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Cover des Podcasts „Deep Dive mit Torsten Koerting“

Folge 078 · 4. Juni 2021

Miha Pogačnik - Über Meisterwerke, Entwicklungspotenzial und Kulturoasen

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Der Violinvirtuose Miha Pogačnik ist Kulturunternehmer, Künstler und Kulturbotschafter der Republik Slowenien. Er ist vielleicht am besten dafür bekannt, seine Geige auf organische und disruptive Weise einzusetzen, um den Einfluss der Künste in der Gesellschaft neu zu positionieren und Disziplinen, Kulturen und Generationen zu verbinden. An der Schnittstelle von Wirtschaft, Politik und Kultur ist er Gründer von Ecoculture, NGO Gandin Foundation und IDRIART. Mit seiner Initiative Terra Parzival in seiner Heimat Slowenien stellt er sich einen neuen Prototyp der Gesellschaft vor, in dessen Mittelpunkt die Soziale Kunst steht.

Ende der 90er Jahre gründete er Ecoculture und führte sein neues Verfahren, die Miha-Methode, in die Business Innovation Landschaft und später in die Politik ein. Im Vertrauen auf die Integrität klassischer Meisterwerke behandelt Miha sie auf völlig neue Weise, um Co-Creation und den Unternehmergeist in der Organisationsentwicklung zu fördern. Seine Kernvision ist es, das künstlerische Prinzip in jedem Menschen zu wecken und gleichzeitig strukturelle und systemische Probleme der Gesellschaft anzugehen. Er ist außerdem außerordentlicher Professor für Kunst und Führung an der IEDC Bled School of Management.

In dieser Folge erfährst du:

  • wie es zum Vortrag über Leadership in Verbindung mit Musik bei ESMT kam [09:23]
  • wie Musik und Leadership überhaupt zusammenpassen [12:00]
  • wie Entwicklung entsteht, was sie mit Transfer zu tun hat und warum die Lösung in uns selbst entsteht [14:20]
  • wie Miha Leadership und Musik zusammengeführt hat und warum Exzellenz bei Künstlern die Basis ist [20:00]
  • warum Miha gerade sein 4. Leben lebt, wie diese entstanden sind und welche spannenden Stationen Miha in seinem Leben bereits erlebt hat [26:20]
  • warum es Immer eine Verbindung zum Herzen braucht, egal ob in der Musik, in der Führung oder im Leben [41:46]
  • welche Motivation Miha in seinen 4 Leben vorangetrieben hat [48:41]
  • warum Veränderung sich unangenehm anfühlt [51:33]
  • wieso es wichtig ist, dass Kulturoasen entstehen, was diese sind und wie sie auch im politischen System einzuordnen sind [1:00:48]
  • wie wir Menschen das Leben annehmen lernen und warum die Menschheit aufwachen darf [1:06:02]
  • wieso Krisen so viel Entwicklungspotential haben [1:15:00]
  • was wir von der Musik über Unternehmensaufbau lernen können [1:17:18]
  • was der Grundpfeiler in der Welt und in der Entwicklung ist [1:22:59]

Hier findest du Miha:

Website: https://mihavision.com/

Viel Spaß bei dieser Folge.

Das Transkript zum Nachlesen

Maschinell erstellt und nicht redigiert — Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Sprecher automatisch getrennt; Gäste sind nicht namentlich zugeordnet. 14.868 Wörter, 101 Minuten Gespräch. Als Textdatei laden.

Torsten J. KoertingHallo und ein herzliches Willkommen zu dieser neuen Folge des Umsetzungsgiganten-Podcasts und heute wieder mit einem Interviewgast, dessen Interview gar nicht geplant war. Ein Interview, was aus der Energie eines vereinbarten, naja, Telefonats hätte man früher gesagt, Zoom-Calls, wie man heute sagt, entstanden ist. Jemand, der mir im Rahmen eines Webinars, welches von der ESMT, der European School of Management and Technology, ein renommiertes Institut aus Berlin, wo ich damals als Angestellter der Deutschen Bank eine Ausbildung machen durfte für diejenigen, die in Management es vielleicht ein Stück weiterbringen sollten. Und dieser ESMT, ich bis heute verbunden bin und ich auf ein Event aufmerksam wurde, was mich zum einen inspiriert hat, nicht nur daran teilzunehmen, sondern wie es moderiert und fasziniert wurde, beeindruckt hat. Denn derjenige, den ich heute hier im Interview habe, war dort der oder die Koryphäe. Und die Kombination dieses Vortrags war eine ganz besondere und magische. Denn denjenigen, den ich dort treffen durfte, hat nicht nur Leadership und Management neu gedacht, sondern kombiniert mit einem Talent und einer Stärke, was er jetzt in seiner vierten Phase des Lebens vor vielen, vielen Jahren, ja Jahrzehnten sich ermöglicht und zugänglich gemacht hat, nämlich der Musik. Und er ist jemand, der ein beeindruckender Geiger ist, jemand, der vor vielen Jahrzehnten sich dieses Talent zu einer Stärke hat werden lassen und in der ersten Phase seines Lebens das Geigen gelernt hat. Und er ist in der zweiten Phase seines Lebens einfach in eine Kathedrale gegangen ist mit dieser Geige. Und diese Geige angestimmt hat, um zu hören, wie die Geige in der Kathedrale sich anhört und auch anfühlt. Er wurde hochkant rausgeschmissen aus dieser Kathedrale, was ihm denn einfiele, in dieser Kathedrale die Geige zu zupfen oder zu spielen. Und es begab sich, dass ein Jahr später in der gleichen Kathedrale er derjenige war, der vor 1200 begeisterten Zuhörern die Geige zu einem Konzert angestimmt hat. Die zweite Phase seines Lebens. Die dritte Phase seines Lebens war belebt durch Festivals, die er organisiert hat, um auf gewisse Dinge aufmerksam zu machen, auf die wir gleich in dem Interview zu sprechen kommen. Und diese Festivals tausende, abertausende Menschen angezogen hat. Und er jetzt in der vierten Phase seines Lebens die Mission lebt, Europa ein Stückchen besser zu machen, Europa mal wieder ins Gefühl zu bekommen und mal Europa die Musik zugänglicher zu machen. Und mit der Musik auch die Führung und das Leadership.

Torsten J. KoertingEr ist derjenige, der im Rahmen des Interviews immer wieder die Geige anspielt, weil sie ist ein Teil, sie ist ein Fundament seines Wirkens und seiner Botschaft. Und lasst euch darauf ein, denn bis zum Ende des Interviews, was auch hier wieder ungeschnitten mit eingebracht wird, er zum Schluss die Botschaft an alle Zuhörerinnen und Zuhörer richtet, Er ist gebürtiger Slowene, er ist Kulturbotschafter und seit 1992 selbstständig. Ja, und mit eines der bekanntesten Redner in Europa, die es immer wieder gelingt durch diese Kommunikation und Kombination von Musik und Inspiration durch Lehre anderen Menschen, einen ganz anderen Zugang zu sich selbst als auch zur Führung ihrer selbst und zur Führung der Teams als auch durch Führung ihres eigenen Lebens ermöglicht. Er wird uns im Rahmen des Interviews zum Nachdenken anregen und die Emotionen in uns aufsteigen lassen, so wie es seine Art ist. Spürt seine Energie, spürt all das, was ihn ausmacht im Rahmen des Interviews. Lasst euch auf ihn und seine Botschaft ein. Und jetzt begrüßt bitte recht herzlich mit mir hier gemeinsam im Umsetzungsgiganten-Podcast Miha Pogacnik Umsetzungsgiganten

GastUnd in that perseverance I found new levels of strength Und dann habe ich angefangen, das zu machen

Torsten J. KoertingWehigkeit weitergeben zu dürfen Aber es hat was mit Geduldigsein zu tun Also zu erfahren, was denn die jungen Menschen bewegt

GastDas macht mich wirklich mit diesen Fragen zu denken. Das ist wunderbar.

Torsten J. KoertingMensch, ESMT Ja, ja European School of Management and Technology Was verbindet dich mit der ESMT? Wie ist das zu diesem Vortrag gekommen? Ich glaube, es ist der einzige, den ich in den letzten drei bis sechs Monaten... Ich bin da ja ein Alumni. Ich war damals mit der Deutschen Bank, mit der Führungskräfte Ausbildung Die, weiß ich nicht, ob sie noch Sponsor, Unterstützer der ESMT ist oder Miteigentümer Ist mittlerweile auch zehn Jahre her, glaube ich Zehn, elf, zwölf Jahre, dass wir in Berlin waren bei der ESMT Und seitdem sind wir da miteinander zumindest freundschaftlich verbunden Wie ist das zustande gekommen, Mia? Wie war das für dich? Also so bist du hineingeschneit, weil du diese Verbindung hattest Genau Ich bin dann halt auf dem Newsletter drin, weißt du Oder irgendwo auf Facebook, habe ich das wahrgenommen Ich habe gesagt, Mensch, der Miha, das hört sich... Ich kannte dich ja nicht, aber das hört sich spannend an Musik mit Leadership-Prinzipien zu verbinden Da höre ich auf jeden Fall mal rein Da bin ich dabei und dann hast du das Feuerwerk Wie ist das zustande gekommen, Miha?

