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Cover des Podcasts „Deep Dive mit Torsten Koerting“

Folge 076 · 21. Mai 2021

Rainer Ehrich - Über Fehler, starke Umsetzungskraft und Erfahrungen machen

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Mit 47 Jahren Erfahrung ist Rainer selbst Zahntechniker und führte jahrelang erfolgreich ein Dentallabor. Damals entwickelte er die TEK-1 Prothese, die er in über 1.000 Dentallaboren mit einem Tageskurs installierte. Zudem hat er die Plattform Padento ins Leben gerufen, wo Patienten direkt von der Strasse ins Labor geführt werden.

Heute ist er Coach, Trainer und Berater aus Leidenschaft und hat die Vision, Dentallaboren zu mehr Unabhängigkeit und mehr Gewinn zu verhelfen.

Er hat die Begabung, Dinge schnell zu erkennen, die Laborchefs daran hindern, sich wirklich weiterzuentwickeln. Das ist natürlich individuell unterschiedlich. Es macht ihm riesigen Spaß, die Entwicklung jedes Einzelnen mitzuerleben. Das ist sein großes WARUM.

In dieser Folge erfährst du:

  • wie groß der Markt der Dentallabore ist [08:44]
  • warum Fehler zur Entwicklung unbedingt dazu gehören [13:00]
  • wieso das Anfangen und die Umsetzung die wichtigsten Schritte zum Erfolg sind [18:50]
  • wie aus Fehlern Aha-Momente werden und warum diese wichtig sind [24:30]
  • Rainers letzte Aha-Momente [26:24]
  • wieso das Reduzieren, egal in welchem Bereich, freier macht [26:24]
  • wie man Perfektionismus ablegt und sich mit weniger Dingen identifiziert [32:04]
  • warum unser Körper unser wichtigstes Instrument ist [35:47]
  • wie man sein Selbstwertgefühl steigern kann [38:05]
  • wie Rainer sein großartiges Unternehmen aufgebaut hat [45:31]
  • warum Ungeduld nicht hilft, das Leben jetzt stattfindet, wir Situationen, auch unangenehme und das Leben annehmen lernen sollten [51:09]
  • wie eine Erwartungshaltung uns schaden kann [56:21]
  • wie das Alter uns verändert und warum Bewusstheit zu erlangen ein Ziel im Leben sein sollte [57:46]
  • wie man mit Mikroabenteuern das Leben bewusst im Hier und Jetzt genießen kann [1:02:32]
  • warum wir nicht hier sind um zu lernen, sondern um Erfahrungen zu machen [1:06:51]
  • wie Rainer die Zeit der Pandemie erlebt und warum Herausforderungen Geschenke sind [1:18:11]

Hier findest du Rainer:

Website: https://ehrich-dental-consulting.de/

Instagram: https://www.instagram.com/rainer_ehrich/

Facebook: https://www.facebook.com/rainer.ehrich

Viel Spaß bei dieser Folge.

Das Transkript zum Nachlesen

Maschinell erstellt und nicht redigiert — Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Sprecher automatisch getrennt; Gäste sind nicht namentlich zugeordnet. 13.216 Wörter, 87 Minuten Gespräch. Als Textdatei laden.

Torsten J. KoertingHallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge des Umsetzungsgiganten-Podcasts. Und der heutige Podcast ist thematisch etwas anders verortet als vielleicht die letzten, geht aber natürlich ähnlichen Fragen auf den Grund, nämlich wie ist Erfolg möglich? Und mein Ziel ist ja, Erfolgsmuster von Umsetzungsgiganten zu dekodieren, zu demaskieren. Denn wie Martin Frey in einem seiner letzten Expertencalls und auch im Rahmen dieses Podcastes gesagt hat, er ist ja derjenige, der die Seven Summits bestiegen hat und die sieben Weltmeere durchsegelt und war noch am Nordpol und am Südpol. Er sagte nämlich, if you're able to recognize the path that took you to the summit, you're able to replicate it. Also wenn du in der Lage bist, dem Vater, der dich zum Gipfel geführt hat, anzunehmen, wahrzunehmen, zu demaskieren, zu dekodieren, dann bist du auch in der Lage, ihn zu reproduzieren. Und genau das machen wir ja hier in dem Podcast, dass wir versuchen, solche Muster zu dekodieren, damit du sie für dich und deinen Rahmen, in dem du umtriebig bist, ob privat oder beruflich oder in welchen Formen und Farben auch immer für dich nutzen kannst. Und den heutigen Mensch, den ich hier im Podcast habe, ist jemand, der Dentallaboren hilft, auf das nächste Level zu kommen. Er ist derjenige, der Dentallabore und deren Eigentümer coacht und natürlich auch deren Teams, der Systeme, Prozesse systematisiert, automatisiert, der den Vertrieb optimiert und vieles andere auch. Und er ist jemand, der die Zahnarztbranche und auch die Branche der Dentallabor, und davon gibt es halt ein paar Tausend in Deutschland, in seinen Adern fließen lässt. Denn er ist in einem Haushalt eines Zahnarztes aufgewachsen und hat das somit von Anbeginn auch im Rahmen eines Praktikums erlebt und erfahren. Und wir schauen natürlich auch darauf, wie er mit seinen knapp über 60 Jahren welche Botschaften, welche Geschichten er mitgenommen hat aus über 40 Jahren in diesem Kontext. Wir werden der Botschaft auf den Grund gehen, was es bedeutet, lieber fehlerhaft zu beginnen, als perfekt zu zögern. Wir werden hinterfragen, wie es mit der Autodidaktik, wie es darum bestellt ist und was du auch für dich lernen und tun kannst, wenn du dir Selbstfähigkeiten aneigst und aneignest und dich nicht eben immer nur irgendwo hinsetzt und dich berieseln lässt, sondern versuch selbst mal Dinge rauszufinden. Wir werden erleben und erfahren, wie er in Anfangszeiten seiner Professionalität tausend Tage bei Zahnärzten und Dentallaboren verbracht hat und tausend Tage Training gegeben hat und daraus seine Erfahrungen gesammelt hat, wie unterschiedlich jedes dieser Betriebe läuft. Wir gehen in seine Historie, in seinen Werdegang, wir schauen natürlich wieder auf Wendepunkte und wir gehen natürlich auch darauf ein, was es für ihn bedeutet hat, sein Business in den letzten 12 bis 14 Monaten im Rahmen der Pandemie auf völlig neue Beine zu stellen beziehungsweise ihm das sozusagen in die Karten gespielt hat, weil sein Business rein online basiert ist und er alle seine Kunden im Rahmen von Gruppencalls und Gruppencoachings betreut. Und wem das wichtig ist und wer da mal überprüfen und nachschauen will, wie das geht und wie auch in Zeiten wie diesen, wo andere leiden und suffern und Herausforderungen haben, wie er da einfach durchfräst und angesogen wird sozusagen von seiner Zielgruppe und in der Lage ist, sie nachhaltig zu verändern. Da seid ihr jetzt in diesem Podcast genau richtig und ich freue mich riesig auf den heutigen Interviewpartner und begrüßt bitte mit mir Rainer Erich. Umsetzungsgiganten

GastUnd in that Perseverance I found new levels of strength Und dann habe ich angefangen, das zu machen.

Torsten J. KoertingWehigkeit weitergeben zu dürfen. Aber es hat was mit Geduldigsein zu tun. Also zu erfahren, was denn die jungen Menschen bewegt. Lieber Rainer, herzlich willkommen zum Umsetzungsgiganten-Podcast. Danke, dass du dich darauf eingelassen hast und schön, dass du dabei bist.

GastJa, Torsten, danke für die Einladung. Umsetzungsgiganten-Podcast. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, warum bin ich hier drin?

Torsten J. KoertingWas wirst du gleich erfahren, Rainer, wenn du dir die Fragen, die du dir schon vor langer Zeit hättest stellen sollen Und immer schon mal jemanden gesucht hast, der sie dir stellt und dir dabei noch zuhört, dann bist du hier genau richtig, Rainer. Rainer, die erste Frage ist immer eine, die lese ich fast wie so ein Skript ab. Und ein Skript kennst du ja. Die lese ich fast wie so ein Skript ab, weil die nicht ungewöhnlich ist im Sinne des Kennenlernens. Stell dir vor, wir sind zusammen, treffen wir uns zu einem Abend auf einer Berghütte. Du bist wahrscheinlich auf der anderen Seite mit dem Mountainbike hochgefahren. Ich bin auf der anderen Seite hochgelaufen. Vielleicht habe ich einen Paraglider dabei, weil ich morgens dann ins Tal fliege. Und wir treffen uns dort, sitzen abends bei einer Bretteljause zusammen, haben so ein bisschen reflektiert, wie der Tag so war, welche Tour der ein oder andere genommen hat. Wir lernen uns ein bisschen kennen, reflektieren, was morgen so ansteht. Und irgendwann kommt auch auf so einer Berghütte mal die Frage, Rainer, was machst du sonst so, wenn du nicht auf Berghütten rumkraxelst?

GastDann sage ich zu dir, und wir kennen uns ja anscheinend noch nicht, dann würde es ja die Frage auch nicht stellen. Ich helfe den Tarlaboren, mehr Geld zu verdienen und mehr Zeit zu haben. Das mache ich beruflich und privat sind meine Präferenzen nicht mehr auf meinem jahrelangen Golfspielen, sondern Enkelkinder und Wohnmobil. Und so haben sich dann die Prioritäten verändert.

Torsten J. KoertingAlso Enkelkinder lässt vermuten, dass du schon ein paar Tacken Jahre schon auf dem Buckel hast, wenn man dich jetzt hier so sieht. Auch wenn es ein Podcast ist, machen wir das immer mit einer Videospur. Wenn ich in deinem Alter noch so gut aussehe, dann habe ich vieles richtig gemacht. Besonders das mit den Hund und mit den Enkeln und vielleicht auch mal ein Glas Rotwein am Abend. Aber die Frage, die natürlich auch mit unter oben aufliegt, weil den anderen Bereich, auf den werden wir sicherlich auch noch streifen, ist What the sind Dentallabore?

GastJa, das ist echt eine gute Frage. Wenn ich das irgendwie jemandem erzähle, der gar nicht eben aus der Branche kommt, die fragen wirklich 80 Prozent nach. Und dann sage ich ja, was ist denn, wenn du zum Zahnarzt gehst, wer macht denn deine Zähne? Ja, der Zahnarzt. Ich sage, nein, also 90 Prozent sagt der Zahnarzt. Und leider ist es, nicht leider, es ist so, dass der Zahnarzt der Mediziner ist, der ist für das Medizinische, der gibt eine Spritze, der zieht einen Zahn, der näht und chirurgt was, aber was er nicht macht, sind Zähne. Also Zahnersatz, künstliche Zähne, Keramikronen, schöne Keramik, wie mir ist. Das ist der Zahntechniker und der Zahntechniker, wenn er selbstständig ist oder auch nicht selbstständig ist, arbeitet in einem Dentallabor.

Torsten J. KoertingSo, und Dentallabore somit für alle, die wir hier sind, vielleicht nicht für alle 80 Millionen, aber doch für einen großen Teil davon einen wichtigen Beitrag leisten, dass wir immer was zu beißen haben, nämlich statt was, mit dem wir beißen können. Jetzt hast du gesagt, du hilfst Dentallaboren dazu, vielleicht effizienter, produktiver zu werden, neue Kunden zu bekommen und vielleicht auch den Gründern, das hast du jetzt nicht gesagt, aber ich weiß es natürlich, den Gründern zu ermöglichen, vielleicht irgendwann auch eine Geschäftsübergabe zu ermöglichen. Wie viele Dentallabore gibt es in Deutschland? Ist das überhaupt ein Markt?

