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Cover des Podcasts „Deep Dive mit Torsten Koerting“

Folge 071 · 16. April 2021

Prof. Dr. Manuel Sand - Über Adventuremanagement, Herausforderungen und Mikroabenteuer

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Prof. Dr. Manuel Sand ist der erste und bis jetzt der einzige Professor für Adventuremanagement in Deutschland. Er hat das Mikroabenteuer bekannter gemacht und unterstützt Menschen darin, wieder mehr Abenteuer in der Natur zu erleben und sich mehr mit ihr zu verbinden.

Neben den 6 Monaten auf einem Segelschiff mit einer Schulklasse, macht er Expeditionen mit seinen Studenten, die alle Teilnehmer wachsen lassen und der Natur noch näher bringen.

In dieser Folge erfährst du:

  • was Adventuremanagement ist und warum es etwas Besonderes ist  [08:55]
  • wieso Abenteuertourismus mehr mit Herausforderung als mit Risiko zu tun hat [12:23]
  • wie Manuel der erste und bis jetzt einzige Professor für Adventuremanagement wurde [22:20]
  • was das „Klassenzimmer unter Segeln" ist [25:30]
  • wie der Glaube an sich selbst und das Vertrauen ins Leben deinen Erfolg nachhaltig bestimmen [35:13]
  • wie Manuel das Abenteuer „Klassenzimmer unter Segeln" erlebt hat  [38:54]
  • wie der Studiengang Adventuremanagement aufgebaut ist, was Studenten in diesem Studiengang lernen und warum das Ganze so spannend ist [46:24]
  • von Expeditionen, die im  besagten Studiengang geplant und durchgeführt werden und wie all das die Studierenden prägt [55:29]
  • wieso Planung A und O bei Abenteuertourismus ist und trotzdem genug Freiraum geben sollte [58:10]
  • was Mikroabenteuer sind und wie diese dein Leben bereichern können [1:01:53]
  • die erkenntnisreichsten Aha-Momente von Manuel aus der Coronazeit und was diese mit Komfortzonenerweiterung, Mindsetveränderung und der Natur zu tun haben  [1:09:23]

Hier findest du Manuel und alle im Interview erwähnten Links:

Manuel Sand auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/manuel-sand-608050101/?originalSubdomain=de

www.fahm.de – Hochschule für angewandtes Management 

E-Mail: manuel.sand@fahm.de

Ruth Merk – Klassenzimmer unter Segeln - https://kus-projekt.de/

Buch – Outdoor, Mensch, Natur - https://www.amazon.de/dp/B07YL6D16H/

Buch – Leadership und Guiding - https://www.socialnet.de/rezensionen/27241.php

Viel Spaß bei dieser Folge.

Das Transkript zum Nachlesen

Maschinell erstellt und nicht redigiert — Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Sprecher automatisch getrennt; Gäste sind nicht namentlich zugeordnet. 13.548 Wörter, 89 Minuten Gespräch. Als Textdatei laden.

Torsten J. KoertingHallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge des Umsetzungsgiganten-Podcasts und heute natürlich auch wieder mit einem wahren Umsetzungsgiganten, denn er ist der erste und immer noch einzige Professor in Deutschland für Outdoor- und Abenteuermanagement. Er ist jemand, der vor vielen Jahren schon das Konzept von Mikroabenteuern in Deutschland eingeführt und auch ein Stück weit hat groß werden lassen. Er ist jemand, der in einem Buch schon die Kombination von Führung und Führungskompetenz in den Kontext der Natur und des Erlebens von Abenteuern gesetzt hat. Er ist derjenige, der ein Stück weit mit einer Segelklasse unter Segeln gelehrt und geschult hat und das auf offenem Meer, nämlich eine Klasse, die über ein halbes Jahr lang um die Welt gesegelt ist. Er hat diese Klasse ein Stück weit begleitet und heute ist er jemand, der einen Lehrstuhl hat an der Hochschule für Angewandtes Management. Er ist derjenige, der in Treutlingen am Abenteuer Campus, am sogenannten Adventure Campus, seinen eigenen Studiengang mit seinen Studenten belebt in unterschiedlichen Altersklassen. Und dieser Studiengang doch das ein oder andere Besondere miteinander verknüpft, nämlich das Erleben der Natur im Outdoor- und Abenteuer-Management-Kontext und natürlich, wie das Wort schon sagt, Management, nämlich auch die gesamten Business-Aspekte von der Gründung bis zur erfolgreichen Führung eines Unternehmens, welches Menschen in die Natur und ins Abenteuer führt, um somit neue Führungskompetenzen erlebbar zu machen. Wir sprechen über seinen Werdegang, über seine eigene Entwicklung. Wir sprechen darüber, was der Wendepunkt in seinem Leben gewesen ist, auf den er sich dann und durch den er sich dann auf diesen neuen Weg begeben hat. Wir werden natürlich auch demaskieren, wie es um die Schulklasse unter Segeln bestellt war. Wir werden überprüfen und nachgehen, was diesen Lehrstuhl ausmacht, wie er selbst für sich Mikroabenteuer erlebt und belebt und natürlich, wie er die letzten zwölf Monate in einem Rahmen der Pandemie erlebt hat und was das für ihn, seinen Studiengang und die Fachhochschule bedeutet hat. Und jetzt freue ich mich auf das folgende Interview und auf meinen heutigen Gast. Bitte begrüßt recht herzlich mit mir Manuel Sand.

Torsten J. KoertingManuel, schön, dass du hier im Umsetzungsgiganten-Podcast bist und dir dafür zum zweiten Mal die Zeit nimmst. Manuel, schön, dass du da bist.

GastJa, ich freue mich hier zu sein und ja, zweimal ist kein Mal, oder?

Torsten J. KoertingIch glaube, das können wir den Zuhörerinnen und Zuhörern ruhig sagen. Auch der Umsetzungsgigant macht Fehler und darf diese auch eingestehen und offen adressieren. Denn wir haben dieses Interview schon mal geführt. Es ist ein paar Wochen her und just zum Ende hin, wenn wir anderthalb Stunden uns über ganz viele Bereiche ausgetauscht haben, gucke ich so auf den Zoom-Call und kriege so kalte Schweißausbrüche, weil ich vergessen habe, den Record-Button zu drücken. Und das haben wir heute hier doppelt und dreifach abgesichert. Von daher finde ich das großartig, Manuel, dass du dich nochmal darauf einlässt und deine ganz wertvolle Zeit investierst. Und wir starten natürlich auch in diesen Podcasten. Wir wissen noch nicht, was passiert, was wir vom letzten Mal wieder mit reinbringen, was entsteht. Mit natürlich der ersten Frage. Stell dir vor, Manuel, wir treffen uns auf Berghütte in den Alpen. Du bist ja auch ein ganz Outdoor-Affiner. Wir sind irgendwie von unterschiedlichen Seiten auf die Hütte gestiegen, treffen uns dort, übernachten dort und sitzen abends da bei der Bretteljause zusammen. Und nachdem wir den Tag reflektiert haben und ausgeschaut haben, wo es denn morgen so hingeht für jeden von uns, kommt irgendwann die Frage, Mensch, was machst du denn sonst so, wenn du nicht auf den Bergen rumkraxelst und in hier in Hütten übernachtest? Manuel.

GastJa, dann würde ich dir erzählen, dass ich sonst auch mit dem Thema draußen sein viel zu tun habe, dass ich an der Hochschule für angewandtes Management Studenten den Outdoor-Sport näher bringen darf, auch das Management dahinter, um beide Seiten sozusagen in ihre Berufsleben mit einbringen zu können. Und ich würde dir vielleicht aber auch erzählen, dass es da viele spannende Forschungsbereiche gibt, in denen ich da auch unterwegs bin. Und vielleicht haben wir ja das eine oder andere am Berg dann selber erlebt und können da noch ein bisschen drüber reden am Abend.

Torsten J. KoertingUnd das werden wir sicherlich, weil was bei dir wieder so wunderbar durchklingt, ist deine Bescheidenheit. Ja, und diese Demut, die du in dir trägst. Wenn man dich im Internet googelt, und das dürfen die Zuhörerinnen und Zuhörer gerne mal machen, Manuel Sand einfach in Google mal eingeben. Du bist Deutschlands erster und immer noch einziger Professor für Sportwissenschaft und Outdoor-Sport und bist für das Adventure-Management bei der Hochschule für angewandtes Management unterwegs. Und das ist ja also der Erste und immer noch der Einzige zu sein. Wie fühlt sich das an für dich, Manuel?

GastAuch, wie du sagst, Bescheidenheit. Also, was ich so schön an der ganzen Geschichte finde, ist einfach, dass es ein Thema ist, wo sehr viel Leidenschaft dabei ist. Also, ja, ein sehr, sehr spannendes, sehr aktuelles Thema, gerade in Corona-Zeiten. Da werden wir vielleicht auch noch drüber reden, dass immer mehr Leute auch rausgehen, die Natur wieder entdecken und in der Natur sein etwas Tolles. Und es macht sehr, sehr viel Spaß, einfach diese Begeisterung zu teilen mit jungen Menschen, die da ähnlich auch ticken und eine ähnliche Begeisterung haben. Es ist sehr toll, insofern der Einzige zu sein, weil man natürlich auch, was Forschung angeht, was Themen angeht, dann noch vielleicht auch mal eher noch irgendwo Gehör findet, eingeladen wird, aber auch sich in Studien austoben kann, weil man in Deutschland doch noch nicht so viel gibt. Also, man kann sich sehr, sehr viel bewegen und machen, was jetzt nicht heißt, dass ich mich freuen würde, wenn es mal noch ein paar mehr von meiner Sorte sozusagen geben würde irgendwann, weil natürlich auch Forschung und Wissenschaft von Austausch lebt. Ganz klar, natürlich gibt es ein paar, die sich mit dem Thema aus verschiedenen anderen Perspektiven beschäftigen, aber so dieses Outdoor-Sport-Thema, dieses Abenteuer-Tourismus-Thema, was so der internationale Begriff ist, also da ist alles Adventure-Tourism und die reden nicht von Outdoor.

GastDa gibt es tatsächlich sehr, sehr wenig in Deutschland und es ist gar nicht so leicht, auch dann mal wieder Mitstreiter zu finden, wie ich feststellen durfte und uns noch abschließend klarzustellen, also für Sportwissenschaft gibt es natürlich noch wesentlich mehr Professoren, das ist so mein Background, wo ich herkomme, was ich studiert habe, was eine tolle Zeit war, wo ich sehr viel Sport selber gemacht habe, sehr fit war und aber auch eben viele Outdoor-Sportarten kennenlernen durfte, was mich dann doch auch so geprägt hat auf dem Weg, auf dem ich dann gelandet bin, sozusagen.

Torsten J. KoertingLass uns da mal ganz kurz so ein bisschen reinschauen, auch für die Zuhörerinnen und Zuhörer. Was macht diesen Lehrstuhl so besonders? In den Studiengang, den du dort aufgesetzt hast und begleitest, natürlich gucken wir dann später nochmal rein, aber was macht das so besonders? Und was unterscheidet aus deiner Sicht zu dem Adventure-Tourism, der Tourism and Adventure, wie es auch dann in Amerika hat? Was ist der Unterschied und was macht dein Lehrstuhl, was macht den Fokus, den du dort reingibst, so besonders?