GastWie ist das zustande gekommen? Es war so, ich bin seit 30 Jahren fast, naja, 25 Jahren, kenne ich hier in Slowenien Dr. Dani Sapurk Sie hat diese feine slowenische Business-Schule ins Leben gerufen Noch, also, ja, sehr lange her, in Bled, in dieser herrlichen Ecke Sloweniens Wo diese kleine See mit den kleinen Inseln und ach, einfach Postkarten schön Und dort hat sie diese Business-Schule seit, ja, über zwei Jahrzehnte, ja, schon mehr in Entwicklung Und ich habe immer Danica gesagt, seit ich sie kenne Kunst, Kunst, Kunst, Kunst Und irgendwie dann im Laufe der Jahre ist das mal dann angekommen Und jetzt, was macht Danica? Sie sagt überall Kunst, Kunst, Kunst Also, diese geheimnisvolle Kraft und Gestaltungskraft, die von hoher Kunst kommen kann, kann wirklich Unglaubliches bewirken auf der Führungsebene und Gestaltungsebene der Organisation und so weiter Aber dann habe ich dort kennengelernt, schon ziemlich lange her, auch den Derek Abel Und er hat mir dann einmal, als ich in Berlin war, gezeigt, ein Gebäude in Ost-Berlin Sagte, das wird eine europäische Business-Schule werden Also, er hat mir damals eine Tour gegeben von ESMT, bevor es gestartet hat Die haben damals angefangen zu renovieren oder einzuziehen oder sowas Also, das war meine Verbindung zu ESMT Und dann ist das natürlich irgendwie, ja, ins Vergessen geraten Und dann hatte ich jedes Jahr, mehrere Jahre hindurch, bei dem Bosch-Kolleg sozusagen Immer Vice-Präsident, eben Managers und Führungskräfte da, jedes Jahr in Berlin Das auch ging über längere Zeit Das war auch hochinteressant Und dann kam einmal Hannes Gurski zu dieser Veranstaltung von Bosch Hannes Gurski Und der war ja in meinem Gespräch jetzt neulich Und dann, so ist diese Verbindung wieder aufgelebt Dann bin ich einmal zu Besuch da gewesen bei ESMT Und habe ich ein bisschen meine Sachen gezeigt Und die waren ziemlich begeistert Und als ich da war, habe ich gesehen, so in einem Zimmer, da war ein Streitquartett oder so Also jedenfalls, sie haben schon experimentiert mit Kunst Und das hat mich sehr gefreut Und dann ist sie zu diesem Vortrag gekommen Und ich bin froh, dass du dabei warst Weil ich habe das Gefühl, wir können so aufgrund dieses Vortrags jetzt vielleicht einiges Einige Steine umdrehen, würde ich sagen

Torsten J. KoertingWie war denn der Vortrag für dich? Also du hast ja Leadership mit Musik, bringst du ja zusammen und lässt das alles miteinander fließen Wie ist dieser Vortrag entstanden und wie war der für dich?

GastJa, ja, danke für die gute Frage Nämlich folgendes Ich habe mir vorgenommen Bei diesem Vortrag Ziemlich am Anfang Die sogenannten Takeaways Zu entblößen Weil es ist immer diese skeptische Haltung gegenüber etwas Neuem ist Ja, was ist da What is in it for me? Also was kann ich daraus für mich gewinnen? So meinen die Leute, die keine Zeit haben und die getrieben werden durch die Welt Also die Führungsleute Und dann, ja, jetzt wenn sie schon da sitzen soll eine Stunde Was ist da für mich? Ein Geiger, was soll das? Wir haben keine Zeit, wir sind beschäftigt, wir haben Probleme Was soll ich jetzt noch mit Musik tun? Und dann sehr oft sagen die auch dazu Ja, ist toll, was du machst Aber wir sind nicht so weit Wenn es so weit ist, melden wir uns Und sage ich, ihr werdet nie so weit sein Wenn ihr jetzt Probleme habt Jetzt braucht ihr das, was ich euch anbieten kann Weil die Musik strukturiert Nach meiner Methode greift direkt im Solarplexus des Lernens und des Veränderns und so weiter Und bleibt zehn Jahre stecken da Also eine emotionale Erinnerung Also jedenfalls, ich habe da gesagt Gut, ich werde bei diesem Vortrag sofort auspacken Schon am Anfang Und dann gehen wir erst in die Prozesse Vielleicht hast du gemerkt Ich habe zuerst gesagt Es gibt Folgendes, was man mitnimmt Wenn man willig ist, sich zu steigern In so etwas wie Meisterwerke der Musik Und meine Art, das darzustellen Und als erstes habe ich gesagt Schauen Sie sich einen echten Künstler an Also wie einen echten Performer Also im klassischen Sinne Was merken Sie? Naja, diese Leute verbinden sich mit ihrem Stoff 600% Nicht nur 100% Also sie gehen total auf in dem Meisterwerk Es gibt auch keine Wahl für uns Entweder bist du absolut durchdrungen und identifiziert mit dem, was du tust Oder es ist eine lahme Performance Du hast keine Chance Also und das merken dann die Managers Die sich sonst 17, 18% mit ihrer Arbeit verbinden Sie merken plötzlich Da brennt einer auf 16 Ecken zugleich Und alles ist sinnvoll Und der ist völlig in Ganz egal, was man bezahlt wird Das hat damit nichts zu tun Das hat zu tun mit der Tatsache Dass man, indem man ein Meisterwerk beginnt zu spielen und so Ist man so aufgesogen in diese Vollkommenheit, Ganzheit, organische Entwicklung, Sinn und so Und also das habe ich gesagt Dass man sich damit verbindet Und dann merkt man Aha, warum sind unsere Leute nicht produktiv? Ja, weil sie sich mit dem Stoff nicht verbinden Naja, dann kann man weiter fragen Warum verbinden sie sich nicht damit? Ja, vielleicht ist der Stoff so arrangiert Oder eine solche Sache in den Unternehmen Dass es sich nicht lohnt zu verbinden Was fehlt dann im Unternehmen? Wie kann man dasjenige, was getan wird, so gestalten Dass man Lust bekommt, sich damit wirklich ausnahmslos zu verbinden Nur das war das Erste Man geht weg mit diesem Gefühl Aha, die Künstler behandeln ihren Stoff so Dass die Ganzheit erklingt Alles ist da, alles ist präsent Alle tiefen Kräfte, die man hat Die man sonst versteckt und unter den Arschen Nicht wahr, das Feuer ist weg Also das alles muss an die Oberfläche Das ist das Erste Und dann habe ich gesagt Das Zweite ist, dass man erlösen muss Den Begriff von Empower Weil alle reden vom Empowerment Ja, das haben wir schon so aufgehört Können wir gar nicht mehr hören Das heißt, was heißt Dass man durch die Musik oder Kunst Wirklich an diesem Erlebnis An diesem Aha-Erlebnis vom Empowerment kommt Und zwar ist das so Ich habe entwickelt eine Methode Die nenne ich produktive Umwege Also ich hole ab Diese Managers und Führungsleute Ich hole sie ab Von wo sie sind Und nehme sie auf einen produktiven Umweg In den Meisterwerk von Musik Und sie merken nach ein paar Minuten gar nichts Dass sie völlig anderswo sind Und dass sie jetzt nicht mehr CEO Und dieses und jenes Und diese ganze hierarchische Verhältnisse Politik und so Das ist alles weg Und zunächst mal ist man da In einem Neuland Also etwas Was denen Vielleicht kennen sie schöne Musik Aber sie haben nie richtig zugehört Aber ich mag das nach meiner Art so Dass sie sich wirklich Total auf das einlassen mögen Was da wirklich passiert Nicht nur reagieren Ach das gefällt mir nicht Nein, nein, nein, nein Das genügt nicht Sondern ganz genau Was passiert da Wie werden die Motive ausgewachsen Wie wächst etwas in das nächste hinein Wo sind die Schwachpunkte Wo ist Krise Wo verwandelt sich etwas Und so Und wie verwandelt sich etwas Wie kommt das Alter wieder neu Aus der Zukunft entgegen Und so weiter Also wir können das später vertiefen Ich wollte nur sagen Ich nehme sie mit Durch die Musik Aber auf so eine Art Dass sie das Jetzt wirklich bewusst erleben Und zugleich sehen Weil ich zeichne Unterbreche Und dann Wenn wir durch sind Lasse ich sie wieder zurück In ihre eigene Herausforderung Sozusagen fallen Und sie haben in Musik entdeckt Ähnliche Probleme Und Herausforderungen Und Lösungen Aber jetzt lasse ich sie zurück Auf ihre eigene Seite Und jetzt stopp Jetzt werde ich nicht sagen Machen sie das Machen sie das Sondern sie können Alleine plötzlich Aus diesem Erlebnis Neue Ansätze finden Wie sie eigene Herausforderungen lösen Wie sie mit Einen eigenen Dilemmas umgehen Weil sie das In Musik erlebt haben Das heißt Ich empowere sie Dass sie selbst Lösungen finden Denn das ist das Absolut wichtigste In Entwicklung Von Unternehmen Und Unternehmer Dass man selber Die Lösungen findet Nur das Problem ist Dass wir oft Ansatz suchen Dort wo wir meinen Es gut zu verstehen Und der Ansatz Kurz von anderswo her Nämlich Indem ein Funke Springt Über Disziplin Das ist das Geheimnis Dieser Transfer Ist das Geheimnis So Das ist das zweite Mitnehmen Dass man dann Ganz erfrischt Erneuert Und bereichert Indem man durch Den Meisterwerk geht Neue Ansätze findet Und eigene Lösungen findet Das ist so ein Tolles Gefühl Weil heute Gehen wir in eine Zeit entgegen Wo wir absolut Müssen lernen Wie wir interdisziplinär Miteinander umgehen Die Welt ist voller Von professional idiots Jeder kennt seine Sache So gut Aber wir haben keine Ahnung Wie man das verbindet Denn in der Verbindung In diesem Transfer Liegt das Geheimnis Der Raum Dazwischen Sag ich immer Die jungen Leute sagen Was soll ich machen Ich sage Wie soll ich wissen Was du machen sollst Aber sage ich Achte auf den Raum Dazwischen Es gibt Probleme Zwischen Generationen Zwischen Disziplinen Zwischen Kulturen Immer dazwischen Ist heute ein Problem Und dieses Dazwischen Diese Brücken bauen Das ist die Zukunft Kann ich dir sagen Also das dritte Was ich dann Als Takeaway Da gesagt habe War nämlich Folgendes Ich treffe Wirklich ehrlich Das ist kein Kein Witz Ich treffe Leute Manchmal 15 Jahre später Wo ich was gemacht habe Und sie sind Sofort Erinnern sie Sie sagen Ah sie sind der Geiger Nicht wahr Haben sie da Ja ich habe schon Vergessen Aber die haben Nicht vergessen Und dann sagen sie Und dann sagen sie Ich habe das Wir haben das Wir haben das gemacht Und das gemacht Und das gemacht Das heißt Wenn wir durch Tiefe Musikerlebnisse In der Lage sind Das was echte Herausforderungen Im Unternehmen sind Wenn wir sie angehen können Durch Musik Ist das so anders So absolut verrückt anders afft Dass die das nicht Vergessen können Und das ist mein Ziel Dass sie am Montag Wenn sie zurückfallen In die alten Muster Plötzlich anfangen Über sich selbst zu lachen Und sagen Ah ja Ja ja ja Pogacic hat gesagt Nicht schwarz bleiben Ist grüne Ist rote Rüber Auch das blaue Also ich mag das auch Mit Farben Und so Dass sie merken Aha natürlich Klar so ist das Wenn man wieder zurückfällt Weil man verspricht sich heilig Bei so einem Vortrag Dass ja das möchte ich Aber jetzt wirklich implementieren Aber dann kommt Realität ist so stark Das sitzt so tief Im Leib Dass man dann wirklich Eine Was ich nenne Emotionale Erinnerung Hoch Hoch rufen muss Oder sollte Und die Gibt dann Einen Kraft Sich nicht so wahnsinnig Wichtig zu nehmen Und ein bisschen zu lachen Über sich Und dann den nächsten Richtigen Schritt fassen So das habe ich gleich Am Anfang gemacht Und ich werde das jetzt Künftig immer mehr sagen Weil die Leute wollen So voll wissen Was kann ich davon Konkret mitnehmen Ja

