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Cover des Podcasts „Deep Dive mit Torsten Koerting“

Folge 049 · 18. Dezember 2020

Teil 2: Von Sichtbarkeit, Empathie und Segeln - Interview mit Michaela Flick

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Michaela hat ihre Berufung zum Beruf gemacht, denn Menschen Wissen zu vermitteln, sie auf ihrem Weg und in ihrer Karriere zu begleiten, das ist ihre Passion. Bereits als Kind hat sie gerne gelernt - und ihre Neugier auf die Welt, auf die Menschen und unterschiedliche Themen hat sie geprägt.

Als Dipl.-Übersetzerin und Projektmanagerin hat sie nicht nur die Welt bereist, sondern auch wertvolle Einblicke in unterschiedliche Branchen bekommen und internationale Projektteams geführt, tolle Projekte und Teilprojekte geleitet und begleitet. Das Thema Führung beschäftigt sie also schon eine ganze Weile - und sie kennt beide Seiten! Führen und geführt werden.

Ganz nach dem Motto: "Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen!" (Aristoteles) unterstützt Michaela seit mehr als 20 Jahren Führungskräfte die Segel richtig zu setzen, um den Wind zu nutzen und fit zu werden für die Führungszukunft!

In dieser Folge erfährst du:

  • was Leadership mit Sichtbarkeit zu tun hat und wie man diese erreicht,
  • warum Krisen pures Wachstum bedeuten, wie wir diese nutzen können und was Krisen mit „Tun" zu tun haben,
  • wie uns die Corona-Krise gezeigt hat, wie wichtig Softskills sind,
  • wieso wir auf mehr Menschlichkeit und Empathie in der Führung setzen dürfen,
  • welche Fähigkeiten Führungskräfte ausbauen dürfen, um in Zukunft erfolgreich zu sein.

Hier findest du Michaela:

LinkedIn: www.linkedin.com/in/michaela-flick/

Michaela`s Buch: https://shop.haufe.de/prod/futureskills-for-leadership

Viel Spaß bei dieser Folge.

Das Transkript zum Nachlesen

Maschinell erstellt und nicht redigiert — Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Sprecher automatisch getrennt; Gäste sind nicht namentlich zugeordnet. 6.027 Wörter, 45 Minuten Gespräch. Als Textdatei laden.

GastUns waren diverse Sachen wichtig. Zum einen war uns wichtig, dass wir dieses Buch so gestalten, dass du an jeder Stelle des Buches anfangen kannst zu lesen. Also du kannst natürlich von vorne anfangen und bis zum Schluss durchlesen. Du kannst aber auch einfach mal schauen, welches Future Skill interessiert dich denn jetzt gerade am meisten und da anfangen. Und uns war auch wichtig, dass jedes Kapitel identisch aufgebaut ist, dass es einen wissenschaftlichen Bezug hat, dass es Methoden an die Hand gibt. Und es war uns auch wichtig, dass zu jedem Kapitel, zu jedem Future Skill, also unsere acht Hauptthemen, Interviewpartner, bestandene Führungskräfte zu Wort kommen, mit denen wir Interviews geführt haben und die uns sozusagen ein bisschen mitnehmen und hinter die Kulissen schauen lassen. Was ich persönlich immer wahnsinnig spannend finde, das einfach mal aus dem Mund zu hören von Leuten, die einfach Leadership schon leben. Und das waren so ein bisschen unsere Themen. Und als wir das Buch entwickelten, haben wir natürlich ganz, ganz stark an unsere Zielgruppe gedacht. Und was macht man in dem Moment? Die Zielgruppe entwickelst du durch eine Persona. Ganz klassisch, macht natürlich auch megamäßig Spaß. Und die Persona, die wir so für uns entwickelt haben, die ist uns dann so ans Herz gewachsen, dass wir gesagt haben, und wir haben ihn Thomas Michael Müller genannt, der muss, ja, da ist er, der muss ins Buch. Ja, also das war anfänglich so, naja klar, also daran arbeiten wir einfach, die ganze Story und so weiter, weil wir unsere Zielgruppe immer im Kopf haben. Aber der hat uns dann so gut gefallen.

GastUnd da haben wir gesagt, so eine kleine Rahmenhandlung, die nehmen wir einfach mit dazu. Also das ist jetzt kein Roman über Thomas Michael Müller, sondern der kommt am Anfang jedes Kapitels so ein bisschen vor. Ist im Prinzip das Sinnbild einer Führungskraft, einer sehr engagierten, sehr motivierten Führungskraft, aber eben keiner perfekten Führungskraft. Und der möchte sich gerne weiterentwickeln. Und der nimmt uns so ein bisschen mit auf die Reise, ein bisschen mit Augenzwinkern. Aber das hat uns ganz gut gefallen. Und der Hintergrund ist tatsächlich, Thomas und Michael sind die Namen, die bei Vorständen, Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern in Deutschland, gibt ja für alle Statistiken, am häufigsten Vorkommen. Sehr krass, ja. Müller ist halt so der Müller, Mayer, Schulze, Schmitt. Und wir haben uns für Müller entschieden. Aber wir waren natürlich auch durch lebende Personen tatsächlich inspiriert. Ja, also das ist so, da gibt es schon so Personen, vor allem eine Person, auch aus dem Umfeld von der Marga.

