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Cover des Podcasts „Deep Dive mit Torsten Koerting“

Folge 056 · 22. Januar 2021

Teil 2: Von Muträumen, Innovationen und Umsetzen - Interview mit Daniel Bartel

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Daniel Bartel schafft Muträume, wo Menschen im Rahmen von (virtuellen) Räumen, Workshops und Seminaren experimentieren, neue Ideen und Geschäftsmodelle entwickeln können. Seine Leidenschaft gilt der Gemeinwohl-Innovation, in der er es schafft neue Geschäftsfelder zu beleben, die andere dazu befähigt nicht nur innovativ zu sein, sondern auch die Gemeinschaft, die Nachhaltigkeit und Soziales zu fördern.

Er ist Online-Experte, NewWork-Pionier, Action Researcher & Herausgeber u.a. der "Handbuch für Startups" & "Der Mom Test", Begeisterter Redner für Gemeinwohl-Innovation, Exnovation, Digitale Ethik & Share Economy und neben all dem schlägt sein Herz für ehrenamtliche Arbeit und Engagement.

Sein Motto: Machen ist wie wollen, nur krasser!

In dieser Folge erfährst du:

  • wieso wir Wirksamkeit schaffen, das Gemeinwohl miteinbeziehen und innovativ handeln dürfen,
  • was Gemeinwohl-Innovation genau ist und wie dadurch  neue Geschäftsfelder belebt werden können,
  • wieso es nicht mehr ausreicht nur zu reden, um sich erfolgreich auf dem Markt zu positionieren,
  • was Zebra Startups sind und wie sich diese auf unsere Zukunft jetzt schon auswirken,
  • wie wir den digitaler Umbruch gerade für uns nutzen können,
  • wieso wir ganz viel auch im Kleinen bewirken können und wie Sinnhaftigkeit, Community, Zusammenhalt, Innovation und Nachhaltig unser aller Leben verändern werden,
  • was Muträume sind, wie sie sich verändert haben und wo ihre Zukunft liegt,
  • wieso es aufs Fühlen ankommen, um Neues zu entwickeln,
  • wie wir Mut finden geschäftliche Partnerschaften einzugehen, um dadurch noch größeres zu erreichen,
  • wie du Online-Veranstaltungen erfolgreich durchführen kannst und worauf es dabei ankommt.

Hier findest du Daniel:

Website:

https://www.daniel-bartel.de/

https://www.online-trainers.de/

LinkedIn:

https://www.linkedin.com/in/danbar87/

Instagram:

https://www.instagram.com/danbar87/

Viel Spaß bei dieser Folge.

Das Transkript zum Nachlesen

Maschinell erstellt und nicht redigiert — Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Sprecher automatisch getrennt; Gäste sind nicht namentlich zugeordnet. 4.529 Wörter, 28 Minuten Gespräch. Als Textdatei laden.

GastJa, im ersten Moment hätte ich es wieder versucht, irgendwie intellektuell zu erklären. Ich war bei IBM 2008, da gab es schon Webinare, das war Standard. Wir haben 2010 bei IBM globale Community Gatherings online geführt. Das war natürlich mit grausamer Technik, mit grausamer Videoübertragungsrate. Aber es ist, also wenn ich mich mal genau überlege, es ist wirklich die Kristallisierung. Du merkst halt, du hast halt aus deiner Lebenserfahrung, aus solchen prägenden Ereignissen, letztendlich ist es ein Gefühl, was zusammenkommt. Es sind rote Fäden zusammenkommen. Es ist die roten Fäden zusammenkommen, es ist der richtige Zeitpunkt. Und es ist dann auch die Angst zu verlieren, man kann groß scheitern. Weil was haben wir gemacht? Wir haben natürlich diese ersten Workshops, wir haben uns konzentriert, okay, die drei Stunden, was machen diese drei Stunden perfekt? Ja, was würde ich denn gerne hören wollen? Was wollen andere haben? Dann wir gehen uns nur auf diese drei Stunden konzentriert, auf die Timeline und haben das erstmal natürlich kostenlos gemacht. Ja, wir haben Freunde und Bekannte eingeladen. Die allererste Session war komplett kostenfrei und versucht auch Bekannte als Freunde einzuladen, einfach auch diesen Bias ein bisschen einherzuwerden, aber diese schrittweise vorgehen. Und es könnte nicht mehr passieren, als zu sagen, hey, schön war's, vielen Dank, ja, aber bitte nie wieder. Oder es war super geil und die Leute haben angefangen, ja, das als Screenshots sogar zu teilen online. Und das sind diese Signale, ja, die Signale, die dann eben dir den Weg vorgeben. Und so ist auch die nächsten zwei Produkte komplett dadurch entstanden. Ja, wir haben nicht im März geplant damit, dass wir jetzt einen Videokurs noch entwickeln, einen Digital Leadership Kurs, der jetzt im Januar startet, entwickeln oder ein Playbook rausbringen, was Vorlagen bietet, ja, wo du ja auch Gastautor bist. Das ist alles entstanden aus der Emergenz, ja, irgendwie aus der Zuversicht und aus dem nahen Hören und Fühlen, was ist denn da draußen gebraucht und was hören wir denn aus den Gesprächen.