GastAlso was mir sehr viel Spaß macht, ich glaube, ich kann es auch nur persönlich beantworten, die Frage ist, dass es immer sehr interdisziplinär ist, dass es nicht nur ist, ich habe jetzt hier, keine Ahnung, eine Gleichung, ein Lebewesen, das ich untersuche, sondern es sind immer verschiedene Aspekte, die mit rein spielen. Also zum einen hat man diesen touristischen Aspekt natürlich, dann ist es aber auch sportlich ein Thema, dann spielen aber ganz viele Sachen wie Führung, wie Risiko, wie Gesundheit mit rein, aber auch sowas wie, was macht es denn psychisch mit mir, wenn ich draußen unterwegs bin? Warum fühle ich mich vielleicht gut, wenn ich auf dem Berg stehe? Also es ist sehr interdisziplinär, was ich sehr, sehr spannend finde, was sehr, sehr viel Spaß macht. Und ja, also dieser Adventure-Begriff, ich weiß, dass der in Deutschland nicht so gern genutzt wird, dass auch Reiseanbieter sagen, nee, wenn was abenteuerlich ist, dann ist es schlecht organisiert, das wollen wir gar nicht verkaufen, sondern wir wollen hier ein Erlebnis verkaufen, ein tolles, und wenn die Leute da irgendwie denken, das ist abenteuerlich, dann fahren sie da vielleicht nicht hin. Deswegen ist es auch ganz schwer, irgendwie in Deutschland mal rauszufinden, wer sind denn deutsche Abenteuer-Touristen? Weil wenn du da Leute auf der Straße fragen würdest, würden die sagen, Abenteuer-Tourismus mache ich nicht. Die haben uns mal morningbiken und ich war letztes Jahr wandern, aber Abenteuer-Tourismus, das ist irgendwas ganz Wildes.

GastDas ist nicht ganz so leicht, wir haben das gerade versucht, Kollege Sven Groß von der Hochschule Harz und ich, so ein bisschen zu umschiffen und haben tatsächlich auch so eine Befragung gemacht zum Thema Abenteuer-Tourismus. Wir haben jetzt gerade auch vorher noch zusammen saßen, um die Ergebnisse gar zusammenzubringen, um das auch dann zu veröffentlichen. Aber da haben halt auch die Leute gefragt, was macht ihr denn eigentlich? Und dann hinterher ihnen eine Definition gegeben und dann auch gesagt, ja, würdet ihr das jetzt dazu zählen oder nicht? Weil das anders, glaube ich, nicht möglich ist, weil dieser Begriff einfach nicht etabliert ist. Wir benutzen ganz oft das Wort Outdoor im Deutschen, glaube ich, weil das jetzt auch in Post-Corona oder mit Corona-Zeiten sehr inflationär gebraucht wird. Also jetzt ist ja der Landessportverbund sagt dann auch, es ist jetzt Outdoor-Sport wieder möglich und meint dann, man darf draußen Fußball spielen und Tennis und Golf. Und wenn ich von Outdoor-Sport rede, dann ist es für mich ein Sport, der so ein bisschen Nervenkitzel vielleicht dabei hat, muss nicht immer ein Megarisiko sein, irgendwas, was einen doch aber auch fordert und herausfordert und wo man ganz intensiv auch im Austausch mit der Natur ist.

Torsten J. KoertingGenau, hast du die Brücke. Bin ich ganz weit weg von der ursprünglichen Frage. Das ist großartig, weil wir hören, wie du so dich dem Ganzen näherst. Also das sind ja dann so Gedanken, die entstehen, ja, Definition zu finden oder eine Beschreibung zu finden, die, ja, das Ganze in einen Kontext setzt, der auch andere abholt. Und wenn du mal jetzt ein Beispiel bringen würdest, also wenn du sagst Adventure-Management oder Abenteuer-Tourismus in Deutschland oder in Europa, wie du es verstehen würdest oder wie du möchtest, dass es verstanden wird, in welche Richtung würde das gehen?

GastAlso es soll darum gehen, dass Menschen, egal welchen Alter, also gerade auch jetzt so die Älteren sind da, da gibt es auch zumindest mechanische Studien nicht so abgeneigt davon. Die haben schon viel erlebt, die wollen, die waren schon auf verschiedenen Kontinenten, die wollen einfach nochmal was Neues erleben und buchen dann vielleicht die, keine Ahnung, zehntägige Wanderung durch die Mongolei oder was es da so gibt an den Nationen. Also das ist schon mal so die eine Schiene, also ich fahre irgendwo hin, mache eine Reise, die in der Natur stattfindet, wo ich auch wandere, wo ich vielleicht mit dem Mountainbike unterwegs bin, wo ich vielleicht auch mal klettern am Tag, also wo ich wirklich aktiv draußen bin und Dinge tue, die nicht so ganz alltäglich sind. Wenn man so in die Literatur guckt, dann ist ganz oft der Begriff Risiko, der irgendwo da auftaucht. Ich bin da nicht so der größte Fan davon, weil ich finde Risiko ist enorm subjektiv, wie auch jetzt aktuell ja oft auch diskutiert wird in Sachen Risiko. Und ich glaube, dass wir gerade auf der Autobahn wesentlich mehr Risiken eingehen, als wenn wir zu einer Kletterhalle oder auf dem Sub stehen oder mit dem Mountainbike im Wald unterwegs sind.

GastGenau, deswegen mag ich diesen Risikobegriff nicht ganz so, weil man wird dann was abgestempelt, als jemand, der irgendwas ganz extrem Verrücktes oder Wildes macht. Und wenn man auch Basejumper oder andere Leute fragt, die wirklich extreme Dinge tun, dann sagen die auch nicht, die machen das wegen dem Risiko oder weil es die Möglichkeit gibt, dabei drauf zu gehen, sondern die machen das, weil es ihnen einfach was Gutes gibt und weil sie das Gefühl haben, aber auch alles kontrollieren zu können und es sicher zu haben. Deswegen bin ich eher ein Freund davon, von Herausforderungen zu sprechen. Ich finde, was mich immer antreibt, ist, was zu tun und man sagt, Mensch, schaffe ich das oder Mensch, heute ist jetzt aber Sturm und Regen oder Schneid draußen, wie die letzten Freitag, das ist doch der, oder wir haben das am Montag, der perfekte Tag joggen zu gehen, finde ich immer viel cooler als bei Sonnenschein, wo jeder unterwegs ist, einfach weil man, ja, doch bei Wind und Wetter außen ist, was er lebt und sich in eine Situation bringt, die nicht so alltäglich ist.

GastAber zurück zum Abenteuer, Tourismus oder was ich da drunter noch verstehen würde, ich würde auch drunter verstehen, wenn man hier zu uns an die Altmühl zum Beispiel kommt, also ich bin ja in Treuchtlänge in einem Adventure Campus zu Hause, können wir vielleicht gleich auch noch ein bisschen drüber reden und da ist die Altmühl vor der Haustür und da sind ganz viele Leute und Familien, die da mit dem Kanu unterwegs sind, vielleicht sogar noch Zelten zwischendrin. Das ist für mich absolut Abenteuer, Tourismus, aber auch, ja, jegliche Aktivitäten, ich mache eine Tracking-Tour, was ja auch immer mehr im Kommen ist, Übernachtungsplätze im Wald, wo ich mein Zelt aufschlagen kann Und einfach mal ein paar Tage draußen in der Natur unterwegs bin und nicht in vier Wänden schlafe, sondern in einem Zelt oder einer Hängematte oder einfach nur außen unter dem Sternenhimmel.

Torsten J. KoertingDanke für die Diskussion und ich glaube, da ist eine große Bandbreite, die sich auch jeder von uns möglich machen kann, ob das jetzt der Trip in die Mongolei ist und dort einfach mal was ganz Neues und richtig aus der Komfortzone zu gehen, aus länderspezifischen Gründen, aus kulturellen Gründen, aber natürlich auch aus Gründen der Natur. Bis hin zum, ich sage es jetzt mal in der Sprache, die du auch mitgeprägt hast, mitunter durch ein Buch, was du geschrieben hast, nämlich dem Mikro-Adventure. Ja, was ja in dem Buch Outdoor, Mensch und Natur, was du geschrieben hast, eine große Würdigung findet und was ja auch mittlerweile von einigen Nischen-fokussierten, Abenteuerlustigen auch aufgegriffen wird und man da ja auch eine gewisse Literatur findet. Also sprich, ich nehme einfach mal einen Schritt mal raus aus der Tür, stoße die mal auf und gehe einfach mal zehn Kilometer in eine Richtung, in die ich noch nicht gegangen bin, bis hin zu, ich nehme jetzt mal den Schritt und fliege in eine Mongolei oder mache mal einen ganz besonderen Track. Würdest du sagen, so eine Nature-Leadership-Experience, wie wir sie anbieten, dass wir acht Tage eine Alpenüberquerung mit besonderen Elementen, wie jetzt Kajak fahren, Raften mit Fahrrad, was haben wir noch, übergleiten. Ja, und das Ganze in einen ganz anderen Leadership-Kontext zu packen, dass das in so eine Richtung geht, wie du dir es vorstellst.

GastAlso wäre jetzt für mich kein Micro-Adventure mehr. Ich weiß nicht, was. Das wäre natürlich schon ein größerer.

Torsten J. KoertingAber die Frage ist, wie definiert man ein Micro, ne?

GastJa, auch das. Nein, aber ich finde die Idee super und das ist jetzt auf einem meiner Kongressbände angespielt. Da ging es um Outer Mensch Natur, wo ich was zu Micro-Adventure schreiben durfte. Da können wir ja gleich nochmal drauf zurückkommen. Der darauffolgende Kongress hat sich mit dem Thema Leadership und Guiding beschäftigt und auch dazu gibt es einen Kongressband mit tollen Beiträgen der Referenten an dem Tag. Also ich finde, Leadership im Unternehmen hat ganz viel mit Leadership auch Outdoor zu tun. Ich hatte es ein bisschen ketzerisch auch in der Ankündigung damals geschrieben, wie lange wäre denn ein Abteilungsleiter mit seinem Team Outdoor überlebensfähig und wie gut könnte er das ganze Team führen. Ich durfte an dem Tag über Ernest Shackleton auch an einem Kongress referieren, der ja auch eine ganz tolle Story da gemacht hat. Und er in eine extreme Situation gekommen ist, dadurch, dass sie zum Symbol wollten und das Schiff im Eis zerquetscht wurde. Sie erst mal ewig lang fest sahen. Aber er hat, und deswegen gibt es da ja auch Leadership-Bücher, die sich an ihm orientieren. Er hat es sehr, sehr gut geschafft, das Team einfach zusammenzuhalten, die Motivation hochzuhalten. Und immer wieder positive Zwischenerlebnisse zu setzen, das Gesamtziel nicht aus den Augen zu verlieren, aber gleichzeitig zu versuchen, keine großen Hierarchien und niemanden zu bevorzugen, sondern alle quasi auf dem einen festgefrorenen Schiff und müssen da gemeinsam durch und müssen das putzen. Und ein Stück weit machen wir das ja bei uns im Adventure Campus auch mit Führungskräften oder mit Azubis oder mit wem auch immer. Ich finde es immer toll, die rauszubringen. Man kann da sehr viel kombinieren und vernetzen. Man kann da sehr viel reininterpretieren. Da lassen sich so viele schöne Parallelen schlagen.

GastUnd oftmals ist es ja so, dass so eine Firma dann sagt, Mensch, ja, da machen wir zwei Stunden was und dann soll aber die Welt auch eine bessere sein hinterher. Das ist natürlich auch nicht immer so einfach möglich. Deswegen ist es natürlich klasse, dass ihr so wirklich viel Zeit habt und auch länger draußen seid. Ich glaube aber auch, wenn wir dann wieder bei Micro-Adventures sind, dass so eine Nacht mal unter freiem Himmel mit vielleicht einer Outdoor-Koch-Session oder so, dass das auch schon ganz viel bewegen kann, wenn man doch ganz anders zusammenkommt in der Situation, dass die man doch nicht so alltäglich hat. Und ja, bei euch ist natürlich nochmal zwei Nummern mehr. Aber müssen wir immer gucken, dass man da nicht, oder ich weiß nicht, ob ihr es schon gemacht habt, wie das wissenschaftlich auch ausguckt, was die Leute da wirklich an der Veränderung durchlaufen.

