denken vielleicht, oh, New York, sieben Stunden gegen den Jetstream und sechs Stunden vielleicht, wenn der gut bläst, auf dem Weg zurück und die Nacht ist nicht lang genug. Das ist ja nur alles kein Vergleich zu dem, was ihr da durchgegangen seid. Gebt mir mal ein paar Zahlen, Daten, Fakten. Also zu dieser Expedition und zu dieser Erfahrung. Gast: Genau. Ich bin schnell im Reden, aber eher langsam in der Durchführung meiner Expedition, weil das muss grünlich gemacht werden. Torsten J. Koerting: Das ist jetzt wie bei einer Diskothek, weißt du, wenn du so drei, vier Energielieder hast, dann kommt danach auch mal was Ruhiges, dass wir alle durchatmen können. Deswegen kriegst du jetzt eine Zahlen, Daten, Fakten Frage. Gast: Okay. Genau. So, hier die Fakten. Also eine klassische Ruderüberquerung über den Atlantik sollte im besten Fall von den Kanarischen Inseln oder Cap Verden oder Portugal, Frankreich, Spaniens Küste erfolgen. Alles andere ist fast schon nicht mehr physisch machbar, da eine solche Überquerung natürlich nicht nur den Muskeln unterliegt, sondern auch ganz klar dem Golfstrom, dem Wind und natürlich der Wellenbewegung und der Jahreszeit ganz wichtig. Genau. Also wir haben 5000 Kilometer von der Grand-Kanarischen Insel bis in die Karibik nach Barbados durchgerudert an einem Stück ohne Begleitung und dafür haben wir 50 Tage benötigt, zu dritt. Allerdings muss ich dazu sagen, dass wir nur zwei Ruderplätze hatten. Das heißt, wir haben unsere Schichten durch drei geteilt. Wer jetzt fit in Mathe ist, hat eine knifflige Aufgabe, wenn ich ihm sage, dass wir nie geschlafen haben. Also das Boot war immer in Bewegung. 24 Stunden musste es bewegt werden und jetzt kann man sich aussuchen, wie viele Stunden man durchhält, bevor man wieder ein Stündchen oder zwei Pausen macht, um seine zweite, dritte, vierte, fünfte Schicht anzutreten, um 24 Stunden durchzuziehen. So haben wir das gemacht. Wir hatten ein Ruderboot in einer Länge von knapp zehn Meter, ich glaube neun Meter fünfzig aus Carbon-Sandwich-Material. Sehr leicht baumäßig waren wir unterwegs und dann natürlich ja, ich möchte schon fast sagen hochtechnologische Geräte wie IES, Antikollisionssysteme, Funk, Satellitenverbindung, Wasseraufbereitungsmaschine bis hin zu Ärzte, Medikamente, Versorgung. Also wir hatten sogar, mir fällt gerade ein, wir hatten Schulungen, wo man uns erklärt hat, wie man Brüche heilt, wie man Verletzungen versorgt, bis hin dazu, dass einer, ich spinne jetzt mal rum, vom weißen Hai in der Mitte durchgebissen wird, dann nur noch ein Zeitfenster hat von zwölf Stunden, um ihn dann ein so starkes Medikament oder mehr eine Droge, ein Opionat verabreicht, damit er dann noch eine Chance hat, damit, welches Schiff hast du gerade genannt? Queen Elizabeth? Damit die es noch bis zu uns schaffen, damit er noch überlebt. Also solche Kurse haben wir gemacht. Gast: Wahnsinn, ja, ich kannte mich gar nicht aus, Fetanyl, Lutscher und Opium und was, also das, das kriegt erst mal durch ein Zeug, durch ein Zoll, das ganze Zeug, ja. Also wir hatten alles mit auf dem Board, an Bord und haben dann ein, anderthalb Jahre gebraucht, um erstmal zu trainieren. Wir sind hier aus Bayern, also da haben wir keinen Ozean, aber wir waren hier am Starnberger See und haben hier jedes Wochenende auf unserem Boot, das wir in England haben bauen lassen, von einem echt guten Typen, der den Ozean selber schon überquert hat. Der war auch immer dabei und der hat uns alles gezeigt und dann haben wir jedes Wochenende im Winter sowie im Sommer auf diesem Boot verbracht am Starnberger See ohne Wellen, ohne Wind, aber dafür mit ganz viel Erfahrung, was die Haptik und die Handhabung dieses Schiffes anbelangt. Du musst natürlich erstmal lernen, wie sitzt du, wie rudert man, wir wussten nicht mal, wie man rudert, wie hältst du denn den Rücken und die Schulter, geschweige denn von den ganzen Blasen und Schmerzen, die du bekommst, schon am Starnberger See, ja, um dann natürlich auch zu erfahren, wie man navigiert und wie man Bootsführerscheine macht und Sternennavigation und Funkerlizenz und Erste-Hilfe-Kurse und wir hatten zu tun, ja, und ich weiß noch, eine schöne kleine Anekdote, meine Frau hat die Buchhaltung gemacht, ich glaube, ich war, weiß nicht, 400 Mal beim Baumarkt, weil ich immer wieder eine Schraube kaufen musste oder ein Spanggurt oder ein Seil oder irgendwas, also eine Dauerbaustelle, anderthalb Jahre. Torsten J. Koerting: Also jeden Tag im Baumarkt, Gast: ja. Wahnsinn, gefühlt jeden Tag, also unfassbar, mehrmals teilweise und ja, und man bereitet sich vor, man denkt, man weiß alles, man denkt, man ist echt fit, man wird ja so zum kleinen Nerd, ja, wenn man echt schon viele, viele Kilometer Nord, Süd, Starnberger See hoch und runter und ja, gestern war Wind und da war auch eine Welle, die war bestimmt zehn Zentimeter hoch, man wird zum Experten und dann irgendwann den Tag X vor sich zu haben, an dem es wirklich losgeht, ja. Und mit wirklich losgeht, das fängt an mit, das Schiff muss erstmal am Anhänger nach, nach, zu irgendeinem Hafen, dann Containerschiff, dann per Fracht verschickt, Zoll und dann irgendwann fliegt man auch nach Gran Canaria, Gran Canaria nimmt sein Schiff wieder in Empfang, sieht dann am Hafen, was für ein winziges Gerät man da bei sich hat, um dann festzustellen, voller Demut, oh shit, guck mal nach draußen, siehst du das unendliche Blau, leckt mich am Arsch, so war das, will ich nie vergessen, der erste Tag auf Gran Canaria, ich glaube, wir haben uns angeguckt, keiner hat was gesagt, so, Gast: oh je, machen wir das wirklich? Großartig. Torsten J. Koerting: Also, wenn ich das mal so ein bisschen reflektiere, 5000 Kilometer von Gran Canaria bis nach Barbados, da frage ich mich natürlich, also, wie trifft man das? Also, wie kommt man da genau an? Kommen wir vielleicht gleich nochmal drauf, also 5000 Kilometer, dann 50 Tage, ich glaube nicht, dass ihr das bewusst so gewählt habt mit den 50 Tagen, ihr habt gesagt, wir machen nochmal 20 Tage so vor Barbados, paddeln wir ein