Torsten J. KoertingJetzt bist du ja einer Miha Und das hat mich so Beeindruckt Auch bei der Einladung Wir werden ja aktuell Überschwemmt von Von Events Die im Online stattfinden Zu unterschiedlichsten Themen Und vielleicht vor einem Jahr War das alles noch spannend Und wir haben gesagt Oh Mensch Was wir auf einmal Alles für Möglichkeiten haben In Rahmen einzutreten Und Menschen Die dich Kennenzulernen Es ist ja mittlerweile Ich will nicht sagen Dass wir Zoom-müde geworden sind Aber dass wir es uns Glaube ich schon ganz genau aussuchen Weil ja auch eine Inflation Von solchen Formaten da ist Dass wir uns aussuchen Wo wir hingehen Und das was mich bei dir Und auch bei dieser Ankündigung So fasziniert hat Ist dass du Ich will mal sagen Einer der wenigen bist Die zwei ganz wesentliche Elemente In einer ganz besonderen Form Miteinander verbinden Nämlich einmal natürlich Die Musik Und das zweite ist Alles was mit Mit Führung zu tun hat Ja Du hast eben Über Leadership gesprochen Und was es ausmacht Ein guter Ich will mal sagen Leader zu sein Indem ich mich selbst Und andere empower Und du hast mit Empowerment Schon eine wunderbare Definition gegeben Was Empowerment Für dich Für eine Bedeutung hat Magst du mal kurz beschreiben Wie es überhaupt Zu diesen beiden Großen Bausteinen Oder Facetten gekommen hat Die In der Kombination Also Musik und Führung Ja schon zusammenzubringen Für sich schon Naja Dich zumindest schon Ein bisschen außergewöhnlicher macht Und ich weiß Dass da noch einiges Weiteres drinsteckt Bei dir Miha Was hier noch zu ergänzen ist Wo wir wissen Die Miha gibt es nur einmal Auf der Welt Aber ich nimm doch mal Also wie kam das zu der Musik Wie kam es zu Leadership Und wie ist das Wann ist da was passiert Dass das zusammen so geht Wie ich es erleben durfte

GastEs gibt wirklich so vieles Was man darüber sagen könnte Ich erzähle ein paar Geschichten Zum Beispiel Jetzt noch mal Zum Empowerment Vor ein paar Jahren Habe ich geholfen Mit einem Freund von mir Der heißt Fabian Kienbaum Vielleicht ist der Kienbaum Ein Begriff Ein sehr gutes Familienberatungsunternehmen Ich war dabei Als der Papa Den Sohn übergeben hat Das Führen des Unternehmens Das ist schon zwei Jahre her Und am Abend Von der Übergabe Von CEO Übergabe Habe ich natürlich