Torsten J. KoertingJa, ist sicherlich etwas, wo wir beide mal reinschauen können. Ich habe mir gerade dazu eine Notiz gemacht, zu der ich dann gleich komme im Nachgespräch, lieber Manuel. Ich will jetzt mal auf eine aktuelle Situation schauen als der erste und einzige. Ich sage das bewusst so, weil natürlich auch dieser Podcast in Richtung Umsetzungsgiganten und in einer gewissen Form die Einartigkeit, also dieses Au, auch ein bisschen hervorheben darf. Also was ist das, was jemanden wie dich jetzt alles außergewöhnlich macht und merkwürdig werden lässt. Und es gibt immer so vier Bereiche. Entweder bist du der Erste, der Schnellste, du bist der Beste oder du machst es anders. Und du bist auf jeden Fall der Erste und immer noch der Einzige, ja. Und dadurch natürlich auch einer, der es besonders ist. Und da scheue ich mich nicht, das immer wieder herauszuheben, auch wenn natürlich jemand wie du da sehr wichtig und in der Bescheidenheit strahlt auch. Wenn du jetzt mal schaust auf deine aktuelle Situation, du hast dich ja nicht vor 10, 20, 30 Jahren mal hingesetzt und hast gesagt, so, mein Ziel ist, ich schreibe mal auf meine Bucketlist oder auf meine 100list, ich schreibe da jetzt mal drauf. Ich werde irgendwann nicht nur Professor, sondern ich werde der Erste und Einzige Professor in einem ganz bestimmten Gebiet. Und hast dann geguckt, wo ist noch eine Nische, die keiner besetzt und hast sie dir selbst definiert. Sondern das ist ja bei dir aus dem Herzen, aus der Entwicklung heraus entschieden. Nimm uns da mal mit, wie dieser Weg für dich war hin, ich glaube 2017 ist richtig, ist der Lehrstuhl gegründet worden.

Torsten J. KoertingNimm uns mal mit, wie zu diesem Punkt, wo es dann soweit war, der Erste und Einzige zu sein. Und vielleicht beschreibst du diesen einen Wendepunkt, wo du gemerkt hast, ups, jetzt geht nicht nur mein Leben, sondern mein Fokus in eine andere Richtung, der dann dazu geführt hat, dass du der Erste und Einzige wurdest, Manuel.

GastJa, zurückblicken wird immer spannend. Und jetzt bin ich noch gar nicht mal so alt. Im September steht dann die vier vorne, aber ja, dann ist es doch spannend, nochmal auch zu gucken, wie hat sich das so entwickelt, wie du es gerade auch aufskizziert hast. Und ich glaube, man hätte das nicht am Reißbrett irgendwie planen können. Und das wäre auch nicht mein Ding gewesen. Das hat sich einfach alles so irgendwie ergeben. Und ich glaube jetzt auf alle Facetten, die einem da manchmal so aufklocken, wo man denkt, Mensch, das hat ja auch irgendwie dazu beigetragen, dass das schaffe ich jetzt gar nicht einzugehen. Aber fangen wir mal damit an, dass ich eigentlich, ich bin jetzt nicht so mega outdoor aufgewachsen. Ich war schon immer viel außen und auch gerne im Urlaub und habe gerne irgendwie alles Mögliche ausprobiert. Aber es war halt nicht so, dass ich jetzt vom Elternhaus her, dass wir da ständig irgendwie mit dem Feld unterwegs gewesen wären und so.

GastDie Leidenschaft, die hat sich einfach so entwickelt mit der Zeit, glaube ich. Und ich habe ja vorhin schon angekündigt, dass ich erwähnt, dass ich Sportwissenschaft studiert habe. Das war auch nach dem Abi nicht so ganz klar, was mache ich denn jetzt. Und Sport war schon immer eine Leidenschaft. Ich habe ganz klassisch Fußball gespielt, lange Zeit. Auch ein paar andere Sachen noch probiert. Und ja, dann bin ich aber doch im Studium gelandet, auch dadurch, weil ich jetzt immer auf Schulvorträgen sage, macht nicht das, was eure Freunde machen. Wer will jetzt eure Freunde machen? Aber ich hatte auch schon ein Interesse dafür und hatte dann aber auch noch zwei, die mit mir abgemacht haben, die das auch angefangen haben. Und dann habe ich gedacht, Mensch, das probierst du jetzt. Und habe es mich bereut, auch weil es einfach sehr, sehr facettenreich war, ich da mit den Outdoor-Sportarten in Berührung gekommen bin und durfte dann im Rahmen des Studiums auch nochmal einen Segelkurs machen. Ich habe das vorher schon mal gelernt mit meiner Mama zusammen. Habe es da dann richtig gelernt tatsächlich, also auch bei Wind und extremeren Bedingungen, das mich auch echt geprägt hat. Ich musste gestern erst wieder daran denken, dass ich mir da manchmal gedacht habe, boah, wieso musst du denn jetzt hier bei diesem Wind aufs Wasser, so Komfortzone, wieso machst du nicht irgendwas Entspanntes an Land? Hast du mal die Goldschläger mitgenommen oder so? Aber das hat mich echt sehr, sehr geprägt, die Zeit damals. Das war, sich doch mal wieder in diese Situation zu begeben, sich zu überwinden, aus dieser Komfortzone rauszukommen, was ich was sehr, sehr Wichtiges finde, um sich selber mal wieder zu fordern. Und nur da kann man ja auch sich weiterentwickeln und wachsen, ähnlich wie ihr das dann auch in den Bergen mit den Leuten macht.

GastJa, durfte dann am Wassersportzentrum der Uni Erlangen am Brunbachsee drei sehr, sehr schöne Sommer verbringen mit sehr, sehr viel Segeln, mit vielen jungen Menschen, denen ich was beibringen durfte. Das hat sehr, sehr viel Spaß gemacht. Und bin dann parallel, nachdem es an der Uni dann noch ein Projekt gab, das sich nennt Klassenzimmer unter Segeln, das heute noch aktiv ist auch, was mich sehr, sehr freut, weil es ein tolles Projekt ist, wo 30 bayerische Schülerinnen und Schüler auf dem Atlantik unterwegs sind, von Deutschland nach Panama, nach Kuba und wieder zurückfahren und ein halbes Jahr wirklich unterwegs sind und sehr, sehr viel über sich, aber auch über das Leben und die Welt lernen, an Bord Unterricht haben. Ja, also ein Teil der Crew ist immer im Schiffsbetrieb beschäftigt, der andere Teil hat dann Unterricht an Deck und da kann schon mal passieren, dass man dann nach innen wechseln muss, weil die Welle mal die Tafel gewischt hat oder auch bei der Prüfung ist so geschehen, dass der Lehrer mal der Schulaufgabe hinterher springt, weil der Wind die über Bord geweht hat und die Schülerin auf einmal ohne Blatt da sitzt.

GastJa, aber bevor ich jetzt da auch in Schwärmen komme und zu viel erzähle...

Torsten J. KoertingDa gehen wir gleich noch drauf ein, weil das ist eine mega Story, ein halbes Jahr mit einer Klasse und unterschiedlichen Lehrkräften auf einem Segelboot eine Weltumsegelung zu machen. Also das allein ist ja schon nicht ein Buchprojekt, eine Story. Das könntest du als Speaker auf die Bühnen der Welt gehen. Ja, wer so einen Rahmen schafft, um solche Menschen dort erfolgreich zu machen und da gucken wir gleich rein. Also sicherlich ist der Wendepunkt richtig für dich und in den Erlebnissen, was auf dem Weg geprägt ist, zu dem, dass du der Erste und Einzige wurdest.

GastGenau, ja, dann kann ich gleich noch mehr dazu erzählen. Das ist super. Also ich hatte dann die große Gelegenheit, im Rahmen des Projektes meine Doktorarbeit zu schreiben und habe dann Befragungen durchführen dürfen. Und ja, da war es dann aber doch nicht ganz so geradlinig wie geplant. Das hat sich dann ein bisschen, da wo es hingehen soll, die Forschungsfrage und Philosophie meiner damaligen Doktormutter und mir hat dann doch nicht so ganz harmoniert und dann hat sich das erst mal noch zerschlagen. Und dann lag das Ganze lange Zeit in der Schublade und es war immer so etwas Unfertiges, was irgendwo noch da war, was einen natürlich schon beschäftigt. Und dann hatte ich das große Glück, dass ich dann ja an der Uni nicht mehr bleiben konnte, weil mit so Kurzzeitverträgen das natürlich nur befristet irgendwann möglich ist und hatte dann so eine Phase, wo ich erst mal auch nicht so genau wusste, wo geht es jetzt hin, wie geht es jetzt weiter. Das war gerade so in Zeiten der Finanzkrise, also da aber auch nicht alle Leute eingestellt haben und bin dann durch ein paar glückliche Fügungen in Breuchtlingen eben gelandet, wo die Hochschule für angewandtes Management gerade einen neuen Standort eröffnet hat und wer dann auch eben bis heute den Namen Adventure Campus trägt,

Gastdurfte dann erst mal anfangen, im sportwissenschaftlichen Bereich zu unterrichten, aber unser Hochschulgründer, der Professor Dr. Dr. Werner, hat ja gerade aus Kanada so dieses Adventure-Thema mitgebracht, wo wir eine Partnerhochschule auch haben und hat dann gesagt, Mensch, das muss man hier in Deutschland machen und da brauchen wir irgendeinen Standort im Grünen und da ist das Altmültal wirklich predestiniert dafür. Genau, und hat auch im Sportmanagementstudiengang, wo ich dann eben angesiedelt war, dieses Thema Adventure-Management mit reingebracht. Das war erst mal nur ein Schwerpunkt, wo dann Studenten vier Module belegen konnten. Hat sich dann aber gezeigt, dass der klassische Sportmanager eher an so viel Fußball denkt als an Outdoor und es waren immer noch ein paar, die das gewählt haben. Mittlerweile ist es ein eigenes Branchenprogramm, das auf den Grundmauern des Sportmanagementsstudiengangs aufbaut, aber noch sehr, sehr viel mehr spannende Module beinhaltet, was sehr, sehr viel Spaß macht, die zu unterrichten, wenn sie dann auch wieder außen stattfinden können und nicht nur digital. Auch das funktioniert im Moment gut, aber ist doch nicht ganz dasselbe. Genau, und so bin ich da dann gelandet und habe dann versucht, mich da irgendwie in diesem Adventure-Bereich zu etablieren. War auf Kongressen, habe viele internationale Kollegen kennen und schätzen lernen dürfen, mit denen jetzt auch schon das ein oder andere Forschungsprojekt dann läuft. Ich habe eine eigene kleine Kongressreihe in Deutschland aufgebaut und bin sozusagen immer unterwegs, um dieses Adventure-Thema jetzt Blick zu machen, auch den Studiengang noch zu bewerben, der mittlerweile gut angenommen wird. Aber immer noch genügend Leute immer sagen, Mensch, ich wusste gar nicht, dass es das gibt und hätte ich das damals gewusst, das hätte ich sofort studiert.

GastJa, und so waren das die verschiedenen Umwege. Ich habe an der Hochschule dann erst angefangen zu unterrichten, hatte dann immer die Möglichkeit, diese Promotion noch zu Ende zu bringen, was für mich selber sehr, sehr gut war, was mich auch gefreut hat. Ein Gruß an alle, die damals bei Glassenzimmer oder Segeln dabei waren, weil ich immer ein schlechtes Gewissen auch den Kids gegenüber hatte, die dabei waren, die ganz viele Fragebogen ausgefüllt haben, wo da nicht so wirklich was Zählbares dabei rumgekommen ist. Das war eine innere Genugtuung, den einen dann auch nochmal so ein Exemplar meiner Promotion schicken zu dürfen. Das war klasse. Und so hat sich das so nach und nach ergeben und noch viele andere glückliche Umstände und Zwischenschritte, die sich da auf dem Weg dorthin ergeben haben. Ja, aber von daher bin ich dankbar, dass ich diesen Weg so gehen durfte und dass der irgendwie sich so ergeben hat für mich und hoffe, dass ich den noch weitergehen darf. Und wie du dir jetzt denken kannst, freue ich mich auch, wenn ich da nochmal die Komfortzone an der einen oder anderen Stelle verlassen darf vielleicht und sich einfach nochmal neue Dinge auftun. Und ja, wenn man das ganze Thema noch irgendwie weiterbringen kann, vielleicht auch noch mehr, wie ihr das macht, eben wirklich an die Leute sozusagen, dass auch mehr Leute nicht nur rausgehen und irgendwie den Waldblatt trampeln, sondern einfach auch die Natur lieben und schätzen und gerne draußen unterwegs sind.