bisschen rum, weil 50 hört sich cool an, sondern, wie du es beschrieben hast, da einfach durchrudert im Schichtbetrieb und das mit einer 10-Meter-Jolle, was sich erstmal irgendwie ziemlich groß anhört und für diejenigen, die so einen Kajak oder ein Fahrrad oder was weiß ich für eine Größenordnung haben, ist das schon groß, aber neben so einem Queen Elizabeth, neben einem Tanker und ich glaube, vor Gran Canaria musste ja so eine Schifffahrtsstraße da auch durchqueren, glaube ich, ist Geschwindigkeit, darf nicht unterschätzt werden und wenn ich das reflektiere mit Menschen, die hier sonst so im Umsetzungsgiganten-Podcast sind, die haben alle, wenn ich Muster dekodiere und versuche zu demaskieren, wie ist man in der Lage, eine Vision zu erreichen, die größer ist als man selbst, eins der Muster ist, dass viele, nicht ausnahmslos, aber viele eine lange Historie in diesem Bereich haben, der sie in diesem Kontext zum Erfolg geführt hat. Torsten J. Koerting: 10 Jahre gemacht haben, 20 Jahre gemacht haben und alle sagen, naja gut, das ist wie bei Albert Einstein, der hat gesagt, es hat 18 Jahre gebraucht, bis ich über Nacht den Durchbruch hatte, irgendwann erreicht man halt auch jeden Gipfel, wenn man nur lang genug läuft. Bei dir ist das so, ob das Tibet war, ob das Amazonien gewesen ist oder das, du suchst dir ja jetzt nicht unbedingt die leichten Sachen aus und du bist jetzt ja nicht, wie du gesagt hast, derjenige, der wie Boris Herrmann irgendwie im Boot geboren ist, ja, um dann die Welt zu umsegeln allein, sondern du bist jemand, der sagt, ich gucke jetzt in Nazareth auf den Atlantik und sagt, Schatz, da will ich auch mal durch und dann machst du das möglich. Wie würdest du rückblickend betrachten auf die anderthalb Jahre dieser Vorbereitung, was sind vielleicht die ein, zwei, drei Muster, die aus einem, ich will noch nicht mal sagen Amateur, aber einem vollen Ahnungslosen, den macht, der in der Lage ist, mit zwei anderen Kumpels, die auch nicht mehr Ahnung hatten als du, Gast: den Atlantik zu durchrudern? Du, Torsten, die Antwort ist ganz einfach. Ich denke mal, die meisten Zuschauer werden jetzt sagen, ja, ist doch ganz einfach, der Typ ist einfach naiv. Der ist einfach naiv. Aber das ist es gar nicht. Weißt du, was es ist? Es ist ganz simpel. Wir sind einfach viel zu verweichlicht. Also wir haben gar keine Ahnung mehr, wie es sich anfühlt, in der Natur zu sein. Die Leute, die hocken vorm Schreibtisch. Also ich kenne das leider im Freundeskreis. Wenn es regnet, trauen die sich nicht raus, weil kein Regenschirm da ist. Also ich finde das so Wahnsinn. Wir haben verlernt zu spüren, was unser Körper kann, zu riechen, zu fühlen, zu empfinden. Wir sind absolute Stubenhocker, allesamt miteinander. Ich bin jemand, der läuft ins Büro, weil ich einfach mich freue über Baum und Wald und es dauert auch nur 20 Minuten länger. Aber was ich dabei erlebe, hat keiner im Stau jemals erlebt. Und ich frage mich immer, hey, warum die Leute benutzen Fahrstühle und Rolltreppen? Ich sage, hey, mein Gott, tu deinem Körper ein bisschen was. Gib ihm nur die Treppe. Du wirst dich gut fühlen. Und ich muss da echt jeden Tag drüber nachdenken. Wenn ich die Jahre zusammenrechne, wie lange ich vorm Rechner sitze, wie meine Augen schlecht werden, wie mein Po zerquetscht wird auf diesem bequemen Sessel hier. Da kriege ich eine Vollkrise. Und wenn ich mir dann überlege, ich mache jetzt irgendwas da draußen, Gast: dann weiß ich so spektakulär, wie ihr das alle findet, ist das gar nicht, weil das hat vor 500 Jahren mindestens schon einer mal gemacht. Und der war nackig und hatte eine Keule in der Hand und davor dann Mammut umgehauen. So. Und wenn man das jetzt noch verbindet mit all dem, was ich mir im Internet oder bei Globetrotter kaufen kann, vom Survival-Messer bis zum, weiß ich nicht, selbst anzündenden Feuerzeug und keine Ahnung, Expeditionsnahrung, mit denen ich auch auf den Mond fliegen kann, hey, das ist schon machbar. Also du warst gar nicht naiv, wenn du irgendeine tolle Idee hattest. Mach es mal einfach. Dann wirst du sehen, wie toll das Leben ist. So denke ich mal drüber nach. Ein bisschen spitz. Torsten J. Koerting: Ich meinte nicht gerade hier. Ich finde das mega. Endlich spricht es mal einer aus. Gast: Ein bisschen spitz formuliert, aber ich glaube, ihr wisst, was ich meine. Torsten J. Koerting: Einfach mal mit der Hand ins Gesicht. Zack. Wir sind einfach verweichtlicht. Volle Kanne. Tu es mal aus der Tür raus. Und gebt einfach Gas. Also ein Muster. Wir sind alle verweichlicht. Das ist großartig, aber jeder kann es schaffen, indem er einfach macht und mal die Arschbacken zusammenbeißt und mal durchgeht. Gast: Genau. Aber jetzt war ich so ein bisschen der Moralapostel und habe stark den Finger auf euch. Gut. Ich würde dir, Umsetzungsgigant. Ja, ja. Aber ich möchte natürlich sagen, an erster Stelle fühle ich mich verweichlicht. Ich mache dann immer so Riesensachen und das hält dann auch ein bisschen nach, aber spätestens, wenn ich dann wieder drei Monate im Büro saß und nur hier mein Leben organisiere und Steuererklärung und was man hier so alles macht, denke ich mir wieder, meine Fresse, mein Körper ist zu anderes geschaffen. Kann ich nicht mal irgendwo in den Baum fällen gehen oder so? Also, an erster Stelle, ich selbst mag es nicht zu verweichlichen in dieser Welt. Und das ist mein größter Trigger, immer wieder neue, tolle Abenteuer zu gestalten und Expeditionen zu erkunden, ausfindig zu machen oder einfach zu erfinden in dem Fall. Und so war das damals. Torsten J. Koerting: Genau. Dann gib uns nochmal neben diesem ja einfach machen, der hat ja gut reden, der hat ja seine Komfortzone in der Vergangenheit schon erweitert und hat da vielleicht auch einfach nur gemacht. Aber was würdest du so dem normalverweichlichten da draußen zugrufen? Was, wenn er sich mal ein großes Ziel nimmt, vielleicht mal auf dem Feldberg zu laufen hier bei uns, 900 Meter hoch oder eben den Atlantik zu überqueren per Ruderboot. Was ist so ein Erfolgsmuster, wo du sagst, das hat