Habe ich natürlich

GastAuf einen Höhepunkt hingesteuert Mit meiner Methode Und in den Höhepunkt Habe ich vor allen Leuten gesagt Nun Fabian Jetzt bist du CEO Und weißt du was das bedeutet für dich Chief Empowerment Officer Und alle sagten ja Und am nächsten Tag hat er die Kärtchen gedruckt Und noch jetzt kann man seine Business Card Wenn du kriegst von Fabian Kienbaum Steht Chief Empowerment Officer Because executive heißt Töten Also ich bin Dauernd arbeite ich auch an der Sprache Wie kann man statt Brainstorming Hardstorming machen Oder statt Deadline Lifeline Oder statt Brainstorming Ja das habe ich schon gesagt Was gibt es noch Bullet Points Bullet Points Also wie kann man sich abkleben Von militärischen Ausdrücken Wie soll Unsere Business Sphäre So durchziehen Das andere Was Jetzt Wie kommt man von Musik Zur Führung In Unternehmen Es ist nämlich so Dass Wenn man vergleicht Ein Symphonieorchester Und Eine Organisation Kann man sehr viele Parallelen Sofort Aufdecken Zum Beispiel Beim Orchester Geht es immer darum Dass jeder Einzelne Immer wieder Übt Und besser wird In der Musik Kann man nicht gut sein Man ist immer besser Und immer schlechter Es gibt es nicht Ist Zustand Das ist in der Kunst Nicht der Fall Ja ist aber eigentlich Bei der Führung Auch so Die Leute Wenn sie einmal Vertrag unterschrieben werden Sind in der Regel schlechter Als vorher Weil sie sitzen Auf eine Art Falsche Sicherheit Aber das sage ich nur so In Parenthese Ich will sagen Einzelne Entwicklung ist notwendig In beiden Fällen Und in der zweiten Etage Könnte man sagen Team Also in Orchester Sind super Wenn man guter Spieler ist Dann kann man sich erst In ein richtiger Team Einfügen Also in Team In Organisation Die Teams Sind nicht sehr gut Wenn sie nur alle in eine Richtung Laufen Laufen Die befohlen wird Es muss bestehen Aus ganz individuellen Menschen Die bereit sind Zu kämpfen Für und gegen Und also Daran entsteht dann Qualität Und Kraft Ja Das ist alles ähnlich Aber dann auf Nächstem Niveau Ist es wahnsinnig anders Nämlich Und das ist interessant Bei der Musik Könnte man sagen Ja Orchester ist ja Zusammengesetzt Aus Dubiosen Künstlern Also Da gibt es Das ist Nicht zu vergleichen Mit Managers Also Musiker sind Sind schwierige Sachen Ich will mich jetzt nicht loslassen Darüber Aber Jedenfalls sind Problematisch Aber im Moment Wenn sie ansetzen Und fangen mit Bruckner Sinfonie Oder so Werden sie zu Halbgöttern Sage ich Also die werden Im Moment Werden sie gezogen In eine andere Bewusstseinsverfassung Und Tätigkeit Die nur durch Den Meisterwerk Den Meisterwerk Ausgelöst wird Und das Und das fehlt Im Unternehmen Ich sage immer Wo ist euer Meisterwerk Warum Ja Die sind zufrieden Wenn etwas Einigermaßen geht Oder Sogar Haben sie als Ziel Exzellenz zu sein Und ich sage Exzellenz sein Das ist nichts In der Kunst Da fängt man an Wenn man fertig Mit der Schule Da fängt man mit Exzellenz an Sonst soll man Gar nicht Künstler werden Also da fängt Das Leben richtig an In Richtung Genialität Unser Höchstes Ziel Ist etwas Was unerreichbar ist Nur Geschichte Kann das Irgendwann mal sagen Über jemanden Das heißt Wir haben unsere Parameter Anderswo Und Meisterwerke Die ziehen uns Mit groß Mit Gewalt In eine andere Sphäre Und alles Was so persönlich Kleinlich Ego bezogenes Politik Und so Das ist alles weg Und schau mal Wie viel Politik Macht alles kaputt In Unternehmen Weil eben Der Meisterwerk Fehlt Und jetzt Deswegen sage ich immer In Zukunft wird Diese Sphäre Der Möglichkeit Die Kunst bietet Sie wird in Unternehmen Ernst genommen Und auch investiert werden Man wird investieren Eine bestimmte Entwicklung Zu fördern Im Unternehmen Wo man sagt Dynamisches Gleichgewicht Zwischen Bordrum Wo es Muss Zahlenmäßig Und Linear Verlaufen Sonst haben wir Probleme Aber dann muss Etwas anderes Geben Was man Benennen soll Wie man will Ich sage das Immer Inspirationszentrum Aber es muss Etwas sein Was so wie Bei menschlichen Konstitution Wie links Und rechts Wo diese Dynamik Entsteht Wo das Individuelle Entwickelt wird Bei den Menschen Nicht nur Job Description Und so Also dieses Insweite Sich Entwickeln Die Verinnerungsfähigkeit Also alles Was den Menschen Wirklich Weiterbringt Weil wir sind ja Unfertiges Meisterwerk Jeder Mensch ist Ein unfertiges Meisterwerk Und du Komponist Und du komponierst Ist man selber Die Biografie Als Meisterwerk Würde ich sagen Es ist schade Und traurig Und tragisch Dass so viele Leute An einem Punkt Dann aufhören Sich zu entwickeln Und werden sie Zu Frühpensionisten Auch wenn sie Noch irgendwo Was arbeiten So das ist Tragisch Und ich sage Die Kunst Ist dafür da Und das ist Mein großes Thema Ich kämpfe Schon seit lange Dass die Kunst Unpositioniert Sein soll In der Gesellschaft Dass die Kunst Eine neue Positionierung Braucht Wo sie wirksam wird Und nicht Gehobene Unterhaltung Das ist ein großes Problem Wenn die Kunst Nicht da ist Dann haben wir Andere Probleme

Torsten J. KoertingWie kamst du Zur Kunst Und zur Musik Miha Also du hast ja Ganz grandios Da Ich glaube das heißt Violine Geige gespielt Ja ist das richtig Und ganz grandios Das Ganze da Immer wieder Mit einflechten lassen Wie kam das bei dir Wie bist du In diese Musik Hineingewachsen Ja du musst

GastDas ist so Ich bin im Moment Lebe ich Mein viertes Leben In diesem Leben Habe ich gerade schon So paar Jahre Bin ich drin Und Jedes von diesen Leben ist wie eine Einheit Aber das Ursprüngliche Lebt immer weiter Es ist so ein Evolutionsprinzip Mein erstes Leben war Geiger werden wollen Nichts anderes Und in diese Richtung Habe ich dann Damals Jugoslawien Slowenien verlassen Habe ich in Köln studiert Und In einer Musikhochschule Köln Und dann mit Fullbreit nach USA Dann bin ich in USA Geblieben 27 Jahre Und dann später Lebte ich in Hamburg Noch immer lebe ich in Hamburg Zahlweise Und Aber Zuerst wollte ich Geiger werden Solist Und habe ich auch Alles dafür getan Ich brannte In allen Ecken Um das zu erreichen Weil ich war inspiriert Und diese Sache Ich habe gemerkt Da ist so viel drin Was die Menschen erhebt Und dann Ja und dann habe ich eben gemerkt Nachdem ich tausende Konzerten Schon gespielt habe Und das alles Habe ich gemerkt Die Leute tatsächlich Werden gehoben Im Konzert Aber dann ist der Schluss Dann gibt es ein Sektum vorbei Und ich habe gedacht Da müsste etwas ansetzen Wo man sagen könnte Konzert ist nur Ein Auftakt Zu etwas ganz Ungewöhnlich Aber damals wusste ich noch nicht Was das sein sollte Nun habe ich dann Zweites Leben begonnen Schon Anfang 80er Ich habe da ein Festival gegründet Das war in der Chartres Kathedrale Die schönste Kathedrale der Welt Also südlich von Paris Chartres Erste gottische Dort habe ich Ein Erlebnis gehabt 1980 zu Ostern genau Als ich Als ein Jungeiger Voller heißer Luft Auf dem Plan steht Heute Abend Chartres Das Spiel Konzert Und dann ist mir Merkwürdiges passiert Die Kathedrale hat mich Rausgeworfen Als ich probieren wollte Wie klingt das Raus mit dir So bin da Plötzlich liege ich da Auf dem Boden draußen Und sie sagte So kannst du hier Dich nicht geben Und sagte Komm nochmal rein Aber jetzt Guck dir mal um Wo du hingehst So Da bin ich ganz So mit zitternden Knien Nochmals rein Und da ist Dieser Portal Royale Also die gucken Diese Könige Auf mich zu Sagen Wer bist du Dass du dich traust Hier rein zu gehen In den Tempel Und so Also ich komme Da rein Sagte sie Nun jetzt Probier mal Wie es klingt Und ich probiere Sagte sie Aha Jetzt ist schon Ein bisschen besser Jetzt sagte sie Kannst du versuchen Auf meine Diese Fenster Da oben Siehst du Ganz weit weg In diese Ecken Da Gottische Ecken Spiel mal drauf Nicht deine Kleine Geige Interessant Ja wieso Er sagt Ja probier mal Probier mal Also dann habe ich Gemerkt Ich mache so ein Bild Geschick daraus Aber weißt du Warum sage ich das Ich habe diese Geschichte In 2005 Otto Scharmer Von MIT Wir waren in New York Da habe ich ihm das erzählt Und er war gerade dabei Das Buch Theorie U Theorie U Zu schreiben Das inzwischen sehr bekannt ist Und ich habe ihm das erzählt Und er sagte Oh kann ich bitte das In meinem Buch Diese Erzählung Weil ich habe in Kathedrale Damals erfasst Dass man auf sich selbst Von der Peripherie Auf sich kommen soll Nicht dass man von Zentrum aus Etwas bewirkt Sondern wie kann man so spielen Dass man auf die Peripherie spielt Das ist ein soziales Gesetz Das heißt Im Führung übersetzt Bedeutet nicht Dass man Menschen bedrängt Mit irgendetwas Was man meint Besser zu wissen Sondern Dass man sich in die andere Hinein lebt Und dann von anderen Heraus führt Aus den anderen heraus Also Geist Im Gespräch Mit sich selbst Könnte man sagen Und diese Das war das war Das war der Lebens In Kathedrale Von Chartres Und dann habe ich Seitdem hat mich das nie wieder losgelassen Dieser Begriff Und aus diesem Begriff Bin ich dann Ach Ich kann nicht erzählen Ich hatte 1200 Leute aus 40 Ländern Nächsten Sommer da Und das ging drei Jahre hindurch Und war ein riesen Erfolg Und war ein riesen Erfolg Man könnte sagen Erfolg Aber das waren nie nur Konzerte Sondern immer Du musst dich vorstellen Kleine mittelalter Städtchen Und 500 Leute wollen dahin Und 500 dahin Zu einem anderen Vortrag Und sie können sich nicht Passieren vorbei Weil die Straßen sind zu eng Also es waren So lustige Sachen Am ersten Tag Habe ich bestellt Salat Aber ohne Essig bitte Nur mit Zitrone Dann stand nächsten Tag Salat a la Pogacnik Angebot Ja Gut Also es war verrückt Was da alles passiert ist In diesem Sommerfestival Und dann habe ich etwas gemacht Und das war wirklich neu Ich habe gemerkt Dass die Leute Ja Nicht so unbedingt So viele Vorträge Und so Das war denen zu schwer Sie wollten mehr Kaffee und Kuchen Und ich habe gemerkt Das war der Moment Als die Europa Unter großem Druck war Also mit Pershing Missile Stationierung in Deutschland Und so Also richtig Es könnte jeden Moment Knallen Da mit Ostwest Und so Dann habe ich den Leuten gesagt Schluss Also ich nenne das Success Trap Kennst du Success Trap Wo man Erfolg hat Und dann fängt das Nachunter zu gehen Und ich habe gemerkt Das ist nicht Was ich will im Leben Es muss mehr geben Und dann habe ich Das Alle sagten mir zwar Du jetzt kannst du Große Karriere machen Weil du hast jetzt Ein berühmter Festival Dann ladest du die Richtigen Leute an Sie laden dich zurück Also das alte Prinzip Wie man sich gegenseitig Hochschaukelt Und ich habe alles Fallen gelassen Ich habe gesagt Leute Wir treffen uns in Jugoslawien Nächsten Sommer Wer will kommen Das war Slowenien Aber damals war noch Jugoslawien 83 Und dann habe ich 84 in meine Heimat Ich durfte nach 10 Jahren Wir zurück Ich war persona non grata Weil ich nicht Im Militär war Durfte ich nicht zurück Und jetzt habe ich Amnestie bekommen Und sofort Kamen 800 Leute Aus ganzer Welt Nach Slowenien Und dort Die konnten An alle Fassungsloss Was ist passiert Also so wie Die Königbiene Plötzlich Kommt ein ganzer Schwarm mit Aus allen Ecken der Welt Mein Publikum Und das hat mir So viel Kraft gegeben Dass ab dann Sind entstanden 200 ungefähr Festivals In der ganzen Welt Wo Publikum mit Um gereist ist An die Krisengebiete Der Welt Das erste So richtig Richtig Untergrund War Budapest 85 Ich bin dann Also 85 Waren 8 Festivals Es fing an In Australien Neuseeland Sao Paulo Kalifornien Norwegen Chartres Slowenien Budapest Aber ich habe Natürlich für all Diese Festivals Vorher bin ich An die Orte Gegangen Habe ich ganz genau Mich erkundigt Was ist Genius Loki Was muss rauskommen Was möchten Diese Menschen Aus der ganzen Welt Kennenlernen Wer will Dazu kommen Damit sie Kulturen begegnen Und als ich Nach Budapest Kam Nicht vergessen 85 Hat gerade Gorbatschow Angefangen Also es war Noch Totale Graue Ost-West Konflikt Und ich komme Jetzt mit 800 Leuten Aus der ganzen Welt Über die Grenze Und wir kommen Nach Budapest Von diesem Schönen Schönsten Saal Heißt Vigado Und weißt du Was finden wir Dort 300 Leute Aus Die Amerikaner Holländer Franzosen Alles was Sie konnten Nicht Also sind sie in Scharen Jedes Jahr Ich hatte Prag