GastEs gibt in Deutschland 8.500 Dentallabore. Zahnersatz ist ein Milliardenmarkt in Deutschland. Und, ja, ich habe auch Kunden in Panama und Seychellen, aber das ist eher die Ausnahme, weil wir alles online machen. Aber das ist so der deutsche Markt und der ist auch ziemlich konstant, also von der Anzahl der Labore. Was nicht konstant ist, sind die Zahntechnikeranzahl, das heißt, die Labore sind geblieben. Die Anzahl der Zahntechniker in Deutschland ist in den letzten 15 Jahren rückläufig. Das heißt, die Dentallabore werden im Durchschnitt etwas kleiner, sind etwas kleiner geworden.

Torsten J. KoertingAls weniger Zahntechniker, die Sie beschäftigen, liegt das daran, dass der Markt, dass wir bessere Zähne bekommen oder dass einfach Technologie den Zahntechniker ersetzt?

GastJa, es hängt damit zusammen, dass seit Anfang der 2000er Jahre, seit Einführung des Festzuschusssystems, der Markt ziemlich frei geworden ist. Das heißt, es wird ein Drittel auch im Ausland produziert. Das heißt, China, Polen, Ungarn, Türkei. Dann gibt es, das gab es aber schon immer so, praxiseigene Labore. Also der Zahnarzt hat dann auch ein kleineres Labor in seinen eigenen Räumen. Und dann mischt die Industrie auch ein bisschen mit und das hat sich sehr verändert. Und deswegen sind die Marktanteile der gewerblichen Meisterlabore, die ich ja sozusagen als meine Kunden betrachte, sind diese 8500. Die Marktanteile sind in den letzten 30 Jahren von, sag ich mal, 80 Prozent auf 38 Prozent geschrumpft. Und deswegen brauchen die mich. Weil letztendlich ist das ein Verdrängungsmarkt geworden und das sind klassische Handwerksmeister, die absolute Künstler sind. Zahnersatz eben ist echt ein Kunsthandwerk, wenn man so möchte. Aber sie sind halt letztendlich nicht die Marketing- und Akquisefüchse.

Torsten J. KoertingUnd wir werden da gleich noch ein bisschen weiter reinschauen. Jetzt 8500 oder 8000 solcher Dentallabore, also ein sehr, kann man fast schon sagen, enger Markt, den du aber sehr schön bedienst. Was gibt dir das Recht, solche, solch eine Branche und diejenigen, die solche Dentallabore führen und verantworten, zu bereichern, ihnen zu erklären, wie es wirklich funktioniert? Du hast ja eine Historie, die dich dahin gebracht hat, wo du heute stehst. Nimm uns mal ein bisschen mit, wo deine Substanz und deine Talente herkommen, die dir das jetzt ermöglichen, was du jetzt in den letzten Jahren aufgebaut hast.

GastDu hattest vorhin schon mal ein Alter angesprochen, bin 62 Jahre, das haben wir noch gar nicht gesagt. Und beim Erstellen unserer Broschüre, die wir gerade machen, ist mir bewusst geworden, dass ich schon 46 Jahre in der Zahntechnik bin. 47 sogar jetzt schon. Das heißt, ich habe mit 15 das erste Mal Berührung gehabt mit der Zahntechnik. Da habe ich in einem Labor, wie auch immer, Urlaubsbeschäftigung gemacht, also Urlaubsjob gehabt.

Torsten J. KoertingAch so werden die Zahntechnik. So wird das also gemacht. Da kommt einer im Urlaub dahin, so Praktikant und dann...

GastJa, wir durften natürlich nur bedingt, da durfte ich was machen. Aber da war so die erste Berührung und mein Urgroßvater war schon Dentist. Das heißt, Dentist war ein Beruf, den gibt es heute nicht mehr, vorne im Friseursalon und hinten hat er die Zähne gemacht und konnte die Menschen sogar behandeln. So, das ist so aus der Historie noch. So, und da bin ich, habe ich die ersten Berührungspunkte gehabt, habe dann Zahntechnik gelernt, weil mir das damals Spaß gemacht hat. Dann eröffnete sich der Osten und ich bin rübergegangen, weil ich es einfach spannend fand und da wurden ja Wäsche, Weise, Körbe in die Labore gebracht an Arbeiten, weil die hatten einen extremen Nachholbedarf. Ja, dann habe ich mich selbstständig gemacht, was ich auch eigentlich gar nicht wollte, aber wie man so im Leben dann irgendwie reingeschubst wird und ich mache das dann eben. Wo ich sage, okay, das machen wir, machen wir einfach. Mehr als schiefgehen kann es nicht. Und wir sind hier ja bei Umsetzungsgiganten und ich setze dann immer gerne um. Ich bin mehr Umsetzer als Planer und mein Lebensmotto ist ja, lieber fehlerhaft beginnen als perfekt zu zögern. Ja, und dann habe ich das gemacht und bin deswegen auch im Leben oftmals auf die Schnauze gefallen. Und das hat mir aber letztendlich immer die Dinge gebracht, die ich gelernt habe und mit meinem Labor eröffnen bin ich auch mal richtig auf die Schnauze gefallen und war nach einem halben Jahr fast wieder pleite. Musste dann Akquise lernen, zwangsläufig, konnte ich aber überhaupt nicht und habe mir dann eben Dinge beigebracht, wo ich sage, okay, es funktioniert, es geht ja doch. Und mein Labor wurde dann von fast pleite auf Wuchsen bis auf 25 Leute und Millionen Umsätze im Jahr, also das funktionierte.

GastHatte aber nach zwölf Jahren keine Lust mehr auf Zahntechnik, weil ich bin mehr Unternehmer als Zahntechniker und da waren so viele Reglementierungen von Krankenkassen und die Zahnärzte in meiner Zielgruppe. Meine Kunden haben auch, das geht nicht, weil, und ich konnte mich nicht als Unternehmer ausleben und dann habe ich halt mein Labor verkauft, Mitte 40, alle haben mich für verrückt erklärt, weil ich eine Sicherheit aufgegeben habe, aber ich wollte Freiheit. Ich hatte zum Glück eine Technik erfunden, die ich dort dann weiterbringen konnte. Ich habe mir ein Wohnmobil gekauft, bin dann halt quer durch Deutschland gefahren und habe dann in sieben Jahren tausend Labore besucht, habe dort einen Ein-Tages-Kurs gemacht. Das heißt, ich habe in über tausend Laboren einen Tag gearbeitet, habe dort extrem viel mitgenommen. Ich habe zwar einen technischen Kurs gemacht, habe dort aber gesehen, warum machen die das so? Ich saß ja jetzt außerhalb deren Box und konnte eigentlich auch als Unternehmer natürlich sehen, weil ich selbst ein Labor hatte, ein größeres. Warum machen die das so und nicht so? Und ja, und dann kam ich einfach drauf, dass ich dann mich eben weiterhin mit Akquise und Kommunikation und Marketing beschäftigt habe und immer das, was wirklich auch für Labore brauchbar war, runtergebrochen. Und so habe ich dann Workshops gegeben, habe noch eine Online-Plattform gemacht, wo wir von der Straße geholt haben, die sieben Jahre lang lief, wo wir 35.000 Menschen animiert haben. Wenn sie Zahnersatz kriegen, doch erstmal zum Zahntechniker zu gehen und dann zum Zahnarzt. Weil der Zahntechniker weiß, welcher Zahnarzt gut ist und sie können halt im Labor sehen, was der Zahnersatz wirklich ist. Denn das ist ja der, der den Zahnersatz baut. Das habe ich auch noch gemacht, Workshops gegeben mit Akquise, Kommunikation. Seit drei Jahren mache ich das so, dass ich Labore wirklich langfristig begleite. Weil ein Workshop ist toll, der ging dann zwei Tage, aber nicht jeder setzt es halt um. Also eine Begleitung macht einfach Sinn. Und da man heute das auch digital macht, und das mache ich nicht erst seit Corona, sondern schon länger, kann man viel mehr erreichen, viel mehr machen. Man muss sich in dauernd irgendwo überall hinfahren. Sondern das habe ich auch in den letzten zwei, drei Jahren nochmal extrem gelernt, was es da für Möglichkeiten gibt. Und deswegen begleite ich die und die Ergebnisse sind dann viel, viel nachhaltiger.

GastPunkt. Das war's.

Torsten J. KoertingDa ist so viel drin.

GastDas ist das, was mich berechtigt. Ich habe einfach da in der Branche, ich kenne sie wie kein anderer Punkt aus.

Torsten J. KoertingIst so. Ja, also wer vor 47 Jahren angefangen hat und mit 15 das erste Mal in Berührung gekommen ist und zusätzlich, das hast du jetzt nicht erwähnt, natürlich deine Historie, also deine Eltern, speziell dein Vater, genau in der Branche als Zahnarzt auch unterwegs gewesen ist. Und du dadurch natürlich auch in diesen gesamten Kontext, fast darf man schon sagen, hineingeboren wurdest. Dieser Podcast, und lass uns da mal ein bisschen tiefer reingehen, Rainer, hat ja auch zum Erfolgsmuster ein Stück weit zu dekodieren. Wie Martin Frey, ich sage das in den letzten zwei, drei Wochen sehr häufig, den hatten wir im Rahmen unseres Expertencalls, als den wir das erste Mal öffentlich gemacht haben, vor einigen Wochen mit Stacey Taniguchi im Interview. Und Martin Frey steht im Guinness Buch der Rekorde, hat die Seven Summits bestiegen, also den höchsten Berg eines jeden Kontinents, auch den Mount Everest und hat die sieben Weltmeere durchsegelt und war am Nordpol und am Südpol. Und aufgrund dieser gesamten Kombi steht er im Guinness Buch der Rekorde. Das hat nämlich bisher keiner in der Menschheitsgeschichte jemals vorher geschafft, was er in der Lage war, umzusetzen. Und er hat so einen ganz maßgeblichen Satz gesagt, Also wenn du in der Lage bist, den Weg, der dich zum Gipfel und zu deinem Erfolg geführt hat, wahrzunehmen, anzunehmen, zu dekodieren, zu demaskieren, dann bist du in der Lage, ihn zu reproduzieren. Und in meiner Welt versuche ich Pfade, die andere gegangen sind, hin zu einem wie auch immer definierten Erfolg, gemeinsam zu dekodieren, sodass wir von den Pfaden, die andere gegangen sind, zu lernen. Und du hast einen ganz bemerkenswerten Satz gesagt, sag ihn nochmal, nämlich beginnend mit fehlerhaft beginnen.

GastJa, also lieber fehlerhaft beginnen, als perfekt zu zögern. Und den Satz mal hattest du, ne? Ja.

Torsten J. KoertingWas verbirgt sich hinter dem Satz? Den hast du ja nicht aus irgendeiner Zitatebox von Hermann Scherer, sondern das ist ja ein Satz, der aus deinem eigenen Leben, so wie ich dich spüre und wahrnehme und kenne, entstanden ist, der dich sicherlich bis heute schon lange ein Stück weit begleitet. Was verbirgt sich hinter dem Satz? Und gibt es einen magischen Moment, wo er dir, ich will mal sagen, wie Schuppen von den Augen gefallen ist?

