Deep Dive mit Torsten Koerting — Folge 081 Jessica Lackner - Von Machkräften statt Fachkräften, Leadership und Intuition 2021-06-25 Automatisch transkribiert (whisper.cpp, large-v3-turbo). Nicht redigiert — Fehler sind möglich. Sprecher automatisch getrennt (pyannote). Gäste sind nicht namentlich zugeordnet. Laut Folgentitel zu Gast: Jessica Lackner Quelle: https://torstenkoerting.com/podcast/081-jessica-lackner-von-machkraeften-statt-fachkraeften-leadership-und-intuition ======================================================================== Torsten J. Koerting: Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge des Umsetzungsgiganten-Podcasts und heute mit einer Freundin, mit einem ganz besonderen Gast, Umsetzungsgigantin, die mich seit vielen Jahren begleitet und wir in ganz unterschiedlichen Kontexten schon zusammengearbeitet, zusammengewirkt und zusammen ganz viele magische Momente erlebt haben. Und im Rahmen des heutigen Podcasts werden wir demaskieren, welche Bereiche bei ihr dazu geführt haben, dass sie vor wenigen Wochen ihr neues Buch veröffentlicht hat, nämlich Machtkräftemangel, im Gabal Verlag erschienen und seitdem unfassbar gefragt in unterschiedlichen Interviews, Talkshows, TV-Formaten, ist sie seitdem umtriebig, um mit knapp über 30 ihre Historie etwas zu demaskieren, beziehungsweise zwei grandiose Ideen, die ich zu sagen pflege, also what is the big idea, nach außen zu bringen und damit gerade in Zeiten wie diesen zu inspirieren. Sie ist jemand, die mit acht Jahren ihre erste Eisbude gemanagt hat, Eis verkauft hat, um dann mit knapp über 20 das größte Strandbad Europas, nämlich das Strandbad Wannsee, zu übernehmen und dort in einem sehr herausfordernden systemischen Kontext, ist nämlich eingebettet in einem Familiensystem und ihrem Vater gleichzeitig als Chef eine ganz neue Führungskultur zu etablieren, die auch als Kontrast, als etwas Gegenpoliges zu der Führungskultur ihres Vaters stand. Und das aus einer völlig intrinsischen Motivation, unabhängig von Büchern, von anderen Analogien oder Botschaften aus der Welt heraus, sondern aus einem eigenen Verständnis daraus und dafür, was es braucht, um Mitarbeiter zu motivieren, um Mitarbeiter einen Rahmen zu schaffen, in dem sie gerne eintreten, in dem sie bereit sind, Außergewöhnliches und nahezu Unmenschliches zu leisten. Ihr dürft euch vorstellen, im Strandbad Wannsee 35.000 Leute erscheinen da an einem Tag, wo ein Event stattfindet, 10.000 Leute sind dort, wenn die Sonne warm vom Himmel scheint und die Menschen die Abkühlung suchen, natürlich in Zeiten vor Corona diese Zahlen und wir hoffen, dass wir bald wieder in diese Richtung kommen. Also zum einen diesen Führungsstil, also aus Führungskräften Machtkräfte zu machen und die zweite große Idee ist es, nicht nur Fachkräfte einzustellen, sondern diesem Fachkräftemangel, der ja ein Mythos ist, dadurch zu begegnen, indem ich Machtkräfte einstelle. Das heißt Menschen, die Bock haben auf ein Umfeld, was anzieht, die Bock haben mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten und großartige Erlebnisse für die jeweiligen Kunden zu schaffen und Menschen, die Bock haben zu wachsen. Nämlich diejenigen, die man in die Lage versetzen kann, dann einen bestimmten Skill für sich zu ergründen, um dann eben eine bestimmte Rolle auszuführen. Also ein ganz anderer Aspekt, als eben durch einen Lebenslauf zu gehen und zu überprüfen, wie oft jemand schon was gemacht hat, sondern eher mit einem ganz anderen, frischen Geist ranzugehen und seiner Intuition zu folgen. Und beide Ideen werden wir im Rahmen dieses Interviews durchdringen, ergründen und eine transformative Leistung erbringen, was es nämlich braucht, um diese zwei großen Ideen, sowohl im Rahmen einer Selbstständigkeit als auch in dem Unternehmen, beziehungsweise für sich selbst zu integrieren. Und ich freue mich riesig, dass sie heute da ist, dass wir einen Slot in dem Kalender gefunden haben und begrüßt bitte mit mir die liebe Jessica Lackner. Torsten J. Koerting: Umsetzungsgiganten. Gast: Und in that perseverance I found new levels of strength. Und dann habe ich angefangen, das zu machen. Torsten J. Koerting: Fähigkeit weitergeben zu dürfen. Aber es hat was mit Geduldigsein zu tun. Also zu erfahren, was denn die jungen Menschen bewegt. Gast: You're really making me think for these questions. It's wonderful. Hallo TJ. Herzlich willkommen zurück. Ich freue mich mega, dass ich bei dir sein darf. Torsten J. Koerting: Es ist ja großartig, in Zeiten wie diesen jetzt einen Slot bei dir im Timmy Kalender zu finden. Um dich jetzt hier in diesem Podcast zu haben. Du bist ja aktuell rumgereicht durch Fernsehsendungen, durch Moderationen, durch andere Interviews, durch die du durchgehst. Aufgrund eines großartigen ersten Erfolges, der die Grundlage sein wird für all das, was kommt. Das wird uns heute auch im Rahmen dieses Podcastes nicht nur ein wenig beschäftigen, aber damit die ein oder anderen dich nochmal ein Stück weit näher kennenlernen dürfen, liebe Jessie. Und wir kennen uns schon sehr lange und manche im Rahmen dieses Podcastes und der Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht noch nicht. Stell dir vor, liebe Jessie, wir treffen uns, du kommst ja aus Salzburg, die Berge liegen direkt vor deiner Haustür und ich kraxel da irgendwie so rum, Berchtesgadener Land, Wendingen, was weiß ich, wie das da alles da, Geißberg, ne, kraxel da irgendwo rum. Und wir treffen uns abends rein zufällig auf der Hütte, lassen den Tag so ein bisschen Revue passieren und irgendwann kommt die Frage natürlich, was machst du denn so? Was wäre deine Antwort? Gast: Was mache ich denn so? Puh, da weiß ich manchmal gar nicht, wo ich anfangen soll, weil das so viele Facetten sind aktuell. Also aktuell bin ich Leadership Coach und befähige Führungskräfte zu echten Machtkräften zu werden. Das mache ich im Rahmen von Coachings, aber auch im Rahmen von Trainings. Darüber ist auch mein Buch entstanden, worüber wir heute sprechen werden. Komme aber ursprünglich aus der Gastronomie. Das heißt, ich habe die Gastro mit der Muttermilch aufgenommen, durfte mit 21, ja, das größte Strandbad Europas führen. Hatte in der vorherigen Zwischenstation mit acht Jahren meinen ersten eigenen Eisstand und eigentlich immer gesagt, ich mache niemals das, was meine Eltern machen. Hat dann nicht ganz so gut funktioniert. Gott sei Dank, ja. War dann im Strandbad Wannsee knapp 15 Jahre und habe da wirklich alles gelernt von Höhen und Tiefen, stürmischen Zeiten, wie du wieder rauskommst, wie du erfolgreich deinen Weg verfolgst, wie du diszipliniert vor allem durchhältst und das an einer Seite von einem, ich sage es mal, liebevoll cholerischen Chef, da wirklich weiterzumachen und deiner Vision treu zu bleiben. Da habe ich tatsächlich gelernt, was wirklich Leadership bedeutet. Torsten J. Koerting: Also deine Anmoderationen, wenn man die Ehre hat, diese mal zu hören, weil die Ehre auch darin besteht, dich danach auf der Bühne zu sehen. Die gehen immer durch Markt und Bein, ja, Europas größtes Strandbad zu verantworten und mit acht Jahren schon den Eisstand zu haben. Andere verkaufen ihre CDs auf der kleinen Straße, so als erster Schritt mal in die Sichtbarkeit zu kommen und was zu verkaufen. Du verantwortest dann gleich ein Strandbad. Hast