Prag

GastUnd Budapest Und dann Estonia Und dann Tbilisi Es ging so immer weiter Aber immer kamen sie zu uns Weil sie konnten dann Menschen begegnen Und interessanterweise Hat Außenminister von Ungarn In 89 Er hat DDR Leute Rausgelassen Und das hat zu den Berliner Mauer Geführt Also ich war direkt Jahrelang beteiligt daran Dass das runter geht Aber uns kennt man nicht Man kennt die dann Die auf der Mauer sitzen Und große Fratzen machen Aber wir haben mit der Kunst Jahre voran Das getrieben Was notwendig war Zum Beispiel 92 habe ich Ganzen transsibirischen Zug gemietet Und mit 380 Leuten Von Berlin Nach Ula Mbator Drei Wochen Das nennt sich Kulturkarawane Wir hatten Über 50 Innovationen Die 70 Jahre Verboten waren In Sowjetunion Alles was verboten war War plötzlich da Mit uns Und es kamen Ganze Städte uns entgegen Und dann habe ich Leute Nach Peking Und nach Tibet Ich hatte 6 Festivals In Tibet Jeden Sommer Es ist mir gelungen Trotz Peking Es ist mir gelungen Das dort zu machen Und so weiter Also mit Indianern In Amazonia In den schönsten Theatern Amazonas Also es ging immer weiter Also das war mein zweites Leben Diese Ein neuer Typ Vom Festival Wo man Aktivisten mitnimmt Die wollen sich begegnen Und wo man wählt Die Krisengebiete Weil man dann Unter der Krise Sind Leute offen Ja zum Beispiel Jugoslawienkrieg Hatte ich 6 Schiffe gemietet Und wir sind mit 6 Schiffen Ganze Küste Während des Krieges Entlang Gesegelt Und sind wir in alle Diese Flüchtlingslager gewesen Die kein Mensch angeguckt hat Alle wollten nur in Sarajevo Sich auf der Bühne zeigen Weltbühne Aber wir sind ja richtig Aber wir sind ja richtig So mit Menschen Die Schwierigkeiten hatten Und Suffered Wie heißt es auf Deutsch Also die gelitten haben Und so Gut Also das war das zweite Und dann in 90er Jahren Jetzt kommen wir auf diese Kleine Frage Zum kleinen Umweg Aber sonst versteht man das nicht In 90er Jahren habe ich gemerkt Es geht alles Auf einen Punkt Das nennt sich An Turbokapitalismus hin Und irgendwo ist das Total in Miststimmung Mit dem Was man in Kunst Sich vorstellt Als eine Als eine Dynamische Harmonie In der Gesellschaft Weil ich dachte Das kann doch nicht wahr sein Und deswegen Habe ich meine ganze Flotilla Wieder umgepolt Und direkt ins Konzernwesen Und seitdem bin ich Du hast ja gesehen So 250 Weiß ich nicht Konzerne Habe ich durchgeackert Als Geiger Zum Teil punktuell Zum Teil auch in Entwicklung Je nachdem Kann ich dir nur konkret sagen Aber seitdem lerne ich Wie man eben In eine Eine Environment Das heißt Eine richtige Umgebung Soziale Umgebung Schafft im Unternehmen Dass die Menschen Sich entfalten können Dass sie ihre Potenziale Frei bekommen Und so weiter Und das Das letzte Leben Das jetzt paar Jahre Auch schon dauert Ich bin dabei Ich nenne das Europa Europa Unvollendetes Meisterwerk Fragezeichen Also ein Weg Zu Polyphonen Europäischen Identität Was heißt Europäische Identität Die hat nämlich Riesenkrise Europa Wir haben Große Krise Und zu diesen Entwickele ich In Slowenien Zum Beispiel Eine ganze Region Die heißt Terra Parsifal Weil ich habe entdeckt Dass in Slowenien Parsifals Wurzeln liegen Von Vaters Und Großvaters Seite Also der berühmte Parsifal Von Wolfram Von Eschenbach Und ich Bin dabei zu zeigen Wie Eine Region Aus der Ganz Potenten Sage Entwickelt Werden Kann Und nicht Aus Pragmatik Geld Und so weiter Das kommt Danach Aber zuerst Muss man Ein Sinn Finden In dem Dann zugrunde Liegen Allen anderen Politischen Und Ökonomischen Entwicklungen Also ich bin dabei Jetzt Ich glaube In Europa Der Regionen Man muss Alle Regionen Wieder hochbringen Dass sie Ihre Qualitäten Geben Und in allen Diesen Regionen Sind über Jahrhunderte hinweg Immer geniale Geister Erstanden Ich meine zum Beispiel Nehmen wir Ungarn Da hat man Bartok Bartok ist der Große Komponist Ungarns Auch wenn Ungarn Verschwinden würde Würde noch immer Der Geist Ungarns Da sein Weil er hat das Hineingenommen In seine Musik Und dann Gehoben Auf diese Geniale Sphäre Und so sehe ich Europa eigentlich Ist ein Gespräch Zwischen Beton Und Shakespeare Und Bartok Und Sibilius Und Cezanne Und Raphael Und wie sie sich Alle nennen Alle die ihre Genialität Zugrunde gelebt haben Eines Kontinents Und Völker Dieses Kontinents Das ist Europa Alles andere Ist nur Anhängsel Also Politik Und so Das braucht man ja Man muss sich ja Organisieren Aber die Essenz Wofür zum Beispiel Chinesen Die zu uns kommen Ist nicht wegen Politischen Interessen Sie kommen Sie wollen sehen Wo ist Mozart geboren Sie rennen In den Geburtshaupt Von Beton Oder sie wollen sehen Wo sind diese Geister Die alles durchdringen Und erheben Und erheben In eine sinnvolle Höhere Sphäre Des Menschseins Und so Das ist mein Jetzt Also ich bin Wie du weißt Ich bin ja offiziell Auch Diplomat Ich bin Kulturbotschafter Republik Sloweniens Und ich kann In dieser Wie soll ich sagen Unter diesem Hut Kann ich Ich mache Kulturkarawanen Jetzt wieder Ist eine In Vorbereitung Zum Beispiel Kulturkarawane Auf Westbalkan Wo die Leute Dann viele Viele Autos fahren Hinter meinem Auto Wir gehen Direkt nach Saraje Jetzt in August Und dann Belgrad Und dann durch Montenegro Und dann Tirana Und so Also wo man Begegnung schafft Und da kommen Wirklich Leute mit Auf diese Karawanen Die neue Ideen Neue Geldsysteme Neue Wirtschaftssysteme Neue Alles was neu Und zukunftsträchtig ist Das kommt mit Und die Menschen Die dort sind Die kommen auch Auf solche Ideen Und haben auch Ideen Die sie uns geben Uns bereichern Weil Europa Ohne Balkan Zum Beispiel Ist ja wie der Mensch Ohne Magen Oder ohne Stoffwechsel Da ist Feuer Da ist Ja da ist Geh mal tanzen Mit den Makedoniern Nordmakedoniern Du will schon sehen Was da lebt Das ist wahnsinnige Kraft Und das hat man schon In den Westen Alles eingebüßt Da ist es Viele Leute sind So pragmatisch geworden Und bedrückt Und Ach Brab nicht zu reden Aber ihr siehst Also ich als Geiger Bin ich dauernd Am Am Schauen Wo kann man Mit der Kunst greifen Und dann Diese Ich nenne das Resonanzplattform Wie kann man sich herstellen Und auf dieser Plattform Geschieht dann das politische Das ökonomische Das soziale Was auch Was auch Ist egal Es hat Die Kunst geht Wie man sagt So einfach Sagt man Es geht direkt ins Herz Und das hat Und das hat So einen großen Wert Heute Wo wir in diese Isolation Getrieben werden Ja Diese Sinnlosigkeit Was alles passiert Und diese Zahlen Wo man so viel Manipulieren kann Also in dieser Situation Wenn ich jetzt arbeite Auch mit Unternehmen online Ich merke sofort Ich packe die Geige Und Ja Und alles ändert sich Ich fange an zu spielen