Torsten J. KoertingManuel, was für eine Geschichte. Ja, und ich bin froh, dass ich zum Anbeginn und bei dieser Frage nicht gesagt habe, du hast in den letzten 10, 20 oder auch 30 Jahren, dass ich dann aufgehört habe und nicht gesagt 40 Jahren, weil du wirst ja erst, wie du so schön gesagt hast. Das ist großartig. Und du hast ja noch, da ist ja noch so viel vor dir. Wir hatten ja jetzt hier vor zwei, drei Jahren hatten wir Martin Frey und Stacy mit unserem Expertencall, beides krasse Umsetzungsgiganten, die in einem ähnlichen Feld unterwegs sind wie du. Und die sind jetzt beide über 60. Und wenn ich die 21 Jahre, was bei denen in den 21 letzten Jahren alles passiert ist, nämlich Seven Summits, also den höchsten Berg eines jeden Kontinents bestiegen, Seven Seas, die sieben Weltmeere durchquert, am Nordpol und am Südpol gewesen und mit Stacy Taniguchi, der sich vor 20 Jahren eine 100-List gemacht hat, wo er dann geschrieben hat, ich schreibe eine Doktorarbeit, ich werde Professor an der Hochschule, ich besteige den Mount Everest und noch 97 andere Themen. Er alle 100, und das waren jetzt nur drei Auszüge, die für sich schon individuell sind, alle 100 getickt hat und damit jetzt tourt und eine eigene Consulting-Firma aufgebaut hat, Kann ich mir gar nicht fällen, Manuel, was bei dir alles noch passiert. Jetzt schauen wir trotzdem noch mal rückblickend, weil du hast ja gesagt, rückblickend wird dann einiges klar und Martin Frey in diesem Live-Experten-Call, den wir gemacht haben, der ja auch als Podcast-Folge veröffentlicht ist, einen ganz prägnanten Satz gesagt hat, If you're able to recognize the path that took you to the summit, you're able to replicate it. Also wenn du in der Lage bist, deinen eigenen Weg, der dich zum Gipfel geführt hat, wahrzunehmen, anzunehmen, zu demaskieren, zu dekodieren, dann bist du in der Lage, ihn zu reproduzieren. Und ich versuche ja in diesem Podcast auch Wege, die Menschen gegangen sind, wie jetzt du beispielsweise, ein Stück weit zu demaskieren und zu dekodieren, sodass andere in der Lage sind, deine Fußstapfen beziehungsweise so diesen Weg, den du gegangen, sich vielleicht auf sich selbst zu übertragen, um dann auch zu jemandem zu werden, der vielleicht außergewöhnlich ist und zu einem Umsetzungsgiganten wird. Wenn du jetzt mal schaust auf diesen Weg, der hinter dir liegt, auf die letzten 39 Jahre, den du gerade so schön beschrieben hast, was würdest du rückblickend sagen, war der eine Wendepunkt, der dich dahin gebracht hat, wo du jetzt gerade aktuell auch mit deinem Lehrstuhl am Adventure Campus, bei der Hochschule für Angewandtes Management als Professoragent hat werden lassen? War es das Team? War es das halbe Jahr Segeltour?

GastAlso ich glaube, ich tue mich schwer, irgendeinen Wendepunkt zu finden. Ich glaube, was ich aber dazu sagen kann, und wenn ich so zurückblicke, ich glaube, zum einen ist es immer gut und wichtig, irgendwo auch an sich zu glauben, also auch bei aller Bescheidenheit sozusagen überzeugt zu sein, gewisse Dinge auch tun zu können und sich auch nicht schadet zu sein, dann mal einen Umweg zu laufen oder dann doch mal in unbekanntes Terrain zu springen und zu gucken, was erwartet mich da. Anderen glaube ich, das ist auch rückblickend, wichtig war einfach auch, ja, zu glauben, dass sich alles irgendwie in irgendeiner Weise dann auch ergeben wird. Das kann man natürlich nicht immer. Das war auch damals, wie meine Unijobs vorbei waren, da habe ich mir gedacht, ja, wird sich schon irgendwas ergeben. Von allein kommt das aber halt auch nicht, sondern man muss schon was dafür tun, habe ich dann gelernt und keinen Weg irgendwo gehen. Und dann wird sich auch wieder irgendwie das Puzzle zusammensetzen in einer sinnvollen Weise. Zumindest war es bei mir so.

GastGleichzeitig aber auch mal manche Dinge einfach loszulassen und zu sagen, okay, Promotion hat jetzt nicht geklappt, lassen wir es mal. Und dann zu warten und dann ist vielleicht irgendwann die Zeit auch wieder reif dafür. Das ist was, was ich jetzt auch mal bei meinen Kongressen nutze. Es dauert immer, bis ich ein neues Thema habe. Und ich mache mir aber auch keinen Druck und sage dann und dann muss das Thema stehen. Natürlich braucht man einen gewissen Vorlauf, dann ist klar. Aber meistens hat sich das Thema irgendwie so ergeben aus irgendwelchen aktuellen Themen, aus Leuten, die ich kennengelernt habe. Und so hat sich das mal zusammengefügt. Also ich könnte jetzt keinen Wendepunkt festmachen. Ich glaube, dass diese genannten Aspekte mir auf jeden Fall dabei geholfen haben, den Weg zu gehen. Aber sicherlich war natürlich schon, wie ich es gerade gesagt habe, also dieses Segeln bei Wind und wirklich da die Komfortzone zu verlassen, das hat mich in gewisser Weise geträgt.

GastUnd natürlich auch die Promotion. Und ich durfte ja von Panama bis Kuba nur mit dabei sein. Da war ja nicht genügend Platz für die ganze Zeit an Bord. Aber das war ein sehr, sehr tolles Erlebnis. Und eine sehr tolle Route, wo ich jetzt auch ganz viele Geschichten erzählen könnte. Aber das machen wir dann beim dritten Podcast, den zweiten Thema aufnehmen.

Torsten J. KoertingWeil das ist so eine spannende Geschichte, die es ja leider noch nicht in ein eigenes Buch geschafft hat. Zumindest keines, was du mitgeprägt hast. Ich glaube, ich bin sicher, dass es da einiges an Material auch zu finden gibt. Aber damit wir mal so einen kurzen Teaser machen, so einen kurzen Einblick, ein halbes Jahr mit einer Schulklasse auf dem Segelboot. Das hört sich schon fast an wie für eine perfekte Reise in einer Bubble, jetzt zu Zeiten von Corona. So wie jetzt gerade Germany's Next Topmodel. Wenn die Mädels so in so einem Loft in ihrer Blase sind, ist man da sicherlich auf dem Segelboot auch in der Blase. Also fast schon, wenn man rückblickt und schaut, Mensch, was hätte ich das letzte halbe Jahr machen können? Nur das letzte Jahr wäre das sicherlich auch eine geile Tour gewesen. Beschreib das ganz kurz, weil das ist ein Teaser, dann sicher einen weiteren Podcast, den wir auch gleich im Nachgang vereinbaren, wo wir uns mal reinbegeben in diese Schulklasse und ein halbes Jahr segeln, um die Welt mit Lehrkräften und eine ganz andere Form von Schule anzubieten. Beschreib mal kurz, nimm uns mal kurz mit.

GastAlso Buch gibt es ja ein, also es gibt mal eine Promotion zu den Effekten des Projektes. Es gibt aber auch von der Dr. Ruth Merck, die das Konzept sozusagen entwickelt hat, auch ein Buch über das Gesamtkonzept. Aber es gibt jetzt nicht, also nicht, dass ich wüsste irgendwie was Erlebnisorientiertes irgendwie mit schönen Bildern. Es gab aber tatsächlich im zweiten Jahr, das durfte ich am Anfang noch miterleben, dann auch eine Kika-Reportage, wo das ganze Projekt auch mit begleitet wurde, was durchaus auch sehr, sehr spannend war, wo wir uns am Anfang auch Gedanken gemacht haben, ist das für ein pädagogisches Projekt sinnvoll oder nicht? Ich finde es aber eine ganz schöne Reportage geworden. Mir fällt vielleicht im Laufe, wenn ich noch mehr zum Projekt erzähle, auch der Titel wieder dazu ein. Ja, also das Projekt, man bewirbt sich und das ist so auch, was für meine Forschung ein bisschen der Nachteil war. Also die Eltern müssen natürlich auch relativ viel Geld aufbringen dafür, sodass im Gedächtnis und unverständlich auch ein Papa bei so einem Infoabend mal gesagt hat, was, so viel, da kann ich mir ein neues Auto dafür kaufen.

GastDann halt die Frage, wo man die Prioritäten setzt. Es ist toll, dass viele Eltern die Prioritäten so setzen, dass sie für die Zukunft ihrer Kinder da auch eben das ermöglichen wollen. Das war für alle Eltern nicht mal leicht, auch das Geld aufzubreiten. Wir haben es dann auch mit der Zeit geschafft, Stipendien aufzubreiten. Ich weiß jetzt gar nicht, wie viele jetzt im Moment da auch ein Stipendium kriegen könnten. Bei mir war es damals so, um nur ganz kurz das Forschungsthema anzureißen, dass die einfach so hohe Ausgangswerte hatten und schon so gebildet sozusagen waren und ja, selbst motiviert, dass da gar nicht mehr viel Spielraum war, dass ich da noch was positiv entwickeln konnte.

Torsten J. KoertingWo wollte ich eigentlich hin? Wolltest einen kleinen Teaser-Blog machen, einen letzten Podcast für das Projekt Klassenzimmer untersegeln.

GastAlso, ja, also man muss sich das Ganze leisten können. Dann hat man natürlich schon ein einzigartiges Erlebnis. Also für mich, Segelboot auf dem Atlantik, eines der letzten großen Abenteuer dieser Welt, glaube ich, weil du halt wirklich weit weg von jeder Rettung bist, der Hubschrauber auch irgendwie zwei, drei Tage bräuchte, bis er bei dir ist. Deswegen auch ein Arzt dann tatsächlich auch an Bord ist auf dieser Etappe. Spannende Kulturen und Länder. Panama mit den Indianern unterwegs und in Kuba in kleinen Gruppen auf Expeditionen. Wirklich ein sehr spannendes Land zu erkunden, wo man nicht ganz so einfach auch überall rumreisen kann normalerweise als Touri und wo auch nicht viel Züge oder Busse oder irgendwas gibt, wo man mitfahren könnte. Also das sind wirklich tolle Erlebnisse, also quasi kleine Micro-Adventures in dem großen Abenteuer. Ja, und natürlich dieses Leben an Bord mit anderen jungen Menschen auf engem Raum sich zu arrangieren, zu den Lehrern ein ganz anderes Verhältnis aufzubauen, mit der Crew auch da Vorbilder zu haben.

GastJa, und da tut sich einfach enorm viel. Es ist, und ja, was so meine Quintessenz daraus auch war, es ist, man kann, und das wird bei euch ähnlich sein, wenn ihr mit den Leuten in den Bergen unterwegs seid, man kann einen gewissen Rahmen, ein gewisses Setting schaffen, wo man jedem ermöglicht, sozusagen Erfahrungen zu machen. Und bei den Kids war das halt auch so, dass es für die eine furchtbar war, dass sie nicht jeden Tag duschen konnte. Die andere hat gesagt, Mensch, jetzt habe ich gestern 100 Dollar in der Shopping Mall ausgegeben. Heute bin ich bei den Indianern. Die haben da einen ganzen Monat von, als Familie zu leben, von dem Geld. Über Heimweh bis hin einfach zu, ich habe wenig Freiraum, ich kann mich nicht so bewegen und meinen Sport machen, weil ich halt auf dem Boden eingeschränkt bin. Also es hatte jeder so seine Themen, an denen er da ein bisschen knabbern musste, sozusagen. Aber dieses Gesamtprojekt hatte einfach eine tolle Infrastruktur oder einen tollen Raum, in einem doch mehr oder weniger geschützten Rahmen auch, das einfach zu erleben und davon viel mitzunehmen und zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Und es war toll, das einfach auch sehen zu dürfen, wie die Kinder da ein halbes Jahr später dann auch angekommen sind. Und sich da echt verändert hatten, nicht mehr mit längeren Haaren, sondern einfach erwachsener geworden sind.