GastNein, diesen magischen Moment gibt es jetzt, wo du es sagst. Vielleicht gibt es den, aber ich kann mich da nicht erinnern. Ich bin einfach vom Naturell so. Und ich habe viele Dinge halt, viele Coaching-Ausbildungen auch gemacht. Einige nutze ich heute noch und unter anderem auch Insights Discovery. Das heißt, da geht es um Farben. Und meine Zielgruppe sind, die Zahntechniker, habe ich ja schon gesagt, die sind hauptsächlich blau präferiert und die sind halt eher die Perfektionisten. Also die sind die, die muss es sehr gut machen. Und für den Beruf ist das enorm wichtig und es ist super cool, wenn die diesen Anteil haben und das dort auch richtig gut umsetzen. Das Problem ist halt, wenn sie dann als Zahntechniker sich selbstständig machen, fehlt ihnen ein gewisser Rotanteil, nämlich das Umsetzen, den ich halt sehr ausgeprägt in meinem Profil habe, der manchmal auch mich stresst. Aber es ist halt das, wo ich nicht anders kann. Ich kann nicht aus meiner Haut. Und das ist auch das, wo ich den Laboren auch da sozusagen helfe. Sie buchen mich und das sagen sie oft so, Rainer, ich buche dich die zwölf Monate als Arschtreter, als einer, der einfach mir beim Umsetzen hilft. Ich merke immer wieder, dass die, nicht nur meine Zielgruppe, sondern die meisten Menschen Angst haben, wenn sie im Coaching anfangen wollen und sich entscheiden, mache ich es oder mache ich es nicht. Und der Grund ist, erst mal vielleicht nichts zu machen, ist die Angst vor sich selber, es nicht umsetzen zu können. Und ich sehe da einfach, deswegen könnte ein magischer Moment, gibt es halt nicht, weil ich einfach vom Naturell so bin, aber ich wurde immer wieder bestärkt, Dinge umzusetzen und möglichst viele Fehler zu machen. Weil Fehler heißt ja nicht, dass es falsch ist. Fehler heißt, deutsche Sprache ist ja unheimlich klug und gut, es heißt ja, es fehlt was. Und wenn was fehlt, ist es doch cool, wenn ich einen Fehler mache, fülle das auf mit dem, was fehlt. Und die Sache und ich und alles wird besser. Deswegen ist der größte Fehler eben, keine Fehler zu machen und gar nicht anzufangen. Und deswegen ist das immer wieder, was mich immer wieder täglich motiviert. Und ich sehe bei meinen Kunden, die einen sind schneller an ihren Ergebnissen, und die anderen brauchen. Und die, die brauchen, sind nicht die, die nicht schlau genug sind, die nicht intelligent sind, sondern die nicht anfangen, wo wir dann ein bisschen mehr, oder ich dann ein bisschen mehr in den Arsch treten muss. Also unterstützen muss, begleiten muss, reminden muss, ja.

Torsten J. KoertingUnd sie bewusst Fehler machen lässt, oder vielleicht auch unbewusst, mit sie da.

GastJa, das ist halt immer der, ja genau, animiere das zu machen. Und viele Labore, die treten ja bei mir an, weil sie am Ende des Jahres irgendwie drei, vier, fünf neue Zahnärzte als Kunden haben wollen. Und einige sind dann da, die haben sieben, andere haben nur zwei. Aber es rechnet sich immer, davon abgesehen. Aber die sagen, das ging mir gar nicht jetzt, irgendwann ab einem halben Jahr ging mir das gar nicht mehr darum, ich will so und so viele neue Zahnärzte als Kunden haben. Sondern es ging mir darum, ich habe hier gemerkt, dass du mir geholfen hast, meine Selbstbewusstsein zu erhöhen, Dinge mal auch völlig an in sich zu sehen, mich zu trauen, Fehler zu machen. Also Mindset-Arbeit war für die, für, ich sage mal, die Hälfte viel, viel wichtiger. Und dass sie sagen, ich traue mich mehr. Ich habe keine Angst mehr, das und das zu tun. Und natürlich ist ein Fehler in dem Moment, wenn man ihn macht, fühlt sich komisch an. Aber wenn man dieses Bewusstsein hat, dass er einen ja weiterbringt und man das Fehlende auffüllen kann,

Gastja, ist das halt eine, ja, es macht Sinn, Fehler zu machen.

Torsten J. KoertingUnd was du ja beschreibst, ist ja ein Phänomen, auf das wir auch immer wieder hinweisen, ist, dass durch das Ausgehen und durch das Umsetzen und nicht alles zu durchdenken und perfekt sein zu wollen, um sich bis dahin, bis zu einem Dunne mal rauszuzögern, ja auch dazu führt, dass das Vermeintliche, was wir glauben, was inzwischen im Erfolg steht, das gar nicht ist, was wir eigentlich brauchen. Also wenn das Dentallabor sagt, ich brauche vier bis fünf Kunden, steckt ja durch das fehlerhafte Beginnen, für das du sie sicherlich anhörst, auf einmal eine ganz andere Erkenntnis, die dann in die Bereiche hineingeht, die du gerade beschreibst.

GastAbsolut. Das hast du sehr schön zusammengefasst. Und meine Kunden haben die magischen Momente und die Aha-Momente. Das ist ja auch so unsere Aufgabe, dass man die dann führt und jeder ist anders und jeder hat andere Aha-Momente. Und so ein Aha-Moment, wenn du den im Leben hast, dann macht es ja wirklich auch Klick. Okay, dieser Fehler, das war gar nicht schlimm. Vor dem habe ich aber 20 Jahre, habe ich mir eine Geschichte erzählt, dass ich diese Fehler nie machen darf. Und die Geschichte habe ich mir geglaubt. Und das, was wir uns erzählen, glauben wir nun mal am meisten. Wir glauben uns selbst am meisten. Und dass man einfach dann anfängt, dass die anfangen, sich eine andere Geschichte zu erzählen, weil sie dieses Aha-Erlebnis hatten. Und das ist eigentlich so die größte Freude, die ich als Coach auch dann in so einem Training habe, Coaching habe, wenn du sie merkst, okay, jetzt ist was passiert. Die ganze Mimik, Körperhaltung, die Stimme, alles ändert sich. Wir machen ja viel auch über Sprachnachrichten und wenn dann einer anfängt, ich merke schon, okay, da ist was richtig gut gelaufen oder da ist was richtig blöd gelaufen. Aber wenn das ein Aha-Erlebnis ist, dann höre ich in den ersten drei, vier Sekunden, die Stimmlage ist komplett anders. Die ist nicht nur einfach höher, sondern die ist einfach anders. Und dann kommt ein Aha-Erlebnis. Das ist ganz anfällig.

Torsten J. KoertingUnd jetzt bist du ja ein Role Model darin, Fehler zu machen und nicht perfekt zu zögern. Ja, mit ein Grund, warum du ja Teil dieses Podcastes geworden bist oder bist heute. Und das ja nicht nur seit 47 Jahren vorlebst, sondern bis heute machst. Wann war dein letzter Aha-Moment? Was war das, wo du fehlerhaft bewusst und gesagt hast, das ist ja mein Erfolgsrezept, fehlerhaft begonnen hast, um nicht zu zögern?

GastIch habe das fast jeden zweiten Tag habe ich Aha-Erlebnisse. Die sind jetzt nicht so, dass ich sage, bahnbrechend ist jetzt komplett anders, wie es bei meinen Coaches teilweise ist, sondern, aber das sind, und das hört, glaube ich, auch nie auf, aber wenn man bewusst durchs Leben geht, und ich habe auch seit drei, vier Monaten einen jemanden an meiner Seite, der auch mich, ja, der ist ein Team, ist hier in unserem Team, aber trotzdem ist er auch wie ein Coach und der holt mich ja auch immer aus unserer Box. Wir sitzen ja auch in unserer Box drin. ist ja nicht so, dass wir irgendwie die Guru-Coaches sind und wir wissen alles und so und so und da kriege ich halt immer wieder Aha-Erlebnisse und das sind Kleinigkeiten, absolute Kleinigkeiten, wo wir, wo ich mir auch irgendeine Geschichte erzähle, wo ich sage, ja, und der sagt, Rainer, du machst das nur dessen, deswegen und deswegen kannst du das und das tun, was ich aber nicht so gesehen habe und das sind, also, wie gesagt, jeden zweiten Tag habe ich Aha-Erlebnisse.

Torsten J. KoertingAber nur, was war dein Letztes? Nimm uns mal mit, komm, eine kleine Geschichte. Letzte Woche hast du Urlaub gehabt und dein Wohnmobil umgebaut. Sicher, da gab es Aha-Momente und wo du fehlerhaft begonnen hast. Komm, nimm uns mal mit in so einen kleinen Moment von Rainer, als er fehlerhaft begonnen hat. Und was war der Aha-Moment, das für dich generiert ist, sei er noch so groß oder noch ein?

GastJa, ich habe ja auf Facebook eine Gruppe, wo 400 Dentallabore drin sind und ich habe mein Privatprofil auf Facebook. Da habe ich 1800 Freunde, wovon 70% Zahntechniker sind und auch Laborschefs. Und ich bin gerade dabei, so seit drei Wochen regelmäßig ein Video zu posten. Fünfmal die Woche. So, das mache ich dann, habe ich dann meinen Thomas gefragt. Ich sage, soll ich das hier jetzt auf dem Privatprofil machen oder in der Gruppe? Ja, mach es auf beiden. Okay, mach es auf beiden. So, nach fünf, sechs Tagen habe ich gemerkt, okay, jetzt kriegen die das doppelt mit. Ja, ist doch auch blöd. Ja, ich habe jetzt doppelt Arbeit, das ist jetzt nicht so viel Arbeit, aber und denke, denke irgendwie schräg und sage, okay, und dann sage ich, du Thomas, das ist doch blöd. Ich würde es eigentlich am liebsten mit der Gruppe gar nicht machen, sondern nur bei meinem Privatprofil. In der Gruppe mal ab und zu ein Live-Video. Sagte Rainer, meinst du, da hat sich mal hat sich mal irgendeiner beschwert in den letzten Jahren, dass der ein Video von dir doppelt gesehen hat? Meinst du, der beschwert sich im Haus der richtig geilen Content umsonst raus? Meinst du, beschwert sich einer?

GastUnd das sind so Dinge, wo ich dann nämlich entschieden habe, okay, Gruppe mache ich jetzt nicht mehr das Video, ich mache es nur noch privat, ich habe alle Gruppen mit Lieder, die noch nicht mit mir befreundet, mal eine Freundschaftsanfrage gemacht, die haben sich 90 Prozent ratzfatz befreundet und jetzt mache ich ab und zu ein Live-Video und meine Videos mache ich da und ich fühle mich dabei wohl. Völlig banales Ding, aber wo ich sage, ich möchte immer irgendwas mehr reduzieren, auch das ist für mich eine Reduktion gewesen, immer das doppelt zu machen, mich nicht dabei richtig wohl zu fühlen, dass, okay, ich mache nur noch das in der Gruppe und das. Ist Reduzieren von Dingen im Leben. Muss es sein? Nein, muss nicht sein. Ja,

ja,

Gastund diese Prozesse, die wir eben jetzt auch immer wieder in unsere Firma einbauen mit Mitarbeitern und wenn meine Tochter Arbeit auch mit, gerade letzte Woche wieder mit einer Sache ein bisschen ihre Grenzen nicht überschritten hat, aber so in Bereiche, die sie nichts, die nicht ihre Rolle sind und wieder zurück. Und ich auch genauso, wo ich manchmal auch in die Rolle, nee, ist nicht meins, ist nicht meine Rolle, ist halt für mich ein extremes Learning gewesen, wo ich auch immer wieder im Moment da habe, ah, nee, das ist ja gar nicht meins und das befreit mich dann auch, nee, ist ja gar nicht meins. Sich nicht um alles kümmern müssen, sich nicht da blinkt was auf, da blinkt was auf, ich neige dazu, wenn da was aufblinkt, da gerne müssen wir zu machen, nein. Und das entspannt.