GastUnd dann sage ich Es ist nicht nur spielen Sondern Da kann man merken Sofort Aha Es sind zwei Elemente Einer ist die Melodieführung Also man könnte sagen Das was sich jetzt entwickelt Als eine Art Zukunftsbild Und da unten ist etwas Was stützt Das ist das Dieser Puls Das heißt In so einem Meister Kleinen Meisterwerk Kann man lernen Wie wichtig es ist Dass die Vision Also das Denken Mit Einklang Mit dem Herz Kommt Dass es nicht einfach Voranrennt Irgendwie Weißt du Jetzt nur noch über die Weiß ich nicht Robotik zu reden Weil das wird die Rettung sein Und das Herz bleibt weg Den kann man nicht Robotisieren Verstehst du Also Ich gehe immer davor aus Dass die Musik Eine urbildliche Funktion Ausüben kann Dass man in dem Urbild Der musikalischen Entwicklung Dass es eine Organische Struktur hat Und Sinnführung Dass man das jetzt Als Urbild Übertragen kann Auf die Herausforderungen In die Führungssetage Zum Beispiel Ich habe in dieser Terra Parsifal Das nenne ich Das Land von Parsifal Also diese Region Dort mache ich solche Projekte Wo zum Beispiel Zweieinhalb Tage Zweieinhalb Tage Die Managers Dass sie Zeit nehmen Und dann gehen sie Zuerst kommen sie hin Ich habe Sinfonieorchester Erwartet In einem Fantastischen Rittersaal Von dem Schloss Und da sitzen sie Unter Musiker drin Ich mische sie rein Das mag keiner so Und dann gehen wir Auf einen Lebensentwicklungsweg Durch einen Violinkonzert Von Beethoven Brahms Sibelius Und das erleben sie Dann nach meiner Methode Wo ich auch zeichne Und dann Wenn sie das mal Sie sind alle Zunächst mal fix Und fertig Also viele weinen Und so Und dann fangen wir an Das ist der Anfang Also man bricht Die Menschen aus Den Man könnte sagen Ritterlichen Rüstung heraus Und jetzt sind sie Menschen Nicht CEO CFO Und dann Gehen sie Zweieinhalb Tage Mit mir Durch die Landschaft Und überall Wird diese Geschichte Erzählt Von Parzifal Denn er war ja Man könnte sagen In unserer Sprache Er war ja Der beste Führungskraft Aber er Niemand konnte ihn Von dem Sattel Runterwerfen Und dennoch Hat er den Größten Fehler Gemacht Als er dann In den Gralsburg Landete Hat die Frage Nicht gestellt Und wenn man Die Frage Nicht stellt Geht nichts Weiter Er ist dann Rausgebrochen Dann fängt Sein Leidensweg Und das Weißt du Wenn man Diese Geschichte In vielen Details Gut erzählt bekommt Aber immer so Dass die Die Die Managers Wenn sie da sind Merken

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GastOh Das ist Nicht Parzifal Das bin Ich Oder Ich bin Parzifal Und dann Wenn man Das erzählt Und dann Mit der Musik Immer unterstützt Und dann Immer Gespräche Philosophische Gespräche Und dabei Fantastisch Mit Essen In Freien In der Natur Die lokale Frauenvereine Werden Aktiviert Man geht Durch die Alte Klöster Durch die Höhlen Also man geht Durch die Landschaft Die magisch Ist Und ich Garantiere Zweieinhalb Tage Die Leute Sind ganz Anders Wenn die Weg Gehen Und Sie haben Etwas So tief Erlebt Dass Dann Das Wirkt Das Wirkt Man braucht Dann Nicht Hinter dem Mit einem Stock Zu Laufen Und Sagen Ihr Muss Das Und Das Und Das Nichts Man Wird Selber Dann Zu Den Einsicht Hindurch Gedrungen Dass Man Selber Alles Machen Kann Wenn Man Dafür Entschlossen Ist Und Und Sich Auch An Eigene Ideale Hält Also Das sind Das In Eine Künstlerische Sphäre Eine Vollkommenheit Erreicht Haben Deswegen Nennt Sie Das Ein Meisterwerk Weil Das Eben Nichts Mit Zeit Zu Tun Hat Das Ist Zeitlos Überzeitlich Und Wenn Man Mit Diesen Dann Hantiert Und Ganz Konkrete Probleme Die Im Zeit Stecken Dann Angeht Und Das Zusammenbringt Als Eine Art Ich Nenne Das Polarität Und Steigerung Das Ein Götter Begriff Weil das ist die Morphologie von Goethe, er erklärt die ganze Pflanzenwachstum durch diesen Begriff Polarität und Steigerung. Ich benutze das immer in meiner Arbeit. Man muss Polarität machen und dann muss man das steigern. So, hast du noch weitere Fragen?

Torsten J. KoertingNa klar, das ist so großartig, was du beschreibst, weil gerade wie du die Analogie herstellst, zum einen zwischen diesen vier Lebensphasen, die du durchschritten hast und das zweite, diese Musik, was mitschwingen darf und wie sich das natürlich auch auf deine vier Lebensphasen überträgt. Wenn du jetzt mal deine vier Lebensphasen betrachtest, also vom Ich-möchte-Geiger-werden und diese unfassbare intrinsische Motivation, dass das geschieht und du wolltest ja nicht nur irgendein Geiger werden, sondern einer, dem man gerne zuhört und der gut ist im Geigen, bis dahin, dass du Europa jetzt damit auch noch verändern wirst, was du ja schon tust. Und diese vier Lebensphasen, Reinhold Messner hat mal gesagt, er ist in der siebten Phase seines Lebens, nicht weil er jetzt drei Phasen älter ist als du, sondern seine Phasen sind einfach nur ein Stück weit kürzer. Da gab es eine Phase, wo er in Südtirol auf die ersten drei, vier, fünf Tausende, na fünf Tausende gibt es da unten nicht, aber drei, vier Tausende gestiegen ist zusammen mit seinem Papa und dann später natürlich, wir kennen das alle, die Achttausende, die 14 Stück, die als erster ohne Sauerstoff bestiegen hat. Und die Salzwüsten, die Eiswüsten und die Sandwüsten durchschritten hat, dann im weiteren Verlauf die Messner Mountain Museum, also die sechs oder sieben Museen an ganz außergewöhnlichen Standorten in den Alpen, die die Geschichte des Alpinismus nacherzählen. Und jetzt ist er in der Phase Nachhaltigkeit und auch etwas nachhaltig hinterlassen, nämlich den Menschen, die er jetzt noch inspirieren kann, leider viel zu wenig in den aktuellen Zeiten. Und bei ihm weiß ich, dass jede dieser Phasen diesen Unterton hatte, diesen Sinn und diese, naja, am Anfang würde man das wahrscheinlich noch nicht so benennen, aber diese Berufung, also diese innere Motivation, die ihn in diesen einzelnen Phasen angetrieben hat, etwas zu leisten, wo alle vorher immer wieder gesagt haben, das schafft er nicht. Also den 8000er, den Everest, haben alle gesagt, ohne Sauerstoff, vergiss es, gehst du oben kaputt. Ja, steig mal aus dem Flugzeug auf 8000 Meter, atme drei Züge danach, somit nicht geschehen. Sand und Eiswüsten durchschreiten, haben alle gesagt, das wird nicht funktionieren. In den Alpen, die Museen bauen, wird nicht funktionieren. Und er hat jedes Mal es anders bewiesen, weil er eine, nicht nur eine unfassbare Stoischkeit, könnte man sagen, aber dieses Momentum, diese Nachhaltigkeit, diese Perseverance in sich trägt, aber auch jede Phase getragen war von dieser inneren intrinsischen Motivation. Wie war das bei dir in diesen vier Phasen? Was treibt dich gerade an in der vierten Phase deines Lebens und was war es vielleicht in der ersten Phase? Ich bin sicher, dass es da Veränderungen gegeben hat.