Torsten J. KoertingUnd vielleicht nicht mehr den Wunsch verspürt haben, jeden Tag irgendwie duschen zu müssen in einer gewissen Privatsphäre, sondern einfach mal fünfe gerade sein zu lassen. Wir werden das Projekt verlinken in den Shownotes, kus-projekt.de, Klassenzimmer unter sich. Und vielleicht ergibt es sich, lieber Manuel, dass wir mit der Ruth Merck mal zusammen das Interview machen, wo wir vielleicht in die Erfahrung noch mal stärker eintauchen, weil es ist ein super spannendes Projekt, was eigenständig gewürdigt werden darf. Und ich glaube, gerade in Zeiten wie diesen, wo Kinder zu Hause sitzen, vor iPads, iPhone und Laptops von den Eltern bereitgestellt, um überhaupt ein Stück weit an Bildung zu bekommen und zu erfahren von der Schule, und das jetzt mittlerweile über ein Jahr, ist das, glaube ich, ein Projekt, was für viele als eine Vision, mal als Pflänzchenkopf und ins Herz gepflanzt darf, um vielleicht der einen oder anderen Schule mal mehr zu ermöglichen als die Klassenfahrt zur Edertalsperre, sondern etwas größer zu denken und den Menschen eine Herausforderung und eine Komfortzone zu ermöglichen, wie es kaum eine andere gibt. Und ihr seid da, vor wie ihr das geleistet habt und wie du damals von Panama dann bis nach Kuba mit auf dem Boot gebisst, glaube ich, eine Riesenerfahrung, wenn man das Boot sieht. Es ist wie so ein altes Segelschiff, da könnte man fast Shackle vermuten, also mit Tackellagen, wo du oben in den Mast reingehen musst, um dann das Segel zu hissen und nicht wie die Hochseejachten, oder die Jachten, die jetzt bei Wondeglobe dabei gewesen sind, die auf Foils fahren oder die beim America's Cup, sondern wirklich hier Segeln und Natur pur. Und da tauchen wir dann auch noch mal ein Stück weit ein. Danke für diese Wendepunkte und danke, dass du uns mitgenommen hast schon mal bis dahin in die Reise, die dich hat dem werden lassen, der du jetzt heute auch bist. Beschreib mal ein bisschen diesen Lehrstuhl. Ja, du hast jetzt da schon so viel geteasert und auch schon ein paar Elemente mit reingebracht. Ihr werdet jetzt auch wieder in das neue Semester starten. Da beginnt jetzt für euch die heiße Phase, nicht nur im Marketing und im Vertrieb, sondern auch in der Vorbereitung dessen, was dann nach den Sommermonaten starten darf. Sicherlich auch noch mal unter anderen Rahmenbedingungen. Was lernt man, was erlebt man da? Wer ist so eine Zielgruppe und was wünschst du für dir für Menschen, die dort in diesen Rahmen eintreten und durch dich und deine Lehren mit begleitet werden über einen gewissen Zeitraum?

GastGenau, fangen wir mal mit dem Part an, weil dann gibt es natürlich auch noch den Forschungspart und Themen, die mich so interessieren und bewegen. Genau, also Studiengang Autosport und Adventure Management startet wieder zum Wintersemester, das heißt dann im Mitte September, wo wir dann hoffentlich auch die Erstsemester wieder vor Ort begrüßen dürfen. Das war jetzt letztes Semester ein bisschen schwierig. Da 23 junge Menschen zu haben, die man mit denen kennenlernen will, die sich untereinander kennenlernen will, die auch eine ähnliche Leidenschaft für ein Thema haben und eigentlich aus Erfahrung immer zu einem tollen Team werden, weil es einfach alle dieses Autogen in sich haben oder diese Begeisterung dafür. Wobei das jetzt auch nicht alles Studenten sind, die da schon tausend Sachen erlebt haben. Das ist immer spannend, dass es gibt welche, die sagen, Mensch, ich habe jetzt Abi gemacht, mich interessiert das Thema einfach. Ich finde es spannend, die jetzt da noch gar nicht so viel gemacht haben. Andere sind schon mit dem Fahrrad um die Welt gefahren, so ungefähr, und eine ganz tolle Bandbreite, aber alle finden es auch irgendwie zusammen. Wir haben Studenten, die frisch vom Abi kommen. Wir haben aber auch solche, die ein anderes Studium abgebrochen haben oder jetzt mit Mitte 30 Menschen nur im Büro zu sitzen oder im Laden zu verkaufen. Das ist es nicht. Ich will jetzt auch noch mal was anderes machen und dann auch diesen Mut einfach haben und was Neues wagen, was ich auch klasse finde und eine tolle Bescheidung an den Leuten.

GastUnd ich hoffe, dass wir da im Herbst wieder auch so 15 Studenten haben. Wir arbeiten mit kleinen Gruppen bei uns an der Hochschule, weil wir sehr persönlich das vermitteln wollen, auch viel mit Gruppenarbeiten machen wollen, gerade im Outdoor-Bereich. Und da ist jetzt das Sommersemester gestartet, wo man natürlich im Sommer viel draußen machen kann, wo es das Modul Leadership und Guiding zum Beispiel gibt, wo auch so ein zweitägiges Camp geplant ist draußen, wo die Thema Führung halt auch ganz hautnah außen vermittelt wird, wie bei euch. Das ist ja dann auch der Fall. Es gibt das Modul Naturschutz und Outdoor-Sport, was ich sehr, sehr wichtig finde. Und dann, wenn man draußen unterwegs ist, muss man eben auch wissen, wie verhalte ich mich da und das gilt es zu beachten. Jetzt bin ich schon voll in den Inhalten drin, aber ja, also was lernt man alles so vielleicht? Risiko-Sicherheitsmanagement ist so ein Thema und dann ein Thema, das mich auch forschungsseitig umtreibt, psychologische Aspekte von Outdoor-Sport. Also was verändert sich denn in Leuten? Oder gibt es gewisse Persönlichkeitstypen, die eher Outdoor-Sport machen?

GastDas ist so ein Thema, wo wir auch nochmal drüber reden können gerne. Da gibt es natürlich was zu aktuellen Forschungsfragen und Trends. Da haben wir jetzt im letzten Semester, und da freue ich mich jetzt noch, die Studienarbeiten bald lesen zu dürfen, uns angeguckt, wie denn die Rolle von Frauen im Outdoor-Sport ist. Sehr, sehr spannendes Thema auch. Und wir haben da auch mit vielen Frauen geredet, auch mit Influencerinnen und so. Und auch mal geguckt, ja, wie ist das mit Klickzahlen? Wie werden Frauen in der Vermarktung dargestellt? Also da ist schon wieder ein eigenes Thema, glaube ich. Da bin ich jetzt mal gespannt, was wir da alles rausfinden durften. Es gibt ein Modul, das heißt Erfolgreiche Geschäftsmodelle und Unternehmen in der Outdoor-Branche, wo eben dieser betriebswirtschaftliche Aspekt mehr und mehr reinspielt, wo es mir auch darum geht, einfach junge Menschen vorzustellen, die sich irgendwie selbstständig gemacht haben, die ihr eigenes Ding gemacht haben. Ich glaube, da lernt man mehr, als wenn ich denen die theoretischen Dinge erzähle, sondern anhand der praktischen Erfahrungen, der Learnings von den Umsetzungsgiganten, wie du es nennst, die einfach da was Tolles auf die Beine gestellt haben.

GastMan lernt was über Anteuterismus natürlich, man lernt was über Erlebnispädagogik, also die pädagogische Wissenschaft hinter dem, was wir auch so ein Stück weit vielleicht machen, also was Erlebnisse einfach bewirken können und wie man Erlebnisse auch in Learnings umwandeln kann und dann idealerweise auch dauerhaft festigen kann, was oft die größte Herausforderung bei solchen Themen ist. Man lernt natürlich Forschungsmethoden und Statistik, was man in jedem Studiengang lernt. Man lernt aber auch noch einiges an BWL-Modulen, wie Personalorganisation, was ich wichtig finde, gerade wenn man mit Firmen arbeitet und mit Führungskräften vielleicht einfach auch zu wissen, wie tippen die Unternehmen. Man hat aber auch Rechnungswesen, Mathe, Statistik, also solche betriebswirtschaftlichen Themen, Finanzmanagement im Sport, die man einfach später auch braucht und wo ich festgestellt habe, und das ist auch mit die größte Motivation für diesen Studiengang, dass die in der Praxis sehr, sehr selten sind, nämlich die, die zum einen die Begeisterung, die Leidenschaft für den Sport haben, für das Outdoor-Thema, die aber eben auch die betriebswirtschaftlichen Basics mitbringen. Oftmals sind es dann begeisterte Kanufahrer, die jetzt ihren Kanuverleih aufmachen, die aber halt das Thema Management, wenn sie nicht da völlig irgendwie schon einen Background haben, von der Pike auf lernen müssen, sich dann mal echt schwer tun. Es sind Pädagogen, die eben Pädagogik studiert haben und sich jetzt irgendwie mit Erlebnispädagogik selber ständig machen. Und dieses Betriebswirtschaftliche finde ich sehr, sehr wichtig in dem Kontext und ermöglicht einem natürlich auch noch jederzeit, irgendwo einen klassischen Marketingjob vielleicht zu gehen oder bei einer Sportartikelfirma.

GastMich freut es umso mehr, wenn die jungen Absolventen dann auch natürlich irgendwo wieder Outdoor-Begeisterung mitleben können und an der Wakeboard-Anlage arbeiten, Subs verleihen und dann da unterwegs sind, bei einem Outdoor-Anbieter dann mit einsteigen und nicht nur Trainings machen, sondern eben sich auch in Betriebswirtschaftliche Dinge vorantreiben, aber auch viele Studenten, die sich irgendwie selbstständig machen, gestern jetzt erst von einer ehemaligen Studentin gelesen, die gesagt hat, mein Outdoor-Lebensstil harmoniert nur bedingt mit meinem klassischen Bürojob und jetzt erst mal auch eine Auszeit in ihrem Van genommen hat und jetzt sich im Online-Marketing selbstständig macht und andere beraten will. Das sind einfach so Storys, da freut es mich auch und da habe ich so das Gefühl, auch einiges richtig gemacht zu haben, indem man sich den Studenten mitgegeben hat, dass wir da einfach ihren Weg finden und ihr Ding machen. Und von allen, die ich jetzt auch, von denen ich gehört habe, die sind in den verschiedensten Bereichen untergekommen, machen das aber alles mit sehr, sehr viel Leidenschaft und da sind immer voll dabei.