Torsten J. KoertingUnd das ist das, was ich an euch und an dir ganz speziell so schätze, was wir eben schon auch im Rahmen des Warums und der Werte und eines Purpose eines Unternehmens schon beschrieben haben, nämlich es wirklich zu leben und spüren zu lassen und nicht die Leute da draußen zu veräppeln, sondern wirklich mal zu zeigen, wie es denn wirklich funktioniert, etwas Neues zu entwickeln in einer Zeit, wo genau das gebraucht wird und es dann auch profitabel zu machen und auf den Markt zu hören. Ihr habt nicht keinen Businessplan geschrieben, ihr habt nicht Wasserfall, ihr habt nicht die klassische Vorgehensweise, sondern natürlich habt ihr eine Idee gehabt, ihr habt ein Konzept gehabt, ihr habt vier Wochen daran entwickelt, habt es dann getestet. Ja, also das Minimal Viable Product getestet und dann aufgrund des Feedbacks kontinuierlich optimiert und daraus neue Produkte entstehen lassen. Wie war für dich dieser Entwicklungsprozess in den letzten, ich glaube mittlerweile jetzt seit zehn Monaten, der zu dem geführt hat, auch an neuen Produkten, was du gerade beschrieben hast?

GastJa, es sind auch die richtigen Fragen, die man dann stellen muss. Ich glaube, das ist ganz wichtig, alleine schon bei diesem Test zu fragen, nicht, wie viel würdest du dafür zahlen, sondern wie viel hättest du maximal dafür bezahlt? Ja, es ist eine ganz einfache andere Fragestellung, die du deinen Teilnehmenden mitgeben kannst und die dann eben dir einen Preispunkt nennen, der etwas realistischer sein mag, als vielleicht der, was würdest du dafür zahlen? Das ist halt einfach im Doing und das ist natürlich auch im Team. Also am Ende des Tages sind es natürlich auch immer Teams, die dann letztendlich diesen Mutraum, muss ich in dem Fall wieder sagen, weil es ist genau das, was dann passiert, wenn du eben in dem Fall beim Online-Playbook, beim Playbook sind natürlich auch noch zwei neue beteiligt gewesen. Beim Digital Leadership Kurs werden wir auch mit einer Senior, Top-Senior-Management-Beratung arbeiten, weil wir natürlich auch jetzt, wir sind jetzt nicht die Führungskräfte mit 20 Jahren Erfahrung, aber wir können die Maus verdammt gut halten und verdammt gut Online-Räume kreieren, ja, und können das agile reinbringen. Aber, also auch sich den Mut zu haben, Kooperation einzugehen, Partnerschaften zu verbünden, ja, und in dem Fall auch immer zu wissen, was die Intentionen hiervon, ja. Der Online-Trainer ist in dem Fall zwar Muträume, aber der wird natürlich jetzt nicht das Gemeinwohl steigern, ja. Das ist natürlich, also natürlich sind bei uns NGOs immer kostenfrei dabei, wir laden viele, viele Non-Profits ein, auch unseren Videokurs zu nutzen, weil einfach da auch die Wirksamkeit sehr wichtig ist, dass die Leute auch den Sprung schaffen, das Sozialwesen, das sind immer ganz andere Menschen, die eigentlich gar kein Internet nutzen, da muss man natürlich noch viel mehr mit reingeben, das machen wir quasi geschenkt. Das ist meine Mitteilung dabei, meine Teilhabe dort zu zeigen. Aber, ja, es ist auch zu wissen, okay, nee, es ist jetzt in dem Fall ein profitables Geschäftsmodell, es geht da schon um Umsatz, um ein finanzielles Auskommen, versus eben natürlich diese Gemeinwohlorientierung, die wir trotzdem nicht außer Acht lassen.