eine unfassbare Energie, gerade wenn es um dich geht, als auch die Menschen, die dich im Rahmen einer solchen Gastronomie und auch an anderer Stelle umgeben können. Was hat das mit dir gemacht? Was hat es mit dir gemacht, das Strandbad zu verantworten? Was waren so Schlüsselerfahrungen, die gerade auf das, was du heute tust, einzahlen? Gast: Als ich angefangen habe, mich dafür zu entscheiden, Führungskraft zu sein, beziehungsweise diese Rolle einzunehmen, auch Stichwort Rolle, wusste ich gar nicht, was beinhaltet denn überhaupt die Rolle einer Führungskraft. Ja, ich habe das angenommen, ohne darüber nachzudenken und ich glaube, dass es ganz vielen Menschen ähnlich geht. Wir nehmen ja oftmals gerade eine Führungsrolle an, weil es vielleicht der nächste Schritt auf der Karriereleiter ist oder weil es lukrativ ist, weil es vielleicht mit Geld verbunden ist. Und mit 21 habe ich mir genauso wenig Gedanken darüber gemacht. Ich habe gedacht, cool, Geschäftsführerin, Führungskraft Strandbad Wannseebega hatte gar keine Ahnung, was das für eine Dimension da überhaupt ist. Ich wusste überhaupt nicht, was meine Aufgabe ist, aber egal, das wird schon irgendwie einfach machen. Und dann stand ich da 2006 und hatte plötzlich 30 Mitarbeiter an meiner Seite und wirklich keinen blassen Schimmer. Und es sind viele Menschen weggerannt, die haben mich im Stich gelassen, pünktlich zum Wochenende, Nachrichten geschrieben, ich komme morgen nicht, ich habe Magen, Darm. Also so eine Sache ging wirklich über die Jahre. Ich wurde beklaut, ich wurde, ja, angeschissen, kann man so sagen. Und das noch an der Seite des Chefs, der gerne schreit. Und das waren dann so Momente, wo du dachtest, irgendwas läuft hier falsch. Das macht was mit deinem Selbstwert, der immer kleiner wurde. Mein Selbstbewusstsein wurde kleiner. Aber ich hatte diesen inneren Drang, ich möchte es schaffen. Und meine Vision war es, ein Team aufzubauen, wo die Menschen gerne hinkommen. Also ein großes Team, einen Arbeitsplatz zu kreieren, wo die Mitarbeiter gerne hinkommen. Das war so dieser innere Wunsch. Und das hat so gebrannt in mir, dass ich nicht aufgehört habe. Und wenn ich das so reflektiere, auch dieser Prozess in meinem Buch, habe ich extrem viel reflektiert, was ist damals mit mir passiert als junge Führungskraft. Vor allem dieser erste Schritt, dieses gar nicht reflektieren, was willst du denn überhaupt? Wie willst du sein als Führungskraft? Welches Leitbild möchtest du haben? Was sollen denn die anderen Mitarbeiter über dich sagen, wenn sie beim Friseur sitzen? Was sollst du da für eine Führungskraft sein? Und das gebe ich heute zum Beispiel auch in Coachings mit, dass sich die Führungskräfte im Vorfeld schon überlegen, ja, wie will ich denn wirklich sein? Denn dann haben wir es selber leichter. Und das kann ich so sagen, das ist auch so mein Resümee, mein Fazit von den letzten 15 Jahren, wie du wirklich zur Führungskraft wärst. Und das ist für mich die Machkraft, ja, dass du einfach weitermachst, auch wenn du gar keine Ahnung hast und dass deine Vision immer größer wird, dass du Menschen ausbildest an deiner Seite, die vielleicht auch das Fachliche gar nicht mitbringen. Torsten J. Koerting: Richard Branson hat ja mal gesagt, vergiss deine Kunden, ja, kümmere dich nicht immer um deine Kunden, sondern kümmere dich um deine Mitarbeiter, weil dann wird es denen gut gehen und dann werden sich ganz außergewöhnlich um ihre Kunden kümmern. Das ist ja das, was gerade in der Gastronomie und gerade in Gastro-Bereichen wie jetzt im Strandbad, wo 10.000 Leute an Sommertagen da reinströmen und alle in irgendeiner Form beserviced werden möchten. Du ja auch als Mitarbeiter an eine Grenze gehen musst, in Anführungszeichen, um diesem Ansturm, den du gar nicht planen kannst, Herr zu werden. Wie hast du das für dich damals, ich gehe davon aus, Richard Branson hast du damals vielleicht gar nicht, weder gelesen noch vielleicht gekannt, aber du hast dieses Gefühl, diese intrinsische Motivation gehabt, es genau so zu tun, einen Rahmen zu schaffen, in den die Mitarbeiter eintreten, wo sie aus einer intrinsischen Motivation heraus alles tun, dass es den Gästen gut geht. Wie hast du, von wem hast du das aufgesogen, aufgenommen? War das etwas, was aus dir heraus entstanden ist? Was hat dich da inspiriert, überhaupt in so eine neue Richtung zu gehen? Gast: Mein Chef, mein Vater an der Stelle war ja mein Chef. Der hat mich inspiriert, eigentlich das Gegenteil zu machen, wie er es tut. Also genau das Gegenteil zu machen. Er hat alles dafür getan, dass die Leute wegrennen. Und meine Motivation war, aber alles zu tun, dass die Leute bleiben. Er ist halt sehr, er ist so ein Macher natürlich auch. Er hat große Gastronomiebetriebe aufgebaut, die er immer noch hat. Und da ein Riesenvorbild ist für mich. Also der weiß definitiv, wie man Geld verdient in der Gastronomie. Und das war auch immer so sein Fokus. Das hat er mich auch spüren lassen und die Mitarbeiter auch. Das ist der einzige Satz, der zählt, das ist Umsatz. Und das war aber für mich nicht ausreichend. Das hat mich nicht erfüllt. Und ich habe gespürt, ja, Umsatz ist super, aber es funktioniert nur mit einem Team. Gerade in so einem Riesen-Strandbad, wie du sagst, wo man 10.000 Menschen bedient. Und das auf Knopfdruck von 0 auf 1.000, das ist eine Situation, die du manchmal nicht planen kannst. Ja, wenn du einen großen Konzern hast mit, weiß ich nicht, 1.000 Mitarbeitern vielleicht, ja, dann kannst du bestimmte Dinge planen aufgrund von Weihnachten, ja, Kaufverhalten und so weiter. Aber das kannst du im Strandbad nicht planen, weil das Wetter eine Rolle spielt. Und das Wetter können wir leider heutzutage noch nicht beeinflussen. Da hast du manchmal Regen, dann hast du 10 Gäste und übermorgen hast du 30 Grad. Und dann marschieren da 10.000 Gäste rein und dann müssen deine Mitarbeiter auf Knopfdruck dastehen. So, und finde mal Mitarbeiter, die auf Knopfdruck kommen und sagen, Juhu, ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als bei 30 Grad im Strandbad Wannsee an der Friteuse zu stehen und zu schwitzen. Ja, das war so mein Plan, die Leute wollte ich haben, die sagen, ich habe Bock drauf, Jessica, cool, kann ich bei dir arbeiten, Sonntag. Meine Freunde gehen baden, aber ich will zu dir kommen. Und es funktioniert nur, wenn du dafür sorgst, dass die Mitarbeiter gerne kommen, dass du ein Umfeld hast, wo du dich wohlfühlst. Wenn du aber ein Umfeld kreierst, wo du angeschrien wirst, wo du klein gemacht wirst, wo du dich nicht weiterentwickeln kannst, wo du nichts sagen darfst, ja, also wo du nicht mitentscheiden kannst, ja, dann gehst du bestimmt nicht gern am Wochenende freiwillig noch irgendwo nebenbei arbeiten oder im Urlaub. Und das war dann so meine Motivation, ja, alles dafür zu tun, dass es meinen Mitarbeitern an der Seite gut geht. Und jeden Menschen zu hören, also denen das Gefühl zu geben, dass ich sie auch sehe. Wir wollen ja alle auch gesehen werden, wertgeschätzt werden. Und es geht nicht immer nur um Geld. Gast: Und mir war ganz wichtig, dass es eine Arbeitsatmosphäre ist, die auch eine bestimmte Emotion zeigt, die eine Emotion, die weitergetragen wird, ja, wo das Team auch diese Emotionen weiterträgt. Und das ist so dieser Funke, den ich immer so beschreibe. Ich