Torsten J. KoertingDu hast ja von Mindset gesprochen und ich übersetze das ja jetzt mit Haltung, mit Einstellung und wir haben eben auf diesen bemerkenswerten Satz geschaut, den du geprägt hast, fehlerhaft beginnen, lieber fehlerhaft beginnen, als perfekt zu zögen. Ja, wenn wir ihn aus einer Zitatebox ziehen oder jetzt von dir hören, möglicherweise für eine ganz kleine Anzahl der Gamecharts sein kann und für eine größere vielleicht noch, was, ja, jetzt habe ich den Satz, aber ich weiß trotzdem noch nicht weiter, was, was für eine Einstellung, was für ein Mindset braucht es, was zeigst du den Menschen, die mit dir arbeiten dürfen, um da diese Wand zu durchbrechen, nicht perfekt sein zu müssen, nicht noch das nächste Fikat, nicht noch erst fünf andere Prozessschritte, Erkenntnisse zu kreieren, bis man sich endlich auf den Weg macht und natürlich kommen dann immer wieder neue Roadblocks und Geschichten, die man sich erzählt, warum man eben noch nicht fehlerhaft beginnen kann. Was ist die Einstellung, was ist das Mindset, was es braucht, durchzugehen?

GastDas ist eine gute Frage. Eine sehr elementare Frage und es ist ja auch das Gute im Leben, dass die Fragen auch wichtiger sind als die Antworten, beziehungsweise Fragen bestimmen auch die Antworten. Das ist eine sehr gute Frage. Nichts anzufangen ist ja immer eine Angst dahinter. Meistens. Und ich stelle so eine schöne Frage, die ich auch von meinem Mentalcoach, mit dem Oberblankenburg, öfter gehört habe, wenn der auch einen Coacht, die Frage zu stellen, was sollen Menschen nicht von dir denken? Und wenn man halt Menschen Fragen stellt, die sie sich selbst nie stellen, weil sie diese Fragen gar nicht kennen, dann sind es meistens diese blinden Flecken, die wir haben, die wir ja auch nicht wissen. Und wenn wir darauf schauen und da mal hingehen, dann tut das vielleicht an der einen Stelle ein bisschen weh oder fühlt sich komisch an. Aber das sind die größten Game Changer. Und da wissen viele gar nicht mit anzufangen. Ja, was sollen Leute nicht von mir denken?

GastJa, und da kommt dann irgendwann was. Manchmal aber auch nicht. Und ich weiß gar nicht. Aber meistens im Coaching kommt da was. Das ist oft was, was die dann wirklich weiterbringt. Denn es nützt ja nichts, hilft nicht, wenn ich nur immer sage, hey, du musst da einfach rausgehen. Hier, mach mal Einwandbehandlung, dann ist das ganz einfach. Nimm es einfach nicht persönlich. Ja, ist schon okay, aber das hilft nicht den meisten. Das sind ja Dinge, die auch schon richtig tief verankert sind. Das ist ein Weg, um da peu à peu hinzukommen. Und der zweite Weg ist, der auch total entspannt und der wirklich auch stresslos wird, ist, sich mit möglichst wenig Dingen im Leben zu identifizieren. Also mit äußeren Dingen, sich nicht über das Auto zu identifizieren, das Haus, seinen Körper, was weiß ich, oder über seine Ergebnisse. Das ist dann schon eher ein Ansatz, der für Fortgeschrittene ist, der schon ein bisschen schwieriger ist, wenn ich sage, hey, wir sind nicht unser Körper, du hast deinen Körper. Wir sind nicht unsere Ergebnisse,

Gastaber du hast Ergebnisse. Denn wenn wir unsere Ergebnisse oder unser Körper sind, dann identifizieren wir uns über unseren Körper. Das siehst du auf Instagram, sag mal so, oder irgendwo in Social Medias, wie sich die jungen Menschen total glatt ziehen, weil sie denken, sie sind ihr Körper. Also sich diese Schönheitswahren, Schlankheitswahren tun. Sie denken, sie sind ihr Körper, dabei haben sie nur ihr Körper. Wir kommen mit dem Körper auf die Welt und der bleibt hier auch. Wir kommen aus der Erde und wir werden wieder Erde. Punkt. Und die Ergebnisse, wenn man sich über die Ergebnisse identifiziert, das Ergebnis habe ich gemacht, dann kann das bei guten Ergebnissen, gibt es uns dieses Ego aufbauen, und bei schlechten, aber auch das andere. Nein, wir produzieren Ergebnisse. Und wenn man das schafft, immer mehr sich zu verinnerlichen, entspannt das. Und dann kann man auch mehr Fehler machen, weil, ja, oder wenn man nicht so gut aussehen oder was weiß ich.

GastNichtsdestotrotz halte ich den Körper für ein extrem wichtiges Instrument. Das ist vielleicht sogar unser Wichtigstes, weil wir ohne Körper nichts machen können. gesund zu sein, ist das A und O überhaupt oder extrem wichtig, was zu machen. Also pfleg ihn, mach was für, ist ein Jenes, aber wir sind es nicht. Das ist aber schon, wie gesagt, fortgeschritten und auch dieses Ergebnisse, wir haben Ergebnisse, aber wir sind es nicht. Wir haben ein Auto, aber wir sind nicht das, wenn man einen Porsche durch die Gegend fährt. Das bin jetzt ich. Aber so hieß es an der Attitüde, sie identifizieren sich darüber. Deswegen hat die Sparkasse damals ja auch die geile Werbung darüber gemacht, damit triggert man Menschen. das klappt man aus, man fang mal nichts. Okay, aber das sind wir nicht. Wir haben es nur. Das sind so die zwei Dinge, die ich da antworten würde.

Torsten J. KoertingJa, das ist großartig, was du sagst, dass die Qualität unseres Lebens dadurch bestimmt wird, welche Fragen wir uns stellen und häufig es auch damit zu tun hat, welche Antworten wir geben, die wiederum durch Prägung etc. entstanden ist. Und eine unserer Urängste ist ja, nicht gut genug zu sein und wir möglicherweise bei der Beantwortung der Frage, was sollen Menschen nicht über mich denken, möglicherweise durch die falsche Beantwortung, in Anführungszeichen die falsche, weil es ist ja die einzige, weil es ist ja deine Antwort, uns auf den Holzweg begeben. Was machst du, wenn die Frage gestellt wird durch Robert, dein Mentalcoach, und die Antwort kommt, sie sollen nicht über mich denken, dass ich nicht gut genug bin. Was ja dazu führt, dass durch so eine Antwort die Prägung entsteht, möglichst keine Fehler zu machen, weil die Menschen sollen ja nicht über mich denken, dass ich nicht gut genug bin. Wie kriegt ihr das gedreht? Wie kriegst du das gedreht und was ist dein Impuls an die Zuhörerinnen und Zuhörer,

Torsten J. Koertingum durch diese Urangst, die wir alle in uns tragen, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger, ausgeprägt, durch diese Urangst durchzugehen?

GastAlso ich bin bei dieser Frage, die ich dir das erste Mal auch hörte und ich habe die das erste Mal von Robert gehört, als ich selbst in dem Coaching war, da habe ich gesagt, boah, ja, ich wüsste schon vielleicht, ein bisschen überlegt, ja, ich wüsste schon, was ich da sage, es geht auch in die Richtung, nicht gut genug zu sein, mich als Scharlatan abzutun, weil ich immer so skurrile Berufe, also nicht Berufe, sondern skurrile Dinge für mich in meiner Welt teilweise gemacht habe, die eben nicht so normal sind, habe ich natürlich auch immer das Ding gedacht, das ist so Scharlatanerie, Coaching, ja, mystisch, was weiß ich wo. Das war so dieses, natürlich auch wieder dieses nicht gut genug zu sein, aber diese Frage fand ich so, ja, heftig, dann wieder natürlich damit auch genial und wenn ich es die anderen gestellt habe, kriege ich das, bedingt hin, aber nicht so wie Robert und deswegen habe ich Robert einfach gebucht. Er macht das halt bei uns mit, weil er macht es am besten. Er haut im richtigen Moment die richtigen Farben aus, die mir, selbst wenn ich sie tausendmal mitschreibe, Robert,

Gastnicht so, so, so, so raus wie er. Deswegen, weil wir einfach die Ergebnisse, gute Ergebnisse erzielen wollen mit unseren Coaching, Coaches, habe ich mir den einfach gegönnt und der ist dann, einfach regelmäßig bei uns auch da und der stellt dann solche Fragen. Weil das, da sehe ich bei mir wirklich Grenzen, weil ich bin da nicht so empathisch bis zur letzten Konsequenz. Ich bin dann mehr der Umsetzer und Macher. Das ist meine Exzellenz und nicht das, und Robert hat seine. Man muss auch seine Grenzen kennen und sagen, ja, bis dahin kriege ich das vielleicht noch gebacken, aber danach nicht mehr. Danach muss man sich dann Kompetenz woanders her wollen in meiner Welt.

Torsten J. KoertingJa, und damit die Umsetzung kommen können, braucht es ja in einer gewissen Form und ein wesentlicher Teil ist dieser Glaube an mich selbst und diese Zuversicht, dass ich in der Lage bin, zu demjenigen zu werden, um es mal in meinen Worten zu sagen, der in der Lage ist, sein Ziel, den Erfolg, die Vision zu erreichen. Und wie kreierst du genau diese Zuversicht, die eben nicht, ich habe die Zuversicht da, dass ich perfekt vorbereitet bin und dass ich es erst perfekt mache oder perfekt werde, bevor ich in die Umsetzung komme, sondern den Glauben, durch solche Fragen, wie du sie eben gerade aufgeworfen hast, schon so weit wachsen zu lassen, den Glauben an sich zu haben, dass es gut ist, unperfekt oder wie du sagst, fehlerhaft zu beginnen, als zu warten, bis ich perfekt bin und so lange zu zögern, wie du so schön sagst. Jetzt bist du ja... Ja, bitte. War das jetzt eine Frage? Nö, aber du wolltest was sagen.

GastIch wollte dich aber nicht unterbrechen. Ich habe gerade, weil ich dachte, das wäre eine Frage, ich habe nochmal drüber nachgedacht, wie ich das denn eigentlich tue. Und ich, klar, ich mache es irgendwie auf meine Art und Weise, so wie ich halt bin, aber es ist halt, was mit dem Kunden oder Menschen, die bei mich sagen, ich sei inspirierend. Ich habe dann so eine motivierende, inspirierende Art und Weise, anscheinend. Und was ich immer wieder höre, das habe ich gerade vorgestern, der gehört von einem Ding, mit dem ich sieben Jahre nicht telefoniert hatte, auch ein Dental-Labor-Chef. Und der sagte, und das höre ich immer wieder, Rainer, du hast damals vor sieben Jahren diesen einen Satz gesagt. Und das hat bei mir, das war ein absoluter Game-Changer. Ich so, hä, was war denn das für ein Satz? Und dann wiederholt er den, er hatte immer noch einen Kopf. Und das ist für mich irgendwie, das ist ein ganz normaler Satz, das ist doch jetzt normal gewesen. Also es ist so, nee, nee, das war nicht normal. Das höre ich halt immer wieder. Es sind einfach Dinge, die ich auch manchmal nicht festmachen kann. Das ist vielleicht unser, jeder hat ja so eine Art Genius. Und das, wenn du denkst, das ist was völlig Normales und nichts Besonderes, dann ist es unser Genius. Und deswegen kann ich so die Dinge gar nicht oft erklären. Natürlich habe ich mir aus meinen Coachings viele Systeme und Techniken und sowas mitgenommen, die ich auch anwende, auf meine Art und Weise.