Torsten J. KoertingJa, plus, dass es um Impact geht, nämlich Menschen wie mich zum Beispiel, wie auch ein Teilnehmer, ich glaube, des zweiten Kurses, des offiziellen nach außen, an dem ich teilnehmen durfte und unfassbar viel gelernt habe, dann ja auch selbst nochmal einen ähnlichen Ansatz auch gefahren habe, auch als ein Pilotmodell für die Business School, für die ich arbeiten darf. Da bin ich ja Gastprofessor und habe dann viele, viele dieser Ansätze dann auch dort nutzen dürfen. Dieses Modell, was da entstanden ist, ist ja noch sicherlich nicht am Ende, aber Sinnbild dafür, wie man mit einer ersten Idee in die Umsetzung kommt, was testet, um daraus dann eine gesamte Produktkategorie zu entwickeln und sich auch in Deutschland, darf man mittlerweile sagen, auch etabliert hat, als jemand, der Online-Trainern, Trainern, Coaches, Berater, Speaker, Experten, sagt man ja immer in so einem Fluss, mal richtig Licht ans Fahrrad macht, das Online sehr inspirierend für die Teilnehmer so zu beleben und ihr damit ja einen grandiosen Rippel-Effekt ausgelöst habt. Deswegen auch diese Impact-Analogie, ihr nämlich Menschen wie mich befähigt, dann wieder ihre eigenen Formate und Muträume, die wir schaffen, Menschen wie ich schaffen, so wirksam werden zu lassen, dass wir als Menschen wirksam werden durch euch. Ist das etwas, was euch damals so bewusst gewesen ist, als die Idee entstanden ist?

GastDas ist in der Tat, das war für mich, für mich war immer wichtig, dieses, ja, da sind Menschen, die brauchen das jetzt, weil, damit sie weiterarbeiten können und weitere andere Menschen befähigen können, dass wir das, wir haben ja dann nochmal eine Umfrage gemacht vor zwei Monaten mit dem Marktplatz, wo wir jetzt auch letztendlich auch deine Trainings ja mit aufnehmen werden und dort haben wir auch mal gefragt, was ist denn danach passiert, nach euren Workshops, ja, und die haben gesagt, ja, nach vier Wochen konnte ich meinen ersten Online-Workshop selber machen und ich konnte bereits, also diese 400, 500 ersten Kunden, die wir hatten, die ersten Trainerinnen und Trainer, haben mittlerweile 100.000 Teilnehmer befähigt, also das ist schon gigantisch, ja. Und vorher war eigentlich bei mir immer so der Kopf, natürlich in dem Fall wegen dem Klima, auch immer so, ja, die Spanier hat ihren CO2, die fahren nicht mehr durch die Gegend, es fliegen keine Leute mehr ein, aber du hast vollkommen recht, der intellektuelle Impact, in dem Fall wirklich andere Menschen mit seiner Fähigkeit zu befähigen und das optimal im Internet zu machen, das ist relativ neu tatsächlich, ja. Das ist jetzt seit Miterkenntnis des Feedbacks aus diesem Marktplatz entstanden, ja.

Torsten J. KoertingJetzt ist ja, die sind ja die Formate und auch jetzt das neue Playbook, was ihr habt, sehr, ich will nicht sagen, das bitte nicht wertend verstehen, aber sehr Methoden- und Tool-lastig, also sehr wie orientiert, wie machen wir das denn im Online dann nachher und mit welchem Ansatz kann man das fahren? Und jetzt ist das ja nicht nur maßgeblich von der Methode bestimmt, sondern du hast eben den Begriff auch schon genannt des Facilitators. Was macht denn, was macht denn aus deiner Sicht einen guten Facilitator im Online aus, der einen wirksamen Mutraum schafft?

GastAlso erst mal, dass der Facilitator nicht alleine ist, ja. Also wir sagen immer beim Online-Training, sei zu zweit, ja. Es lohnt sich, dass jemand mal was übernimmt, es lohnt sich, dass jemand die Technik beherrscht und dir quasi den vollen Fokus auf deinen Teilnehmer setzt. Also zu gucken, wirklich jeden einzelnen Teilnehmer zu verstehen, wo steht er gerade, wie fühlt er sich gerade, an welchem Level ist er in Legetik auch und ihn notfalls auch wieder abzuholen, ja. Das ist, glaube ich, eine ganz wichtige Komponente. Also nicht alleine, sondern immer, man ist eben dann nicht alleine auf der Bühne, sondern ist mit mehreren Leuten am Werkeln. Das Zweite ist, dass ich die Bühne, du bist natürlich nicht auf der Bühne, sondern es ist natürlich dein Teilnehmende, ja. Sie sind diejenigen, die das weiterbringen wollen. Du bist quasi nicht der Held, du bist der Guide, ja. So in der Heldenanalogie der Heldenreise bist du der Guide, der quasi diese Helden befähigt, ihren nächsten Schritt zu gehen, nämlich in dem Fall wirklich Online-Seminare und Trainings und Workshops und Meetings vor allen Dingen top durchzuführen.