dich die letzten anderthalb Jahre oder die anderthalb Jahre vor dem Start dieser 50-Tage-Reise hat dich zu dem werden lassen, der in der Lage gewesen ist, den Atlantik zu überqueren? Gast: Schwierige Frage, Torsten. Ich glaube, ich möchte die ganz anders beantworten. Ich möchte die wirklich ganz anders beantworten. Wenn man sich das vorstellt, was im Vergleich zu dem, was ich gemacht habe, für mich heute noch schwierig ist oder mir nicht Sorgen bereitet, aber mich echt an die Grenzen meiner Leistung bringt, dann sind das so Sachen wie Formulare ausfüllen, Steuererklärung. Das macht mich fettig. Und ich weiß, jetzt lachen tausend Leute da draußen und sage, er soll mal zu mir kommen. Das mache ich seit 40 Jahren, da helfe ich dem. Das glaube ich ihm. Aber ich möchte sowas nicht machen. Ich kann das nicht. Ich tue mich da echt schwer. Und diese Alltagsroutinen, die hier jeder machen muss mit Behördengängen und so, hey, das macht mich fertig. Aber so eine Acht-Meter-Welle auf dem Atlantik, mein Gott, das will ich ja irgendwie überleben. Und draußen in der Natur überleben kann ich auch ohne Nahrung. Und ein Messer, ich hoffe, ihr habt ein Taschenmesser schon mal benutzt da draußen. Wenn nicht, wird es höchste Zeit, dass ihr mal erfährt, welche Fingerfähigkeiten, welche menschlichen, von Natur gegebenen Eigenschaften ihr da draußen in der Natur umsetzen könnt. Auch wenn wir es nicht mehr müssen heute. Aber welche großartige Erfahrung das ist, das Leben auf eine Art zu reduzieren, zu minimieren und trotzdem klar zu kommen. Weil dann erfährt man die wahren Wunder der Natur. Und ich glaube, das ist sehr erstrebenswert in unserer Welt, sowas heute noch mal zu erfahren. Auch in Bezug auf unsere Kinder, die sowas spielend erlernen und die wegzuholen von der PS4 und vom Handy. Also das sind so Mikro-Abenteuer. Und ich bin jetzt erwachsen, ich mache große Abenteuer. Von Mikro zu Makro. Torsten J. Koerting: Die Frage ist ja immer, wie groß ist Mikro? Gast: Ja, genau. Torsten J. Koerting: Ja, und du beschreibst das so wunderbar und wir spüren, deine Energie ist grandios und ich feiere dich total. Das macht mir mega Spaß, wie du darüber reflektierst und so klar bist. Gab es in den anderthalb Jahren, bis auf den letzten Tag in Gran Canaria am Hafen, wo du gedacht hast, was haben wir uns da, auf was haben wir uns hier eingelassen? Das Boot liegt da drin, dümpelt so zwischen den 50-Meter-Jachten und dann heißt es so, wir rudern jetzt mal los. Gab es in den anderthalb Jahren irgendwie einen anderen Moment, wo du gesagt hast, ich höre auf, ich lasse es liegen, ich mache nicht weiter? Vielleicht beim 300. Baumarktbesuch oder so? Gast: Nee, eigentlich gar nicht. Man wächst ja mit seiner Aufgabe und das Interessante ist bei mir, wieder nur ich, aber vielleicht kann man damit was anfangen. Wenn ich mir selbst ein Versprechen gebe, dann kann ich das noch leicht revidieren. Hat ja keiner gehört. Aber wenn ich dir unter einem Zeugen, unter einer dritten Person sage, ich höre morgen auf zu rauchen und nächstes Wochenende sitzen wir wieder beim Bierchen und ich bin am Rauchen und habe das nicht eingehalten, dann hätte ich mein Gesicht nicht bewahrt. Also dann hätte ich mein eigenes Versprechen gebrochen. Und wenn ich es wage, die Schnauze schon so weit auszureißen, dass ich am Meer sitze und bei Nazareth sage, ich ruhe da rüber, dann würde ich mir das nicht eingestehen, das nicht zu tun. Und da ist der blöde Baumarktbesuch, der mich fertig machen könnte, weil ich die Kreditkarte vergessen habe oder die Maske nicht auf, was weiß ich. Das nervt mich, aber das ist dann nur eine kleine Hürde weiter, um das Ziel zu erreichen. Davor gab es Millionen die letzten zehn Jahre. Aber umso schöner ist natürlich das Ende einer solchen Geschichte, wo du echt dann reflektierst und sagst, leck mich am Arsch, habe ich das echt gemacht? Torsten J. Koerting: Geil war es. Bevor wir zu dem Moment kommen, du bist ja sozusagen fast schon inmitten der Pandemie aufgetaucht, als ihr dann in Barbados angekommen seid. Da kommen wir dann gleich drauf. Jetzt haben wir natürlich so ein bisschen so die Vorbereitung gestritten und wir könnten natürlich da jetzt stundenlang wahrscheinlich drüber sprechen, über die anderthalb Jahre und du hast uns in einzelne Momente schon mal mit reingenommen, aber nimm uns noch mal mit aufs Meer. Gast: Oh, ja, ja, gerne. Torsten J. Koerting: Gefahren in Gran Canaria, ich glaube, ein Stichwort darf ich dir geben. Du hast schon so viel erzählt, 400 Besuche im Baumarkt, Schrauben, Ausbildungen, Trainings und ich glaube, es gab ein Utensil, man sagt ja immer so in der Raumfahrt oder in der Schifffahrt, damals schon bei Das Boot, die schönsten Torpedos in den Rohren und kein Stück Draht, hat der Herr Kalloin damals reflektiert in dem berühmten Film und es gab ja ein Utensil, was wahrscheinlich ein Stück mehr als 50 Cent gekostet hat, aber das Wichtigste überhaupt gewesen ist bei diesen 50 Tagen. Nimm uns mal mit, was ist da so auf dem Meer? Gast: Ja, also das, auch diese Geschichte unterliegt einer kleinen Vorgeschichte, ein großer Appell an alle Frauen da draußen, ihr seid das Backup der härtesten Männer, weil ohne meine Frau wäre diese Geschichte nie entstanden und sie hat mir sprichwörtlich den Arsch gerettet. Also, das Utensil, ich komme gleich nochmal drauf, ich muss dazu sagen, bevor wir drei Männer, drei Alphatiere, das Equipment parat und komplett fertig hatten, haben wir alles vorher Double gecheckt und Testergebnisse und welches Ruder ist das Beste und welche Taschenlampe ist die Hellste und welche Messer ist das Schärfste und wie Männer halt so sind. Also, wir hatten alles fertig und dann gab es da noch eine kleine Tasche, eine kleine Goodie-Tasche für jeden von uns mit Habseligkeiten und Weihnachtsgeschenke und ein Abschiedsbrief oder sowas oder ein Kuscheltier vom Sohn oder Denk-an-mich-Foto, Glücksbringer etc. So, und diese Tasche hatte auch jeder von uns mit. Kleine Tasche, völlig unbedeutend in den ersten, weiß ich nicht, tausend Kilometern, weil man