GastAber die wirklich Genius-Dinge sind die, wo wir uns nicht anstrengen müssen und uns wundern, dass das eigentlich geholfen hat.

Torsten J. KoertingWo wir gar nicht wissen, dass sie Genius waren, kommt dann so jemand bei dir, der sagt, Mensch, vor sieben Jahren hast du diesen Satz gesagt und der hat das ganze Coaching und die Beratung um ein Vielfaches. Wir wundern uns immer, jetzt müssen wir jeden Tag hasseln, jeden Tag irgendwas abliefern, jeden Tag irgendeinen transformieren oder nochmal und nochmal transformieren. Dabei reicht manchmal dieser eine Impuls und dieser eine Satz, der alles aufwiegt.

GastGenau, das hast du richtig gut gesagt. Dieses Hasseln und nochmal irgendwo, das muss ich noch mit reinbringen, da muss ich noch ein Video zu machen, das muss ich noch näher erklären, da müssen wir noch ein PDF machen, die sie ausfüllen. Ja, das sind Dinge, mach es, aber jeder nimmt sich dann das und oft sind es diese banalen Dinge. Hast du schon gesagt, ja.

Torsten J. KoertingJetzt bist du ja ein Umsetzungsgigant, ja, das hast du jetzt mehrfach gesagt, da hast du die Terminologie schon zu eigen gemacht und als du so diesen Weg beschrieben hast aus den, sagen wir mal, letzten 47 Jahren, war etwas Bemerkenswertes dabei, wo ich auch sehe, zum einen ein Muster bei dir, was dich dahin gebracht hat, wo du heute stehst, was auch nochmal Zeuge und Beweis dafür ist, dass du dich auch als jemanden bezeichnest, der Menschen in den Arsch tritt, beziehungsweise du reflektiert bekommst, dass du Menschen in den Arsch trittst, wie du gesagt hast, und sie in die Umsetzung bringst und auch dazu im Fehler Haft zu starten als perfekt zu zögern. Etwas, was, glaube ich, viele Menschen auch in der heutigen Zeit sich gar nicht mehr bewusst machen, vernachlässigen, die den Erfolg über Nacht suchen, die glauben, dass der Durchbruch über Nacht entsteht und Albert Einstein hat mal gesagt, es hat 18 Jahre oder 17 Jahre gebraucht, bis ich über Nacht den Durchbruch hatte und da kann ENC-Quadrat bei raus und du eine Phase in deinem Leben beschrieben hast, die sich krass anhört, wo du gesagt hast, ich bin durch Deutschland gefahren und habe in tausend Dentallaboren mit tausend Zahntechnikern einen Tag zusammengearbeitet, habe dort ein Training gemacht und war einen Tag vor Ort. Und das hört sich so an, als wäre da nicht über Nacht ein Durchbruch bei dir entstanden, sondern es harte Arbeit war und intensives Nachverfolgen eines Weges und ob es eine Vision war, ein Ziel war, auf das du zugestrebt bist oder nicht, das gucken wir vielleicht mal an anderer Stelle an. Aber nimm uns mal mit auf diese Zeit und nimm uns mal mit, wie es dazu kam und wie du diese drei Jahre oder diese Jahre erlebt hast, in denen du wirklich vor Ort warst und dich mit tausend Dentallaboren auseinandergesetzt und beschäftigt hast.

GastJa, ich war ja mit einem Wohnmobil unterwegs und das Wohnmobil war jetzt nicht so ein riesen Luxusliner, sondern so ein Mercedes Viano Marco Polo, also Aufstelldach und so weiter fort. Keine Schilette, sondern eine Ente, wo ich reingepinkelt habe. Keine Dusche, sondern normal gewaschen. Und hinten meine vier Koffer mit, die ich brauchte, war ja ein technischer Kurs. Und dann natürlich in ganz Deutschland die unterschiedlichsten Labore ja kennengelernt. Nachher gibt es gewisse Muster, die sind immer gleich. Ich wusste nachher auch schon, wenn der Laborchef an der Tür mich begrüßt hat, wir haben fünf Minuten geredet, wusste ich, was für Arbeiten er in seinem Labor hat. Waren das hochwertige Arbeiten, keramisch, Implantate oder war das eher minderwertig herausnehmbarer, Klammermodellguss? Das heißt, das, was er mir vorne in fünf Minuten erzählte, spiegelte sich weiter in den Ergebnissen, die er dann in seinem Labor hatte an Arbeiten.

GastJa, es war insofern eine spannende Geschichte, wo ich nach 700 Kursen oder nach 400 Kursen habe ich gedacht, so, jetzt hast du alles erlebt. Dann nach 700 Kursen, nein, du erlebst, es sind Geschichten, da kann man kein Buch drüber schreiben. Also nach 700 Kursen, da war ich ja auch schon Mitte 50 irgendwie, ja, Anfang Mitte 50, dann saß ich irgendwo in Sachsen-Anhalt in meinem Wohnmobil auf so einem, weiß ich nicht, Lidl-Parkplatz, ich habe oft auf diesen Parkplätzen gepennt, und da sagst, Rainer, jetzt bist du hier Mitte, Anfang Mitte 50, wie oft willst du das noch machen, wie oft willst du hier noch durch Deutschland tingeln mit deinem Wohnmobil, technische Kurse machen, die Arbeit war auch immer die gleiche Arbeit, also immer das Gleiche, klar, du erlebst andere Dinge, aber irgendwie, wie gesagt, das muss doch für irgendwas gut sein, was du hier tust. Und ich wusste aber noch nicht was, und so ist dann aber die Idee mit Padent und mit dieser Online-Plattform entstanden, wo ich sagte, da läuft in dieser Branche komplett was falsch.

GastPatienten, und 70 Prozent der Zahnärzte sind nun mal schlecht da draußen, und ein Patient, die wir ja alle irgendwann sind, ab einem gewissen Alter brauchen, haben wir ein Problem mit Zähnen, die meisten, und die gehen halt zu einem Zahnarzt und wissen nicht, ob der gut ist oder nicht. Das ist wie mit einem Steuerberater, das weißt du mir erst hinterher. Und da habe ich gesagt, hier läuft gewaltig was schief in dieser ganzen Branche und letztendlich für den Menschen, für den, der Zähne braucht, und das ist ein Glücksspiel, zu wem der geht. Und so ist dann diese Geschichte entstanden, und dann lernte ich wieder neue Labore kennen, wieder einen neuen Weg, und ich bin halt immer als Amateur gestartet, mit meinem Labor damals, als Amateur gestartet, habe mich selbstständig gemacht, Meister, und war dann irgendwie, nach zwölf Jahren, als ich es verkauft habe, war dann Profi im Dentallabor, habe dann Kurse gegeben, amateurmäßig angefangen, wieder sieben Jahre Kurse gegeben, war dann Profi, habe dann Marketing und Akquise gemacht, Workshops für Labore, wieder als Amateur gestartet,

Gastwieder zum Profi geworden, und jetzt mache ich es halt eben in der Begleitung, und ich will jetzt kein Amateur mehr werden, ich will jetzt hier so bleiben und machen und tun, und heute kann ich diese Früchte ernten, was du sagtest, Einstein hat 13 Jahre gebraucht, und dann sagt über Nacht, heute kann ich wirklich die Dinge pflücken, aber es hat eben auch Jahre gedauert, diese Kontakte, diese tausend technischen Kurse, vor denen du alles, sind halt Dinge, die dann sich zusammenfügen, und da muss man einfach Geduld haben, du wirst ja auch nicht über Nacht misserfolgreich, also du wirst ja nicht über Nacht pleite, sondern es braucht oft Jahre, bis du in deine Insolvenz läufst, und ja, natürlich habe ich, wenn ich sage, mich dann mal mit Rühme umsetzungsgegant, ja, ich bin das, ich mache viele Fehler, mache viele Fehler, ja, aber ich habe in meinem Leben auch mal den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht, Fehler sind zwar was Gutes, aber wenn die Dosis überhöht wird, oder du Fehler, gleiche Fehler wiederholst, dann geht es wirklich runter, ja, richtig runter, und auch da war ich, und das ist aber letztendlich, das sind die oft die besten Geschenke, wenn man ganz unten ist.

Torsten J. KoertingJetzt eben von Geduld gesprochen, die notwendig ist, also Geduld wahrscheinlich bei der Erreichung des Gipfels, also in Mount Everest, ohne ihn jetzt selbst bestiegen zu haben, das machst du eben nicht mal an einem Tag, sondern die Vorbereitung, und ich glaube, es sind 43 oder 53 Tage, die du am Berg verbringst, um dich überhaupt in die, als Normalsterblicher, der auch teilweise noch hochgetragen wird, um in der Lage zu sein, so einen Gipfel zu erreichen, auch in Mont Blanc, haben wir in drei Tagen letztes Jahr bestiegen, und ein Jahr Vorbereitung gehabt, mit vielen Bausteinen und Elementen, und haben viele gesehen, die gescheitert sind an dem Tag, obwohl es perfekter war, weil sie eben nicht die Geduld hatten, und glaubten, das mache ich einfach mal so. Was glaubst du, ist so eine Botschaft an diejenigen, die vermeintlich diesen Erfolg über Nacht suchen? Du hast gesagt, Geduld ist ein Aspekt. Was sind andere Aspekte, die du aus dieser Zeit rückblickend herausziehst und gelernt hast?

GastIch bin von Haus aus auch nicht der Geduldigste, muss ich dazu sagen. Deswegen bin ich auch nicht der Experte, der armen Menschen erzählt, wie du geduldig werden kannst. Aber nichtsdestotrotz, was ich für mich gelernt habe, in dieser Geschichte, habe ich vor allen Dingen auch im Golfsport gelernt. Das ist ja so eine sehr schwierige, also technisch schwierige Sportart. Und so eine Golfrunde, vier, fünf Stunden, die man da über den Platz geht, ist wie so ein Leben, mit verschiedenen Etappen. Und um irgendwie den perfekten, in Anführungsstrichen, Golfschlag zu machen, oder den guten Golfschlag, oder eine Runde mal so und so zu spielen, ist halt, da braucht es Geduld. Da habe ich viel gelernt aus diesem Sportart, um das auch aufs Business, aufs Leben zu transferieren. Und da in beiden Dingen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass wir diesen Drang, ich möchte zum nächsten Moment, ich möchte den nächsten Moment erreichen, das ist ja eine gewisse Ungeduld da drin,

Gastuns nicht wirklich hilft, sondern wir dann einfach diesen jetzigen Moment nämlich außer Acht lassen. Und das Leben findet nun mal nur jetzt statt. Vergangenheit ist gewesen, Zukunft kommt noch. Und das hat jetzt gar nichts direkt mit Geduld zu tun, aber indirekt schon, dass man dann einfach den jetzigen Moment oder die jetzige Situation, in der wir sind, auch wenn sie vielleicht mal nicht so grandios ist, nicht so grandios ist im Leben, einfach annimmt. Du musst eine nicht grandiose Situation nicht genießen, aber einfach annehmen. Annehmen des jetzigen Moments, der jetzigen Situation, denn wenn du das jetzt nicht anerkennst und nur immer in der Zukunft fliegst, auch wenn ich das erreicht habe, dann, diese Wenn-Dann-Falle, dann bist du gegen das Leben, weil du ja nicht den jetzigen Moment anerkennst. Das fängt ganz einfach in der Supermarktschlange an, wenn du da anstehen musst und die Oma kramt da vorne ihre Kleingeld aus dem Portemonnaie und du wirst ungeduldig,

Gastist, du willst zum nächsten Moment und du akzeptierst den jetzigen Moment nicht, du erkennst ihn nicht an und damit erkennst du das Leben nicht an und findest eigentlich gar nicht jetzt statt im Leben. Und wenn du das öfter schaffst, ich schaffe es auch nicht immer, aber immer öfter schaffst, das anzuerkennen und vielleicht es sogar auch dann zu genießen, dieses Anstehen im Supermarkt und einfach mal sich umzuschauen, Menschen beobachten oder einfach nur so ohne Bewertung dastehen, ist ein super Training und bringt dich einfach wieder zurück und erdet dich und dann hat man kennt man das Gefühl in dem Moment nicht mit Ungeduld.