GastDer hat da sehr, sehr stark Pate gestanden. Ich hatte dann durchaus auch meinen Markus Rometsch, meinen Geschäftsfreund, oft immer so im Hintergrund. Der wird sich sicherlich auch an der einen oder anderen Stelle erkennen. Also jede Ähnlichkeit ist durchaus gewollt. Aber wir haben natürlich auch trotzdem das Ganze so ein bisschen abgewandelt. Aber das ist so ein bisschen der Punkt. Und dann war uns einfach wichtig, dass wir sagen, okay, lass es uns auf acht Future Skills, wie wir sie nennen, festzurren. Was sind denn so die acht Aspekte, die acht Themen, die eine gute Führungskraft auf dem Schirm haben muss? Und spannenderweise waren die Marga und ich uns da auch sehr, sehr schnell einig. Und dann haben wir gesagt, so, und die acht sind es. Ich glaube, mittlerweile würde ich da sogar noch eine neunte dazu machen.

Torsten J. KoertingBevor wir die vorwegnehmen, gehen wir erst mal auf die acht ein. Und dann gucken wir, was die neunte noch geworden ist, weil es gibt ja bestimmt eine Version 2.0 bald. Was ihr jetzt alle mit Corona hier erlebt habt und was ihr da noch reflektieren dürft, glaube ich, gibt es eine zweite Auflage. Die dann eine erweiterte zweite Auflage ist. Bevor wir dazu kommen und auch zu den acht Skills. Was ist so diese, die Kernbotschaft, die aus dem Buch an die Leser herausgeht, an Führungskräfte, an Projektmanager, alle, die führen dürfen? Ob jetzt Teams oder in der Community, in der sie aktiv sind oder Organisationen oder eben auch sich selbst. Was ist da die Schlüsselbotschaft aus dem Buch heraus?

GastEs gibt, glaube ich, mal tatsächlich zwei in dem Sinne. Zum einen, das Thema Führung ist heute tatsächlich sehr, sehr anders als manch eine oder manch eine sich das so denkt. Und das andere ist tatsächlich, der Mensch steht viel mehr im Fokus, als wir das vielleicht auch wahrhaben wollen. Das sind so die Punkte, weil das eine ist wirklich dieses, ja klar, das Thema Führung hat sich über die Jahrzehnte, Jahrhunderte, möchte ich sagen, natürlich verändert. Aber in unseren industriellen Zeiten habe ich so das Gefühl, dass für viele Menschen so die letzten zehn Jahre, vielleicht auch 20 Jahre heuer, das passt ja so. Und da ist einfach die Botschaft, nee, ist nicht. Und ich glaube, das Schöne ist, wir merken es jetzt auch zwangsläufig, dass sich da diverse Dinge verändern. Und dass es umso wichtiger ist, einfach mal wieder ein kleines Refresherchen zu fahren und mal zu gucken, wow, als Führungskraft, welche Skills brauche ich denn? Aber vielleicht auch, um mich selber wieder in den Fokus zu rücken, was will ich für eine Führungskraft sein? Will ich überhaupt eine Führungskraft sein? Auf was kommt es an? Und so weiter und so fort. Und dafür ist jetzt tatsächlich die beste Zeit.

Torsten J. KoertingWas würdest du denn sagen, was macht die außergewöhnliche Führungskraft? Also die, die sich an ihrem schlechtesten Tag immer noch deutlich besser verhält, beziehungsweise sich von allen anderen daraus abgrenzt. Was macht solch eine Führungskraft außergewöhnlich und was macht die außergewöhnliche Führungskraft aus?

GastDie Führungskraft hat keinen Konkurrenzkampf mit Kollegen oder Mitarbeitern. Und diese Führungskraft entwickelt sich und das Team, die Menschen in ihrem Umfeld tatsächlich weiter. Mit Empathie. Also das ist, glaube ich, so ein riesengroßes Thema. Also wirklich eine Führungskraft, die echt ist, die empathisch ist und die pro Mensch eingestellt ist.

Torsten J. KoertingWie würdest du eine echte empathische Führungskraft erkennen, beziehungsweise beschreiben? Wie fühlt man die? Wie nimmt man die wahr, die echte empathische Führungskraft?

GastJa, ganz, ganz viel nimmst du das tatsächlich immer das Gefühl wahr. Du merkst einfach, wenn das, was dir entgegenkommt, echt ist. Ja, und wenn jemand echtes Interesse für dich hat, wenn ein echtes, warmes, ernst gemeintes Lächeln ist. Aber du merkst das auch durch solche Kleinigkeiten. Also, sehr viele haben ja so die Floskel, ja, wie geht's? Gut, super. Ja, und ganz spannend ist es tatsächlich, wenn sich jetzt jemand, und ich bin manchmal natürlich so perfide, da mal so einen kleinen Scherz erlaubt und auf die Frage, ah, wie geht's, antwortet, boah, ich hatte heute einen ganz beschissenen Tag. Ganz häufig kommt, ah ja, super, 21, 22, 22, 22, ja, so. Und dann merkst du, wie die Leute, ja, ich bin eine Hexe, ich gebe es zu. Aber dann merkst du, wie die Leute erstmal so völlig aus dem Trott kommen. Und das ist halt einfach eine echte, empathische Führungskraft, die hört dir zu, die nimmt auch die Zwischentöne wahr, aber ohne selber mitzuleiden. Das ist ganz, ganz wichtig. Eine echte, empathische Führungskraft hat... Einen Arsch in der Hose, darf ich das so sagen?

Torsten J. KoertingWir sind hier unter uns, es hört gerade keiner zu. Also, sag's nochmal laut, was hat der in der Hose, den? Einen Arsch in der Hose. Na also, geht doch.

GastDas ist auch tatsächlich schön. Also, ich brauche jetzt keinen, also keine Führungskraft, die jetzt hier grüner Tee trinkt und dutzi, dutzi und wir haben uns alle lieb. Wir dürfen uns gerne lieb haben, verstehe mich nicht falsch. Aber Empathie bedeutet nicht, dass du mitleidest und Hach und überhaupt, sondern tatsächlich, dass du emotional stabil bist, dass du echt bist, dass du aber ein echtes Interesse daran hast, auch zu wissen, was bewegt meinen Gegenüber. Ja, wie kann ich helfen? Was kann ich tun, um diese Person zu entwickeln? Und das ist, glaube ich, die große Kunst.