hat natürlich auch so sentimentales Zeug, wir wollen ja Ruder, wir sind hardcore, so, haben wir völlig außer Acht gelassen. Das Problem war, nach all unserem Equipment-Test, nach all diesem Materialverschleiß der ersten 10, 20 Tage, haben wir gemerkt, dass wir an einem Punkt kommen, wo Schmerzen und Wunden so groß werden, dass nichts mehr hilft. Also, wir hatten extrem teure, leistungswiderstandsfähige Sitze mit Schaum und, ich weiß gar nicht, was da alles drin war, aber wir haben versucht, die Auflagepunkte der Haut so zu schützen, dass wir die nicht aufreiben im Salzwasser, unter dieser enormen Belastung, Hände und Po. Um dann festzustellen, ich glaube, nach 20 oder 25 Tagen, einige von uns, einige sage ich, ich sage keinen Namen, wir hatten offene Wunden Wunden am Gesäß, Entzündung, so schmerzhaft, kannst du dir nicht vorstellen. Egal, welche matte Unterlage wir unterm Po hatten und Handschuhe an den Händen, wir haben es nicht hingekriegt, das trocken zu bekommen, wir haben es nicht hinbekommen, die Blasen, du bist ja 24 Stunden am Rundern, du musst ja einfach mal eine Pause machen, geht aber nicht, wie kommst du klar, wie geht es weiter? haben wir uns an diesen Sack erinnert von unseren Frauen und meine Frau hatte für uns drei, dreimal ein ganz simples, rudimentäres Schaffell gekauft, ein Stückchen Schaffell und das hatten wir total vergessen und als ich das ausgepackt habe, waren erst mal die Augen groß von den anderen beiden, wir wussten erst so gar nicht, wofür war das nochmal, was machen wir damit? Ach ja, das kommt unter dem Po auf die nackte Haut, ja? Das war so ein Geheimtipp unter den Ruderexperten, dass wenn gar nichts mehr hilft, du tatsächlich ein antiseptisches Schaffell, was aufgrund seiner dichten, weichen Haaren immer wieder einen veränderten Druckpunkt auf deinen Entzündungen bewirkt, dass es total, ich möchte jetzt nicht sagen angenehm macht, aber schmerzlindernd funktioniert und dann wurde dieses Schaffell das absolute heilige Fell, das wurde das heiligste Ding an Bord und wir mussten gucken, dass wir dieses Schaffell unter unserem Po backen nach unserer zwei, drei Stunden Schicht immer wieder trocknen und pflegen und bürsten und da kannst du dir gar nicht vorstellen, was für Running Gags da entstanden sind, nachdem wir immer unser Schaffellchen mit Wäscheklammern in der Sonne zum Trocknen hingehalten haben und die wieder flauschig gestrichen haben, um einfach nur weiter zu rudern. Also ich habe das Schaffell hier, ich kann es dir gleich mal zeigen, aber leider sieht der Hörer das nicht. Das ist hier in meiner heiligen Schublade mit den Utensilien aus der ganzen Welt und ich habe sogar mit Edding draufgeschrieben my holy fur. Also es ist eine geile Geschichte. Es gibt unglaublich tolle Fotos und Videos, die ihr natürlich auf heroesofthesea.com sehen könnt, aber dieses Schaffell wurde am Ende zum allerwichtigsten Gegenstand auf diesem Boot tatsächlich. Torsten J. Koerting: Also es sind manchmal, ich will nicht sagen, die Kleinigkeiten, aber die kleinen, feinen Dinge, die unfassbar wichtig werden können und solch eine Expedition, ich will mal sagen, entweder, wenn sie nicht vorhanden sind, zum Scheitern verurteilen oder zum Erfolg verdammen, dass es nämlich keinen Grund mehr gibt, umzudrehen oder aufzuhören. Und wenn wir so die Vorgeschichte der anderthalb Jahre mit berücksichtigen, dass es dann dieses eine Packerl ist, was die Frau packt für alle drei und sagt, falls euch mal den Arsch weh tut, dann habt ihr hier was, setzt euch da mal drauf und unfassbar, dass das genau das war, was es dann möglich gemacht hat. Gast: Also ich weiß nicht, wie sich das anhört da draußen für die Leute, aber die haben jetzt Bilder im Kopf. Ich möchte euch noch einen Vergleich geben. Also die Sitze, allein die Rudersitze haben mehrere tausend Euro gekostet mit den ganzen Auflagen, mit den Beschichtungen und Schaumstoffen und Silikon und bis zum Hämorrhoidenkissen hatten wir alles dabei, um unseren Hintern zu schützen. Und das hat nicht funktioniert. Und dann dieses, welchen Weitblick meine Frau hatte, da für fünf Euro ein Stück Feld zu kaufen. Großartig. Torsten J. Koerting: Ja, fünf Euro, genau. Das ist nämlich das, die schönsten Torpedos in den Rohren, das geilste Ruderbrot im Hafen und dann fehlt es an der Auflage und in deinem Teil. Ich habe das Glück gehabt, dass das so war. Ihr seid ja im Dezember losgerudert. Dezember vor Weihnachten. Ihr habt Weihnachten auf dem Boot verbracht, ihr habt Silvester auf dem Boot verbracht. Ihr seid dann im Januar, ich glaube Ende Januar, Anfang Februar, Anfang Februar, seit Januar. Gast: Nee, 20. Januar, genau. 50 Tage, genau. Torsten J. Koerting: Das ist der Zeitpunkt, da kommen wir gleich noch drauf, wo dann Pandemie zwar schon sich angekündigt hat, aber es keiner wahrhaben wollte, fast gar nicht mehr zurückgekommen wird. Wie hat sich das angefühlt, Weihnachten weg zu sein von der Familie, Silvester auf dem Boot zu feiern? Gab es überhaupt solche magische Momente oder habt ihr einfach durchgerudert und gesagt, Tag spielt ja eh keine Rolle? Gast: Also wir hatten unglaublich schöne Momente da draußen auf See und unglaubliche magische Momente, auf die ich gerne gleich nochmal eingehen würde. Aber um dir jetzt den Zauber so ein bisschen zu nehmen, Weihnachten auf hoher See oder Silvester ist fast bedeutungslos, weil es ist nur eine Zeitangabe. Die Tage sind gleich, die blaue Monotonie ist fast unverändert. Und jetzt guckst du auf deine Uhr und sagst, gleich ist Silvester. Dann musst du aber erstmal die ganzen Zeitzonen zurückrechnen, wann ihr überhaupt Silvester feiert oder Weihnachten. Und dann haben wir einfach so obligatorisch gesagt, ja komm, wir machen jetzt auf drei Weihnachten. Und dann hatten wir auch drei rote Bommelmützen, die haben uns aufgesetzt und haben über die Stereoanlage draußen Weihnachtslieder gesungen, haben ein Video und ein Foto gemacht und dann haben wir so getan, als feiern wir Weihnachten, ein paar Süßigkeiten. Und dann haben wir gesagt, fertig? Fertig. Ja komm, dann