sage ja auch immer, wer innen nicht brennt, kann außen nicht leuchten. Und wenn ich selber innen nicht brenne, dann überspringt ja dieser Funke schon gar nicht auf mein Gegenüber, auf meinen Mitarbeiter. Und wie soll der denn dann den Kunden nett bedienen? Und wir hatten so oft Situationen, ja, auch wenn ich mich zurückerinnere, wir hatten ja auch Großveranstaltungen mit 35.000 Gästen, ja, Energy in the Park. Da kannst du dir vorstellen, was da abgeht und was auch Tage davor abgeht. Und du hast ja dann noch ein normales Tagesgeschäft. Das heißt, tagsüber von morgens um acht bis abends um acht ungefähr bedienst du deine 10.000 Gäste und vorher und nachher bereitest du so ein Event vor. Das heißt, wir haben halt alle extrem wenig geschlafen und extrem Höchstleistungen. Und dann kommt ein Mensch, der da noch Salz in die Wunde streut, ja, und dich so wegfegt wie so ein Tsunami und dich da platt macht vor allen Leuten. Da verlierst du die Lust. Und wie soll dann ein Mitarbeiter beim Gast dann noch nett sein und wirklich den Umsatz reinholen, ja? Da kannst du gar kein Kundengespräch mehr führen, weil du gar nicht motiviert bist. Und das war dann meine Motivation über die ganzen Jahre. Ich habe dann gesagt, okay, ich akzeptiere es. Ich kann ihn nicht ändern, aber ich selber kann ändern, was ich aus diesen Umständen mache. Und ich habe 2006 mich ganz bewusst dafür entschieden, ich nehme diese Rolle an, auch obwohl ich keinen Plan hatte, was ich da machen werde. Es war für mich eine Entscheidung. Und für mich ist eine Entscheidung ganz kraftvoll. Das heißt, wenn ich sage, ich entscheide mich für etwas, dann ziehe ich das 100 Prozent durch. Egal, was kommt. Gast: Und deswegen war das dann meine Motivation, das Beste aus der Sache zu machen, aus den Umständen einfach das Beste rauszuholen. Und das war dann auch mein Erfolgsgeheimnis. Ja, das hat auch funktioniert. Das ist aufgegangen, sodass ich 2015 noch ein eigenes Restaurant gegründet habe, Restaurant Event Location. Die Schützenwirtin in Berlin, das habe ich 2019 verkauft. Und da das Gleiche gemacht habe, und das hat funktioniert, und dieser Funke der Begeisterung ist auf die Gäste übergesprungen. Wir hatten ausgebuchte, wie sagt man, Reservierungsbücher über die Jahre im Voraus schon, weil die Leute einfach diese Emotionen gespürt haben. Das ist das, was zählt. Und das ist so mein Erfolgsgarant, den ich hier jedem mitgeben kann. Torsten J. Koerting: Also jetzt sagst du ja, es ist großartig, was du da beschreibst. Und ich glaube gleich die Transformation in Richtung dessen, was Selbstständige als auch Unternehmer daraus lernen können. Und wie du das gerade auch aus dieser doch sehr besonderen, intensiven Welt, also nicht nur der Welt zwischen dir und deinem Vater, diese Kräfte, die da gewirkt haben. Ja, du hast ihn beschrieben, du hast deine Herangehensweise beschrieben, aber auch diese für viele kaum nachvollziehbare Welt aus der Eventveranstaltung, aus den Events selber, aus, wenn da 35.000 Leute sind. Viele kennen das eben ja nur aus der Perspektive eines, ich gehe da halt zum Pommesstand und hole mir was. Und die sich dann aufregen, wenn die Schlange lang ist oder die Pommes kalt. Aber hinter den Kulissen das alles so zu schaffen, dass trotz dieser Anspannung das Lächeln auf den Mitarbeiterlippen noch prangt, um damit sich dann doch auf die Gäste zu übertragen. Wie war für dich dieser Weg raus aus dem Event, aus dem Strandbad hin zu der jetzt nächsten Berufung sozusagen, das in die Welt zu tragen und aus Führungskräften Machtkräfte zu machen, die das wiederum dann auf ihre Mitarbeiter übertragen? Gast: Du hast es gerade ganz gut beschrieben, auch mit der Eventbranche, wie wir die Leute überhaupt finden, dass die dann freundlich sind zu den Gästen. Das ist ja so der Wunsch, den alle auch gerade haben. Also alle suchen ja gerade nach Mitarbeitern. Das CEA ist hoffentlich jetzt vorbei, aber es geht jetzt wieder los, auch in der Gastronomie und nicht nur dort. Überall werden Mitarbeiter gesucht. Und ich war ja permanent in der Lage, das, was jetzt sich alles so toll anhört, war aber nicht so toll, weil ich hatte genauso wenig Leute auf Knopfdruck wie jetzt die Zuhörenden. Wenn du gerade zuhörst und denkst, ich finde keine Leute, mir ging es ähnlich, aber wir sind selbst für uns verantwortlich und wir können die Umstände nicht ändern, aber du selber kannst ändern, was du daraus machst. Das heißt, ich hatte auch bei 35.000 Gästen Quereinsteiger da stehen. Da waren Menschen manchmal bei mir, arbeiten wir am Vorher noch nie, bei mir geschweige denn in der Gastronomie gearbeitet. Aber es war mir egal. Ich habe immer gesagt, Hauptsache, du kannst dich schnell bewegen, bist nett und hast Lust. Gast: Und das ist das, was zählt. Und dann ist es deine Aufgabe als Führungskraft, daraus etwas zu machen. Deswegen sage ich, wir brauchen Machtkräfte, weil ich selber erfahren habe, nur rein Führungskraft zu sein, reicht nicht aus. Und wir verwechseln ganz oft Führungskraft mit Managen. Aber was die Kunst dahinter ist, ist ja Leadership. Das heißt, du darfst die Menschen in die Kraft bringen. Und das ist für mich eine Machtkraft. Deswegen sage ich auch, klar, wir haben einen Fachkräftemangel, aber wir haben vielmehr einen Machtkräftemangel, weil wir brauchen viel mehr Führungskräfte, die sich erstens entscheiden für diese Rolle, die nicht aufgeben, nur weil ein Sturm kommt, die immer weitermachen und die Umstände nehmen, so wie sie sind. Das heißt, wenn wir keine Mitarbeiter haben, die fachlich qualifiziert sind, na und? Dann mach sie fachlich qualifiziert. Es ist vollkommen wurscht. Es ist deine Aufgabe, das zu tun. Und das war so mein innerlicher Wunsch, weil ich selber erfahren habe, dass es funktioniert. Ich habe es über die Jahre selber erprobt, in ganz herausfordernden Zeiten. Da könnte ich sogar noch ein Buch drüber schreiben, was das alles für Veranstaltungen waren. Ich habe ein eigenes Restaurant gegründet. Ich hatte eine Personalfirma damals sogar in Berlin noch nebenbei aufgebaut, wo ich Mitarbeiter vermittelt habe bei Events, die nicht mal fachlich qualifiziert waren. Aber das waren alles Menschen, die habe ich fachlich gemacht. Und ich habe sie geformt, dass sie performen können. Gast: Und daraus ist dann dieser Drang entstanden, das anderen Menschen weiterzugeben, weil ich es einfach, ehrlich gesagt, auch nicht mehr hören kann. Wir haben Fachkräftemangel und mi, mi, mi und das ist alles so schlimm und wir finden keine Leute. Deswegen ist daraus die Idee vom Buch entstanden, die Umsetzung kam viel später. Also ich habe schon lange gesagt, ich möchte ein Buch darüber schreiben, aber hatte bis dato dann nie Zeit dafür. Torsten J. Koerting: Du hast dann trotzdem das geschafft, was viele nicht schaffen oder es vielleicht gar nicht dahin bringen. Nämlich du hast The Book geschrieben und nicht nur A Book, also nicht nur das eine Buch, sondern du hast wirklich alles reingegeben in das, in dieses Buch. Und das hat ja zwei Stoßrichtungen, die du jetzt auch immer wieder beschreibst. Zum einen hat nicht diesen Mythos, wir haben Fachkräftemangel, sondern mach sie einfach zu Fachkräften. Und das Zweite ist ja, dass du als Führungskraft eine Machkraft bist und einen Rahmen schaffst, in den Menschen, nämlich deine