Torsten J. KoertingIst das eine Erfahrung, die du jetzt rückblickend reflekt dir bewusst gemacht hast oder ist das eine Erfahrung, die auch während dieser tausend Tage und den tausend Dentallaboren von damals, ich will mal sagen, hochgekommen und damals entstanden ist oder eine, die rückblickend bei dir gewachsen ist?

GastIch hatte ja während ich auf diesen tausend Kursen war, war ja zwischen diesen Kursen sehr viel Zeit, die ich im Wohnmobil, im Auto verbracht habe. Dort habe ich sehr viel Hörbücher gehört, sehr viel gelesen und ein ständiger Begleiter war für mich Eckart Tolle, der ja das Buch, das jetzt, das jetzt geschrieben hat und da habe ich auch alle möglichen YouTube-Videos und das ist der, der mich immer wieder inspiriert hat und der ja einen immer wieder zurückholt in das jetzt und wenn es mir an irgendeiner Stelle schlecht gegangen ist, habe ich mir entweder das Buch geholt, das Hörbuch angehört oder ein YouTube-Video gesehen und da haben mir drei Minuten Eckart Tolle gereicht und ich war wieder geerdet und ich war wieder da und es war alles gut und ich war wieder hier und jetzt denn im Hier und Jetzt haben wir zu 99,9% kein Problem. Hast du jetzt ein Problem, Torsten?

Torsten J. KoertingWenn ich mit dir spreche, nein. Auch so nicht.

GastJa, ja. Haben wir in der Regel nicht. Es sei denn, der Säbelzahntiger hängt uns jetzt hier dran und beißt uns gleich tot. Dann ja. Oder das Flugzeug stürzt ab. Aber sonst haben wir im Grunde genommen kein Problem. Nur gedanklich. Und das ist halt immer ein Yin und Yang und ich ertappe mich ja auch immer mal wieder, dass ich selbst im Supermarkt stehe und sage, ah, jetzt kramt ihr auch mal da rum. Ja? Oder mit dem Auto im Stau oder eben so. Aber sich bewusst machen und das tut man dann immer öfter, sich bewusst machen. Ich mache es jedenfalls. Nicht immer, aber sehr oft schon. Oder meine Frau, der ich dauernd predige, ey, ich muss im Jetzt leben oder so und so. Und wenn ich das dann mache.

Torsten J. KoertingDu musst im Jetzt leben. Ja, jetzt

Gastund zum nächsten Moment, dann sagt sie, hey, willst du, rast du wieder zum nächsten Moment und dann mit den eigenen Waffen schlagen. Ja. Und das ist beim Golf so extrem wichtig. Wenn du da diese Erwartungshaltung hast, beim Golfen wie auch im Business, ist die Erwartungshaltung, liegt ja in der Zukunft. Dann will ich so und so viel Umsatz machen und dann will ich so und so viele Kunden haben. Ich will da und dahin skalieren. Das sind alles Dinge in der Zukunft. Und das ist gut, diese Ziele zu haben, die schreibst du irgendwann auf dem Papier, auf dem Zettel, machst du noch eine Magic-Dings, da wirst du alles gut. Dann musst du dich auch nicht mehr groß drum kümmern, guckst nur drauf, aber immer dann danach hecheln. Ich habe diesen Monat nur so und so und ich wollte eigentlich das und das und im nächsten Monat will ich das und das. Das ist das, was ungeduldig macht, was uns stresst und das sind nur unsere Gedanken und Dings und wir akzeptieren nicht, dass es jetzt eben gerade nicht so gelaufen ist.

GastIst das dann doch lieber, wenn du jetzt bist, hast du auch mehr die Ruhe, das auch viel besser zu analysieren. Okay, lass uns doch mal analysieren, warum das jetzt nicht so gelaufen ist. Dann hast du viel mehr Ruhe, als wenn du, ha, ha, scheiße, scheiße, wie mache ich das?

Torsten J. KoertingIst das eine Erkenntnis, Rainer, die jetzt, ich will mal sagen, im Alter gereift ist? Ist das eine Erkenntnis, die schon immer da war? Oder hast auch du mal Zielen, ich möchte jetzt mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Mitarbeiter, dich durch solche Ziele auch motivieren lassen?

GastJa, ich bin ein sehr, teilweise sehr unzufriedener Mensch gewesen, weil ich immer mit meinem Dings, Umsetz, Umsetzen, nie zufrieden war, es muss mehr sein, dies und jenes. und das ist heute manchmal natürlich auch noch so, ich will meine Ziele erreichen, ja, klar, ich stresse mich, wenn ich meine Ziele nicht erreiche. Also, aber lange nicht mehr so, wenn ich noch nur 20 Jahre zurückdenke, mit Anfang 40, das war extrem. mit dem Alter ist man ja auch so auf der Überholspur des Lebens. Aber es ist so, dass man wirklich, dass ich mit zunehmendem Alter, ja, ein bisschen spiritueller geworden bin, ein bisschen auch ruhiger, das mir immer bewusster mache. Und ich glaube, das ist auch ein Sinn des Älterwerdens, dass auf einmal das Leben dann doch endlich, dass wir uns doch bewusst machen, hey, es wird doch endlich, man merkt immer öfter den Körper. Und ja, es wird endlich, was wir zwar immer schon wissen, aber mit 25, da denkst du nicht dran, ist ja völlig okay. Und dann wird man spiritueller, man wird bewusster. Also, wenn ich sage, Mann, ich meine nicht, ich werde bewusster, ich werde spiritueller und, ja, entspannter auch. Prioritäten setzen. Es setzen wir dann andere Prioritäten. Hat was mit dem Alter zu tun, ja.

Torsten J. KoertingWir stehen ja alle auf Schultern von Giganten und die Podcast-Zuhörerinnen und Zuhörer haben die Möglichkeit, auf deinen Schultern zu stehen, die vielleicht noch nicht die Weisheit des Alters haben und vielleicht auch noch 10 oder 20 Jahre Erfahrung brauchen, um dahin zu kommen, erfahrungsseitig und mit dem Bewusstsein, mit dem du ausgestattet bist. Was würdest du ihnen zurufen? Was würdest du ihnen an Botschaft vermitteln wollen, um sich vielleicht ein Stück weit mit der Welt, die noch auf sie wartet, jetzt schon zu verzahnen und zu verbinden?

GastOkay. da unser Leben oder das Leben der meisten Menschen zu 80 Prozent auf Autopilot läuft, morgens aufstehen, Kaffee trinken, Handy gucken, zum Job gehen, Job machen, im Auto fahren, wir wissen gar nicht, wenn wir zwei Stunden fahren, was wir eigentlich gesehen haben, links und rechts. Es läuft alles auf Autopilot. Dann, dass wir uns diese Dinge bewusster machen und wenn es dieses in der Schlange ist beim Supermarkt oder einfach mal gucken, wo man langfährt. Bewusst leben und nicht nur unbewusst. Unbewusst ist wichtig, um Dinge automatisiert zu tun, Gewohnheit, aber Bewusstheit ist wichtig, weil es verlängert das Leben. Wenn wir 84 Jahre alt werden und davon 80 Prozent auf Autopilot haben, dann haben wir nur irgendwie 15 Jahre wirklich bewusst gelebt. Wenn du dann aber viel mehr bewusst machst, kannst du von diesen 84 Jahren viel mehr bewusst lernen, denn unser Leben ist ein Wimpernschlag. Dann sind wir wieder weg und das macht einfach Sinn, das zu machen, weil es dann auch viel entspannter wird und weil es dich ins Jetzt reinholt.

GastUnd diesen Autopilot, den brauchen wir, um Energie zu sparen, aber nicht, um unbewusst zu leben. Und da machst du in so Bergtouren oder in der Natur sein, so viel wie möglich. Ich habe einen Hund, wir müssen halt immer raus. Wir, meine Frau und ich, wir müssen raus. Und zu Anfang, manchmal ist es so, oh scheiße, aber jetzt ist es auch so, auch wenn es regnet, ich ziehe mir einfach die richtigen Klamotten an, ich gehe durch den Wald und es ist herrlich, dann im Wald zu sein und das wirklich auch dann wirklich bewusst zu machen. Das ist bewusst leben.

Torsten J. KoertingIch hatte eben Manuel Sand im Podcast Interview. Er ist der erste und immer noch einzige Professor für Outdoor-Management und Abenteuer-Management in Deutschland und einen eigenen Studiengang und er ist ein großer Verfechter der Mikro-Abenteuer. Einfach mal den Fuß vor die Tür zu setzen und sich aus der Komfortzone zu bewegen, um damit sich selbst der Natur, der Welt im Jetzt näher zu kommen und ich glaube, das ist eine schöne Möglichkeit für diejenigen, auf die noch die Welt wartet, die du dir schon zu eigen gemacht hast, da mal über solche magischen Momente und über dieses Bewusstsein dort mal einzutreten.

GastRainer? Ja, das ist ja auch, die meisten Menschen sagen ja, ja, ich muss Urlaub machen, ich muss meinem Hobby nachgehen und wenn das Hobby nur wandern ist oder fotografieren oder so und so und dann frage ich dir, warum willst du das machen? Ja, da bin ich, das ist total entspannend und das ist genau das, was du gerade gesagt hast, dieser Mikro-Mod-Kotze, es ist einfach dieses, das kannst du jeden Tag machen, du kannst jeden Tag spazieren gehen, weil die sind und beim Wandern, beim Fotografieren, beim Outdoor, wie auch immer, sind sie bewusst, viel bewusster und im Jetzt da, sie nehmen diesen jetzigen Moment wahr, wir als Kinder ja auch.

Torsten J. KoertingUnd glaube ich, als kleine Achtsamkeitsübung durchaus eine Möglichkeit, sich so eine Welt mal zugänglich zu machen und dieses Jetzt und nicht Hasseln, was ja jetzt auch in Zeiten wie diese, ich will nicht das Wort Hasseln sagen, aber sich sei ja so viel vermischt, also du hast ja vorher diese Transformationsphasen gehabt, du machst sie dir auch möglich, du hast jetzt seit ein paar Monaten oder vielleicht ist es schon ein Jahr ein eigenes Büro, in dem du und aus dem du heraus arbeitest und fungierst, sprich, da gibt es eine Transformation. Berger hat mal gesagt, dass du diese Transformationsphasen brauchst, um von einem State in den nächsten zu kommen, um nicht auf das Neue wieder einzulassen und diese Transformationsphasen in Zeiten wie diesen fast gar nicht mehr stattfinden, weil ja alles im Homeoffice und im eigenen Heim fungiert und somit diese Achtsamkeitsmomente, diese kleinen Mikroabenteuer, wie klein Mikro auch immer sein mag oder wie groß die Möglichkeit gibt, uns mal in dieses Hier und Jetzt zu verlagern und uns selbst mal wieder zu spüren. Sehr schön, was du sagst, Rainer. Rainer, ein drittes Muster und auf das ich gerne eingehen möchte, was ich mir vorhin als Spiegelstrich aufgeschrieben habe, als du so deinen Weg skizziert hast. Würdest du dich als Autodidakt bezeichnen?