Torsten J. KoertingAlso eine Riesenband, die zum einen vom Business-Modell, also auch für diejenigen, die vielleicht nicht nur einsteigen wollen in ein Outdoor-Business und dort Teil des Ganzen sein möchten oder Abenteuer-Business oder wie auch immer die gelagerte Terminologie ist, sondern auch vielleicht selbst in ein Gründungsszenario oder ein Übernahmeszenario hineingehen, um damit eine Grundlage zu schaffen, die vielleicht mehr ist als eben nur das reine klassische Führen von irgendwelchen Touren, sondern eben anzureichern, um ganz bestimmte Elemente, die du in deinem Lehrstuhl und in dem Studiengang ja auch mit berücksichtigst, bis eben hin zu der Erfahrung in der Natur. Ja, du hast in dem einen Buch Leadership und Leadership und na, sag schon schnell. Guiding. Leadership und Guiding ist ja der Kompass drauf, also das Navigieren im Gelände, das Verhalten im Gelände, das Führen von Gruppen in Geländen, also wirklich diese ganze Bandbreite, die dort abgedeckt wird, die, glaube ich, in dieser Kombination immer nur die Menschen erleben, die entweder aus der Bergführerschaft kommen und sich dann in die Führungsbereiche reinentwickeln oder wie bei uns, die irgendwie aus dem ganzen Thema Teamentwicklung, Führung, Projektmanagement kommen und dann die Autoaffinität hinzupacken, aber das natürlich mit einer Grundlage, die nicht nur wissenschaftlich fundiert ist, sondern auch aus der Lehre heraus mit inspiriert ist, gibt dem Ganzen nochmal ein ganz neues Gewicht. Was würdest du sagen, ist so der, aus all den Aspekten, die du gesagt hast, so das Spannendste, wo du dich am Anfang eines Studiengangs, der ja dann auch über mehrere Jahre geht, wo du dich am meisten drauf freust, weil du weißt, dass da am meisten auch mit den Studierenden, die auch unterschiedliche Altersklassen haben, mit den Studierenden passiert.

GastJa, gut, dass du das ansprichst, weil das ist ein Modul, das ich noch nicht genannt habe, aber es gibt ein Modul, das heißt Expeditionsplanung und Durchführung, wo das Ziel halt wirklich ist, eine Expedition zu planen und wir das jetzt die letzten drei, vier Jahre, also letztes Jahr natürlich nicht, aber immer auch geschafft haben, dass die Planungen zu gut waren, dass sich diese Expeditionen halt auch umsetzen lassen und dann auch ein Teil mit Sponsoren und so, wie wir es dann möglich machen konnten. Wir waren in Schottland auf dem West Highland Way unterwegs, sind da gewandert, haben Hängematten gesponsert bekommen, hatten die Challenge, immer auch Bäume zu finden, wo man die dann auch aufspannen kann. Wir waren in Rumänien unterwegs, wo wir auch geguckt haben, wie man sowas vielleicht auch mit Führungskräften machen könnte. Wir waren zwei Tage am Berg, was auch sehr spannend war, weil es sehr windig und sehr kalt, nach 20 Grad oder so. Am Morgen waren wir dann, ich glaube, am Berg oben bei 0 Grad oder so. Das war auch spannend. Und waren dann zwei Tage mit einem selbstgebauten Floß auch noch unterwegs, beziehungsweise mit zwei ineinander geronteten Kajaks, muss ich sagen, sonst bin ich so romantischer, als es ist.

GastWir waren in Rumänien mit den Subs unterwegs. Also da sind wirklich tolle Expeditionen und Projekte entstanden. Und das ist natürlich auch mal schön, wenn ich dann da mit dabei sein darf, die fünf, sechs Tage, die wir unterwegs waren. Und wir haben einfach auch noch mal, ja, das Thema aus allen Blickwinkeln, das Autothema hat und noch mal auf verschiedenen Modulen vielleicht noch mal Dinge aufkommen, von Risiko bis Planung bis Management, die berücksichtigt werden müssen. Und das macht mir sehr, sehr viel Spaß. Und darauf würde ich mich auf jeden Fall freuen und hoffe, dass ich auch mit dem Semester, die jetzt letztes Jahr nichts machen konnten, da noch irgendwas Tolles machen kann irgendwann.

Torsten J. KoertingGlaubst du, wenn du Leadership und Guiding betrachtest, das geht jetzt ein Stück weit in eine andere Richtung, aber dass dieses Expeditionenplanen, ja, und den Rahmen im Vorfeld so mal zu antizipieren, in den dann andere Menschen eintreten dürfen, um in ihrer Form erfolgreich zu sein, sprich, die Expedition auch, ja, nicht nur zu erleben, sondern natürlich auch zu überleben, dass diese Expeditionsplanen, das jetzt mal ins Unmertum mit reinbringt, häufig vernachlässigt oder nicht stark genug gewürdigt wird?

GastAlso, wenn wir zurück zu meinem Freund Ernest Shackleton gehen, den ich natürlich nicht kennenlernen durfte, aber ich glaube, ich hätte es gerne getan. Kritiker haben gesagt, naja, er hat ja nur das Ganze erlebt, weil er einfach schlecht vorbereitet war und das Ganze naiv angegangen ist und falsch geplant hat. Aber vielleicht ist manchmal schlechte Planung auch gut, um tolle Erfahrungen zu machen. Aber wenn man jetzt von der Risikoseite betrachtet, gerade im Autobereich, dann musst du natürlich so planen, dass da kein Risiko auch mehr gibt, sondern da muss es einfach top durchgeplant sein und du musst dann alle Eventualitäten denken. Und so ist es bei so einer Expedition ja im Endeffekt schon auch, dass du die Reitlanken richtig setzen musst. Gleichzeitig ist es aber schon so, dass du natürlich dir vielleicht auch nochmal Spielraum vor Ort geben solltest, um zu sagen, Mensch, jetzt haben wir es nicht bis dahin geschafft. Wie gehen wir weiter? Was machen wir jetzt? Oder vielleicht doch einen Umweg mitnimmt. In Schottland, muss ich jetzt gerade dran denken, da haben wir eine Stunde durch so ein Watt gewartet, weil wir zu einer Insel wollten und haben alle geflucht, weil wir nasse Füße hatten. Aber diese Insel, also es war so eine Halbinsel, wo wir dann da unsere Hängematten aufgeschlagen haben, das war echt der coolste Campsport der ganzen Zeit. Das war super schön und das war dann einfach auch wert. Also sowas dann auch mal mitzunehmen, glaube ich, ist schon cool und nicht einfach alles fest durchgeplant zu haben, zu sagen, nee, jetzt haben wir es so geplant, jetzt muss man es auch so durchziehen. Und dann sich da den Freiraum zu nehmen und auch mal was auszuprobieren, was vielleicht nicht funktioniert, in einem gewissen, gibt es planen und sicheren Rahmen. Das finde ich sehr, sehr wichtig. Und ich glaube, das ist auch ein Leadership- und Führungsthema. Also ich habe das ein bisschen selber rechtfertigt, weil ich versuche auch Anglizismen oft zu vermeiden. Aber ich finde, für dieses Wort Guiding gibt es im Deutschen kein adäquates Wort.

GastDieses Führen, Begleiten, dahinbringen, unterstützen auf dem Weg oder so, das finde ich, da gibt es kein Passwortwort. Deswegen auch, abgesehen davon, dass Führung im Deutschen vielleicht auch manchmal ein bisschen negativen Touch hat, ja, so gewählt. Das ist nur am Rande.

Torsten J. KoertingFür diejenigen, die jetzt sich nicht mal ein paar Jahre rausnehmen möchten, ja, um so einen Studiengang zu machen, weil sie vielleicht schon irgendwo an dich unterwegs sind und trotzdem mal die Erfahrung machen möchten, ohne jetzt gleich in die Mongolei zu fahren, hast du ja auch in Outdoor Mensch Natur ein Konzept beschrieben und einen Ansatz beschrieben, der gerade in Zeiten wie diesen auch eine große Wertstellung hat, wo wir eben nicht in Urlaub fliegen können, wo wir nicht in die Mongolei können, sondern durchaus mal das Abenteuer vor der Haustür suchen dürfen und darin eintreten. Und auch so ein, wie du es nennst, Mikroabenteuer, da ist ja auch mit einer gewissen kleinen Planung behaftet, nämlich häufig was, aber das Mikroabenteuer ja auch ganz bestimmte Rahmenbedingungen auszeichnet. Beschreib mal aus Ihrer Sicht, wie wir als ganz Normalsterbliche, die jetzt nicht die Zeit und Muse haben, in deinen Lehrstuhl einzutreten und trotzdem mal eine krass schöne, tolle, besondere Erfahrung machen können, was Mikroabenteuer für uns bedeuten können und was sie für dich bedeuten und wie wir sie für uns vielleicht gestalten können.

GastSchön bei dem Anglizismenthema und ich finde es toll, dass sich im Deutschen der Begriff Mikroabenteuer auch durchsetzt. Ich bin immer noch bei Mikroadventure, was aber auch daran liegt, dass ich den Erfinder sozusagen, den Alistair Humphreys, was ich selber kennenlernen durfte in Sheffield. 2016 war es, glaube ich, auf der Adventure Conference, auf der ich regelmäßig bin und tolle Kollegen aus der ganzen Welt treffe, die sich eben auch mit diesem Thema beschäftigen. Und es gab das große Conference Dinner, wo es ein schönes Drei-Gänge-Menü gab, wir uns sehr spannend unterhalten haben bei einem Glas Wein und es gibt immer die After-Dinner-Speech, die ich sehr, sehr schätze, so im lockeren Rahmen nochmal einen vortragenden Impuls zu haben, und den hat Alistair Humphreys gemacht, der mit dem Rad, als er als sein erstes Abenteuer war, mit dem Fahrrad um die Welt zu fahren, nachdem er mit dem Studium fertig war, hat er noch verschiedene extreme andere Dinge gemacht, Wüsten durch Quer, durch Island und solche Sachen, durch Indien gelaufen, mit dem Kanu durch den Yukon und ja, war mal National Geographic Adventure of the Year auch, ein toller Titel, genau, finde ich.

GastUnd irgendwann ist er aber auch so ein bisschen älter geworden, war dann irgendwie mit der Ende 30, hat auch über Familie nachgedacht und hat sich gedacht, Mensch, man muss ja nicht immer ganz so weit fliegen, man kann ja auch mal die M25, also diese Ringautobahn in London, einfach ablaufen und hat dann da im Schnee sein erstes Abenteuer erlebt, was ich einfach eine klasse Idee finde und hat festgestellt, man muss gar nicht so weit fahren, man kann auch einfach kleine Dinge machen und sich mal aus dem Austag rauskatapultieren und ja, was erleben und hat daraus dieses Konzept der M25 Abenteuer entwickelt und verfolgt auch ganz klar das Ziel, Leute rauszubringen, für die vielleicht die Hemmschwelle zu groß wäre, einfach mal was zu machen und wenn es nur mal eine Nacht unter freiem Himmel einfach jetzt ist, wenn es jetzt wärmer wird, sich auf eine eine Wiese zu legen oder so und da mal zu schlafen oder einfach nur im Garten zu sein, wie du schon gesagt hast, einfach mal Dinge zu machen, die man sonst vielleicht nicht machen würde und da gibt es jetzt mittlerweile ja tolle Vorschläge, ich finde es schön, wenn es mit einer sportlichen Aktivität irgendwie verknüpft ist vielleicht, also auch mal mit einem Kanu, mit einem Sack irgendwo vielleicht unterwegs zu sein oder aber es kann ja auch wirklich sein, dass man mal glaube ich, wie du vorhin gesagt hast, die U-Bahn bis zur Endhaltestelle fährt und versucht dann wieder zurückzukommen oder so, also ganz einfache, banale Dinge, die ja, klasse sind und er nennt es auch nicht 9 to 5, sondern 5 to 9, also ich komme aus der Arbeit raus, gehe auf den Berg, springe früh noch in den Fluss, setze mit der U-Bahn und bin wieder im Büro und wenn dann jemand fragt, hast du was erlebt letzten Abend, dann kannst du sagen, ja, doch, durchaus, also war was anderes. Ich saß nicht in der Komfortzone auf dem Sofa, sondern ich bin rausgegangen und habe das erlebt.