Mitarbeiter, eintreten, um dann nicht nur in diesem Rahmen, wie ich immer sage, erfolgreich zu sein, sondern in diesem Rahmen intrinsisch motiviert, mit einem Lächeln auf den Lippen alles versuchen, um, wie unser gemeinsamer Freund Alex Obertop sagen würde, ein grandioses Kundenerlebnis zu schaffen und magische Momente zu schaffen, an die man sich immer wieder erinnert. Wie hast du diesen Spagat, nicht nur in dem Buch, sondern auch in deiner Wirkungsweise zwischen Führungskraft, du darfst dich selbst verändern, damit sich deine Mitarbeiter verändern und liebe Führungskraft, schau mal über den Tellerrand hinaus und such nicht immer nur eine Fachkraft, sondern mach sie zu Fachkräften. Gast: Wie ich das geschafft habe. Torsten J. Koerting: Wie du diesen übelst, also das sind ja zwei Stoßrichtungen und wie du immer wieder, du machst das ja jetzt auch großartig in deiner Terminologie und wie du das beschreibst, wie du diese beiden Stoßrichtungen so zusammenbringst, dass bei der Führungskraft eine Veränderung ausgelöst wird. Gast: Es passiert viel in der Arbeit mit dir selber. Also es fängt alles bei dir innen drin an. Das heißt, wenn du dich entscheidest, du willst wirklich was ändern und sagen, okay, ich möchte jetzt auch Machtkräfte ausbilden, dann wollen ja am liebsten alle fertige Menschen und sofort das Resultat sehen. Aber es ist alles ein Prozess, wie wir ja wissen. Genauso wie der Buchprozess ein Prozess ist. Und das dürfen wir auch erstmal annehmen. Das Annehmen, es ist ein Prozess und die Veränderung beginnt nicht sofort. Aber die Entscheidung zu sagen, ich möchte mich verändern. Das ist schon mal der erste wichtige Schritt. Und dann fest dran zu glauben. Und dann geht es los, wo wir wirklich von innen heraus arbeiten. Das heißt, wir schauen erstmal, okay, wie willst du denn sein? Was hast du vielleicht für Führungskräfte schon gehabt? Was ist dir wichtig? Welche Werte sind für dich wichtig? Welche Werte soll dein Mitarbeiter mitbringen? Also alles, was von innen heraus, erstmal zu schauen, okay, was brauchst du denn? Wie willst du sein? Wie möchtest du wahrgenommen werden? Um dann zu gucken, okay, dass du dann auch diese Leute anziehst. Weil ich habe selber die Erfahrung gemacht und bei mir war das damals ja ähnlich. Ich wusste nicht, wie will ich sein? Und ich wusste auch nicht, welche Werte mir wichtig sind. Vielleicht wusste ich es irgendwie, gefühlt, aber ich hatte gar keine Zeit, dieses Gefühl zuzulassen und geschweige denn, darüber nachzudenken und habe halt Menschen angezogen, die ich eigentlich gar nicht haben wollte, die mich dann kurz vorher wieder im Stich gelassen haben oder einfach nicht 100% gegeben haben und das anstrengend war. Und ich habe irgendwann gemerkt, das will ich nicht mehr. Und heute kann ich sagen, hätte ich es damals gewusst, dann hätte ich viel früher schon die Leute angezogen, die ich haben will. Und es sind nicht immer fachliche Menschen, die wir anziehen wollen, sondern es geht ja erstmal viel mehr darum, dass wir die Leute anziehen, die wollen und passen die Menschen zu deinem Wertesystem. Gast: Und wenn du diese Leute anziehst und dann schaffst, die zu begeistern, dann geht es erst richtig los, weil dann funktioniert das Ganze nämlich so wie bei Richard Branson. Dann werden deine Mitarbeiter zu Markenbotschaftern, weil dann sind die so begeistert und sitzen beim Friseur und sagen, hey, das ist so cool, was machst du am Wochenende? Ich arbeite im Strandbad Wannsee. Kann mir nichts Besseres vorstellen. Hast du nicht auch Lust, da mitzuhelfen? Das macht auch noch ganz viel Spaß. Und so funktioniert dann dieser Kreislauf. Aber es ist vorher ein langer Prozess, der bei dir innen drin anfängt. Und das darfst du zulassen und auch entscheiden. Und diese Veränderungen, die kannst nur du selber lösen. und du darfst dir einen Coach suchen, wen auch immer. Ja, da ist es genau das Gleiche. Bei einem Coach sage ich ja auch immer, such dir einen Menschen, der zu dir passt, wo die Werte passen, weil sonst funktioniert das nicht. Torsten J. Koerting: Jetzt schauen wir mal vielleicht auf zwei, drei Situationen oder Perspektiven. Nehmen wir mal an, hier hört ein Unternehmer zu, der vielleicht nicht so krass unterwegs ist und du hast ihn nur wirklich mal so am Rand ein Stück weit beschrieben wie dein Vater. Aber wir können uns vorstellen, was es heißt, mit so einem Chef arbeiten zu können. Und er war ja in dem Fall nicht nur dein Chef, sondern auch dein Vater, sprich ein ganz anderer systemischer Kontext, der da noch mit reinspielt. Was würdest du so jemandem raten, der ein Unternehmen führt und gerade so ein bisschen spürt, das ist zum einen ganz cool, was die liebe Frau Lackner da erzählt und zum anderen erkenne ich mich da ein Stück weit wieder, wie, naja, ich sage es jetzt nicht, aber mit den Herausforderungen, die ich mit meinem Führungsstil habe, um es mal so zu sagen. Was würdest du ihm raten, wie er aus eigenen Stücken vielleicht sich so einen Schritt für Schritt für Schritt aus diesem Dilemma in Anführungszeichen rausbewegt? Wie soll der anfangen? Mit was soll der sich reflektieren? Was sind die ersten Schritte, die du ihm raten würdest, zu gehen? Gast: Also zuerst mal würde ich der Person gratulieren, weil wenn jemand zuhört und sich da gerade wiederfindet und sagt, hey, ja stimmt, genau so ist es eigentlich. Ich würde gerne was verändern, dann kann ich gratulieren, denn diese Erkenntnis ist schon mal Gold wert. Und das ist der erste richtige Schritt, sich selbst da zu reflektieren und zu sagen, okay, ich möchte was ändern. Also die Veränderung, die Entscheidung, die Erkenntnis darüber, das ist der erste Schritt. Dann unbedingt jemanden suchen im Umfeld oder eine fremde Person, die man vielleicht noch nicht kennt, die einen begleitet. Also da wieder einen Coach suchen, einen Mensch, dem ich sage, ich empfehle tatsächlich immer jemanden zu suchen, den man vielleicht noch gar nicht kennt, weil da öffnen wir uns meistens mehr. Aber die Voraussetzung ist ja immer, dieses Wertesystem, passt das überhaupt? Und dann zu sagen, okay, ich lasse mich da auch wirklich drauf ein und nicht zu erwarten, jetzt hole ich mir einen Coach rein und dann wird alles anders. Weil es ist keine Spazierfahrt. Ich sage, auch das ist eine Achterbahnfahrt. Und da werden viele Höhen und Tiefen dabei sein. Und da gibt es auch Situationen, wo die das Coaching beenden wollen. Ja, habe ich auch oft gehabt. Aber genau das ist ja das, wo wir uns rausbewegen aus unserer Komfortzone. Und es darf auch ein bisschen schmerzhaft sein. Gast: Alles geführt mit einer Entscheidung. Torsten J. Koerting: Diese Entscheidung überhaupt erst mal, wie bei anonymen Alkoholikern, wo wir gesagt haben, erst mal die Entscheidung überhaupt oder diese Wahrnehmung, okay, es gibt eine Veränderungsnotwendigkeit und die Entscheidung, diesen Weg zu gehen. Gast: Ja, es ist wirklich, ich arbeite auch mit Unternehmern zusammen, die sagen, okay, ich möchte jetzt einen Workshop machen für meine Führungskräfte, für mein Team. Und wo wir dann bei der Zusammenarbeit feststellen, dass es aber meistens, aber ich sage es jetzt wirklich so, wie es ist, beim Kopf anfängt. Ja, wo wir feststellen, nach einer gewissen Weile, ja, nach einem gewissen Prozess auch der Unternehmer feststellt, oh ja, stimmt, eigentlich