rudern wir weiter. So 20 Minuten später einfach Mützen wieder runter, weitergerudert. Das war Weihnachten. Aber es war wichtig für uns, das einmal zu machen, gleichzeitig zu erfahren, wie unwichtig das war, aber vielleicht auch, wie wichtig für die anderen da draußen, die sich echt gewünscht haben, dass wir so einen Weihnachtsgruß mal nach Hause schicken mit so einem Foto, Gast: wo jetzt die Menschen an uns denken können, während sie in ihrer besinnlichen Weihnachtszeit sind. Deswegen hat das gut gematcht und gepasst und das haben wir natürlich alles mitgemacht. Wir haben auch an Silvester ein bengalisches Feuer gezündet um 0 Uhr 0, da wart ihr wahrscheinlich gerade Mittagessen oder so. Aber auch das war lustig, so für die Sekunde einmal an euch alle gedacht, obwohl man in einer ganz anderen Zeitzone ist. Und einen 50. Geburtstag haben wir gefeiert. Der Rainer, der wurde 50. Das war auch total super. Da haben wir was Kleines vorbereitet und haben ihm ein kleines Geschenk gegeben. Und das war total süß und haben da auch Briefe von der Familie vorgetragen. Und da gab es schon sentimentale Momente. Aber im Großen und Ganzen ist man schon 99 Prozent bei der Sache und muss rudern. Da geht kein Weg dran vorbei. Da führt kein Weg dran vorbei. Man muss rudern. Torsten J. Koerting: Also sentimentale Momente und magische Momente. Auch die. Und danke, dass du uns mal mit reingenommen hast, wie man so Weihnachten und Silvester feiert und dass das weniger Bedeutung haben kann manchmal als ein 50-jähriger Geburtstag desjenigen, mit dem man dort 50 Tage lang kontinuierlich Zeit verbringt und das sehr intensiv. Nimm uns mal mit in einen der bemerkenswertesten magischen Momente, wenn du magst. Gast: Okay. Bevor wir das aber vergessen, ich weiß ja nicht, wie viel Zeit. Wir haben vielleicht eines der dramatischsten Momente, bevor wir eines der magischsten Momente erzählen. Tatsächlich sind wir so ein bisschen, wie sagt man, von der, wir sind direkt nicht ins kalte Wasser, sondern direkt in eine Aktion geraten, die so nicht vorhersehbar war. Und zwar sind wir am 1. Dezember 2019 gestartet, obwohl unser Supervisor, unser Experte uns davon abgeraten hat, weil ein heftiger Sturm aufzieht. Und da wir aber im Süden Gran Canarias so ein bisschen in diesem Windschatten waren, haben wir das nicht so richtig ernst genommen und haben das ein bisschen ignoriert. Und er kam dann auch nicht so richtig gegen uns drei an und dann haben wir es trotzdem gewagt, am 1. Dezember loszurudern, weil auch die ganze Logistik, Hotelbuchung, Flüge der Familie und so, das hatten wir, wollten einfach los. Und dann sind wir tatsächlich in einen unfassbar schlimmen Sturm reingeraten, der uns am Nikolaustag, am 6. Dezember, acht Meter hohe Wellen verschafft hat. Und das war gruselig. Also wir wurden hin und her geballert in diesem Ruderboot, mussten den Sturmanker werfen. Das ist ein, für die Zuhörer, um sich das vorzustellen, das ist ein Fallschirm. Es sieht aus wie ein Fallschirm. Den schmeißt man über Bord und der faltet sich auf unter Wasser, dreht das Boot einmal um und stabilisiert einen im Wellengang. Also eine natürliche Bremse unter Wasser, damit man von diesen Riesenwellen nicht umgeworfen wird. Aber in dieser Aktion selbst, in dieser dramatischen Situation von acht Meter Wellen in einer Nacht überrascht zu werden, den Sturmanker rauszuwerfen, ist höchst bedrohlich und gefährlich. Also man kauert sich zusammen, zieht die Rettungswesten an, den Überlebensanzug, macht die Signallampen an und versucht abzuwarten. Und natürlich, man versucht, das Boot so weit zu stabilisieren, dass man nicht kentert. Und das war Horror für uns. Das war ein Moment, Gast: ich beschreibe ihn immer so, also er war nicht ängstlich, also Angst wäre das falsche Wort, weil man absolut unter Adrenalin steht und das in so einer Zeitschleife durchgeht, um ja nichts falsch zu machen. Also man kann keine Angst haben, wenn gefährliche Situationen passieren. Ich glaube, das ist ein natürlicher Instinkt unseres Körpers, dass wir dann höchst aufmerksam sind. Wir konnten auch nicht schlafen, wir haben, glaube ich, acht oder zehn Stunden diesen Sturm ertragen und gespannt den Geräuschen und den Bewegungen des Bootes zugeschaut und er mitgefiebert. Und als der dann vorbei war und wir wieder langsam uns rausgetraut haben und weitergeruhrt waren, ist uns erst mal klar geworden, wie gefährlich und dramatisch das war. Also das ist ein Moment oder ein Erlebnis, das ich so nie vergessen werde und fast noch stärker in den Intentionen meiner Gedanken ist als die magischen Momente. Aber die magischen Momente sind natürlich wunderschön zu beschreiben und da möchte ich an erster Stelle auf die meistgestellte Frage antworten, die du jetzt nicht gestellt hast, aber die ich hier trotzdem noch mal... Torsten J. Koerting: Das sind ja auch nicht die Fragen, die alle anderen schon gestellt haben. Gast: Nein, nein, das ist ganz interessant. Die häufigste Frage, die mir gestellt wird, ist, an was erinnerst du dich am häufigsten oder träume ich noch von dieser Reise oder was war am beeindruckendsten? Und es sind tatsächlich die Sterne. Also es ist unfassbar zu erfahren oder zu bemerken in seinem Vorstellungshorizont, dass man auf einem Planeten ist, der sich dreht. Das können wir uns nicht vorstellen. Wir denken ja immer, da oben drehen sich die Sterne. Aber wenn man auf dem Meer ist und tatsächlich in jede Himmelsrichtung an den Horizont, also an den Rand schauen kann, man muss sich vorstellen, der Rand nach oben hin ist tiefschwarz, tiefschwarz. Das Meer allerdings reflektiert immer noch ein bisschen Licht und hat so ein dunkles Blau. Das heißt, man ist auf dem Ruderboot fast an der Wassergrenze, wir waren ja keine 20 Zentimeter hoch, kann in alle Richtungen schauen und sieht diesen kreisrunden Teller um uns herum. So, und jetzt sieht man überall Sterne, auch die Milchstraße unter anderem, die ich zuvor nie so gesehen habe. Und dann sieht man Sterne auf einer Seite auftauchen, während auf der entgegengesetzten Seite Sterne