GastUnd das Dritte, was einen Facilitator wirklich ausmacht, und da bin ich auch am Üben, ja. Ich bin jetzt kein perfekter Facilitator, ja. Es gibt Wunderbare, die das noch viel besser können. Mein Partner hat Dirk Lehmann, ein großartiges Talent, ja. Aber es ist auch so eine gewisse Leichtigkeit reinzubringen, ja. Ich glaube, das ist auch nochmal wichtig, nicht immer zu verkrampft zu sehen, auch immer zu verstehen, wann brauche ich denn Energie und wann brauche ich vielleicht weniger Energie. Oder wann braucht es den Durchbruch und wann geht man mal in die Schwelle, wann hebt man die ganze Gruppe über diese Schwelle, ja. Und das sind so letztendlich Fähigkeiten, die ein Facilitator wirklich ausmacht, ja.

Torsten J. KoertingAlso du sagst, diese Leichtigkeit, ne. Dieses Spüren, was braucht der Raum jetzt gerade, ne. Und das ist ja was, bleiben wir nochmal bei Reinventing Organizations oder bei Ken Wilbert, die blauen, die strukturierten, denen fällt es ja unheimlich schwierig, mal von der Agenda abzuweichen und die Struktur zu verlassen, die sie sich selbst gegeben haben und damit zu verpassen, zu spüren, was der Raum gerade braucht. Jetzt wart ihr ja am Anfang auch sehr stark mit Session Lab, das ist ja ein grandioses Tool, um gerade so einen Regieplan für solche Workshops oder auch Muträume zu untermauern, zu untermalen und auch diesen Rahmen zu schaffen, diesen strukturierten Rahmen. Wie ist es euch gelungen, auch als Facilitator, Dirk und dir, mehr in das Spüren des Raums reinzugehen und dann den Mut zu haben, von der harten Struktur abzuweichen?

GastGenau, also tatsächlich haben wir, wir wissen es, wenn natürlich online gewisse Zeitbarrieren auch sehr, sehr viel komprimierter etwas stattfindet, dadurch hast du natürlich automatisch einen klaren Zeitplan. In den Muträumen, also in diesen Räumen, wo du quasi dann wirklich auch die Lücken hast, da ist es natürlich viele Pausen, es sind die FAQs, es ist die Zeremonie am Ende des Workshops. Also da haben wir dann wirklich schon sehr viel Bandbreite, die wir spielen können. Oder allein schon das Entry, wenn die Leute reinkommen in den Workshops und ich meine, bei Project Mastery, wo ich bei dir war, das war ja grandios, das war genau das, also die Leute wirklich auch anfeuern, anfeuern und wir bei Namen zumindest nennen, wer dann da gerade reinkommt und auch guten Tag zu sagen, nette Musik zu spielen und letztendlich wirklich die Haltung und auch die Atmosphäre zu schaffen in einem virtuellen Raum. Und ja, letztendlich ist es wirklich dann das achtsame Aufpassen und sich auch erlauben, Lücken in dem vorgehendsten Modell zu haben und auch bewusst auch mal zu kontern oder auch den Kurs zu ändern. Das ist auch in einem dreistudigen Workshop notwendig oder möglich.