muss ich was ändern. Und dann fängt das Ganze wieder von vorne an. Deshalb sage ich im ersten Schritt, überleg dir wirklich, wie möchtest du sein und wenn du die Erkenntnis schon hast, dass es vielleicht an dir liegt und dass du dich so reflektieren kannst, dass manche Situationen, in denen du agierst oder etwas sagst zu deinem Team, nicht so positiv sind, ja, die du vielleicht zurückschrauben würdest, zurückspulen würdest, das aber nicht mehr kannst, dann sollten wir eher da anfangen, bevor wir einen Workshop machen mit dem Team. Gast: Sonst funktioniert es nicht, weil das Team versteht es nicht. Und das ist das, was ich vorhin meinte mit dem Leitbild. Wenn dein Leitbild nicht klar ist, wenn die Mitarbeiter nicht verstehen, warum du bestimmte Dinge tust, sie tausend Fragezeichen im Kopf haben, dann machen sie Arbeit nach Vorschrift, aber dann wird sich nichts verändern. Und dann finden die Mitarbeiter auch die Erfüllung nicht. Und dann werden sie auch nicht zu Markenbotschaftern. Und dann entsteht auch dieser Funke gar nicht, der weiter brennt. Torsten J. Koerting: Jetzt nehmen wir mal an, dieser Unternehmer hat die Entscheidung getroffen. Er hat wahrgenommen, okay, es gibt Notwendigkeit für Veränderung. Er hat die Entscheidung getroffen, er geht den nächsten Weg, den nächsten Schritt. Was wäre der nächste Schritt, wo du sagst, da sollte er bei sich oder in der Teamkonstellation anfangen? Gast: Also wie gesagt, bei sich erst mal innen drin. Wir arbeiten von innen nach außen, wir machen das Leitbild klar, wir machen vielleicht die neue Vision klar und transformieren das dann ins Team. Das heißt, wir transportieren auch die Werte in das Team und dann passiert es auch häufig, sage ich auch immer bewusst vorher, es kann auch passieren, dass manche Mitarbeiter dann gehen, weil sie denken, ich komme damit nicht mehr klar, mit den neuen Werten will ich nicht leben oder mit Veränderungen kann ich nicht umgehen. es gibt ja auch Mitarbeiter, die sagen, ich will am liebsten alles so haben, wie es ist und Veränderungen, nein danke, ich bin dann mal weg. Spannenderweise sehen wir dann auch relativ schnell die faulen Äpfel in dem Team, das heißt, es hat ja auch da alles Vor- und Nachteile, aber es ist die Achterbahnfahrt und es gibt auch einen schmerzhaften Punkt, der anstrengend ist, nämlich dann, wenn auch einige Mitarbeiter vielleicht gehen, aber da ist wirklich das Aushalten wieder das Geheimnis an der Stelle, das zu überstehen und die Leute, die dann an der Seite sind und sagen, okay, das Wertesystem teile ich, bei dem Leitbild gehe ich mit, das ist richtig cool und das hätte ich mir die letzten Jahre auch gewünscht und ich trage jetzt die Veränderung mit und ich will die Vision gemeinsam mit dir noch größer machen, ich bin bereit, jetzt auch all in zu gehen, dann werden auch diese Mitarbeiter die Lücken füllen von denen, die gehen. Gast: Aber vorher, im ersten Schritt, ist es die eigene Klarheit wichtig, Klarheit und Transparenz und da, das ist eigentlich der längere Prozess, wenn das klar ist, ja, dann gehen wir ins Team und nehmen das Team mit auf die Reise. Torsten J. Koerting: Aber wichtig, wie du sagst, ist erstmal dieser erste Schritt zur Selbsterkenntnis, Alter, so geht es nicht weiter, es liegt auch an mir als Führungskraft und eben nicht nur an den doofen Mitarbeitern, die das Lächeln nicht auf die Lippen kriegen, die sich immer krank melden, die ich immer nur motivieren darf durch Massage, durch mehr Gehalt, durchs 13., 14., 15. Monatsgehalt, sondern dass ich was als Führungskraft, als Unternehmer oder als Teamleiter oder was auch immer was ändern darf an mir, damit Mitarbeiter Bock haben, nicht nur für dich zu arbeiten, mit dir zu arbeiten, sondern auch aus dem gesamten Teamaspekt, dieses Wir-Gefühl entwickeln, einfach Großes zu bewirken. Gast: Ja, und sich auch wirklich auf diesen Prozess einzulassen, ja, weil die meisten Menschen, die hätten gerne einen Fahrplan und der muss dann genau so sein, ja, von der Zeit her, vom Ablauf her, vielleicht von den Tools, da sage ich immer, hey, lasst euch einfach auf diesen Prozess ein. Alleine das ist schon der Weg zur Veränderung. Alleine, dass man nicht immer genau weiß, was kommt jetzt als nächstes, verändert uns schon. Weil das katapultiert uns außerhalb der Komfortzone. Und wir kommen wieder ins Gefühl rein, wie viele Unternehmer, Führungskräfte gibt es, die gar nicht mehr intuitiv entscheiden können. Weil wir alle getrieben sind von Fahrplänen, von Routinen, von Listen, von ich weiß nicht was alles. Und die Intuition fehlt. Und der innerliche Wunsch im Endeffekt hat ja jeder, diesen Wunsch, intuitiv wiederzuführen. Und das ist das, woran wir arbeiten. Deswegen gehen wir von innen nach außen. Und das Innen, dieser Prozess, das ist das Aller, Allerwichtigste. Und das ist einfach eine Entscheidung und eine Entscheidung, sich darauf einzulassen. Torsten J. Koerting: Gerade uns ganz vielen verkopften Menschen, wieder in diese Intuition, ins Gefühl zu gehen und aus, wie du sagst, aus der Intuition, aus dem Bauch heraus auch mal Entscheidungen zu treffen beziehungsweise in den Führungsaspekt reinzugehen. Lass uns noch mal ganz kurz diesen Aspekt aufmachen des Fachkräftemangels, aus dem du ja in deinem neuen Buch Machtkräftemangel dort noch mal einen ganz anderen Twist gegeben hast. Was verbirgt sich dahinter? Was ist die große These, die sich dahinter verbirgt? Gast: Hinter Machtkräftemangel verbirgt sich die These im Endeffekt Big Idea. Ja. Es geht um den, also angefangen hat es mit dem Thema Fachkräftemangel. Das war der Weg dorthin, dass ich zum Thema Machtkräftemangel gekommen bin, aus diesem Leidensdruck heraus, ja, aus diesem, wir finden keine richtigen Leute, wir finden keine Fachkräfte, wir wollen am liebsten alle fertigen Menschen, die es aber nicht gibt. Weil jede Organisation ist anders, jeder Unternehmer ist anders, jede Führungskraft ist anders. Durch jede Blutbahn, durch jeden Körper fließen andere Blutbahnen und eine andere DNA. Daraus ist für mich entstanden, dass es einen Machtkräftemangel gibt. Weil wir brauchen in den Unternehmen als Führungskraft, aber auch im Privaten, wir brauchen einfach mehr Menschen, die machen, die die Menschen an ihrer Seite ausbilden, die die Leute nehmen, wie sie sind, die jedem Menschen eine Chance geben, die aufhören zu bewerten, die wieder in der Lage sind, intuitiv zu führen. All das machen Machtkräfte, die sich bewusst entscheiden und sagen, okay, ich habe mich entschieden, ich vertraue dem Prozess, ich lasse mich darauf ein, ich bin klar in meinem Leitbild, ich bin klar in meiner Vision und diese Klarheit transportiere ich ins Team. Das machen Machtkräfte. Und wenn du wirklich eine Machtkraft bist, dann funktioniert das Ganze auch. Aber viele Führungskräfte und Unternehmer, die managen. Gast: Und dann machen die Mitarbeiter Arbeit nach Vorschrift. Deswegen ist dieses Wort Machtkräftemangel, viele verwechseln das mit Macht, ja, es ist ohne T, also es kommt von Machen. Und viele verwechseln das einfach so Machtspiel, aber es geht nicht um Macht, sondern es geht ums Tun, die Menschen in ihre Kraft zu bringen. Torsten J. Koerting: Und auch zu befähigen, ich sage mal, ihren Job gut zu machen und so zu befähigen, dass vielleicht, wenn wir auf Lebensläufe gucken