GastDas ist eine sehr interessante Frage. Man merkt immer, so viel von den Menschen die Frage stellt, das ist ja interessant. Es würde mich auch interessieren, noch viel mehr von dir zu wissen jetzt, wenn ich deine Fragestellungen habe. Aber als Erste will ich ja sagen, es ist ja so dabei, wie bei Messner so deutlich hervortritt, ist das unendlich Mögliche, dass ein Menschen zur Verfügung steht, dass wir aber Angst haben, heranzugehen an diese Sachen. Und andererseits die unendliche Fleiß, dass das dahinter steht und Training, das er auch durchgemacht hat. Denn tatsächlich, wenn er nicht der wäre, der er geworden ist, hätte er auch nicht auf 8.000 ohne Kisik aufsteigen. Das ist doch klar, das kommt aus Fähigkeiten. Und die Fähigkeiten waren nicht gleich da. Das heißt, die haben sie gesteigert über diese eine Phasen. Und bei mir ist das so, dass ich in allen diesen Phasen bleibe ich treu meinem inneren Kern. Das ist Geige. Geige ist meine Rettung, weil immer wenn die Sachen schwierig werden und so an, wenn ich zu viel am Computer sitzen muss und dann gehe ich üben und dann bin ich wieder, naja. Und das andere, was so interessant ist bei Messner, ist nämlich Mensch und Stein.

GastJa, wenn man auf diese Höhen sich bewegt, dann sind ja nur Steine. Und bei mir ist es Mensch und Steiner. Weil ich habe mich sehr lange beschäftigt mit dem Werk von Rudolf Steiner. Und dieses Werk, das in der Welt leider nicht sehr gut repräsentiert wird und sehr, sehr oft sehr oberflächlich genommen wird. Ja, das war ein der letzten absolut genialen in Europa, aber verkannt. Das ist nur von den Anhängern anerkannt, stehe ich. Aber, aber, und dort, das hat mich auch lebenlang begleitet, nämlich, dass die Kunst eröffnet eine innere Sphäre in Menschen. Ich würde das so sagen, die Kunst ist dafür da, den Menschen zu stimmen und in den Tempel der Erkenntnis einzutreten. Denn echte Erkenntnis der Welt ist erst möglich, wenn man dafür sensibilisiert wird. So, auf der Oberfläche kann man an diese Sachen nicht herankommen. Deswegen wird das so verfälscht in der Welt, solche Sachen. Aber wenn man, ich würde sogar sagen, auch das, was heute in jedem Unternehmen, fast in jedem Unternehmen immer wieder gesagt wird, ja, wir brauchen eine Transformation. Transformation ist ein super belegter Begriff. Ich sage, was sie wirklich anstreben, ist ein Rearrangement, dass man sich rearrangiert. Denn die Transformation tut weh. Es tut weh, etwas muss sterben, kann man nichts umgehen. Es geht nicht. Der Weg ins Himmel direkt mit Express geht nicht. Also es ist diese, dass man weiß. Und als Notwendigkeit, etwas muss sich tief verändert und gerade die klassische Musik bietet einen Weg der Verinnerlichung. Das ist so ein Begriff, das noch nicht einmal auf Englisch übersetzbar ist. Man braucht ein paar Sätze, um das zu charakterisieren. Aber das, was wir nennen Verinnerlichung, das heißt, dass man die Welt nach innen nimmt und sie dort wirklich innerlich verdaut. Also seelisch, geistig. Und dann kommt etwas Neues heraus. Das ist nämlich dieser schöpferische Vorgang, den man gerne in Unternehmen sehen würde. Nämlich, dass man wirklich Verwandlung erzielen kann. Aber dafür müssen die Menschen sich auch einlassen auf so etwas. Das heißt, sie müssen irgendwo ein Erlebnis gehabt haben, das mit der Verinnerlichung wirklich sehr stark erlebbar gemacht werden kann. Das müssen sie haben. Sonst können sie das nicht applizieren auf die Prozesse und so, die sich da abspielen müssen bei einer echten Transformation. Und da kommt zum Beispiel die Musik wahnsinnig gut zu Hilfe. Weil jedes große Meisterwerk geht irgendwo auf eine Verwandlung und dann kommt danach etwas Neues, obwohl dieselbe Identität da ist, dieselbe Meisterwerk. Aber man merkt, alles, was früher da war, hat jetzt eine ganz neue Qualität. Und ganz neues Licht, ganz neue Kraft. Und das versuche ich musikalisch darzustellen, damit man ein Erlebnis hat. Und dann kann man damit umgehen im ganz konkreten unternehmerischen Kontext.

Torsten J. KoertingDu hast eben Rudolf Steiner angesprochen. Rudolf Steiner ist ja der Begründer von der Anthroposophie. Also in spirituellen Weltallenschauung und auch mit hellseherischen Einblicken in eine geistige Welt sich beschäftigt. Er ist ja 1861 ist er geboren, der Rudolf Steiner. Oh, du weißt das. 60 Jahre lang war er bis 1925. Meine Güte, du weißt das alles. Glaubst du, dass das Bewusstseinslevel, dass das Bewusstseinslevel, was wir als Gesellschaft, was wir, er kommt ja aus Kroatien, was im europäischen Raum zu dem Zeitpunkt bestand, dass er vielleicht ein, zwei Bewusstseinsstufen voraus war mit seiner Gedankenwelt und mit der Welt, in der er hineingetreten ist und damit wahrscheinlich 150 Jahre zu früh, wo es jetzt eigentlich gebraucht wird?

GastJa, das ist natürlich eine Frage. Woher hast du das alles, dass du sogar die Zahlen kennst? Ich bin sehr beeindruckt. Ich bin sehr beeindruckt. Ja, ja, Steiner ist in K&K geboren. Das war damals Kroatien. Ja, aber sogar, es geht sogar so weit, dass ich in diese, ich komme darauf, auf deine Frage, mache einen Umweg, dass ich damals...

Torsten J. KoertingWie immer, die Führungskraft immer noch mal auf dem Umweg in so ein unbekanntes Terrain zu führen.