Torsten J. KoertingAlso was du auch sagst, man darf unterscheiden, was ist der Purpose des Workshops oder des Raums, den ich dort schaffe? Ist das ein Training, wo es darum geht, wirklich auch Inhalte zu vermitteln, natürlich mit einem gewissen Austausch, den ihr ja bei dem Drei-Stunden-Workshop auch ermöglicht und speziell bei den Cafés, die ihr auch gestaltet, um Alumni des Workshops nochmal eine Plattform zu geben, das Angewandte zu reflektieren und daraus wieder zu lernen? Oder eben ist es ein Raum, in dem Kreatives entstehen darf, wo eine gewisse Flexibilität notwendig ist, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, was eben nicht heißt Wissensvermittlung. Wenn du jetzt mal auf die Rolle des Fassilitators schaust, viele kennen sich vielleicht gar nicht mal als Fassilitator, sondern eher als Trainer oder Berater, wie du auch eben schon gesagt hast. Aber bleiben wir mal bei der Rolle des Fassilitators. Was braucht es aus deiner Sicht im Online mehr und nochmal anders als das, wenn wir im Offline in Anführungszeichen facilitieren? Du hast eben von Musik gesprochen, du hast eben davon gesprochen, wie kommt man in den Raum rein, wie wird man begrüßt? Was macht das im Online, was braucht es im Online noch mehr, damit die Energie entsteht, die man sich vielleicht in Anführungszeichen als Fassilitator wünscht?

GastWas du, worauf du auf jeden Fall beachten kannst, ist die Leute erstmal irgendwie auch versuchen kennenzulernen. Und du hast vermutlich weniger Zeit als vorher. Vorher konntest du Einzelcalls vereinbaren, du konntest hinfahren, du konntest dir vorher die Location anschauen, du konntest dir mal so Side-Talks mithören, beim Kaffee schnacken. Das fällt natürlich leider weg. Das heißt, man muss sich immer auf komplett neue Leute einlassen. Also diese Offenheit, auch von Leuten, die dann kommen, die vielleicht etwas anders denken, die etwas, die vielleicht auch, na, wie soll ich es ausdrücken, die komplett auch anders denken, freie Radikale letztendlich, dass man die mitnimmt, dass man sich darauf einlässt und uns auch positiv überrascht bleibt. Das ist eine Haltung, die übe ich selber sehr stark mittlerweile, sich wirklich darauf einzulassen und immer ein Ja und zu sehen und nicht ein Ja aber. Das ist einer der Hauptgründe, glaube ich, damit sich auch jeder wohlfühlt. Weil du hast halt diesen Screen mit deinen 15, 20, 30 Teilnehmenden. Du hast halt Boxen, ja, und die Leute gucken alle auf dich, du guckst alle auf die Leute. Und das ist eine ganz andere Situation als im Workshop, wo du eigentlich nicht immer alles sehen kannst. Und da ist es trotzdem wichtig, dass du versuchst zu scannen und zu sehen kannst, wie geht es den Leuten, gerade und was kommt da für Impulse hoch?

Torsten J. KoertingIch glaube, wenn irgendwann mal die Anzahl deiner Teilnehmer nicht mehr auf den Screen passen, glaube ich, es sind ja 49 plus man selber, ich glaube, dann ist das ein kleines Luxusproblem. Die Einzelnen eher noch die Herausforderung haben, mal den Screen so zu füllen, dass auch eine gewisse Energie entsteht. Also ich bin mega beeindruckt, was ihr da in diesen zehn vergangenen Monaten allein, online-trainers.de und das werden wir, die URL packe ich in die Shownotes natürlich, was da entstanden ist und auch immer noch Neues entsteht. Du hast jetzt von dem Marktplatz gesprochen, Anfang des Jahres, wenn der gelauncht wird. Das Playbook ist jetzt gerade veröffentlicht worden, vor, ich glaube, zwei Wochen. Wir sind jetzt hier Anfang, Mitte Dezember. Zwei Tage. Ein paar Tage, also ein paar Tage, gefühlt ist es zwei Wochen, wahrscheinlich, weil ich im Prozess so stark involviert gewesen bin. Ja, dann euer Training, was jetzt für Führungskräfte angeboten wird, um nochmal viel tiefer reinzugehen, mal abseits von einem dreistündigen Workshop wirklich in noch ein bisschen mehr Inhalt und auch in die Rolle des Facilitators nochmal stärker mit einzusteigen, um eben einen Online, einen Raum oder einen Mutraum im Online richtig zu beleben. Gib uns mal einen Ausblick für das, was an welchen Prototypen arbeitet ihr schon gedanklich, was dann nach dem Marktplatz und nach dem nächsten Training für die Führungskräfte noch ansteht. Gibt es schon ein paar Ideen darüber hinaus?