bei der Einstellung, eben nicht schauen, was hat der alles schon gemacht, wie viele Fritteusen hat der schon bedient, wie viele Eisständen hat der schon verkauft, sondern einfach zu gucken, was motiviert ihn, was treibt ihn an, was ist so eine innere Leidenschaft, die aus dem Einzelnen herausstrahlt und wie kann ich dann vielleicht noch dieses strukturierte, so diesen Skill noch obendrauf packen, sodass er seine Leidenschaft und seine Motivation, die ihn antreibt, in dieser Rolle entsprechend zu leben. Sprich eben nicht nur nach dem fertig, perfekten Ausgebildeten zu schauen, sondern nach denjenigen, die wir noch ein Stück weit mitnehmen können auf die Reise, richtig? Gast: Absolut. Also wirklich auf das Wollen zu schauen, nicht immer nur auf das Können und was auch so eine Botschaft ist, die Menschen nicht mehr zu bewerten. Ja, wir neigen alle dazu, innerhalb der ersten Sekunden, egal ob ein Mensch reinkommt in den Raum, ob wir eine E-Mail kriegen mit einer Bewerbung oder es eine WhatsApp ist, wir bewerten. Wir bewerten, ob hinter einem Wort ein Ausrufezeichen ist, ein Smiley, warum vielleicht ein anderes Smiley ist, als wir bewerten alles und haben aber noch nie mit diesen Menschen gesprochen und gefragt, was meinst du denn damit? Ja, und wir packen die Leute sofort in eine Schublade, auch wenn sie reinkommen in den Raum, von der Kleidung angefangen, wo ich selber irgendwann gesagt habe, wieso habe ich das Recht, einen Menschen zu bewerten? Weiß ich, wo der gerade herkommt? Vielleicht hatte die Person gerade einen mega stressigen Tag und hatte einfach keine Zeit, sich umzuziehen, zum Beispiel. Gast: Oder es ist was Schreckliches zu Hause passiert, dass die Person vielleicht nicht so mega gut drauf ist. Wissen wir das? Und wir haben nicht das Recht. Deswegen habe ich irgendwann für mich auch angefangen, als ich diesen Leidensdruck hatte, keine Fachkräfte zu finden, zu sagen, es ist mir scheißegal, ich nehme einfach alle Menschen, die von innen heraus mir zeigen, sie wollen. Wenn ich denen in die Augen schaue und die mir ein kleines Fünktchen von innen zeigen, sie wollen, dann kann ich denen doch alles beibringen. Und dann spielt es überhaupt keine Rolle, wie die Person aussieht, das kann ich der doch später sagen, Mensch, möchtest du dich vielleicht ein bisschen anders kleiden oder die Haare anders machen, weil es beim Kunden besser ankommt. Und wenn er das gar nicht macht, dann muss ich dafür, als Machtkraft, dann sorge ich dafür, dass die Person einen Arbeitsplatz bekommt, wo er vielleicht nicht mit Kunden direkt zu tun hat. Aber wenn ich merke, dieser Mensch will und hat gewisse Stärken, dann ist es meine Aufgabe zu schauen, okay, wo finde ich denn diesen Platz. Und ein bekannter Mensch, der mittlerweile leider schon tot ist, den wir aber alle kennen, ist Steve Jobs. Oder ich gehe mal davon aus, dass den viele kennen von Apple. Gast: Der hat das nicht anders gemacht. Der hatte eine große Vision und der hat Menschen gesucht, teilweise auch in der Bar und hat die einfach gefragt, ob sie mitmachen wollen. Und der hat nicht gefragt, welche Stationen hast du denn schon im Lebenslauf? Wo hast du vorher schon gearbeitet? Welche Qualifikationen hast du? Der hat einfach nur gefragt, wie würdest du jetzt dem hinten am Tisch das Handy verkaufen? Wie würdest du es machen? Und der hat dann nur geschaut, okay, welche Begeisterung bringt dieser Mensch mit? Das ist alles. Den Rest kannst du denen beibringen. Außer in der Gesundheitsbranche, sage ich jetzt immer bewusst, weil wir wollen uns ja nicht bei Quereinsteigern auf den OP-Tisch legen. Torsten J. Koerting: Übernicht. Gast: Aber in vielen, vielen Branchen funktioniert das sehr, sehr gut. Aber es ist anstrengend. Und das darf uns bewusst werden, dass wir uns trotzdem, auch wenn es anstrengend ist, dafür entscheiden, egal was passiert, und zwar immer. Torsten J. Koerting: Steve Jobs ist ja eine großartige Analogie, weil er genau diese Fähigkeit hatte, von der du gerade gesprochen hast. Beim Führungsstil sagt man ihm ja andere Ansätze nach. Da müsste er möglicherweise rückblickend auch mal eine Entscheidung treffen, aber er war grandios erfolgreich. Von daher hat es diesen Trigger wahrscheinlich nicht gehabt. Was glaubst du, war diese Fähigkeit, die Steve Jobs in dieser unfassbaren Form immer wieder genutzt hat, die es uns als Führungskraft ermöglicht, den Menschen zu erkennen, ohne dass er den Skill hat, ohne dass ich durch den Lebenslauf sehe, der hat das schon zehnmal gemacht, den Menschen zu erkennen, den ich mir für meinen Rahmen, für mein Unternehmen und für die Aufgabe, die ich vielleicht ansinne, erfüllt zu bekommen, diesen Menschen zu identifizieren und zu erkennen. Gast: Ich glaube, ich habe ja auch sein Buch gelesen und den Film gesehen, den es aktuell gibt. Ich glaube, dass er extrem intuitiv war von Anfang an und er einfach vom Gefühl her entschieden hat. Ihm war wurscht, welche Menschen an seiner Seite sind. Für ihn war klar, ich muss das Gefühl von der will und er brennt oder sie. Also dieses Gefühl von ich weiß, dass die Person mein Gegenüber meine Vision teilt und alles andere war ihm egal. Also ich habe auch gemerkt, dass wenn er zu sehr gedrängt wurde in das macht man jetzt so, wir brauchen jetzt einen Geschäftsführer oder die Firma wird so und so geführt, es gibt bestimmte Vorgaben, war er nicht mehr er selber und aus diesem, wenn du nicht mehr du selbst bist, reagieren wir oft aus der Emotion heraus. Ja, und mein Vater war auch manchmal so ein Mensch, der, wenn er gemerkt hat, er kann gerade die Situation nicht ändern und er wird in eine Ecke gedrängt, dann reagiert er auf eine Situation. Ja, und ich glaube bei Steve Jobs war es ähnlich und seine Stärke ist es einfach, auch wenn er nicht führen konnte, ja, weil es einfach zu viele Skills waren. Er hatte andere Sachen im Kopf, andere Stärken, Gast: aber er wusste, was ist richtig. Er hatte so ein Riesengespür für Richtigkeiten, ein Riesengespür für Visionen und vor allem ein Gespür für seine eigenen Emotionen. Das fand ich persönlich mega bewundernswert und da dürfen wir alle wieder hin. Ich habe es selber auch jahrelang gemerkt, dass ich früher war ich als Kind sehr, sehr gefühlvoll, ja, ich konnte oft meinen Eltern sagen, kann ich mich erinnern, ja, da gab es welche, mit denen meine Eltern zusammengearbeitet haben, wo ich gesagt habe, Mama, ich mag die nicht, die sind blöd und warum müssen wir mit denen Zeit verbringen, ich will da nicht hingehen, hatte ich ganz oft und das hat mir meine Mama heute noch erzählt, dass ich das früher hatte. Eine Zeit lang hatte ich es nicht mehr, weil ich getrieben war, ja, ich war in dieser Rolle drin, ich war getrieben von Aufgaben, getrieben von Ergebnissen, Druck von oben, war bei Steve Jobs ja auch, der hatte dann auf einmal Druck von oben, bestimmte Zahlen zu erreichen und wenn wir Druck bekommen, dann kommen wir nicht mehr in unser Gefühl und dann haben wir die ganze Zeit das Gefühl, wir müssen jetzt abliefern und beim Buchschreiben und beim Buchschreiben Gast: war das bei mir auch so, wenn ich das Gefühl hatte, ich muss jetzt abliefern, ich habe mir manchmal selber so einen Druck aufgebaut, wo ich gesagt habe, okay, ich will jetzt pro Woche, ich glaube 25 Seiten, habe ich mir mal so eine Challenge