GastJa, wenn du damit meinst, ja doch, ich bin eher Autodidakt, ich mache gerne selber, also auch einige Coaches, die mich begleitet haben, haben irgendwann auch gesagt, Rainer, ja, du machst es ja eh selber, ja, oder du machst es ja sowieso. Wir haben, sie haben zwar gesagt, sie finden es total cool, dass ich die Dinge, die sie mir sagen, sofort mal umsetze und schneller bin, als sie gedacht haben, aber waren eben auch teilweise genervt, dass ich dann einfach auch, naja, ich mache es jetzt so, ne? Ja, und sie sagen, Rainer, ich berate dich jetzt auch nicht mehr, du machst es ja sowieso so, wie du willst. Das sagt meine Frau mir auch immer, du machst es ja sowieso so, wie du willst. Meinst du das mit Autodidakt? Ich meine, ich bring mir ja selbst was ab.

Torsten J. KoertingWas ich dir da, was ich daraus ablese, ist einfach, es selbst zu tun, machen lasse, sich nicht vorleben zu lassen, um es dann nur zu kopieren, sondern selbst durch die Erfahrung zu gehen. Du hast im Vorgespräch gesagt, letzte Woche hast du Urlaub gehabt und dich noch gefeiert und gewürdigt, weil du es so konsequent umsetzt. Und du dein Wohnmobil mit neuen kleinen Gadgets, die keine echten Gadgets sind, so wie das vielleicht die eine oder andere Generation verstehen würde, aber mit Features ausgestattet hast, die das Wohnmobil autark werden lassen, in der Energiegewinnung und so weiter. Und du das alles selbst gemacht hast. Und du hast auch noch gesagt, ist der Satz, der hängen geblieben ist, es bringt dich in eine Beziehung zu dieser Sache oder zu diesem Gefährt. Und da sehe ich so ein gewisses Muster, dass du bewusst versuchst, das haptische und diese emotionale Verbindung zur Sache, zum Tun und damit das eigenen Ergebnis dir immer wieder möglich zu machen.

GastJa, ich habe das aus dem für mich besten Buch, was ich jedenfalls in meinem Leben gelesen habe und die Essenz aller Wahrheit ist und ich bin überhaupt nicht kirchlich orientiert, ist das Buch von dem Walsch Gespräche mit Gott und ist glaube ich sogar noch mehr verkauft als die Bibel und hat aber nichts mit, ja schon was mit Gott zu tun, aber nicht in diesem kirchlichen Raum. Und der hat, der hat dieser Gott in diesen Gesprächen gesagt, wir sind hier nicht auf der Welt, um was zu lernen, sondern wir sind hier auf der Welt, um Erfahrungen zu machen und ich bin mehr der Typ, der, ich möchte, ich muss diese Erfahrung machen und anstatt mir jemand sagt so und so und so und ich mache es bei meinen Coaches auch, ja natürlich muss ich ihm was geben, aber mach die Erfahrung selber. Und das ist auch so die Grenze in dem Coaching, wo ich gerade bei schwierigen Teilnehmern, wo ich sage, jetzt wird es langsam kritisch, weil jetzt würde ich eine Grenze überschreiten, weil ich jetzt seine Eigenverantwortung ihm wegnehme und das darf ich nicht. Das heißt, ich sozusagen das für ihn mache, was er machen muss, das heißt, er würde die Erfahrung nicht machen und würde dann ja dann im Netz nichts lernen, nicht weiterkommen. Und das ist ja das, was bei den Perfektionisten oft ist, weil sie die Erfahrung ja nicht machen, weil sie immer nur im Planen, im Planen, alles ist noch nicht gut genug, das muss noch, dann machst du keine Erfahrung. die machst du nur, wenn du draußen rausgehst und links und rechts eine gesteuert kriegst und aber auch tolle Dinge machst. Ich muss jedes kleine Ding, muss ich selbst, ich alles auf der Welt, aber ich muss es erfahren.

Torsten J. Koertingund somit in der Lage zu sein, sich durch diese Erfahrung, das ist ein toller Satz, auch was du gerade zitiert hast, wir sind nicht hier, um zu lernen, sondern um Erfahrungen zu machen und Erfahrungen entstehen nur da, dass ich es anwende, was ich vielleicht irgendwo gelernt habe oder durch das Anwenden ohnehin entsteht, aber das Wesen, die Vordergrund steht, die eigene Erfahrung. Das ist etwas, was dich über deine letzten 47 Jahre auch immer wieder dahin gebracht hat, dieses Erfahrungen machen, ohne vielleicht es im Bewusstsein, jetzt durch das Buch Gespräche mit Gott, diesen Satz nochmal mit rauszuziehen, dass das etwas ist, was du als Muster für dich aus den 47 Jahren, die wir betrachtet haben, reflektieren würdest?

GastAbsolut, weil ich auch, weil Lernen ist ja auch sowas wie Schule. Keiner will eigentlich wirklich auch, ja doch, wir wollen was lernen, ganz klar, aber ich lerne lieber durch eine Erfahrung anstatt durch Bücher und deswegen habe ich auch irgendwie mein, ich habe irgendwie mit 22 habe ich Abi gemacht und der hat, der Schuldirektor hat mir gratuliert, insofern dann, als ich dann endlich Abi gemacht habe und er ist seit 20 Jahren Direktor gewesen und er hat mir jetzt dazu gratuliert, dass ich sein ältester Schüler aller Zeiten in seiner Laufbahn war. So, das war jetzt nicht unbedingt rühmlich, aber nächstes Jahr hat das übrigens einer geknackt mit 23 Jahren und der ist Zahnarzt geworden, also irgendwie ist diese Branche, so, was ich damit sagen will, diese Schule, es war nie intrinsisch, es war immer aufgezwungen und es gelernt und ich konnte wirklich keine Erfahrung in der Schule machen. Es war nicht möglich, die habe ich dann auswärts gemacht oder privat und ich brauche diese Erfahrung, um dann einen Lerneffekt zu haben. Ja, das zieht sich viel durchs Leben und danke für die Frage, dass du mir gestellt hast, war mir gar nicht so, war mir schon bewusst, aber nicht so bewusst, gerade das Beispiel auch mit der Schule, ja.

Torsten J. KoertingJetzt haben wir so drei Muster, die ich hier mir mit Spiegelstrift vor, weiß ich nicht, 40, 45 Minuten notiert habe, mal so ein Stück weit demaskiert, also zum einen das fehlerhaft beginnen, eher fehlerhaft zu beginnen als perfekt zu zögern, die tausend Tage und deine tausend Trainings mit tausend Zahntechnikern und Dentallaboren, als auch das Anwenden und das Erfahrung machen als nur aus Büchern wissen. Gibt es für dich noch ein beeindruckendes, herausragendes, für dich reflektiertes Muster aus diesen Jahren, die dich dem Menschen werden lassen, den wir heute hier erleben dürfen, was aus den drei Kontexten noch nicht angesprochen ist, aber was dir wichtig ist und was du gerne noch mitgeben möchtest?

GastJa, ich glaube, dass das aber auch eher eine Veranlagung ist. Ich bin halt, ich muss immer das große Ganze sehen. Ich bin nicht so detailverliet, aber das gibt Menschen, die brauchen die Details und sehen einfach das große Ganze nicht. Das ist, glaube ich, so hat jeder da seine Präferenzen und es ist auch, glaube ich, gut, dass es so ist, weil das macht unsere Welt bunt. Das ist halt mein Weg und dass ich im Grunde genommen, weil ich aber auch viel Scheiße erlebt habe im Leben, weil ich eben auch viel erfahren wollte, auch das will ich erfahren, dieses, ich will es aber erfahren und da passiert natürlich auch viel Mist. Und dass mich das heute locker gemacht hat, dass ich halt so viel gemacht habe in meinem Leben, auch beruflich, was ich vorhin schon sagte, Amateur, Profi, Amateur, Profi, Amateur, Profi, zwar immer mit der gleichen Branche, aber egal, immer was Neues, ist so, dass ich jetzt heute mit 62 sagen kann, das, was jetzt kommt in meinem Leben, ist Bonus. Wenn ich morgen sterbe, habe ich mein Leben gelebt. Ich kann, ich habe deswegen auch keine Angst vor dem Tod, weil ich einfach, ich habe das echt gelebt, als wenn ich jetzt 40 Jahre lang einen Job durchgemacht hätte, Verwaltungsinspektor, 40 Jahre lang, dann hätte ich echt Angst vor dem Tod jetzt.

Torsten J. KoertingJa, Slatzenbach, von dem ich mich mal habe ein paar Tage coachen lassen und seitdem auch in einer tollen Verbindung zu ihm stehe, der hat mal gesagt, stell dir vor, das Leben auf dieser Welt wäre im Gesamtkontext, in dem du agierst, wäre Urlaub. Stell dir vor, das ist jetzt die 80 Jahre, 60 Jahre, 70, wie viel es auch immer sind, die werden hier Urlaub. Wer weiß, wo du herkommst und wo sie dich hier hingeschickt haben und wo du danach wieder zurück darfst und die Zeit ist hier Urlaub und da ist, glaube ich, deine Analogie zum alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus. Ich glaube, das ganze Leben dürfen wir als Bonus verstehen, wenn wir mal, du hast gesagt, hast du ein Problem, Torsten? Ja, und man denkt, ja gut, ich hätte mein WLAN gehakt, als du die Frage gestellt hast und was ist, wenn ich den Aufnahmeknopf drücke, wie es mir jetzt schon zweimal im Rahmen des Umsetzungsgiganten-Podcasts passiert ist, aber die Dinge passieren ja für uns. Ja, und das Interview, was ich mit Manuel Sand im Vorfeld geführt habe, das habe ich zum zweiten Mal geführt, weil nämlich er genau einer war, wo ich den Aufnahmeknopf nicht gedrückt habe und das zweite Interview wusste ich, dass es für uns passiert und wir uns dadurch noch in einer ganz anderen Verbindung befunden haben, noch mal viel tiefer an die ein oder andere Stelle reingeguckt haben und wir wahrscheinlich jetzt da noch ein, zwei Projekte auch gemeinsam ermöglichen werden, was im ersten Podcast überhaupt nicht hochgekommen ist. Ja, und ich glaube, wenn wir da drauf gucken, Rainer, dann haben wir noch ganz viele Möglichkeiten, die verbleibenden Jahre, wie viel es auch immer sein mögen, genießen können und als Bonus können. Welchen Bonus hoffst du dir, Rainer, kommt bei dir noch ins Leben?