Torsten J. KoertingAls tolle Beispiele, die du nennst, die sich, glaube ich, jeder auch hier in Deutschland oder woanders in der Welt zugänglich machen kann, was ich mir hier gleich mit notiert habe, ist mit dem Kano auf dem Yukon. Ich habe ja immer noch, das, glaube ich, auch der Alistair beschrieben hat oder sein deutscher Ableger hier in Frankfurt, in Aschaffenburg bis zu Frankfurt mit dem Kajak zu fahren auf dem Main. Das ist so eine Dreitagestour, die dort in dem Mikroabenteuerbuch beschrieben wird. Und ich glaube, die Dinge sind so einfach, wie du sagst, einfach mal eine Enthaltestelle zu fahren mit der U-Bahn und zurück zu laufen und wenn man es nicht ganz schafft, sich einfach mal unter den Baum zu setzen, wie so eine Art Vision Quest, ja, in dem auch mal zum Nachdenken kommt und in der Lage ist, über sich selbst und die Welt und vieles andere zu reflektieren, um daraus vielleicht auch neue Ideen oder neue Herangehensweisen zu schöpfen, um, ja, für sich auch mal den nächsten Schritt, der vielleicht dann auch dazu führt, wie bei dir, in neue Gefilde oder auch in neue Stoßrichtungen sich einfinden zu lassen, um daraus, ja, seine neue Bestimmung oder seine neue Berufung zu finden. Also Mikroabenteuer, der Aufruf hier an alle. Wir werden auch ein paar Bücher dazu entsprechend verlinken. Mikroabenteuer, glaube ich, etwas, was in Zeiten wie diesen uns richtig mal ein Stück weit und wenn es nur ein kleines Stück ist, aus der Komfortzone bringen kann. Manuel, was war dein letztes Mikroabenteuer in den letzten zwölf Monaten dieser ganz besonderen Zeit, die wir alle hier durchleben durften?

GastErschrecken, dass ich überlegen muss, aber ich glaube, wir sind alle in der Zeit. Es waren so viele, welches nehme ich jetzt? Nee, es waren so wenige. An welches erinnere ich mich noch? Puh, also das letzte Kleine war jetzt Joggen im Schneesturm. Würde ich jetzt aber auch nicht so, aber ich glaube, manchmal kann es einfach so einfach so banal sein und es war ein tolles Erlebnis, wenn dann der Wind so, wenn du quasi läufst und neben dir die Schneeflocken so quasi mit dem Wind hergeschoben werden. das war echt schön. Ansonsten glaube ich, war es echt tatsächlich nur eine Nacht im Garten letzten Sommer, nachdem ich mit Studenten nicht so viel auch unterwegs war und das irgendwie mit der aktuellen Situation in der Familie nicht so gepasst hat. Ja, aber ansonsten habe ich ja schon einiges auch an verrückten Dingen gemacht. Ich habe ja mal motiviert von Alistair Humphreys und von einem anderen Kollegen in Australien, der einmal mit zu Fuß in die Arbeit gegangen ist und dann mit dem Kanu gefahren ist, mal versucht mit dem Sub quasi Nürnberg-Treuchtlingen zurückzulegen und das ist noch eine Wette geschuldet, war aber auch etwas, was mich einfach schon immer gereist hat und er hat das in zwei Tagen dann gemacht und geschafft und das war echt ein tolles Erlebnis und auf so einem Fluss tauchten immer eine ganz andere Welt ein und ja, aber ich stelle fest, es wird Zeit für das nächste Micro-Adventure, glaube ich, in nächster Zeit, das ist schon zu lange her.

Torsten J. KoertingEs wird Zeit, Manuel, dass wir uns persönlich treffen und dann gehen wir mal, steigen wir mal in irgendeine U-Bahn oder auf den Saal und legen einfach los. Versprochen? Klingt gut. Machen wir. Großartig. Manuel, die letzten zwölf Monate waren eine besondere für dich als Professor, verantwortlich für den Lehrstuhl, verantwortlich für den Studiengang, für viele Menschen da draußen. Wie hast du die letzten zwölf Monate erlebt und was waren so deine größten Aha-Momente oder Erkenntnisse daraus, Manuel?

GastJa, also gerade auch schon kurz angedeutet, das ist ja doch eine Situation, wo wir jetzt irgendwie alle mal aus der Komfortzone mehr oder weniger rausgeschmissen wurden, zumindest Dinge irgendwie ändern mussten, um entweder zu überleben oder natürlich einfach nur den Alltag auch zu gestalten oder halt dem Job nachzugehen und ich glaube, das macht dieses Komfortzonen-Thema, also es gibt dieses Modell, wo man sagt, es gibt die Komfortzone, das ist da, wo ich mich wohlfühle und wo ich halt, ich stelle mir das immer so vor, dass ich am Sofa sitze und Chips esse so ungefähr, wo mir nichts passieren kann, ich bin in geschützten Rahmen und dann gibt es die Angst- oder Panikzone, wo es dann einfach zu wild wird, aber so in dem Bereich dazwischen ist dann eben die sogenannte Lernzone, also da, wo ich mich ein Stück weit vielleicht auch anpassen muss oder neue Strategien entwickeln muss, um eine Aufgabe zu lösen, das wird bei euch, wenn ihr in den Bergen seid, sicherlich so sein, das ist vielleicht bei manchen schon im Hochzeigarten so, dass ihr irgendwie lernen müsst, wie gehe ich jetzt mit dieser Angst da auch um, wie ich da habe und ja, das ist das Schöne, glaube ich, an der Situation jetzt, dass wir eben gezwungen sind, auch umzudenken und mal manche Dinge anders zu machen und ich glaube, sich da vieles auch positiv entwickelt hat, gerade im Bereich Digitalisierung und auch Vermeidung vielleicht von Zugreisen für kurze Arbeitstermine und so und das Zweite, was ich sehr, sehr schön finde, ist, dass die Leute, glaube ich, zumindest nämlich so warm die Natur doch wieder ein bisschen mehr schätzen und dadurch, dass man viel vielleicht auch zu Hause ist oder auch nicht so raus konnte, dann sich denkt, Mensch,

Gastja, es ist doch toll da draußen und mal durch den Wald zu spazieren, ist doch ein positives Erlebnis und ist nachweislich ja auch gesundheitlich sehr, sehr gut, also man weiß auch, dass selbst Viren es schlechter haben, dadurch, das Killerzellen gebildet werden, wenn ich im Wald unterwegs bin durch die Stoffe, die die Bäume aussondern und ja, es gibt verschiedenste Modelle und Aspekte, die auch dafür sorgen, dass wenn ich eben draußen bin, mich bewege, aktiv bin und dass ich mich dann besser fühle, ich bin entspannter, kreativer, aber auch gerade, dass das Flow-Erlebnis ist ein sehr, sehr spannendes und wichtiges, also so dieser Zustand, der beschrieben wurde von einem Forscher mit einem sehr unaussprechlichen Namen, Csikszentmihalyi, ich weiß gar nicht, wie ich es richtig ausgesprochen habe, es ist immer schön, wenn man eine Arbeit schreibt und die zitiert, weil man dann immer dreimal nachgucken muss, wie ich einen Namen schreibe, ist der Zustand, wo man einfach voll in dem aufgeht, was man tut, voll fokussiert ist, alles um sich herum vergisst und das Zeitgefühl vergisst, auch das, ja, die Gehirnregion, die für Sorgen, aber auch für Ängste zuständig ist, wird komplett runtergefahren und man vergisst das alles sozusagen und gibt jetzt voll in dem auf, was man tut, was bei Kindern enorm wichtig ist für den Lernprozess, was bei Älteren aber oft dann nicht mehr so oft vorkommt, das ist auch eine Sache, die eben beim Draußen unterwegs sein, beim Sport machen draußen ganz oft kommt und ich glaube, alle, die jetzt da auch selber Sportler sind und das hören, die können, glaube ich, sehr viel damit anfangen, alle anderen sollten es schleunigst mal erleben, diesen Zustand, wo man sich irgendwie so aufwacht und denkt, Mensch, was war denn jetzt eigentlich und sich aber einfach gut fühlt und es ein schönes Gefühl ist. da gibt einem die Natur, glaube ich, sehr, sehr viel, gleichzeitig ist es natürlich wichtig, Natur auch zu schützen, da bin ich auch mal bemüht, auch gerade Leute zusammenzubringen, weil auch der Mountainbiker und der Kanufahrer per se natürlich nicht der Umwelt schaden möchte, oftmals sind sie einfach nicht aufgeklärt, wissen nicht, was sie tun, andererseits haben sie vielleicht auch nicht die Möglichkeiten, ihren Sport aufzuüben und ja, da bin ich auch sehr bemüht, da Aufklärungsarbeit zu leisten und aber auch vielleicht sind gerade dabei, ein Forschungsprojekt zu entwickeln, wie man auch über Online-Plattformen und virtuelle Impulse den Leuten, die da draußen unterwegs sind, auch einfach Wissen mitgeben kann und Hinweise, dass sie sich einfach auch gut und richtig verhalten und wie viel das Ganze dann tatsächlich auch ausmacht.

GastJa, ansonsten diese Zeit, also ich hoffe schon, im Moment ist das ja so ein bisschen wieder anders, dass aber auch vielleicht dann doch manche sich Gedanken machen, wie kann ich denn manches anders gestalten, wie kann ich die Zusammenarbeit anders gestalten, was ist denn in der Krise jetzt wichtig gewesen, um den Laden am Laufen zu halten und vielleicht auch das Thema Führung anders denken, aber auch vielleicht eher Richtung Gemeinwohlökonomie denken und nicht nur auf das eigene Interesse denken im Moment. Ja, ist ja auch, sind ja so viele Eigeninteressen auch oft dabei bei vielen Themen, bei vielen Leuten, aber bin mal gespannt, wie sich das Ganze auch auflöst dann am Ende und wie wir vielleicht diese Euphorie es geschafft zu haben, gemeinsam dann doch auch nutzen können, in der Hinsicht wieder positive Dinge mitzunehmen. weil ich jetzt gerade daran denken musste, aber ich bin ja auch ein Fan von moderner Führung und flachen Hierarchien und wirklich Leute mitzunehmen und einzubinden, also aus der eigenen Erfahrung und auch auf dem Segelboot hast du einfach mehr Akzeptanz, wenn du alle mitnimmst. Gleichzeitig ist es auch, wenn wir bei dem Beispiel Segelboot bleiben, halt auch manchmal wichtig, dass es einen Kapitän gibt, der sagt, wo es lang geht und klare Anweisungen gibt und gerade wenn es natürlich brenzlig wird, da habe ich jetzt die Woche erst auch von einem Geschäftsführer gehört, dass es schwierig war, von der guten Miteinander jetzt in der Krise dann auch zu switchen und dann wieder dem Kapitän zu gehen, sozusagen, der sagt, jetzt wird das und das und das gemacht und dann können wir hinterher wieder darüber diskutieren, ob es gut war oder nicht, aber wenn jetzt eben der Sturm kommt, dann müssen die Segel einfach runter und dann hilft es nichts noch, den Stuhlkreis zu machen und den Flipchart aufzustellen oder so, übertrieben gesagt und das auch zu diskutieren und ja, das ist ein kleines Kurs noch.

Torsten J. KoertingWas du hältst, Manuel, die Zeit nicht nur zu nutzen, sondern auch mal zu reflektieren, mit dem Impuls, nach draußen zu gehen und sich das, was auch vor der Haustür sich abspielt, sich zu ermöglichen beziehungsweise noch mal anders über sich und sein Leben nachzudenken, so wie du das jetzt hier eben auch so schön beschrieben hast und manchmal kommt eben Verlassen der Komfortzone das Mikroabenteuer von außen auf uns, ob jetzt die letzten Monate als Mikroabenteuer für uns und für uns Menschen zu betrachten ist, weiß ich nicht, es war eher schon Makro-Mega oder so ein Mega-Abenteuer, durch das wir da durchgehen konnten, aber wie du es so schön schreibst, ist natürlich dann die Natur und das, was wir im Außen uns erleben können, so wie wir es auch in unterschiedlichen Storys überall auch in unserem Umfeld erleben dürfen, etwas, was sich Menschen auch zugänglich gemacht haben und das eine Zeit gewesen ist, die uns nicht nur irgendwo in die Ferne schweifen lässt, sondern die Abenteuer und das Erleben hier im Kontext und im eigenen Rahmen ermöglicht hat. Was glaubst du, wie geht es für dich weiter, Manuel? Wie sehen für dich die nächsten Wochen? Wie schaust du auf das nächste, Manuel?