gemacht und dann gibt es halt Tage, da schreibst du eine Seite, dann gibt es einen Tag, da schreibst du gar nichts und dann schreibst du auf einmal 10 und an den Tagen, wo ich selber saß und es ging nichts, ich war am Schreibtisch gefesselt den ganzen Tag und es ging nichts weiter, ich habe nur Druck gehabt in mir drin und habe gemerkt, das blockiert mich total und genau das ist es auch, dann gehst du raus aus der Situation, gehst spazieren, keine Ahnung, was du machst, damit du wieder in dein Gefühl kommst und da war Steve Jobs ein sehr, sehr großes Vorbild beziehungsweise inspiriert, der mich heute immer noch. Torsten J. Koerting: Der ja auch unfassbar viel Druck gehabt hat in unterschiedlichen Zeiten. Ja, extrem, ja. Apple wieder zurück übernommen hat und dann erst mal ein Hauch Produkte weggestrichen hat, um sich auf den Kern zu fokussieren, dieser Druck, dass das neue Produkt, was es dann auch immer war, erfolgreich werden muss, weil es sonst geschehen war zur damaligen Zeit und der Druck, der auf ihn lastete auf der Bühne, wo er sich ja akribisch tagelang vorbereitet hat. Wie glaubst du, was braucht es für Unternehmer in Zeiten wie diesen, ja, die ja seit anderthalb Jahren, ich will nicht sagen, fast aus nur Druck bestehen, aber für viele Unternehmen und damit auch Unternehmer sehr herausfordernd gewesen ist, um diesen Druck mal ein Stück weit ziehen zu lassen und in sich und in das Gefühl zu kommen, um eine Auswahl von Mitarbeitern eben nicht nur auf Basis von Zahlen, Daten, Fakten, sondern auf Basis der Intuition zu ermöglichen. zu ermöglichen. Gast: Also wenn sie selber in der Lage sind, das umzusetzen, braucht es auf jeden Fall eine Zeitreflexion. Also was sollen denn diese Menschen überhaupt für Werte mitbringen? Also ich sage immer wieder, das Wertesystem ist für mich das A und O. Wenn du selber darüber klar bist, dann kommst du auch irgendwann wieder in das Gefühl. Aber da sich erstmal zu reflektieren, okay, was brauche ich denn? Und dann wirklich auch mal den Mut zu haben, es auszuprobieren. Ja, wir glauben ja immer, okay, das muss so sein. Und die Liste muss so sein, ja. Im Lebenslauf steht es so und der muss gut sein. Und dann sind wir irgendwann auch enttäuscht. Deswegen, auch wenn jemand die Qualifikation hat, keine Ahnung, das ist jetzt wirklich ein Superstar, den wir da einladen und dann irgendwann bei der Arbeit feststellen, das ist gar kein Superstar. Aber da auch den Mut zu haben, sich das auch mal einzugestehen. Und warum kann man das nicht andersrum machen? Wieso können wir nicht den Mut haben, von Anfang an zu sagen, okay, ich blende das jetzt alles mal aus und sehe nur den Menschen und probiere es einfach mal aus. Mal gucken, was passiert. Wir haben doch nichts zu verlieren. Wir können auch einen Superstar einstellen und nach drei Monaten feststellen, der geht gar nicht, weil die Person passt einfach nicht zum Wertesystem. Aber wenn wir es nicht ausprobieren und es nicht zulassen, dann werden wir auch nicht mehr in diese Intuition kommen. Gast: Und viele legen immer nur so ein Muster, so ein Raster, so eine Schablone über das Unternehmen und die Leute müssen da reinpassen oder nicht. Und die kommen gar nicht mehr in das Gefühl, weil sie einfach nur nach Schema X das Unternehmen führen, was ja auch gut ist und wir brauchen das auch. Das heißt jetzt nicht, dass wir das nicht machen sollen, aber zwischendurch, ich sage es immer, liebevoll mal bestimmte Dinge zu ignorieren, die wir mal eingeführt haben. Ich ignoriere für mich auch manchmal meine Prioritätenlisten. Ich mache mir auch Listen, logischerweise, damit ich meine Termine einhalte, damit ich in die Umsetzung komme. Aber gerade an Tagen, wo ich merke, es ist so viel Druck in mir drin und ich bringe nichts rüber, es passiert nichts auf meinem Zettel. Dann sind es Momente, wo ich bewusst sage, okay, ich ignoriere jetzt einfach mal alles, gehe in den Flugmodus, gehe spazieren, ich mache einfach komplett das Gegenteil, als was ich eigentlich machen müsste, damit ich wieder in meine Intuition und in mein Gefühl komme. Und da können wir uns selber challengen. Wenn wir nicht in der Lage sind, das zu tun, dann gibt es einen hervorragenden Coach, der dich dazu bringt. Das ist nämlich der liebe TJ, der hier mir gegenüber sitzt, der das auf jeden Fall hinbekommt, dass du wieder selber in deine eigene Kraft kommst. Und ansonsten, wie gesagt, gibt es ja ganz viele andere tolle Coaches, Coachinnen. Gibt es eigentlich die weibliche Form von Coaches? Das ist jetzt auch mal spannend. Das ist eine gute Frage in Zeiten. Ja, egal. Gast: Such dir jemanden, der zu dir passt, weil es wird keinen Menschen geben, der es umsetzt. Das musst du selber tun. Aber es gibt viele Menschen, die dich dahin bringen. Und deswegen vertraue da wieder diesem Prozess und buche dir nicht einen Menschen, nur weil du irgendwas geliefert bekommst, sondern buche jemanden, weil du das Gefühl hast, das ist die Richtige und der Richtige für mich. Torsten J. Koerting: Ja, ich sage immer, selber kitzeln, klappt bei den wenigsten, aber wenn dich dann jemand piekst, dann kommen Erkenntnisse, dann kommen kleine Durchbrüche und damit dann auch die Veränderung. Jesse, zwei großartige Ideen, zwei großartige, große Ideen, die du da in diesem Buch und in diesem Werk, in diesem Machtkräftemangelwerk mit vereint hast, nämlich einen Rahmen zu schaffen, zu einer selbst, zu einer Machtkraft zu werden, die in der Lage ist, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen, als Team verstehen, aus einer intrinsischen Motivation heraus Großartiges und teilweise auch Unfassbares, wie ihr es damals bewiesen habt, zu leisten. Und die zweite große Idee, nicht nur den perfekt ausgebildeten Mitarbeiter zu suchen, sondern Menschen auch zu Machtkräften werden zu lassen und sie zu befähigen, dass auf Basis einer intrinsischen Motivation dann daraus dann auch vielleicht eine Fähigkeit, eine Kompetenz oder eine Exzellenz basiert. Wir haben am Anfang darüber gesprochen, was dich damals angetrieben hat in Zeiten des Strandbades auch, ich sage mal, einen Gegenpol zu bilden gegen deinen Vater und damit auch eine großartige Veränderung nicht nur für das Strandbad, sondern auch für dein Leben zu ermöglichen. Was ist das, was dich heute antreibt? Nicht nur das Buch geschrieben zu haben, sondern jetzt auch Unternehmen und Unternehmern, ich sage es immer in meiner Sprache, Licht ans Fahrrad zu machen, damit genau diese zwei große Ideen einen Nährboden bekommen, auf dem sie ja wachsen können und tolle Unternehmen und Mitarbeiter entstehen. Gast: Ja, mich treibt eigentlich die Leichtigkeit an. Also meine Tochter, die ist jetzt zweieinhalb, die ist immer so ein kleiner Motivator für mich, ein Auslöser, die mir jeden Tag zeigt, wie leicht das Leben ist, auch wenn wir manche Dinge nicht können, auch wenn wir hinfallen, immer wieder aufzustehen, weiterzumachen, neu zu lernen. Wo ich genau weiß, okay, genau das Muster funktioniert auch in den Betrieben und ich höre von so vielen Ecken und Enden, es ist schwer, es ist anstrengend, viele verlassen vielleicht einen Arbeitgeber, suchen die Hoffnung bei einem neuen Arbeitgeber, stellen dann fest, da ist es genauso. Die Veränderung liegt auch immer bei uns selber, also nicht immer nur beim Unternehmer, sondern bei