Torsten J. KoertingWenn du jetzt mal auf die Future Skills schaust, welches der acht Skills ist das, was diese ehrliche, empathische und nahbare und fühlbare Führungskraft ausmacht, maßgeblich unterstützt? Welches von den acht?

GastAlso Sichtbarkeit.

Torsten J. KoertingJetzt ist ja Sichtbarkeit ein Begriff, der auch schon stark belegt ist. Da geht es um Positionierung, da geht es darüber, Sichtbarkeit in unterschiedlichsten Medien für die Zielgruppe zu erlangen, damit man als Experte wahrgenommen wird. Das ist aber ja mitnichten so, wie ihr diesen Begriff in eurem Buch interpretiert. Was ist Sichtbarkeit für euch und wie zahlt das auf die empathische, ehrliche Führungskraft ein?

GastAlso zunächst mal, TJ, das ist eine ganz coole Geschichte. Wir haben unseren Interviewpartnern am Anfang, als wir sie zum Interview gebeten haben, unsere acht Future Skills einfach mal aufgelistet und als kleine Fingerübung, als kleines Warm-up sie einfach in eine Reihenfolge bringen lassen. Und je nach Wichtigkeit für den jeweiligen Interviewpartner. Und spannend war tatsächlich, dass gerade das Thema Sichtbarkeit unheimlich polarisiert hat. Manche konnten damit super viel anfangen. Ja, wie eine Katharina Krenz natürlich, klar, über Working Out Loud, Sichtbarkeit, riesengroßes Ding. Aber andere waren eher so, naja, Sichtbarkeit. Die hatten es dann höchstens so auf dem Schirm. Ja, okay, vielleicht Marketing-mäßig. Aber einige konnten es noch nicht so griffen. Und das merke ich jetzt auch an den Reaktionen unserer Leser, die sagen, wow, Sichtbarkeit hatte ich nicht so auf dem Schirm. Und das finde ich tatsächlich sehr, sehr spannend. Für uns ist Sichtbarkeit so eine Geschichte, die in zwei Richtungen geht. Zum einen tatsächlich, dass die Führungskraft gesehen wird von den Mitarbeitern und sich bewusst macht, ich stehe im Fokus, im Guten wie im Schlechten.

GastUnd es kommt natürlich super nicht gut, wenn, wie heißt das so schön, Wasser gepredigt, aber Wein gesoffen wird.

Torsten J. KoertingAlso Wein trinken würde ich ja noch mit, aber Wasser prädigen.

GastUnd wenn du eben nicht Walk Your Talk machst, dann hat das einfach ein Geschmäckle. Und im umgekehrten Punkt ist es aber auch ganz, ganz wichtig und für viele Führungskräfte einfach gar nicht so präsent, dass sie auch ihre Mitarbeiter sehen sollen. Und jetzt nicht nur Top-Management vielleicht allenfalls in einer Ebene unten drunter, sondern tatsächlich, die Mitarbeiter sollen gesehen werden mit dem, was sie können, mit dem, was sie bewegt, mit allem, was sie auch einbringen können. Ja, und das haben ganz, ganz viele auch nicht auf dem Schirm. Ja, denn Sichtbarkeit bedeutet jetzt nicht, Kontrolle zu haben, oh, arbeiten die denn auch was, machen die denn auch, sondern es ist wirklich dieses, wow, ich habe da wunderbare Menschen im Team, die tolle Dinge machen, sich einbringen können. Und jeder, jeder auf seine oder auf ihre Art und Weise und das einfach mal sich bewusst auf den Schirm zu holen. Aber dafür brauchst du natürlich schon so ein Händchen für Menschen. Dafür brauchst du natürlich eine sehr, sehr gute Portion Empathie, weil sonst wird das nichts mit der Sichtbarkeit.

Torsten J. KoertingJetzt ist das ja schon eine Herausforderung in der realen Welt, in der Offline-Welt, die Mitarbeiter zu sehen, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie wirksam sind, dass ihre Stärken zur Entfaltung kommen und das sichtbar werden. Und dieses Gefühl geben hat ja nicht nur mit dem zu tun, was ich sage, sondern der Körper, wie Sami Moichu sagt, ist ja der größte Schwätzer aller Zeiten. Das ist ja unsere Körpersprache auch das, was das zum Ausdruck bringt. Jetzt sind wir schon ja Future Skill Sichtbarkeit 2.0, weil alles oder vieles sich nur im Online stattfindet. Was sind da die Tipps, die du vielleicht dem einen oder anderen mitgeben kannst, wo er sagt, ich gehe jetzt in die Sichtbarkeit und zwar meinem Team gegenüber und sehe mein Team und meine Kollegen. Was kannst du ihnen mitgeben?