verschwinden. Und das sekündlich, ja, minütlich. Und dann hat man auf einmal das Gefühl, hey, Wahnsinn, wir drehen uns, ne? Und das ist erst mal total surreal, aber dann sich Sternenbilder zu merken, die jeden Abend an der gleichen Stelle wieder aufkommen und worüber man sich total freut, dass man Sternenbilder wieder erkennt, lässt darauf schließen, wie viel Zeit man hatte, die Sterne zu beobachten, und zwar jede Nacht. Und zwar so gestochen scharf und hell, dass das einfach magische Momente waren. Wir haben aufgehört, die Sternschnuppen zu zählen, die jede Nacht über uns geflitzen. Wir hatten zweimal ein, wie nennt man das, ein Meteoriteneintritt, in dem ein großer Feuerball, einmal in Neongrün und einmal in Neonrot. Also wir haben tausend Sachen erfahren, gelernt. Du kannst natürlich auch mit einer App nachgucken, wo du gerade bist, welches Sternbild, wer leuchtet am hellsten, und wer ist rötlich und wo ist was. Und das sind einfach magische Momente, wenn man da einfach nachts rudert und nichts außer die Sterne und die Milchstraße, die Galaxie über sich hat. Und ganz, ganz cool, um sich das besser vorzustellen, ich habe nachts immer Podcastsendungen von Harald Lesch gehört, der mir den Kosmos erklärt, während ich diese Sternenbilder über mir hatte. Und das sind für mich, neben den Begegnungen mit den Walfischen, die magischsten Momente auf dem Atlantischen Ozean gewesen. Torsten J. Koerting: Und ich glaube, es gibt wahrscheinlich hunderte magische Momente in unterschiedlichen Facetten, die sich gar nicht auf einer Skala unterscheiden, sondern einfach in den Geschichten, die du dort erzählen kannst. Und ich kann nur jedem anraten, wirklich Heroes of the Sea sich anzuschauen und andere auch öffentlich zugängliche Formate, die du auch immer wieder anbietest. Um dort, ich sage mal, diese Bildgewalt gepaart mit deiner Wortgewalt und wie gesagt, Gewalt bitte in Anführungszeichen, das erleben zu dürfen. Allein das würde Bücher füllen, was du dort erzählen kannst, in der Vorbereitung, als auch dessen, was euch dann auf dem Atlantik so widerfahren ist, bis hin dazu, wo du vielleicht auch mal gedacht hast, Mensch, ist es das wert, dass ich hier mein Leben aufs Spiel setze, in den acht Meter hohen Wellen, ohne zu wissen, wie das Ganze ausgeht. Und viele wissen, es gibt auch manche, die das nicht überlebend überstanden haben. Solch eine Atlantik-Üderquerung per Ruderboot mit ähnlichen Booten, wie ihr das ausgestattet wart. Lass uns doch mal gucken, auch so im Hinblick noch ein Stückchen auf die Zeit, dass wir noch mal schauen, du bist dann in Barbados angekommen. Und das war ja auch was Besonderes, weil während ihr da so unterwegs geschippert seid, ist, glaube ich, in der Welt sind noch ein paar ganz andere Sachen passiert, die uns bis heute, wir sind April 2021, bei der Aufnahme dieses Podcasts bis heute beschäftigen. Wie war dieser Moment des Anlandens, in Empfang genommen zu werden von der Familie bis hin dazu, ja, dass du fast seitdem du dort zurückgekommen bist, eines der krassesten für dich auch Outdoor-Erfahrungen gemacht hast und seitdem hier ohne administrativen Overhead um dich rum, wie viele andere Organisationen, auf einmal im Homeoffice seit zwölf Monaten mehr oder weniger fest sitzt und das, was diese Initiative eigentlich ermöglichen sollte, so gar nicht, noch gar nicht so richtig hat zum Blühen und Entfalten bringen lassen. Gast: Wow. Wow. Also retro-perspektivisch gesehen, war das ein hartes Jahr. Du musst dir vorstellen, wir sind auf der anderen Seite angekommen und da wollte das noch keiner von uns wahrhaben. Es wurde dann März, als wir zurückkamen, wir waren noch ein bisschen auf Barbados und sind da zurückgekommen und so richtig fassen konnte das keiner bis an dem Tag, ich werde ihn nie vergessen, also ich wohne hier im Osten München, in Oberföhring und dann waren wir zu Hause, es war ein eiskalter Tag, es regnete, der Lockdown wurde angekündigt oder war schon, nee, der wurde angekündigt, wir haben es immer noch nicht ganz gecheckt, was das bedeutet, aber wir haben gesehen, es fahren weniger Autos rum. Dann habe ich mich aus dem Fenster gelehnt und als ein Lieferwagen oder so ein Fahrzeug vom Katastrophendienst vorbeifuhr mit einem Megafon oben auf dem Dach und er hat in allen Wohnsiedlungen verkündet, dass nun eine weltweite Pandemie vorherrscht und wir das Haus nicht mehr verlassen dürfen. Und als das passierte, erinnerte ich mich stark an, ich glaube 2004, als ich in Hongkong gelebt hatte, dort hatten wir damals die Vogelgrippe SARS. Das waren ähnliche Zustände und dann habe ich gemerkt, okay, oh shit, das ist etwas, was meine Familie noch nicht kannte, mir aber durchaus bewusst war, was jetzt passieren wird. Um dann zu erfahren, dass ich nach dieser selbstgewählten Isolation auf dem Ruderboot erneut eingesperrt werde in meine kleine Wohnung für so lange, meine Fresse, also ich weiß nicht, wann ich so viel Rotwein trinken musste, in meinem Leben, um das zu überstehen. Also jetzt hier mal ein kleiner Beweis, dass auch ich nur ein sensibler Mensch bin. Das hat mich ganz schön umgehauen. Und im Zuge dessen habe ich gerade meine riesen Promotion-Aktionen bewältigt, den Ozean zu rudern. Und das sollte ja dahingehend resultieren, dass ich jetzt in ganz viele Fernsehsendungen komme. Und es gab auch ein paar, aber Markus-Lanz-Termine, alles wurde schlagartig abgesagt. Alle Auftritte wurden abgesagt. Und vor allen Dingen natürlich auch das, womit ich eigentlich mein ganzes Leben finanziere, das sind diese Vorträge. Und die sind ins, ich weiß gar nicht, ich glaube März, März, April, in diesem Monat sind all meine Vorträge gecancelt worden. Und das sind Vorträge mit vielen, vielen Hunderten, wenn nicht tausend Menschen auf Großveranstaltungen, die quasi die Grundlage meiner Existenz sagt man, festigen. Und dadurch habe ich mir das alles erarbeitet. Und das war dann auf einmal alles weg. Und dann musst du ja als Vater und als Ehemann natürlich irgendwo die Kontinuance bewahren. Also da den großen Jammerlappen raushängen, hilft