GastJa, und zwar durch das, also im Literal Leadership wirst du spüren, dass natürlich eine Führung im Internet von virtuellen Teams, und ich bin ja immer in so zwei, drei Projektteams am agieren und arbeite ja auch in dem sozialen Bereich, in der Gemeinwohlökonomie ja sehr stark virtuell und online, schon seit längerem. Und du wirst halt merken, dass natürlich die Führungsart und Weise nicht mehr so funktioniert wie früher. Top-down ist halt nicht mehr möglich, also es ist viel, viel weniger möglich als vorher. Und dadurch entsteht eine ganz andere Arbeitsdynamik. Das ist im Mitarbeiten, bekommt also nicht immer nur Aufgaben zum Abheften oder zum Abhaken, sondern er bekommt halt jetzt, letztendlich muss er viel mehr nochmal mitwirken, mitdenken, das Ganze auch noch online. Wir haben also eine doppelte Verschärfung. Die Verschärfung auf der einen Seite, die Führung zu verändern, sie bricht herunter von der Hierarchie in eine, in eine Lateral Leadership, in einer gemeinsamen Führung, als Team gemeinsam viel mehr Entscheidungen und auch schneller Entscheidungen fallen müssen. Das geben wir halt auch mit an die Hand, wie man Entscheidungen richtig fällt im Internet. Und das Zweite ist natürlich dann die Kollaboration, die Zusammenarbeit. Und ich glaube, da auch nochmal die ganzen Learnings aus diesen letzten Jahrzehnten fast schon einmal zu merken, Hey, mit dem Hackathon, den Hackathon für das Karneval, das sind unbekannte Leute gewesen. Wir haben sechs Calls gebraucht und dann hat das Ding gestanden. Also es ist irgendwie, es funktioniert sehr effektiv, neue Projekte online auch aufzugleisen und letztendlich zu gestalten. Und das wird, glaube ich, ein nächster großer Punkt sein, die Online-Kollaboration auf der einen Seite. Das ist das, was in Doing, in der Arbeit, in der Organisationsentwicklung passiert. Und dann natürlich auf der Meta-Ebene habe ich ja am Anfang schon gesagt, wir haben die Diversität, eine Biosphäre, die radikal sich verringert jedes Jahr. Wir haben das Klimaproblem und wir haben eine Klima-Ungerechtigkeit. Und da nochmal auf ganz anderen Ebenen zu wirken, da bin ich gerade auch am forschen, aber zu gucken, wie kann man wirklich das, was viele tolle Menschen sich letzten Jahrzehnte ausgedacht haben, wie kann man das wirklich kristallisieren, wirklich umsetzen, dass jeder Mensch sich auch damit wohlfühlt, dass wir jetzt eine neue Ära der Wirtschaft auch einschreiten müssen.

GastDas ist aber ein ganz anderes Projekt, eine ganz andere Herausforderung. Da ist noch nicht ganz klar, wie sich das manifestiert, aber da passieren kleine Dinge. Bücherprojekte, vielleicht auch den Podcast oder das Hörbuch nächstes Jahr mit dir. Da sind politische Engagements in der Mache, da sind Vernetzungen von Menschen in der Mache. Mal gucken, was da passiert. Ja, und ich glaube,

Torsten J. Koertingdass bei dir, wie du sagst, oder jetzt auch, wie wir in den letzten 45 Minuten darüber gesprochen haben, ganz viel zusammenkommt. Du hast im Eingangsgespräch schon gesagt, du hast einen sehr intensiven Ikigai-Workshop auch schon hinter dir, um mal, dein Purpose heißt das ja im Ikigai, also deine Berufung im Kern, mal kennenzulernen und ich glaube, dass da jetzt gerade ganz viel zusammenkommt. Du bist ja jetzt auch noch in den kraftvollen Jahren unterwegs, aber mit dem, was du alles dort schon belebt und erlebt hast und jetzt immer dich auch selbst wieder, ich will sagen, innovierst und auch neu erfindest, ganz viel jetzt zusammenkommt, um damit auch das Gemeinwohl und die Gemeinwohlökonomie in einer ganz anderen Form zu beleben, weil auch die sich ja in Richtung Online, in Richtung Kollaboration und zwar nicht nur in Deutschland oder im deutschsprachigen Raum, sondern auch international belebt werden darf mit der Kompetenz, die jetzt auch Online-Trainers bei dir hat wachsen lassen, du nochmal ein ganz anderes Spielfeld kreieren kannst. Also Mutraum, um in deinen Worten zu bleiben.