GastAlso ein super tolles Beispiel ist tatsächlich der Cover von SAP, der ist mega, mega klasse als oberster HR-Boss, der das super, super perfektioniert, der eine Präsenz hat, aber jetzt nicht als Egomane, sondern tatsächlich immer seine Leute, sein Team, die ganzen, ganzen Mitarbeiter in den Fokus stellt. Und tatsächlich auch auf dem Schirm hat, wer welche Bedürfnisse hat. Und so vermeintlich Kleinigkeiten wie, oh, da hat jetzt jemand ein Kind bekommen, ach, dann kriegt der doch mal so ein tolles Care-Paket von uns zugeschickt mit einer lieben Notiz. Und das ist zum Beispiel Thema Sichtbarkeit, wirklich zu merken, boah, wie geht's denen gerade? Oder eben auch mal Dinge privat zu veranstalten. Einfach mal jetzt nicht nur Arbeit, Arbeit, Arbeit, Arbeit, sondern tatsächlich, nee, also ich vertraue euch, aber wir können einfach auch mal so quatschen. Wir können vielleicht mal eine Weinprobe machen oder wir können vielleicht mal gemeinsam vor der Kamera kochen, uns kennenlernen oder auch mal ein offenes Ohr haben. Jetzt mal ganz unabhängig von irgendwelchen Zielen, die erfüllt werden sollen und keine Ahnung, Aufgaben, die gestemmt werden, sondern wirklich so den Menschen zu sehen. Und den Menschen zu sehen, obwohl der räumlich entfernt sitzt, vielleicht in einer anderen Zeitzone, aber da vielleicht sich auch mal die Mühe machen, gerade Stichwort andere Zeitzone. Dann stelle ich mir halt mal den Wecker und schiebe meinen Hintern halt mal um drei Uhr morgens aus dem Bett, weil das halt einfach eine Zeit ist, wo mein Teamkollege oder meine Mitarbeiterin gerade mit der Arbeit anfängt in dem Land, wo er oder sie ist. Dann mache ich das halt mal. Dann gehe ich diese extra Meile. Und das gibt dann wieder die Nahbarkeit, die du angesprochen hast. Und dann hast du einfach auch dieses Gefühl, dass die Emotionen und die Wertschätzung einfach auch grenzenlos ist. Über Raum und Zeit, durch die Kamera, durchs World Wide Web hindurch ist das dann einfach möglich, auch tatsächlich mit Herz an die Sache dran zu kommen. Das ist, glaube ich, so eine ganz, ganz große Nummer und du musst dir halt einfach auch die Zeit nehmen für die Dinge, die du sonst ganz automatisch mitbekommen hast, weil du bist vielleicht an einem Büro vorbeigegangen und kriegst mit einem Ohr irgendwas mit. Oder du triffst dich in der Kaffee oder wenn du einfach mal draußen auf der Bank sitzt, da musst du dir halt jetzt mal tatsächlich eventuell den Wecker stellen oder mal wirklich Zeitfenster einräumen und vielleicht dich auch mal von der menschlichen Seite unter Beweis stellen. Da ist es sogar gar nicht mal schlecht, wenn dann vielleicht mal die Katze über die Tastatur läuft oder der Hund im Hintergrund bellt oder ganz, ganz süß. Ich habe ein Interview gesehen mit George Clooney, wie sein Sohnemann auf einmal reinkam mit einem schokoladenverschmierten Mund. Das war, glaube ich, auch ein Interview mit irgendeinem ganz wichtigen, was auch immer, Fernsehsender, aber George widmet sich seinem kleinen Sohn und man sagt, hey, hier, du hast eine Schokoladenschnute und so weiter und so fort. Also da fliegen ihm alle Herzen zu, das ist dann Nahbarkeit, das ist dann echt, das ist mit Gefühl und das ist, glaube ich, die Geschichte, auf die es so ankommt. Und das schaffst du schon auch in der virtuellen Distanz, aber du musst es halt explizit für dich thematisieren und du musst möglicherweise halt die gedankliche Extrameile gehen.

Torsten J. KoertingUnd ist das etwas, wo du glaubst, dass die aktuelle Situation und der Shift vom Offline Richtung Online dazu beigetragen hat, weil wir es ja gar nicht verhindern können, dass da jetzt ein Kind reinkommt, der Hund bellt oder irgendwas anderes, weil wir ja unsere Homeoffices, wer weiß, wo im Heim eingerichtet haben, dass wir dadurch empathischer, zugänglicher, spürbarer werden oder ist das Online eher eine Barriere, die dort hochgezogen wird?

GastMuss nicht eine Barriere sein, im Gegenteil. Also wenn du das mal im Kopf hast, wow, das ist jetzt einfach nun mal so, das gehört dazu und du das dann auch tatsächlich mit Humor nehmen kannst. Humor ist, glaube ich, ein ganz, ganz wichtiger Faktor. Also lustig, also ich hatte es jetzt mit einem Bekannten, der war virtuell bei der Hochzeit eines Freundes dabei und da war wirklich so der Klassiker, der sagte, naja, okay, obenrum hatte ich dann Anzug an, aber die Jogginghose, die Birkenstock, naja, ich bin halt nicht aufgestanden. Aber sowas ist dann einfach lustig, weißt du, so diese Klassiker. Oder wenn du dann einfach die Leute auch mal in eben diesem anderen Kontext erlebst. Ich denke nur dran, als wir online mal miteinander zu tun hatten und dein Sohnemann mal kurz reinkam. Wunderbar sowas. Herrlich. Ja, das ist einfach, das ist einfach toll und ich glaube, die Führungskräfte, egal ob Männlein oder Weiblein oder divers, die müssen alle mal tatsächlich ja, den Stock aus dem Hintern nehmen und einfach mal sagen, wow, nee, hallo, wir sind Menschen.

Torsten J. KoertingDu hast ja auch zwei Führungskräfte im Kontext des Skills Sichtbarkeit interviewt. Einmal Axel Jebsen und natürlich die Katharina Krenz. Was haben Sie noch an Reflexion, ich sag mal, aus der Praxis, ja, und aus der Perspektive einer echten Führungsperson hier noch mit beigesteuert? Und was haben Sie noch auf Lager gehabt, was eure Thesen mit ergänzt haben im Kontext der Sichtbarkeit?