GastIch habe immer das gewollt, unbewusst auch, das, was ich jetzt will, also, dass ich arbeiten kann, von wo ich will, also, mein Laptop brauche irgendwie, als das mit digital und so, aber vor 15 Jahren war das so mein Traum, weil das andere gemacht haben, die irgendwelche Internetleute. So, heute kann ich das tun, ich kann von, weil mein Kunde, es ist auch egal, ob ich jetzt hier in meinem Büro sitze oder irgendwo im Wohnmobil und das so mache, Hauptsache, wir bringen Ergebnisse und denen wird geholfen, dass ich das jetzt machen kann. Mich begleitet noch ab und zu ein schlechtes Gewissen, was glaube ich, was viele Unternehmer haben, wenn sie auch die Möglichkeit haben, halt Freiheit, frei zu machen, wir sind ja Unternehmer, weil ich bin Unternehmer geworden, hauptsächlich wegen der Freiheit, die ich dann habe und Bonus ist aber für mich, und ich habe es jetzt gecheckt, auch weil ich mit 62 das jetzt auch mir wirklich erlauben darf und weil ich es auch jetzt machen kann, deswegen wird mein Wohnmobil absolut autark. Ich habe alle Technik, die ich mitnehmen kann,

Gasthabe sogar WLAN an meinem Wohnmobil, was natürlich wichtig ist und Strom, das sind meine beiden wichtigsten Dinge, die ich brauche und ja, da gehören solche Dinge zu, in Irland oder Schottland mit dem Wohnmobil zu sein und dort meine Kunden zu kutschen, mein Team aufzubauen, dass ich halt nur noch das mache, was wirklich mein Genius ist und diese Dinge, die ich abgeben kann, auch abgebe, da sind wir gerade in dem Prozess drin und auch schon ganz gut fortgeschritten, um diese Dinge dann zu tun, und das ist für mich Bonus und je mehr ich in der Natur bin und je mehr ich auch in einem Wohnmobil bin, wo das Leben echt einfacher ist, ja, reduzierter ist, also nicht von einfach, sondern wirklich von simpel, nicht immer vielleicht eine Dusche da oder mal Wasser nicht da, da muss ich tippen, was weiß ich, bin ich glücklicher, weil es einfach back to the roots ist, mehr im Hier und Jetzt, bewusster, muss dort bewusster leben und das ist dann schön.

Torsten J. KoertingSchön, wie du das reflektierst, Rainer und wenn ich da so fühle, freue ich mich auf die Zeit, die dann noch kommt und auf den Bonus, den du dir möglich machst und den ich mir für uns auch wünsche und es ist toll, wie du das reflektierst, Rainer. Wir kommen so ein bisschen so zum Abschluss und ich möchte das trotzdem nochmal mit einer Frage, ich will nicht sagen, schon abbinden, aber auch nochmal bewusst werden lassen, die letzten 12, 13 Monate. Wir sind jetzt im April diesen Jahres 2021, wo wir den Podcast aufnehmen. Es liegen 13, 14 spannende Monate hinter uns, die in sich schon ein, naja, schon gar nicht mehr Mikro-Abenteuer, sondern für manche ein Makro- oder ein Mega-Abenteuer gewesen sind und einige immer noch, ich erleben darf, nicht zwingend in unserem Umfeld, aber so da draußen, die immer noch hadern, die leiden, die warten, dass es irgendwie wieder anders wird. Was hast du für dich aus den letzten 12, 13 Monaten mitgenommen und wie reflektierst du die für dich und für deine Branche jetzt rückblickend?

GastWer 15 Jahre intensiv Golf spielt, dem kann eigentlich sowas nichts mehr antun. Weil Golfen ist, da erlernst du Demut, weil du gehst dort einen leidensweg durch, weil du so viel schlecht, wo man so viele schlechte Schläge spielt und ich habe ein Single-Handicap, also ich habe schon gut gespielt und trotzdem wird da, aber stark ja natürlich der Anspruch und dann ist ein Ball, der weit fliegt und gut fliegt, trotzdem Mist, wenn der nicht richtig gut getroffen war. Und deswegen habe ich Demut dort gelernt und habe gelernt, dass, ich bin ja auch Kagami-Golf-Coach, also ich habe selbst Leute Golf beigebracht, ohne zu denken. So, das ist eine ganz andere mentale Herangehensweise an diese Sportart und da habe ich eben einfach gelernt, dass es draußen einfach Probleme gibt, es gibt Umstände, die haben wir alle. Wir alle haben jeden Tag Probleme. Für mich sind Probleme Geschenke, manchmal sind sie ein bisschen größer, manchmal ein bisschen kleiner, aber bei größeren Geschenken haben wir einfach mehr auszupacken und Corona oder diese Zeiten haben einfach, ist eine Riesenlupe für mich. Einmal eine Lupe für gewisse Unternehmen, die jetzt nicht mehr da sind, vielleicht haben sie auch in der Vergangenheit einiges nicht so gemacht, wie sie es hätten machen sollen, vielleicht lernen sie auch draus, viele lernen daraus, wenn sie die Chance wahrnehmen und nicht nur armes kleines Ich und Mi, Mi, Mi und jammern, sondern sagen, okay, es ist so, wie es ist, wo sind wir wieder im Jetzt.

GastProbleme haben wir, die Frage ist immer, wie gehen wir damit um? Bei jeder Geschichte, wie gehst du damit um, dass du jetzt nicht den Aufnahmeknopf gedrückt hast und du stellst im Nachhinein fest, okay, es ist passiert, wir müssen das noch mal machen und jetzt kommt im Nachhinein ein viel besseres Interview raus, oder noch ein tieferes. Wie gehe ich damit um? Das ist die alles entscheidende Frage auch fürs ganze Leben und Corona zeigt doch uns allen, dass im Außen immer was passieren kann, was unser Leben komplett verändern kann. Weswegen es so wichtig ist, dass wir uns stark machen, uns selber. Das passiert leider hier, fängt hier immer hier oben an und ist halt hier. Da ist ein durchtrainierter Körper auch super dazu, aber da fängt es an und wie gehen wir damit um? Das habe ich, deswegen war Corona für mich jetzt nicht, es hat mich jetzt auch beruflich nicht so getroffen. Klar habe ich auch 30, 40 Prozent Umsatz, ich sage mal Neukundeneinbußen,

Gastaber dafür habe ich wieder andere Dinge entwickelt, die das wieder kompensiert haben. Wir hatten Zeit, das zu machen, aber ich mache das ja schon mit digital schon länger. Das mache ich nicht wegen Corona, ich habe halt da ein bisschen Glück gehabt, aber ich habe dafür zu viele Dinge schon im Leben erlebt und habe immer schon, ich bin nicht der Mimimi-Typ, kann ich nicht, ich kann nicht jammern, mache ich maximal drei Minuten, dann muss das weg sein. Man kann ja mal, manche sagen, mache es zehn Sekunden, nach zehn Sekunden höre auf zu jammern, weil es gibt doch im Leben nur akzeptieren oder ändern und alles, was dazwischen ist, ist jammern und bringt Frust und Unglück. Corona akzeptieren oder ändern?

Torsten J. KoertingFertig. Das Reflexion meiner, das ist großartig und das ist Gold. Ich glaube, diese drei, vier Minuten kann man nochmal separat rausschneiden und überall raushauen, weil das nochmal, glaube ich, auch eine sehr bestätigende Perspektive auf 12, 13, 14 Monate wirft. Ich glaube, es war ein riesen Lerngeschenk. Überlegen, was aus diesen 13, 14 Monaten einfach auch an neuen, du sagst immer Erfahrungen, entstanden ist, was wir alles neu gelernt haben, um es dann zu Erfahrungen werden zu lassen, war grandios. Wir uns mehrfach neu erfinden durften in den letzten 13, 14 Monaten und wie du das so schön sagst, auch deine Kunden, du begleiten konntest, rauszukommen aus der Ecke und ich sage immer, die stehen dann in der Ecke und weinen und warten, dass es irgendwie besser wird, sondern in die Umsetzung zu kommen und Geduld zu haben darauf, dass die Zeiten wieder grandios werden, weil welche Probleme haben wir denn noch? Und das ist großartig, wie du das reflektierst, Rainer. Wir kommen so ein bisschen so zum Ende und möchte dich noch einladen, den Menschen, die hier zugehört haben, die vielleicht mit dir in Kontakt treten möchten und sagen, zum einen, ich bin gleich Dentallabor, wobei die jetzt nicht zwingend zu meiner Zuhörerschaft gehören, vielleicht gibt es da einen oder einen Zahntechniker, wäre ganz spannend. Letztens saß ich bei meinem Zahnarzt da drauf und dann kam die Zahnarzthelferin und hat mich irgendwie, kamen wir ins Gespräch und habe mich gefragt, was machen wir? Wie war die Zeit gerade? Und dann sage ich, wir helfen Selbstständigen dabei, ihren nächsten Schritt zu gehen und durchzustarten. Und dann sagt sie, oh, und was machen Sie da genau? Da habe ich ihr das erklärt und habe gesagt, helfen Sie auch Zahnärzten. Und wir haben ja alle gelernt, Fokus ist wichtig. Da habe ich gesagt, da gibt es sicherlich bessere da draußen. Ja, und vielleicht kennst du jemanden, den ich dann empfehlen kann in Richtung des Zahnarztes. Aber die, die mit dir in Kontakt treten möchten, die sagen, Mensch, das, was der Rainer mir da erzählt und auch sein Werdegang ist super spannend und mit dem Ganzen in Kontakt treten oder mal ein Gespräch führen, wie kann man dich erreichen?

GastJa, entweder über Facebook, Instagram, da steht mit Namen drin. Ich habe natürlich auch eine Webseite, erich-dc.de oder erich-consulting, dental-consulting.de und, ja, aber wenn man mich googelt, dann findet man mich. Nur richtig schnell. Meiner mit AI und Erich mit EH. Genau.

Torsten J. KoertingUnd man darf denen sagen, die heutzutage viel auf LinkedIn unterwegs sind, so das ausgestorbenste Profil, was ich jemals gesehen habe auf LinkedIn in Zeiten wie diesen, aber das zeigt einfach, dass deine Kunden ganz woanders abhängen, das abhängen, nämlich zum einen dran lebt an deine private Facebook-Präsenz als deiner Gruppe, wo du ja eine ganz tolle Audience hast.

Also,

Torsten J. Koertingfür die, die es über LinkedIn probieren wollen, vergesst den Weg, geht über das, wie es Rainer gerade zugänglich gemacht hat. Wir verlinken das natürlich auch in die Shownotes. Rainer, ich darf schon mal Danke sagen, dass du dich auf dieses auch ausführlichere Interview eingelassen hast, was vielleicht in eine andere Richtung gegangen ist, als vielleicht der ein oder andere erwartet hat. Und mich bedanken für die Zeit. Du hast mir vorher die WhatsApp geschrieben, wie lang dauert das denn, weil ich will ja noch die Solaranlage auf mein Wohnmobil schrauben. Dazu hast du jetzt Zeit, weil morgen fängt es an zu regnen und du wolltest das gute Wetter nutzen. Danke, lieber Rainer, dass du dabei gewesen bist. Danke, dass du dich darauf eingelassen hast. Und in diesem Podcast gehört es zum guten Ton und es ist Usos, dass das letzte Wort dem Gast gehört. Und nicht gerichtet an mich und wie toll das Interview war, wie weniger tolls gewesen ist, sondern als Botschaft an die Zuhörerinnen und Zuhörer gerichtet. Was möchtest du den Zuhörern und Zuhörern noch zurufen? Was ist deine Botschaft in Anführungszeichen an die Welt?

GastIch möchte schon dir noch ganz kurz danken für die guten Fragen. Weil das war ein Thema. Gute Fragen und die hast du wirklich gestellt. Das hast du mich auch gefordert damit. Das finde ich, ich mag es gefordert zu werden. Und da draußen, nach draußen schreien möchte ich, nimm das Leben so an, wie es ist. Immer die jetzige Situation wirklich so annehmen, wie sie ist. Und jammern maximal, muss nicht zehn Sekunden sein, aber eine Minute. Und dann ist Schluss. Und dann die Frage stellen, nicht warum ich, warum passiert mir das immer, sondern wie oder was kann ich dafür tun, dass es anders wird. Denn wir haben letztendlich einen Wunsch im Leben. Wir wollen uns wohlfühlen. Wir wollen zufrieden und glücklich sein. Das ist doch das, was wir wollen. Dass unsere Erwartungen, die wir haben, erfüllt werden und dass wir Wohlbefinden fühlen. Und das kommt nicht durch Jammern oder durch Ablehnen von irgendwelchen Dingen. Akzeptieren, wie es ist und dann ist es ganz so einfach.