GastGenau und im täglichen Doing ist es ja auch so, ich bin ja hier in einem Tiny House am Rhein. Ja, krass, ja. Ein schöner Fluss, das ist meine Nachbarin. Einfach mal auch zu testen, mal vier Wochen sich so ein Tiny House zu mieten, mal auch den Beziehungsraum zu erweitern in dem Fall, das eigene Haus, die eigene Wohnung letztendlich zu erweitern mit einem Haus, ja, genau. Das sind Experimente einfach, ja, und dann daraus eben zu lernen und sich hineinzuspüren, weil du wirst immer mehr merken, wir haben da einen wunderbaren Dreiklangmalen-Webinar-Work-Talks gemacht, in dem Fall, wo wir immer darüber reden, über die emotionale Intelligenz. Ja, wir haben Steinzeit-Eidechsen-Gehirne, die brechen wir auf, da bist du natürlich der Vorreiter, ja. Letztendlich da, die emotionale Agilität zu steigern. Das Zweite ist, wir haben mittelalterliche Organisationsformen, ja, aus den 120 Jahre alte geprägte Organisationsstrukturen, aus dem Militär, aus der Kolonisierung, das wir jetzt weiter zusammenbrechen müssen. Und wir haben Technologien, die wir gottähnlich betrachten, ja, wo wir teilweise auch die Herrschaft drüber verloren haben. Und die Technologien anders zu nutzen, als wir es vielleicht wollen, den Mut auch dazu zu haben, dazu zu stehen. Wir machen kein Big Data, wir machen keine Daten-Tracking-Sammlung. Wir nutzen Technologien mal anders, wie ein Messer, ja, positiv bitte. Und diese Dreiklang, ja, das ist das, was die Welt massiv jetzt die nächsten Jahre begleiten wird, ja. Und da findet man hoffentlich seine Schublade, wird man seine Schublade finden. Das ist eine Frage der Offenheit, ja.

Torsten J. KoertingJa, nicht nur Schublade finden, sondern du bist, glaube ich, jemand, der die Schubladen mal aufzieht und diejenigen, die in den Schubladen sitzen, mal zeigt, was es sonst noch so alles gibt. Und du ja auch Vorreiter dessen bist, du hast gerade von deinem Tiny House gesprochen und sicherlich damit auch wieder eine Inspiration für den einen oder anderen, sich sowas auch mal zu überlegen, nicht nur ins Retreat nach, auf die Kanarischen Inseln zu fahren. Ich glaube, in den nächsten Monaten.

GastOder Neuseeland dieses Jahr. Ich wollte Neuseeland, drei Monate.

Torsten J. KoertingJa.

GastJa, jetzt habe ich was anderes.

Torsten J. KoertingJetzt bist du woanders. Jetzt bist du im Tiny House am Rhein und erkennst, dass dort auch eine große Erfüllung drin liegen kann und eine Bereicherung, sich solch einen Raum auch mal zugänglich zu machen. Oh ja. Für die Menschen, die den Daniel Bartel jetzt mal besser kennengelernt haben, wo können wir dich finden im Internet? Was ist so der beste Ansatzpunkt, um mehr über dich zu erfahren und auch mal reinzuspüren, reinzufühlen, was dich gerade umtreibt beziehungsweise dich auch mal persönlich zu erleben?

GastKlar, auf den sozialen Medien, natürlich Instagram, Twitter und ansonsten auf der Webseite dain-bartel.de. Die hängt ein bisschen hinterher immer. Aktualisieren. Aber da findet man mich in der Regel relativ häufig. Und das sende ich dann natürlich bei den ganzen Workshop-Formaten, lade ich dazu ein, mich zu kontaktieren, sei es als Einzelperson, mal einen Hinweis zu bekommen, gar kein Problem, ein bisschen zur Organisation, wo wir Innovation voranbringen, wo man vielleicht bei dem Mittelstand merkt, hey, ja, es braucht ein Umdenken, wie ich wirtschaften möchte. Und da gibt es viele Mittelständler, die sich gerade inspirieren lassen, nur nach diesem Willkommen auch sich bei mir zu melden.