GastAlso tatsächlich, die Katharina Krenz, ganz, ganz stark über ihr Engagement mit Working Out Loud. Sie hat das in Deutschland im Prinzip groß gemacht, die von John Stepper entwickelte Methode. Sie ist ja eine Boschlerin mit Leidenschaft und lebt dieses Woll tatsächlich auch in der Bosch Community, aber auch woanders. Und das finde ich halt einfach richtig, richtig klasse, weil das geht echt so in die Richtung, wir müssen einfach sichtbar werden. Wir müssen einfach uns mit diesem Thema beschäftigen, um stattzufinden. Die Tijen Onoran hat das, glaube ich, so geprägt, auch den Spruch, wer nicht sichtbar ist, findet nicht statt. Und die Katharina, die bringt da wahnsinnig coole Impulse und sie hat eine unheimlich angenehme Art. Ich durfte sie auch in vielen Online-Events jetzt erleben. Es ist einfach klasse und ich glaube, sie kann es und sie schafft das ganz wunderbar, das den Leuten so nahe zu bringen, wie cool das wirklich ist. Dieses Potenzial zu nutzen, was wir in uns haben, was wir aber auch in unseren Mitarbeitern, in unserem Team haben und das Ganze einfach nochmal zu potenzieren. Und das ist eine mega, mega coole Geschichte. Und damit einfach zu sagen, so, hallo, hier bin ich, es geht nicht um perfekt, sondern es geht wirklich darum, wie kann ich erst mal einem anderen helfen, also erst geben und dann nehmen. Und wie kann ich Synergie-Effekte nutzen und ich glaube, das ist gerade in der heutigen Zeit auch super spannend. Und der Axel Mene-Jepsen, das ist ja eine Führungskraft aus Dänemark und das fand ich mega, mega spannend, dass da einfach das Thema Führung auch komplett anders gelebt wird, wie jetzt bei uns in Deutschland. Also ich kenne Axel schon seit, ach Gott, gefühlten Ewigkeiten und er ist wirklich eine hochkarätige Führungskraft und als wir das Interview so hatten und er mir erzählte, du, Micha, bei uns ist es in Dänemark so, wenn eine Führungskraft nicht sichtbar ist, dann kannst du es vergessen. Ich muss einfach wahrgenommen werden und ich muss einfach als Führungskraft auch so sein, wie ich privat bin. Ansonsten werde ich ganz, ganz schnell enttarnt und das verzeihen die Leute einfach nicht. Ich muss da sein, ich muss sowohl die Leute auf dem Schirm haben und ich muss ihnen vor allem vertrauen. Wenn ich jetzt anfange, denen hinterherzurennen, der große Mr. Controlletti zu sein, dann sagen die, nee, danke, aber nein, danke. Ja, und das ist eine ganz, ganz andere Geschichte, der wirklich sagt, also bei uns in Dänemark ist Führung tatsächlich eine ganz andere Nummer. Das ist viel, viel mehr auf Vertrauen basierend, aber die Leute sind auch viel, viel kritischer und vielleicht auch viel, viel gnadenloser. Wenn eine Führungskraft einfach nichts taugt, dann wenden sich die Leute ab und sagen, nee, tolerieren wir nicht. Und das finde ich sehr, sehr spannend. Also das fand ich auch dieses Internationale. Es ist ein Nachbarland und man denkt ja immer, wir sind uns gar nicht so fremd. Aber das fand ich sehr, sehr inspirierend, dass also in Dänemark Dinge tatsächlich fortschrittlicher in manchen Punkten sind als bei uns.

Torsten J. KoertingAlso das heißt Länder da draußen, auch im europäischen Raum, von denen wir lernen dürfen, Dänemark das Beispiel, oder wo bestimmte Muster, sprich der Oberflächlichkeit, auf Fragen, wie geht's dir, den Antworten noch nicht mal zuzuhören, erwartend, dass der andere eh nur was Belangloses sagt, mir geht's um. Und wie jetzt beispielsweise im angelsächsischen Raum, wo das ja auch Teil der Kultur ist, ist dieses Buch speziell dadurch für Deutschland geschrieben, weil da die acht so immanent sind? Oder sagst du, dass es auch im deutschsprachigen Raum, gehen wir mal von Österreich und der Schweiz aus, beziehungsweise darüber hinaus auch eine Wertigkeit und Wirksamkeit haben darf?

GastAlso es ist schon, denke ich mal, Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum, weil je weiter wir ins Ausland gehen, desto stärker werden kulturelle Unterschiede. Ja, und da ist einfach ein anderes Leben. Ja, das bedeutet also tatsächlich, würde ich dieses Buch gerne für den francophonen Raum haben oder für den angelsächsischen Raum, müsste ich tatsächlich einen anderen Fokus darauf legen, beziehungsweise ich müsste wahrscheinlich mich einer anderen Sprache bedienen. Und ich meine jetzt nicht nur Fremdsprache, sondern eher so dieses, wie transportiere ich Wissen. Aber alles, was natürlich jetzt in diesem deutschsprachigen Raum ist, wir haben ja auch eine Führungskraft aus der Schweiz, ein Wahlschweizer, ja, der Frank Piblinski, der da auch Einblicke gibt. Und auch da merken wir wieder, ja, wir sprechen Deutsch, aber es ist doch wieder eine andere Mentalität. Aber das finde ich sehr, sehr inspirierend. Und unser Buch soll natürlich, kann natürlich jetzt nicht, und so ist es auch gar nicht gewollt, der Weisheit letzter Schluss sein. Das ist eine Inspiration und es ist auch so ein bisschen ein Anfixen, hey, merkt bitte, da hat sich einiges getan und es ist tatsächlich echt mal sexy und macht einen schlanken Fuß, sich mit dem ein oder anderen Thema auseinanderzusetzen.