GastIch freue mich auf ein Sommersemester mit Studenten und generell auf den Sommer und den Frühling jetzt, einfach weil ich die Zeit sehr, sehr gerne mag, weil es die Zeit ist, wo man wieder mehr auch draußen machen kann und mehr Sportarten möglich sind, die im Winter manchmal nicht so möglich sind, bin auch eher der Sommer als der Wintersportler und Sommertyp und deswegen finde ich, macht das Sommersemester auch noch mehr Spaß und weil das Wetter gut ist, weil man mit den Studenten auch mal die Vorlesung mal eine Stunde nach oben verlangen kann, sich in die Sonne setzen kann und aber auch viel sportlich aktiv machen kann und hoffe sehr, dass das dann auch wieder möglich sein wird, dass wir uns da wieder sehen, weil der persönliche Kontakt mir sehr, sehr wichtig ist und dass die Zeit auch gut gezeigt hat, dass alles virtuell sich super abbilden lässt, dass man auch gut lernen kann, aber dass hier dann wieder der persönliche Kontakt dann doch einfach schön ist und wenn man sich gegenübersteht und nochmal austauschen kann und vielleicht noch, keine Ahnung, abends nochmal grillt zusammen oder so, um sich dann nochmal ein bisschen informell auszutauschen, dass das einfach wichtig ist und man ein bisschen zu kurz kommt.

GastAnsonsten habe ich gerade sehr, sehr viele spannende Forschungsprojekte, auf die ich mich freue und auch noch Artikel, die entstehen werden in nächster Zeit und das vorhin schon angekündigt und jetzt kommt auch wieder so ein bisschen die heiße Marketingphase für uns als Hochschule, wo wir natürlich auch dann mal gucken müssen, dass es genügend Studenten gibt und da hoffe ich sehr drauf und freue mich drauf, auch mit vielen Partnerunternehmen, die wir schon haben, wo wir zum Teil auch duale Studenten dann haben, die eben studieren und eben mal schon arbeiten, da jetzt wieder in die Akquise zu starten und auch junge Menschen kennenzulernen und versuchen zu dürfen, sie für den Outdoor-Bereich zu begeistern oder ihre Leidenschaft dann nochmal zu wecken. was sind so die Dinge, die glaube ich, jetzt auch anstehen werden und ja, freue mich, dass es nebenbei immer noch auch andere spannende Projekte gibt, versuchen gerade auch mal so die regionalen Unternehmen so ein bisschen mitzunehmen und vielleicht auch zu gucken, wie kann man da Synergien schaffen, um durch die Learnings aus der Krise vielleicht wieder was Neues mitzunehmen und vielleicht ähnlich wie ihr das tut ja auch eben Outdoor-Elemente mitzunutzen oder Impulse zu setzen und das sind so Dinge, die sich dann auch mal auftun, wo man manchmal gucken muss, dass es nicht zu viel wird, aber die auch sehr viel Spaß machen und ja, ich glaube, das war die Antwort auf deine Frage.

Torsten J. KoertingIch glaube,

Gastes ist gerade noch eingefallen, ich noch was sagen,

Torsten J. Koertingwollte ich jetzt zu dem. Also wir haben ja, da gab es Speaker-Kollegen aus meinem damaligen Umfeld, die haben nach sechs Wochen oder acht Wochen ihren Kofferraumfotograf, da lag da eine Flipchart-Rolle drin und ein Moderationskoffer und unten drunter, es geht wieder los. Ja, und dann haben wir gedacht, scheiße, wieso hat der einen Workshop? Macht der Spaß im Offline? Wir sind doch gerade kurz hinter Lockdown und wieso ist bei mir keine Anfrage da? Ja, jetzt sind wir 14 Monate, 13 Monate später und sind, glaube ich, alle schlauer, dass uns diese Situation noch deutlich länger begleiten wird. Wir haben es im Vorgespräch besprochen, dass ihr auch als Universität natürlich auf alle Gegebenheiten Rücksicht nehmen dürft, auch im neuen Silvester, Hybrid-Veranstaltungen mit berücksichtigen dürft für diejenigen, die nicht kommen wollen, aus welchen Gründen auch immer, oder diejenigen, die dann mal in Quarantäne geschickt werden, aber wir doch alle jetzt wie so ein Stück weit Licht am Ende des Tunnels sehen, dass, ob wir es jetzt nur in den letzten 13 Monaten in den Griff gekriegt haben oder nicht, aber zumindest zeichnet sich irgendetwas ab, dass wir nicht back to normal, aber dass wir das New Normal doch nochmal anders beleben können und ich glaube, da ist dein Lehrstuhl, dein, das, was du belebst mit deinen Studenten und auch der Studiengang, eine ganz fantastische Möglichkeit, ganz unterschiedliche Kontexte zusammen zu verbinden. Manuel, es war großartig, wir kommen so ein bisschen zum Ende, es war großartig, mit dir zu sprechen und das, was dich antreibt, als auch die Historie, wie das alles entstanden ist, mal ein bisschen zu dekodieren, weil ich glaube, bei dir so nicht nur der Zufall, sondern einfach das Vertrauen in dich selbst und in das, was da gerade passiert, eine wesentliche Komponente war, die dich dahin gebracht hat, wo du jetzt bist. Ich spüre, dass wir zum einen mit Ruth Merck oder auf jeden Fall mit dir nochmal das Glassenuntersegeln reflektieren dürfen, weil das auch in die Richtung geht, so ein Stück weit, wie wir versuchen, Menschen in der Natur den Gefühlen näher zu bringen, sich zu reflektieren, mal in Situationen zu bringen, die sich ein bisschen komisch anfühlen beziehungsweise, du hast es gesagt, Herausforderungen auszusetzen, die sie in ihren vier Wänden oder in ihrem Umfeld nicht so häufig erleben und bin sicher, dass wir da dieses Jahr auch das eine oder andere vielleicht gemeinsam beleben werden. Dazu kommen wir dann nachher nochmal im privaten Nachgespräch. Danke, dass du da warst. Danke, dass du dich hier so offen, demütig und auch ehrfürchtig dir selbst gegenüber gezeigt hast, mit allem, was dich auch mit reingebracht hast. Vielen lieben Dank dafür. Und so wie es auch in diesem Podcast nochmal die Frage, bevor wir zur letzten kommen, wie kann man mit dir in Kontakt treten, Manuel? Wie, wenn jetzt oder andere sich für den Studiengang interessiert, der mal sprechen möchte, weil ich gesagt habe, das hat mich total inspiriert. Bücher und so weiter tun wir natürlich alle in die Shownotes und die Links. Wie kann man mit dir in Kontakt treten? Wie wünschst du dir das, Manuel?

GastMan kann natürlich gerne über die Hochschulseite gehen, also Hochschule für Angewandtes Management und zur Homepage ist www.fhan.de, also Fachhochschule für Angewandtes Management, wie wir früher noch hießen. Das ist auch für meine E-Mail-Adresse die richtige Endung sozusagen, also manuel.sand, wie das heißt man mehr, fliedrichheinrichantonmaria.de Ich freue mich über jegliche Nachrichten. Ich komme mir gerade vor, wie bei so einer Schifffel-Nummer. Gerne, gerne Kontakt aufnehmen. HB, genau. Oft ist es ja so, dass da stelle ich immer wieder fest, Mensch, das wäre doch was für meinen Enkel oder das wäre vielleicht was für meinen Sohn oder Neffen oder so. Also gerne, wer Richtung Studium Interesse hat, gerne melden, wer sonst irgendwie Austauschbedarf hat, freue ich mich auch gerne über jegliche Kontakte. Danke für die Möglichkeit, da auch nochmal darum zu machen mit einer eigenen Sache.

Torsten J. KoertingJa, so soll es sein, weil der Lehrstuhl natürlich etwas ist, wenn der ein oder andere sich inspiriert fühlt, sich damit mal auseinanderzusetzen, ist FAHM sicherlich eine gute Adresse, als auch mit dir mal in Kontakt zu treten beziehungsweise deine Lehransätze vielleicht an der einen oder anderen Stelle mal tiefer zu durchdringen, weil ich glaube, das, was du dort mit reinbringst in den Studiengang für alle Lehrer in Deutschland durchaus mal ein Ansatz wäre, gerade für die Kinder, die es nicht ermöglicht bekommen haben, Kindergarten im Wald oder wie die heißen, wo du gar kein Haus hast oder bei draußen bist, sondern den Menschen mal auch, den Schülern mal besondere Erfahrungen in der Natur zu ermöglichen. Ich glaube, deine Ansätze da eine große Inspiration sind. Von daher, danke für deine Schiffre-Nummer. Es war großartig, dass du hier dabei gewesen bist. Ich hatte das eben schon gesagt. Phänomenal. Danke, dass du dir zum zweiten Mal Zeit genommen hast, um meinen kleinen Fehler auszugleichen, dass ich den Rekord-Button nicht gedrückt habe. Und du kennst das schon aus dem ersten Podcast, dass das letzte Wort, und das ist hier so das letzte Wort, dem Gast gehört und zwar natürlich nicht an mich gerichtet, sondern an die Hörerinnen und Zuhörer. Was möchtest du ihnen mitgeben? Was ist deine Botschaft an die Welt?

GastJa, vielen Dank erstmal auch für das zweite spannende Interview und die Möglichkeit auch selber nochmal über das eine oder andere nachzudenken. Ich habe dir vorhin schon erzählt, das war das letzte Mal, wo ich mir gedacht habe, Mensch, da am Schluss, da hast du dann nicht mehr so irgendwie tolle Sachen gesagt, zumindest hast du mir so froh, da hast du das und das noch sagen können. Ich versuche es trotzdem jetzt spontan zu machen und du hast vorhin schon eine Steilvorlage gegeben oder auch zur jetzigen Situation gesagt hast. Ich finde gerade im Moment, wir denken immer zu oft in die Zukunft und denken, was ist denn wenn und was ist denn endlich, wenn wir das und das wieder können und vergessen dabei, im Moment zu leben und auch jetzt das Beste aus der jetzigen Situation zu machen mit all den Möglichkeiten, die wir doch nach wie vor noch haben und das finde ich sehr sehr wichtig zum anderen eben auf dieses Thema rauszugehen, mal die Komfortzone zu verlassen, sich mal auf neue Dinge einzulassen, sich selber mal zu fordern oder auch zu hinterfragen vielleicht und zu gucken, Mensch, kann ich das dann und will ich das dann und was kann ich denn alles schaffen und dann in die Natur zu gehen, den einen oder anderen Sport da vielleicht zu machen und das wirklich sehr bewusst und achtsam zu erleben und versuchen da viel Kraft rauszuziehen also da haben wir noch gar nicht so viel drüber geredet aber das ist nachweislich wirklich sehr sehr positiv und bringt sehr sehr viel mit sich und ja aber ansonsten glaube ich ist es auch mal wichtig selber auch zu wissen wo man hin möchte aber sich dann auch vielleicht ein bisschen leiten zu lassen und mal den Weg einfach weiter zu laufen und gucken wo er hingeht und da habe ich vorhin meine Studentin schon als Beispiel genommen die sich jetzt eben gerade auch selbstständig gemacht hat auch durch die Krise vielleicht oder die Pandemie den entscheidenden Impuls dazu bekommen hat und das sind nicht meine eigenen Worte die ich mit denen nicht ende aber ich fand den Satz so schön wenn sie gesagt hat naja sie ist jetzt noch nicht weit gekommen aber sie hat jetzt angefangen den Weg zu laufen und das ist ja schon mal das Wichtigste weil der Weg der wird sich ja dann von alleine irgendwo hin ergeben und das glaube ich möchte ich einfach mitgeben dass man eben ja sich selber herausfordert dass man nicht immer den bequemsten Weg vielleicht geht dass man sich auch noch was traut und was macht und das mit viel Leidenschaft und Freude und mit viel ja Natur und Abenteuern kombiniert macht

und mit viel zu verabschieden wir uns und mit viel zu verabschieden wir uns und mit viel zu verabschieden wir uns und mit viel zu verabschieden wir uns und mit viel zu verabschieden wir uns und mit viel zu verabschieden wir uns