Torsten J. KoertingGroßartig. Und Online-Trainers werden wir natürlich auch verlinken in den Shownotes. Kann ich nur jedem empfehlen, sich zum einen das Playbook zugänglich zu machen oder die paar hundert Euro für den dreistündigen Workshop mal zu investieren. Ich darf aus eigener Erfahrung sagen, das war Next Level Shit und hat ermöglicht, dass zum einen in den Universitäten, in denen ich aktiv bin, wir grandiose Erlebnisse für internationale, wirklich auch Seniore-Studenten, die den Global Executive MBA dort machen, zu ermöglichen, als auch unsere Personal Brand Mastery, die Fünf-Tages-Challenge, die wir ja dieses Jahr dreimal gemacht haben mit insgesamt 150 Teilnehmern. Ohne eure Impulse von dir, lieber Daniel, und auch von Dirk, Dirk Lehmann, deinem Kompagnon an der Seite des Online-Trainers, wäre das nie möglich gewesen und hätte auch für mich diese Gedankenwelt nie eröffnet, der dann auch unter dieser Einschränkung gewesen ist. Das, was wir im Offline ermöglichen, nämlich die Emotionalität, den Zugang zu den Menschen, die Möglichkeit, in Räumen Begegnungen zu schaffen, war mein Glaubenssatz, das wird im Online nicht funktionieren. Und den Glaubenssatz habt ihr maßgeblich in dem Drei-Stunden-Workshop schon widerlegt. Und wir haben das dann Ganze auch für uns nochmal auf ein nächstes Level gebracht, wo wir nicht gesagt haben, dass im Online, speziell durch eine gewisse Komposition, der Asynchronität, also das nicht nur am Block, sondern der, wie sagt man, der Bausteine, die intelligent zusammengestellt werden, wir sogar noch deutlich mehr erreichen können als im Offline. Das hätten wir auch so nie gedacht. Und da waren wir diejenigen, die die Grundlage dafür geschaffen haben. Das werden wir dann auch mit rein verlinken und können wir nur jedem empfehlen, sich da dem Ganzen auch nochmal zugänglich zu machen. Von daher, Daniel, darf ich mal sagen, danke für dieses erste große Interview hier. Du wirst ja auch bald in der Menti-Gruppe mal einen Experten-Call mit uns machen. Und da dürfen wir dann auch schauen, in welche Stoßrichtung das geht. Die werden sicherlich alle an deinen Lippen hängen, wenn es auch um das Online-Training geht, da noch wirksamer zu werden. Aber auch sicherlich die Gemeinwohl-Ökonomie wird da eine große Rolle spielen. und deine inspirative Kraft und dieses Vorausdenken an der Stelle. Lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, lieber Daniel. Ich kenne deinen Terminkalender. Es ist immer unheimlich herausfordernd, dort mal eine Lücke zu finden. Von daher danke, dass du heute hier gewesen bist. Und wie es hier so unsere Art ist, in diesem Podcast, das letzte Wort gehört dem Gast und mit deiner Botschaft, lieber Daniel, an die lieben Zuhörerinnen und Zuhörer.

GastVielen Dank, Torsten. für diesen großartigen Podcast, den du produzierst. Danke, dass ich hier sein darf. Mir ist ganz wichtig, dass wir alle wirklich versuchen, diese neuen Themen, die dort überall schon existieren, ich habe es am Anfang ja auch erzählt, dass wir erlauben, das mal anzufassen und auch dann zu sagen, entweder ich nehme es mit oder ich lasse es auch liegen. Das ist auch voll in Ordnung. Aber sich das mal anzuschauen, denn so durch kriegen wir eigentlich gemeinsames Verständnis. Ja, wir brauchen viel mehr Verständnis miteinander, auch wieder viel mehr Zuhören, viel mehr Zugang zueinander. Ich glaube, es geht auch damit, dass man einfach auch mal sich die anderen Seiten mal besser und genauer anschaut. Und das ist mein Appell an alle, letztendlich diesen Mut zu nehmen und gemeinsam zu explorieren, mal ungewöhnliches Ding auszuprobieren, einfach mal ungewöhnliche Menschen zu kontaktieren, diesen Menschen empathisch und auch auf Augenhöhe zu begegnen. Vor allem junge Menschen, die in der Fridays for Future Bewegung sind, die fühlen sich sehr manchmal sehr stark abgehängt von dem Rest der Gesellschaft. Und das ist eine Gefahr, glaube ich, die wir nicht haben wollen. Und deswegen ist es ganz, ganz wichtig, nochmal ein bisschen Zeit zu investieren in dieses, was ist denn da eigentlich, was als nächstes kommen darf? Was ist vielleicht doch nicht ganz so dienlich der Menschheit mehr, wie es früher mal war? Was können wir vielleicht auch abschaffen? Ex-Innovation, ein Thema. Ja, Innovation ist schön, aber Ex-Innovation ist noch viel schöner. Freiräume schaffen wie nur Muträume. Das ist mein Appell.

Torsten J. KoertingGrandioses Schlusswort, lieber Daniel. Vielen Dank und auf bald. Danke dir.