GastUnd es ist im Prinzip ein wunderbarer Ausgangspunkt. Ein Ausgangspunkt natürlich für Trainings, für Coachings, weil einmal so gelesen ist zwar schön, gibt sicherlich auch den ein oder anderen Aha-Moment, aber damit, das reicht ja noch nicht. Ja, da muss also, da muss also auch noch ein bisschen mehr passieren. Und wenn du tatsächlich Muster durchbrechen möchtest, wenn du tatsächlich nachhaltig etwas verändern möchtest, da musst du halt am Ball bleiben. Und da musst du halt auch ins Machen kommen. Und Lernen funktioniert natürlich auch super, wenn du es erleben kannst.

Torsten J. KoertingJa, ich finde das großartig, wie du reflektierst. Und das ist auch nochmal ein schöner Übergang zu einer der letzten Fragen, jetzt auch im Kontext des Buches. Wie lange ist das Buch jetzt schon am Markt erhältlich, Michaela?

GastSeit August 2020.

Torsten J. KoertingSo, seit August. Das heißt September, Oktober, November drei Monate. Eine Doppelfrage an der Stelle. Was hat sich dadurch schon bei den Menschen, die du kennst, dass sie dieses Buch gekauft haben, verändert? Und was hat es sich, was hat sich für dich verändert dadurch, dass du das Buch publiziert hast?

GastAlso, zu Frage Nummer eins. Ich liebe es, wenn mich Leute ansprechen und sagen, wow, hätte ich nicht gedacht. Ich habe mir das jetzt mal geholt, weil ich dachte auch, naja, ist nicht so dick. Ist jetzt ein bisschen anders. Also auch unser Titelbild ist ja anders von der Gestaltung, hat viele bunte Bildchen. Cool. Oh, Bilder gucken ist klasse. Aber wow, was ich da lese, oh, da habe ich doch mal nachdenken müssen. Wir haben viele positive Rückmeldungen, die gerade auch die Geschichte mit diesem wissenschaftlichen Bezug super cool finden, weil es das bis jetzt noch nicht gibt. Und weil das tatsächlich jetzt auch alle Sinne irgendwie bedient. Also ja, Daten zahlen, Fakten, ganz knallharte Logik, so dass der Kopf zufrieden ist. Aber eben auch das Visuelle und so weiter und so fort. Und die Leute haben gesagt, wow, finden wir richtig klasse. Möchte ich auch bitte gerne mehr drüber hören? Möchte ich einsteigen? Also ich habe jetzt auch schon so Reaktionen von Führungskräften, die sagen, hm, ja, ich habe ja auch ein Team von Leuten und ich bin in der Führungskraft und ja, ich glaube, da haben wir noch was zu tun. Die dann durchaus auch sagen, ah, Treffer versenkt.

GastDas hat manchmal ein bisschen weh getan.

Torsten J. KoertingAlso es trifft den Zahn der Zeit. Du spürst, dass da eine Resonanz ist, auch im Sinne von, habe ich erwartet oder habe ich eben auch nicht erwartet? Und ein klarer Impuls in Richtung des Handelns zu gehen. Was hat sich bei dir verändert? Wir sagen ja immer, Experten werden zu Experten dann, wenn sie ein Buch schreiben. Die werden dann gebucht für Speakings, für Workshops oder eben auch für Kundensituationen. Jetzt sind natürlich ein Teil dieser Formate ein bisschen spärlich gesät gerade. Aber was hat sich für dich verändert, seitdem das Buch im August das Licht der Welt erblickt hat?

GastAlso zum einen das mit diesem Expertentum finde ich immer so ein bisschen befremdlich. Ich lebe dieses Thema. Ich habe da einfach meine Erfahrung und mich selber mit reingebracht, weil es mir einfach wichtig ist. Ob ich da jetzt Expertin bin, ist für mich immer so ein bisschen so ein komisches Gefühl. Was sich aber verändert hat, ist tatsächlich, meine eigene Sichtbarkeit wird größer. Unter anderem natürlich tatsächlich auch, ich habe es vorhin schon mal kurz erwähnt. Ich habe so ein bisschen LinkedIn für mich entdeckt. Eine Personal Brand aufzubauen. Ja, und da gibt es so Leute, die nennen sich, glaube ich, Game Changer. Mit einem davon spreche ich gerade. Du hast da ja auch ein bisschen so in die Richtung geschubst auf deine liebevolle Art und Weise. Und ich merke einfach, dass sich da was bewegt. Also, dass ich da tatsächlich für mich auch immer mehr Klarheit habe, wer ich als Marke sein möchte. Zum Beispiel wirklich einfach mit diesem was anfänglich, einfach eher so als, ach ja, ich fand das ganz cool, dieses maritime und mit dem Segeln, weil ich das selber gerne mache. Ich merke aber immer mehr, ja, genau das bin ich. Und genau in die Richtung geht es. Also, ich möchte tatsächlich für 2021 auch mit dem Gabriel Krupper zusammen von Crew Spirit, kennst du bestimmt auch, tatsächlich ein Format stricken Leadership. Und zwar wörtlich.

Torsten J. KoertingJa, ja, Leadership.

GastKlar los, oder?

Torsten J. KoertingJa. Ja.

GastSo, und da möchte ich tatsächlich auch sagen dieses, ja, ich möchte tatsächlich Führungskräfte zusammentrommeln und mit denen tatsächlich auf ein Schiff gehen. Also, wo die dann auch tatsächlich die Hosen wackeln lassen müssen, weil wir machen dann auf dem Schiff auch wirklich alles selber. Also, ja, wir haben natürlich...

Torsten J. KoertingJa, das ist großartig, tolle Idee und passt super zu sagen. Aber ich finde sowas einfach cool. Ja.