uns selbst auch und das ist mein innerlicher Antrieb, diese Botschaft nach draußen zu tragen, dass wir eigentlich unsere Zukunft selber kreieren können. Wir können selber dafür sorgen, dass unser Leben so wird, wie wir es möchten und wir können nicht immer nur erwarten, dass ein anderer das für uns tut, dass wir in ein Unternehmen gehen in der Hoffnung, da ist es jetzt besser als im anderen. Irgendwo ist immer irgendwas, was uns stört und ich sage mal, das Gesamtpaket zählt, aber du darfst selber was dafür tun und da sind alle gefragt, Unternehmer, Angestellte, Führungskräfte, Privatpersonen, auch in der Ehe, wir dürfen immer dafür sorgen, dass wir die beste Version von uns selber sind und was dafür tun und das ist so mein Antrieb, weil ich selber weiß, dass das Leben dadurch leichter ist, positiver ist, viel mehr Freude macht und wir uns dadurch nicht runterziehen lassen. Und wenn wir uns darauf konzentrieren, dann ziehen wir auch das Positive wieder an. Das ist für mich so ein positiver Kreislauf, den ich für mich kennen und lieben gelernt habe und ohne den kann ich selber gar nicht mehr leben. Das macht mich verrückt, auch wenn mir mal was passiert. Weißt du ja selber, letztes Jahr ist es für mich mein Anker, mich daran festzuhalten und das hat mir selber noch mal so viel Kraft und Mut gegeben und mich auch noch mal selbst reflektiert dass es an mir liegt und kein Mensch auf der Welt hat mein Päckchen verdient. Es geht jedem schlecht, es geht manchen schlechter, jeder hat sein Päckchen zu tragen, was heißt schlecht, aber nicht, dass es jetzt jedem schlecht geht, aber jeder hat seinen Rucksack zu tragen, so meine ich das und wir haben nicht die Erlaubnis, unseren Rucksack anderen Menschen zu geben und das ist so meine Motivation, meine Botschaft, lass es nicht bei anderen Menschen aus, die damit gar nichts zu tun haben, auch bei der Arbeit, sondern fokussiere dich auf darauf, dir selbst und anderen einen schönen Tag zu bereiten. Torsten J. Koerting: Das ist fast schon ein grandioses Schlusswort, auf das kommen wir aber gleich noch, weil noch sind wir nicht fertig, aber wir bringen das Ding jetzt nach Hause, liebe Jesse. Wie kann man dich erreichen? Wie kann man das Buch, wo kann man das Buch kaufen? Wie kann man mit dir in Kontakt kommen? Du bist ja eine unfassbar nahbare Person auch, du hast jetzt nicht das große Team hintendran, willst das auch gar nicht, was in deinem Namen irgendwelche Nachrichten beantwortet, sondern wir sind ja in der glücklichen Situation noch direkt mit dir in Kontakt zu kommen. Im Vorgespräch haben wir gesagt, am Sonntag, es sind ein paar Tagen, sehen wir uns in Salzburg zum Start der Rettung. Auf dem Berg. von dem du Gast: gesprochen hast. Torsten J. Koerting: Genau, wo Paraglider-Athleten sich aufmachen auf eine, ja, mittlerweile schon, ich glaube, zehnfachste Ausführung dieser Red Bull Cross Alps, einmal nach, einmal zu Mont Blanc und zurück und das sind 1700 Kilometer, glaube ich, insgesamt und das werden sie mit dem Paraglider und zu Fuß zurücklegen und da bin ich das erste Mal am Start dabei und da werden wir uns sehen, das ist großartig, also nicht, dass ich da mitmache, sondern ich werde den Start beobachten und in meiner Leidenschaft auf die, auf meine Vorbilder an der Stelle schauen. Wie kann man dich erreichen? Wie kann man auf dich, dich kontaktieren? Wie kann man mit dir in Kontakt treten? Gast: Ja, also ganz einfach über die Webseite www.jessica-lackner.com Da gibt es auch ein Kontaktformular, da landet die E-Mail direkt bei mir. Ihr könnt mit mir in Kontakt treten, über Link in mich einfach anschreiben, da schreibe ich immer gerne zurück oder einfach auch in den Austausch gehen auf Posts, die ich mache. Über Instagram findet ihr mich, Facebook, überall heiße ich Jessica Lackner, ich habe keinen Fantasienamen und mein Buch natürlich könnt ihr überall kaufen beim Buchhändler um die Ecke sehr gerne, ja, also die bitte auch unterstützen. Ihr könnt mich anschreiben, wenn ihr ein signiertes Buch haben möchtet, das schicke ich sehr gerne auch zu oder einfach bei Amazon ganz unkompliziert drücken, bestellen und da würde ich mich riesig freuen, natürlich auch über eine kleine Bewertung. Torsten J. Koerting: Das packen wir alles in die Shownotes, damit das dann noch leichter wird, ob man jetzt Lackner mit ZK schreibt, mit Doppel K, mit einem K oder wir dürfen sagen, es wird eine ZK geschrieben und mit wie viel S eine Jessica geschrieben werden darf. Gast: Mit C. Torsten J. Koerting: Ja, wir packen das alles in die Shownotes rein und das Buch ist absolut lesenswert und die Geschichten, die du dort erzählst, sind welche, die wir fast gar nicht glauben mögen können, aber aus denen du, wie du es jetzt auch im Interview schon gesagt hast, so viel hast lernen können. Jessica, es ist Gast: Ja, du kommst ja auch vor an dem Buch, um das jetzt auch noch mal zu erwähnen an der Stelle, weil ich habe ja das Rad nicht neu erfunden, ja, also das ist ja nicht alles, was in dem Buch steht, was ich mir jetzt so aus den Fingern gesaugt habe, weil ich so klug bin. Nein, ich habe viele weise Personen und tolle Menschen an meiner Seite wie den TJ, der natürlich mich auch sehr inspiriert hat für dieses Buch, TJ, und du schreibst ja in dem Buch den Weg bei Richard Branson, also für die, die, du hast es heute schon kurz angeschnitten, da ein bisschen mehr einsteigen wollen, sollten sich das mal durchlesen, weil das ist nämlich echt interessant, wie du das erlebt hast, dort zu arbeiten und war es eine große Inspiration für mich. Danke nochmal an der Stelle für mein Buch. Torsten J. Koerting: Danke dir und als jemand, der für Richard Branson zumindest für eins seine Unternehmen gearbeitet hat, nämlich Virgin Australia, die zweitgrößte Airline, immer noch in Australien und dort drei Jahre leben und arbeiten durfte, weiß, was es heißt, wenn man sich um die Mitarbeiter kümmert und was ein Team ausmacht, in dem ein Rahmen geschaffen wurde, wo wirklich jede Herausforderung immer wieder angenommen wurde. Virgin Australia ist im Rahmen der Pandemie in die Insolvenz gegangen, aus der Insolvenz mittlerweile wieder raus. Qantas war ja sehr stark durch das Government, durch den Staat unterstützt, weil es auch dazugehört und Virgin Australia jetzt wieder auf dem Weg zum Aufstieg ist und hoffentlich aufgrund der prozentualen Steigerungen, die wir alle gerade wieder im Flugverkehr erleben dürfen, hoffentlich dann nicht nur Australier wieder durch die Gelde, durch Australien fliegt, sondern uns auch wieder nach Australien hinführt und wieder zurück und da durfte ich das im Inneren erleben und einen kleinen Beitrag in deinem grandiosen Buch mit einbringen beziehungsweise du hast ihn selbst mit eingebracht. Jessica, es ist bei uns so Usos in diesem Podcast das letzte Wort dem Gast gehört und zwar gar nicht an mich gerichtet, sondern an die Zuhörerinnen und Zuhörer. Was ist deine Botschaft an diejenigen, die diesen Podcast hören, liebe Jessie? Gast: Botschaften habe ich ganz viele heute schon ein paar erwähnt, aber eine, die ich zum Schluss gerne noch da lassen möchte, such die Schuld nicht bei den anderen, sondern bei dir selber, denn die Veränderung beginnt immer bei dir und du kannst die Umstände nicht ändern, aber du selbst kannst ändern, was du daraus machst.