ja keinem weiter. Schon gar nicht, wenn du ein kleines Kind zu Hause hast, das sich daran auch orientiert, dass es hier weitergehen muss. Und das war teilweise sehr, sehr schwer für mich. Zum einen zu sagen, macht euch keine Sorgen, alles wird gut. Und zum anderen nicht zu wissen, wann wird es denn wieder gut. So und jetzt machen wir heute diesen Podcast, lieber Torsten. Und ihr hört das schon so ein bisschen raus, gar nichts ist gut. Gar nichts ist gut. Ich habe gar keine Vorträge mehr und keine Veranstaltung mehr. Und die Leute wollen schon wissen, was mein nächstes Projekt ist. Ich habe natürlich Ideen und Vorstellungen, aber ohne das Publikum, ohne die Menschen da draußen, sind auch mir die Hände gebunden. Also ich bin kein Privatier und habe auch nicht im Lotto gewonnen. Ohne all das funktioniert das nicht leider. Und an diesem Punkt sind wir heute noch. Ich bin trotzdem optimistisch und ich glaube, dass sich das alles bessern wird. Aber die Zeit ist schon ganz schön hart. Und wir sind jetzt schon ein Jahr später. Deswegen fällt es mir manchmal auch so schwer, noch darüber nachzudenken, was ich getan habe. Deswegen freut es mich aber auch umso mehr, dass du mich an das noch mal erinnerst und das hier durch meine Sprache, durch meine emotionalen Reaktionen auch wieder lebendig wird, weil viel zu oft vergesse ich, was ich getan habe. Aber es ist leider ein Jahr vorbei, an dem ich den Menschen nichts von meinen großartigen Geschichten erzählen konnte. Torsten J. Koerting: Ja, und das als jemand, der ein großartiger Geschichtenerzähler ist, und zwar durch seine Worte und die Bilder, die du mitbringst. Und zwar nicht nur die Bilder, die du in unser Herzen bringst, sondern die ja auch in gedruckter Form das transportieren, was die Geschichte dahinter ist. Und mir ging irgend so ein Bild im Kopf, das ist wie so ein Buch, was geschrieben ist, was gedruckt ist, hochwertig, hochglanz, mit einer Geschichte, was dieses Buch in der Lage ist, zu erzählen. Und es ist angeliefert im Haus, liegt aber seitdem im Keller. Genau. Und da durchzugehen, braucht, glaube ich, viel Kraft, möglicherweise mehr Kraft, als die, die du aufbringen durftest, im Rahmen der 50 Tage, im Rahmen der Vorbereitung, sondern möglicherweise eine viel größere Challenge ist, vor der du gerade stehst oder die du gerade durchmachst, als die, die diese 50 Tage für manche bedeuten würden. Gast: Absolut. So empfinde ich das auch. Also eben nur, um das mal zu verstehen, ja, mein Beruf ist tatsächlich nicht systemrelevant, ja. Also wir beziehen hier keine Unterstützung oder sowas. Das heißt, ich habe mir aber auch nie Gedanken darüber gemacht, dass mein Konstrukt aus Einnahmen und Berufung irgendwann hätte in Schwanken kommen können. Aber ich wusste auch nicht, was eine Pandemie ist in dem Sinne, ja. Und dass das halt abhängig ist von anderen Menschen, die ich kontaktiere, hätte ich im schlimmsten Albtraum mir nicht vorstellen können. Aber so ergeht es gerade allen Künstlern da draußen, Schauspielern, all diesen, ja, diesen Mensch-zu-Mensch-Berufen, ja, das ist ganz schrecklich. Und ja, aber jetzt driften wir, glaube ich, ein bisschen zu weit ab. Ich finde es ja toll, dass du solche Sachen auch zeitaktuell ansprichst, lieber Torsten. Und ich glaube, viele können das sehr gut nachempfinden, die gerade in dieser Zeit jetzt auch den Podcast hören. Aber geh doch bitte gerne zurück zur abenteuerlichen Geschichte, wenn du möchtest. Gast: Sonst mache ich gleich eine Pulle Rotwein auf hier. Torsten J. Koerting: Genau, die können wir gleich zusammen hier trinken, ja, so weitermachen und dann mal sagen, Mensch, irgendwas müssen wir jetzt tun, dass das Ganze aufhört. Aber ich glaube, was hier gerade entsteht, ist ein kleiner Beitrag, auch diese Geschichte in deinem Herzen wieder aufleben zu lassen, dich in dieser tollen Energie zu spüren und damit vielleicht dem einen oder dem anderen, der diesen Podcast hören wird, sich dir zugänglich zu machen. Wir haben im Vorgespräch gerade noch einen anderen Kanal, für dich eröffnet oder du hast ihn dir eröffnet, muss ich sagen. Und da bin ich auch sicher, werden wir dich noch auf einer ganz anderen, größeren virtuellen Bühne erleben dürfen in Kürze. Wie stellst du dir die nächsten Monate vor? Was wünschst du dir? Gast: Also, ich wünsche mir an erster Stelle, dass wir uns begegnen können, das ist schwierig gerade, aber dass wir nicht vergessen, dass die Menschen zusammenhalten, weil das macht mir so ein bisschen Sorge, diese Zerrissenheit, angefangen von da ganz oben in der Regierung bis hin zu diesem, ja, bis zu jedem privaten Haushalt, wo es so viele unterschiedliche Meinungen aus keiner wahren Meinung gibt, ja, das macht mir so ein bisschen Sorgen. Es geht nicht darum, dass jemand irgendwas besser weiß oder jemand dafür ist, dagegen zu sein, Querdenker ist, oder das ist alles völlig legitim, dass wir unterschiedlicher Meinung sind, aber wir dürfen uns auf gar keinen Fall voneinander entfernen, und das fördert diese Pandemie leider auch, ja, nicht nur die Maske, sondern die Kontaktbeschränkungen, und das ist etwas, was ich, was ich, was hoffentlich ganz schnell wieder zurückkommt, wenn wir ein Stück weiter mit der Bekämpfung dieser Pandemie sind, ja, aber wir dürfen uns auf gar keinen Fall voneinander entfernen, weil ich glaube, in der Vergangenheit ist sowas schon viel zu oft passiert, und das kann ganz tragisch enden und zu ganz schlimmen Dingen führen. Also mein größter Appell ist, Gast: ich möchte jetzt nicht sagen, macht euch keine Sorge, aber zerbrecht euch nicht den Kopf über die Fehler der Regierung. Also ich glaube, keiner von uns möchte in Tagen wie diesen in der Politik tätig sein. Das ist ein ganz schweres Berufsfeld, und ich glaube, keiner hat da wirklich, wirklich Fehler bewusst gemacht, ja. Wir sind die Deutschen, wir sind da sehr vorsichtig und sehr konservativ in vielen Hinsichten, und wenn wir jetzt nun mal nicht die Nummer eins auf der Weltrangliste sind in dieser Pandemie, mein Gott, wir waren die letzten 100 Jahre die Nummer