GastUnd weißt du, das sind einfach solche Punkte und das ist dadurch auch entstanden, dass es einfach Schritt für Schritt in die richtige Richtung geht. Und tatsächlich auch so ein bisschen dieses Thema, dieses Future Skills for Leadership, zum einen jetzt für diese Themen, für diese soften Themen, Führung und so weiter. Aber ich möchte da jetzt dann auch tatsächlich in Richtung Projektmanagement vielleicht auch noch ein Buch schreiben. Wir werden mal sehen. Aber das, weißt du, das fixt dich dann so an. Und das ist, haben mir aber auch schon viele Autoren gesagt, boah, wenn du einmal angefangen hast, muss ich...

Torsten J. KoertingDann hörst du nicht mehr auf. Ja, bei mir sind es auch, glaube ich, fünf oder sechs Bücher mittlerweile. Und wenn du da einmal loslegst, dann weißt du ja, wie es geht, ne?

GastDas ist wichtig. Aber die Dinge haben sich tatsächlich jetzt auch so bewegt. Also jetzt nicht so dieses vom Tellerwäscher zum Millionär, aber es bewegt sich was in die Richtungen, in die ich es auch bewegen möchte. Die Marga und ich, wir haben einfach Trainings und Coachings gestrickt zu diesen Bereichen und sind ready to rumble, weil wir es einfach leben und weil es ein wichtiges Thema ist, weil es Spaß macht. Und ich glaube, die Leute merken uns das halt einfach auch an.

Torsten J. KoertingJa, ich meine, ihr lebt das, man spürt das. Die Zuhörerinnen und Zuhörer spüren das gerade, ob sie dich jetzt hören oder sehen. Und eine Michaela kann man sich fast gar nicht ohne ein Projekt vorstellen. Irgendwo darf diese Energie ja hinfließen. Und wenn wir jetzt mal annehmen, dass dieses Buchprojekt eines der wesentlichen Projekte auch für dieses Jahr gewesen ist, auch wenn der Buchblock final in Zeiten des Lockdowns, zu Anbeginn des Lockdowns eingereicht wurde und dann im August das Ganze erschienen ist, unter welchem Zeichen wird für dich das Jahr 2021 stehen?

GastTatsächlich dieses Ausrollen der Trainings und Coachings und dieses wirklich mit den Leuten da ins Arbeiten kommen. Und durchaus auch gerne coole Formate, einerseits Leadership auf dem Schiff, aber andererseits vielleicht auch tatsächlich coole Online, coole Hybridgeschichten, die einfach so ein Feuerwerk zünden, dass die Leute einfach das, was sie jetzt so ein bisschen erleben, wo sie merken, oha, da verändert sich was, dass sie da wirklich dann auch mit uns zusammen drangehen. Ganz spannend war ein Interview auch, was wir mit dem Thomas Mück von der WIRT Akademie geführt haben. Und ja, auch im Laufe unserer Gespräche kamen wir dann so auf den Punkt, wo er dann auch sagte, Menschenskinder, Führungskraft sollte echt Ausbildungsberuf werden. Weil wir einfach auch so die Erfahrung gemacht haben, manche Menschen, die werden ja tatsächlich Führungskraft, weil sie einfach lang genug bei einem Unternehmen sind und weil sie gar nicht anders können. Nicht unbedingt wollen, aber sie kommen da, sie stolpern da so rein. Und mit so, ach na ja, ich mache jetzt mal einen Tag so ein Seminar und dann bin ich fit, ist es halt nicht getan. Sondern wirklich dieses Führungskraft als Ausbildungsberuf ist so ein kleiner, inoffizieller Projekttitel.

GastEinfach so eine kleine Mission um meine Vision von, ich möchte da draußen tatsächlich tolle Führungskräfte haben. Und diese Vision soll mit dieser Mission, ich möchte das jetzt durch Trainings und durch Coachings in die Fläche ausrollen, so verwirklichen möchte. Weil Coaching ist halt auch eins unserer Future Skills, aber halt auch so ein großer Booster. Und Coaching in Deutschland hat, finde ich, immer noch so ein kleines Stigmata. So, oh, Coaching. Ja, entweder so, oh, ich muss auf die Couch. Nee, heißt Coaching nicht Couching. Aber okay, da kommt die Sprachwissenschaftlerin mir wieder durch. Hat auch nichts damit zu tun, oh, ich habe jetzt Defizite und ach, du lieb. Nee, sondern einfach, ich habe einen Sparingspartner, jemand, der vielleicht einfach mal eine ganz andere Perspektive hat, der den wirklichen Blick von außen hat, der noch den Wald trotz der Bäume sieht. Ja, und das bringt mich ja auch weiter als Führungskraft. Ich habe einige Führungskräfte, das sind meine Coaches und ich finde das toll, was da tatsächlich auch in so einem Coaching passiert, wie tatsächlich auch Impulse entstehen, einfach dadurch, dass man die richtigen Fragen stellt und da was antriggert. Und ich glaube, da geht noch wesentlich mehr, sodass die Firmen vielleicht auch erkennen, wow, vielleicht sollten wir unseren Mitarbeitern, unseren Fach, unseren Führungskräften Coaching ermöglichen durch irgendwelche externen Coaches, damit die einfach auch mal jemanden zur Seite haben, wo sie einfach von sich mal auskotzen bis über andere Perspektive bekommen, den Spiegel vorgehalten zu bekommen, einfach sich weiterentwickeln können, um dann im Umkehrschluss auch wieder ihr Team weiterzuentwickeln. Profitieren ja nun tatsächlich alle davon.

Torsten J. KoertingAlso wie wir dich erleben dürfen, Michaela, wird das großartig nächstes Jahr. Das heißt, aufbauend auf das Fundament des Buches, damit in die Breite zu gehen, andere Menschen zu inspirieren, ein Future-orientiertes Leadership zu leben und sich diese acht Fähigkeiten und acht Skills zugänglich zu machen und damit, wie ich immer so schön zu sagen pflege, den Ripple-Effekt auszulösen, sprich als Stein sich ins Wasser zu werfen, damit die Wellenbewegung ausströmt und vielleicht andere Steine dadurch ausgelöst werden, die wiederum ihre Wellen auslösen. Also es ist großartig, dich zu erleben, großartig, dich hier dabei zu haben, wenn Menschen sich dir nähern wollen, dich zugänglich machen wollen, die mal mit dir in Kontakt treten möchten. Du hast eben schon LinkedIn erwähnt. Wo findet man dich und wie kommt man an dich ran?

GastTatsächlich ist LinkedIn so die Variante, die ich da jedem ans Herz lege. Also da findet man mich sehr aktiv, sichtbar bin ich da tatsächlich und da einfach sich mit mir vernetzen, mir folgen.

Torsten J. KoertingUnd ein paar kluge Fragen stellen.

GastGerne, ach um Gottes Willen. Also finde ich ganz wunderbar und ich denke, dass das so eine Variante ist, wo man mich sehr, sehr gut finden kann. Übrigens, ich sagte ja eingangs, wir bräuchten jetzt tatsächlich schon ein neuntes Future Skill und das ist für mich jetzt tatsächlich das Future Skill Mut. Ich glaube tatsächlich, diesem Future Skill würde es auch gut stehen, einen Platz eingeräumt zu bekommen, gerade vor diesem Hintergrund, wir sind einfach in seltsamen Zeiten und so dieses, was sich so alles entwickelt hat. Ich glaube tatsächlich, eine Führungskraft, die mutig ist, das ist auch eine schicke Geschichte. Die einfach auch mal mit zwei Füßen im Fettnapf landen kann, die sich nicht zu schade ist, einfach auch mal Gefühle zu zeigen oder auch mal zu sagen, wow, da bin ich jetzt blank, habe ich gerade keine Ahnung, aber hier, ich vertraue meinem Team. Also Mut ist, glaube ich, auch nochmal so ein Punkt, der eignet sich, denke ich, auch als Future Skill.

Torsten J. KoertingGroßartige Reflexion und vielleicht kommt ja noch ein Zehntel oder ein Elfter mit dazu, wer weiß. Vielleicht fallen noch Leute weg, die in dem New Normal vielleicht gar nicht mehr so relevant sind wie vorher. Wir sind da ganz gespannt auf deine und Magdas, Magas Reflexion und das, was daraus noch entsteht. Wunderbar, wie gesagt, dich zu erleben und danke für deine Zeit, dass du hier gewesen bist und dich mit dieser vollen Energie und Intensität hier in dieses Gespräch mit eingebracht hast. Und ich weiß und es war eh schon und wird noch mehr zum Erfolg werden, was dieses Buch angeht. Ein Buch, was diese Welt nichts dringlicher braucht als jetzt. Und wir sind ganz gespannt, was daraus entsteht und welche Führungs- und Menschenleben du dadurch verändern wirst, sowohl durch das Buch selber als auch durch dein Arbeiten und durch die Arbeit mit dir, ob jetzt im Online oder dann hoffentlich bald auch wieder im Offline. Erstmal lieben Dank, dass du dabei gewesen bist und wie es so diese Art, dieses Podcast ist, gehört das letzte Wort immer meinem Interviewgast. Und dieses Wort darfst du jetzt erheben.

GastWunderbar, lieber TJ, ich habe dir zu danken, weil ich das einfach klasse finde, wie du deine Podcasts machst. Ich finde das klasse, was du dir da für Gäste ranholst. Ich höre deine Podcasts selber gerne und da macht es natürlich super Spaß, selber jetzt auch mal vor die Interview zu werden. Ja, ich bin auch tatsächlich voller Vorfreude auf das, was kommt. Da wird sicherlich nicht alles glatt laufen, aber das ist tatsächlich wie beim Segeln. Manchmal hast du eine Flaute, manchmal hast du Windstärke 10. Manchmal musst du auch die Fische füttern gehen, aber ganz ehrlich, Segeln setzen, Anker lichten und dann wird das schon.

Torsten J. KoertingGroßartig. Danke, liebe Michaela und ich hoffe auf bald. Bis dahin. Und nun, wenn du als Trainer, Coach, Berater, Speaker, Experte dein nächstes Level erreichen möchtest und in die Umsetzung kommen möchtest, wenn du deine Strategie entwickeln, deine Vision entstehen, deine Ziele erreichen möchtest, dann lade ich dich ein auf www.torstenkörting.com/termin, einen persönlichen Umsetzungstermin mit mir zu vereinbaren. Wir können uns dort kennenlernen, wir können dort deine aktuelle Situation analysieren, wir können besprechen, wo du hin möchtest, wir können betrachten, wie du dort hinkommst, wir analysieren, was dich davon abhält und was möglicherweise notwendig ist, damit du deine Ziele erreichst. Gleiches gilt für Organisationen, die ihre Teams entwickeln möchten, die Workshops fasziniert haben möchten und die Projekte aus der Schieflage wieder auf die gerade Bahn und Teams dazu bringen möchten, ihre Projekte zu liefern. Auch sie und dich lade ich ein, diesen Termin zu vereinbaren, damit wir genau die aktuelle Situation, das Zielbild und wie kommt ihr dahin besprechen können unter www.torstenkörting.com/termin. Ich freue mich auf deine Anfrage und das persönliche Gespräch mit dir. Bis dahin, der Torsten. Ciao.

Bis zum nächsten Mal.