eins, alle, alles mal gut, ja. Wir kriegen das schon hin. Und ich glaube, mit dem Gedanken, ich vertraue der Regierung, ich glaube, die machen das Richtige, und so gesehen werden wir auch diese Krise meistern. Und ich bin immer optimistisch, ich glaube genauso an die Rettung der Erde, an die Rettung der Ozeane, durch unser Wissen, durch die Technologie und durch den finanziellen Mitteln, die wir haben werden, um das alles zu regeln, ja. Und genauso sehe ich das auch mit der Pandemie. Und genau, so sollte man auch mal über all das nachdenken. Eigentlich geht es uns allen sehr, sehr gut hier in Deutschland in Anbetracht an den Rest der Welt. Torsten J. Koerting: Es ist schön, wie du das sagst und bringt uns ein bisschen dahin zurück, wo du mal über die verweichlichte Gesellschaft gesprochen hast und möglicherweise das, was jetzt hier gerade passiert über die letzten zwölf Monate uns auch mal wieder ein bisschen näher zu uns selbst bringt, ja. Weil wenn wir, wie in früheren Zeiten verweichlicht einfach unseren Tag leben, glaube ich, wurden wir hier vor ganz andere Herausforderungen gestellt, denen wir begegnen dürfen, wie du dich der Atlantiküberquerung gestellt hast und dort deine Momente durchlebt hast und wir vielleicht ein Stück weit, ich will mal sagen, das Verweichlichte hinter uns lassen und spüren, dass wir in der Lage sind, auch solche Krisen zu durchleben und möglicherweise sogar gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Jörg, es war großartig, dich heute hier in diesem Podcast zu haben und auch diese Energie von dir zu spüren, diese Momente noch mal auch in dein Herz wieder reinzubringen. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast und all das möglich gemacht hast und auch hier wieder all in gehst, so wie es deine Art ist, so wie wir dich kennen und wie ich dich kennenlernen durfte und ich glaube, viele andere hier draußen gerade spüren, was dich umtreibt, was dich antreibt, dass es nicht das Heroische ist und die Sichtbarkeit, weil du irgendwas Tolles geleistet hast, sondern dass es dir um was viel Größeres geht. Das ist immer wieder wunderbar zu spüren. Vielen lieben Dank, dass du da warst, Jörg. Wenn Menschen auf dich zukommen wollen, wenn Menschen dich in ihre Formate vielleicht hineinholen möchten, um dir die Möglichkeit zu geben, deine Mission nach außen zu bringen oder einfach mal mit dir in Kontakt treten möchten, zu welchem Austausch auch immer, wie kann man dich erreichen, wo kann man dich kontaktieren, Jörg? Gast: Also ohne das vorwegzugreifen, ich glaube, es ist sehr einfach, mich zu kontaktieren. Keiner ist so öffentlich wie ich mit meinen Kontaktdaten. Ich mache da auch gar kein Geheimnis raus. Ich würde mich über jeden Kontakt freuen und ich weiß, dass viele Zuhörer noch viel gerne noch mehr erfahren hätten über diese ganzen Geschichten, auch ohne Ruderboot. Also ihr könnt mich natürlich kontaktieren auf Instagram, auf Facebook, auf LinkedIn, auf YouTube, per E-Mail, also einfach meinen Namen eintippen oder direkt auf Heroes of the Sea. Dort findet ihr auch ganz viele Geschichten, Bilder und Videos von der Atlantiküberkehrung und natürlich für diejenigen, die sich das eine oder andere Buch kaufen möchten, ihr könnt das natürlich auch bei mir bestellen. Das muss nicht per Amazon gemacht werden, weil ich glaube, die Herrschaften haben schon genug Geld verdient und das ist auch viel nachhaltiger, wenn ich das hier von hier mit einer persönlichen Signierung verschicke. Genau. Und ja, ich habe auch schon tatsächlich was vor in der Zukunft. Das vorweg als kleines Goodie verrate ich das gerne, auch wenn es noch ein bisschen länger dauert aufgrund der Pandemie. Die Hintergrundgeschichte kann ich noch nicht exakt formulieren, aber die Aktion, die ich vorhabe, ist einmal die Sahara zu durchqueren von Ost nach West mit Kamelen zu Fuß und das wird bestimmt das baldige nächste Abenteuer, wenn der ganze Wahnsinn immer vorbei ist, lieber Torsten. Torsten J. Koerting: in den Fußstabten eines deiner Mentoren und auch wenn ich das so sagen darf, nicht nur Vorbilder, sondern auch derjenige, der dich, dein Boot gesegnet, auf den Weg geschickt hat, nämlich Reinhold Messner, der ja auch in einer seiner Lebensphasen die Sand- und Eiswüsten durchquert hat und du da, glaube ich, einen ganz tollen Coach an deiner Seite hast, den du mal fragen darfst, was so das Game-Changing-Element war, ob es dann da auch das Schafell war oder irgendwas anderes, was dieser 50 Cent oder 5 Euro Artikel war, der ihn das, diese Sahara hat durchqueren lassen. Jörg, es war großartig, dass du hier dabei gewesen bist, ganz wunderbar und natürlich wünschen wir dir, dass bevor die neue Expedition und diese neue Vision der Sahara-Durchquerung Wirklichkeit wird, dass du das Buch, was geschrieben ist, die Geschichten, die dort enthalten sind, die Bilder, die du mitgebracht hast, noch nicht die Würdigung, sondern die Wirkung hat in der Welt, die du dir davon versprichst. Danke, Jörg, danke, dass du dabei gewesen bist und wie es auch ein Usus ist in diesem Podcast, du kennst das schon aus unserer letzten Folge, das letzte Wort gehört dem Gast, nicht an mich gerichtet, sondern an die Zuhörerinnen und Zuhörer dort draußen. Jörg, was sind deine letzten Worte? Was ist deine Botschaft an die Welt? Gast: Ja, großartig. Erstmal großen lieben Dank, lieber Torsten. Das war mit Sicherheit nicht das letzte Gespräch. Ich weiß jetzt nicht genau, was ich beim letzten Podcast gesagt habe, aber eine ganz nette Geschichte. kopiere ich immer gern ein Zitat vom Dalai Lama. Ist es dasselbe? Dann gib mir mal ein Zeichen, wenn nicht haue ich es jetzt hier raus. Auf die Frage, ob wir wirklich zu klein sind, um etwas zu bewirken, hat der Dalai Lama einen ganz schönen Spruch mal gesagt. Stell dir einfach vor, die Mücke in einem Raum und versuchst einzuschlafen. Andersrum, du bist also in diesem Sinne, Leute, ihr könnt alles machen und tun auf der ganzen Welt, solange ihr daran glaubt. Und das ist so ein bisschen mein Credo. Ganz genau. Das ist so ein bisschen.