GastDas ist ja meine Methode, das ist ja meine Methode. Als ich damals im Charter 1980 erstmal gespielt habe, habe ich dann Entdeckung gemacht, dass meine Geige kleine Geige ist und die Charter ist die Makrogeige. Also da war Mikro-Makro-Verhältnis für mich erlebbar. Von Makrogeigen, denn sie ist wie ein Instrument. Die Kathedrale ist ja gebaut auf der sakralen Geometrie, das heißt auf der musikalischen Geometrie. Die Säulen haben eine Oktave, dann eine Quinte, dann eine Terze und so weiter. Also es ist wirklich alles klingt. Und auch stumm klingt das, architektonisch. Und als ich diese Thera-Parzival aufgerufen habe, sozusagen, weißt du, wie ich das gemacht habe? Das ist verrückt eigentlich. Ich bin nach Kraljevitz, also Kraljevitz, wo Steiner geboren ist. Das ist so 100 Kilometer und noch weniger von slowenischer Grenze, weniger, 50 so Luftlinie. Und dann habe ich mit einem Geigenbauer, wir haben mit einem Geigenbauer auf Computer, ein schönstes Exemplar von Stradivari, projiziert auf die Landkarte und haben die Schnecke von der Geige, also dort, wo die Geige endet, haben wir auf Kraljevitz gelegt und dann haben wir zurückgezogen. Und sie war immer größer, immer größer, immer größer. Und dann kam sie mit dem Knopf, also dort, wo die Ende der Geige, über Zähle, das ist Zilli. Und zwar habe ich gesagt, Joe, stopp, da ist die Geige. Und da haben wir sie runtergelassen, bis Zilli. Jetzt ist es aber so, dass der Wolfram von Eschenbach im neunten Kapitel, also diese berühmte Szene in der Höhle von Treverizent, da erzählt Treverizent, nachdem Parsifal alle Leiden schon durchgemacht hat und weiß nicht, wer er ist und so weiter, plötzlich in dieser Höhle, das ist der Karfreitwunder, bekannt als Karfreitagwunder, da erzählt Treverizent und sagt ihm, ja, weißt du, Parsifal, weißt du nicht, das ist sein Onkel, das kommt langsam raus. Der sagt, ja, ich bin mit deinem Vater gezogen. Wir sind geritten von Sevilla, übers Meer sind wir mit Schiff und dann sind wir bei Aquilea wieder auf die Pferde gestiegen und sind wir dann geritten über den Akremontienpass. Das kann man alles heute finden in Slowenien. Und dann sind wir bei Zilli vorbei, an dem Berg Rojas, gibt es alles. Rogatec, Rojas, alles gibt es da. Ich kenne das wie meine eigene Tasche. Also da sind wir geritten, da haben wir gekämpft mit slowenischen Männern, das waren windische Männer, sehr gute Ritter und so, haben uns geschlagen. Und dann sind wir zu deinem Großvaters Schloss, wo Graena in die Drau mündet. So, und das ist noch heute so. Man findet dieses Ganze und das Schloss von Parsifal ist auch da, der Paul Ankenstein. Also, was ich sagen will, ich habe diese Geige gezogen und bis Zilli, das ernannt wird in dieser Passage, runtergelassen. Und weißt du, was ist passiert? Alle wichtigsten Punkte der Geige waren identisch mit den wichtigsten Punkten dieser Geschichte. Und das ist jetzt meine Makrogeige. Und da ist also dort, wo der Schloss Bord ist, ist die Rippe von der Geige, das heißt Katena. Und dann andere Ende Katena ist ein alter Kloster, das heißt Kartusianerkloster, Ruine. Und das sind die Ritter und Mönche, die immer vorkommen. Und dann dort, wo der Steg von der Geige sind, sind zwei alte Schlösser. Und hinter dem Steg, wo die Geige diesen Stock hat, Stimmstock auf Deutsch, das heißt Anima auf Italienisch, da ist die Höhle von Trevercent. Also, alle diese Punkte sind in der Geige, die eigentlich die wichtigsten Stationen unserer Führungsentwicklungsreisen darstellen. Gut, aber was ich sagen wollte ist, mit dieser Geige jetzt, diejenigen, die diese Geige hineingehen und dort Sachen verrichten, das sind die Menschen, die jetzt auf der Geige spielen, das ist eine soziale Geige. Und wer ist die Kathedrale? Die Kathedrale ist die ganze Europa. Also wir spielen auf dieser Geige, die ist nur 50, 60 Kilometer lang, auf die ganze Europa. Und die soll jetzt mitresonieren wie meine kleine Geige in Chartres. Verstehst du diese Übertragung? Also es geht um einen künstlerischen Prinzip, die Europa zu klingen, zu bringen, in ihren Qualitäten. Jetzt aber zurück zu Steiner.

GastDas war nur der Auslöser für meine Makrogeige in Thera Parzival. Steiner ist schon zu ganz präzisen, richtigen Momenten gekommen und gegangen. Also das ist unumstritten. Wenn er jetzt gekommen wäre, wäre es zu spät. Denn das, was er gebracht hat, das bei fast allen Ideen dauert mindestens 100 Jahre, bis man anfängt zu kochen. Ja, und wenn man jetzt verfolgt, in welchem Jahr er etwas, seine Themen entwickelte und dann geht man 100 Jahre später, dann merkt man, da fängt an zu kochen. Und zum Beispiel im 1919 hat er gebracht, diese monumentale Thema, die Dreigliederung des sozialen Organismus. Das heißt, ich nenne das Komposition der Gesellschaft. Wie wird Gesellschaft so komponiert, dass man zuerst entmischt und dann neu komponiert? Das ist nämlich das Dreigliederungssozialprinzip. Zuerst muss entmischt werden. Zum Beispiel die drei großen Gebiete, Staatswesen, Ökonomie und Kultur, die sind so ungesund vermischt in unseren modernen Gesellschaften, dass sie nicht funktionieren können. So als ob man Magen im Gehirn hat und Gehirn in, ich weiß nicht, irgendwo wo. Verstehen Sie, das Problem ist diese ungesunde Vermischung und die hat sich jetzt im Staatswesen so gesteigert, vor allem durch Corona-Katastrophe. Dass das diese Vermischung alles unmöglich macht. Das heißt, 1919 ist die Idee nach dem Ersten Weltkrieg, nach diesen ganzen Katastrophen durch Steiner ganz pragmatisch. Das ist total pragmatisch. So wie eine Waldorfschule, das noch überall jetzt in tausendfache Aufführungen überall sich entwickelt, bis China hin. Also pragmatisch, weil er hat genau gesehen, wo die Nöte auftreten werden, wo der Mensch begrenzt wird, zu sehr begrenzt, um sein Potenzial zu entfalten. Und das ist jetzt nach 1919. Jetzt geht Bestrebungen, diese Dreigliederung erstmal richtig zu verstehen. Ich habe jetzt ein Projekt, wir wollen erschaffen so 20, 30 Kulturoasen in Europa. Die werden verbunden sein durch Wirtschaft, aber da werden neue Geldsysteme jetzt entwickelt. Weil um die Ecke ist der Crash vom Dollar und dann Crash vom Euro. Das ist ja nur um die Ecke. Das ist nur die Frage der Zeit. Irgendwie. Und wir wollen nicht jetzt Great Reset und alles. Also das ist nicht, es geht um etwas ganz anderes heutzutage, als um alles zu automatisieren. Und eine neue Art Sozialismus, der überhaupt die Freikart total ausraubt. Das ist nicht die Zukunft. Keiner will das haben. Aber wenn nichts passiert, dann muss das passieren. Weil die Leute werden krepieren, wenn nichts zu essen haben, oder? Also jetzt, wie kann man, und wir haben gesagt, wir machen einfach, Es gibt große Andrang, die Menschen wollen aus den Städten raus in die Natur und dort in Communities leben. Und wir wollen das unterstützen. Und jetzt sind wir dabei, eben solche Kulturoasen zu bilden, wo sich jetzt ansatzweise diese Dreigliederung ausleben kann. Wo man wirklich die Würde der Kultur anfängt zu stützen, damit die Kultur den inneren Wachstum ermöglicht und die Entwicklung der Menschen. Und zugleich, wie man die, du weißt ja, von Steiner stammt die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Vermute ich, dass du weißt, wenn du die Zahlen gehst. Also ich habe meinen eigenen biologisch-dynamischen Kompost gerade vor einer Woche gemacht, meine eigenen Kartoffeln gepflanzt, weil ich bin zu Hause jetzt. Weil Corona kann man nicht reisen. Also diese Kulturoasen müssen Basis haben in Landwirtschaft, die aber nicht ausraubend ist, sondern heilend. Die Erde muss geheil... Wie heißt das?

GastAch, das ist das Wort in Deutsch. Nein, nein, ist krank, muss gesund werden. Das ist schon richtig, ja. Ja, muss sich heilen. Und dafür ist biologisch-dynamische Wirtschaft da. Also das muss dann... Und dann auf diesem Grund entsteht eine Zusammenhänge zwischen menschlichen Tätigkeiten, wo man lernt, zu trennen und neu zu verbinden, das politische, das also demokratische Wesen mit Wirtschaftswesen. Und da müssen entstehen neue Formen. Gemeinwohlekonomie zum Beispiel. Es gibt so vieles, was heute schon an die Auferfläche schlägt. Also wo man stützt einander und nicht Wettbewerb steht, wo man zum Beispiel Stadtwesen mit den Landwesen verbindet. Das machen wir in Thera Parsifal. Und, und, und, und, und. Also wie du siehst, die Kultur hat eine Aufgabe, die Menschen in Bewegung zu setzen, etwas Neues sich wagen zu entwickeln, statt irgendwo schöne Unterhaltung zu spielen. Das ist in meiner Ansicht nicht notwendig. Es gibt genug davon.

Torsten J. KoertingDa ist übrigens noch eine weitere Gemeinsamkeit, nämlich nicht nur Stein und Steiner, sondern zu Reinhold Messner, was du gerade beschrieben hast. In seinem Schloss in Südtirol hat er den gesamten Hang, nachhaltig gestaltet. Und zwar nachhaltig im Sinne, dass er nicht nur seine Familie, sondern viele andere Familien aus dem ernähren kann, was an diesem Hang wächst, was speziell angebaut ist. So wie bei dir die Kartoffel im Garten ist das bei ihm, die Kartoffel, der Mais, die Yaks, was auch immer, an seinem Hang. Lass mich noch mal eine Analogie aufgreifen von dir, Miha, weil du so deinen Entwicklungsweg so ein bisschen beschrieben hast, aus der Geige, die Kathedrale, die Festivals und jetzt Europa. Ist das für dich etwas, und die Geige natürlich als das tragende Element über alle vier Leben, wie du sie nennst, hinweg. Würdest du sagen, dass vielleicht auch ähnlich wie bei Messner oder anderen Menschen, die, du hast das so schön gesagt, die Großartiges geleistet haben oder in ihren Phasen des Lebens, wie auch immer, wie lange sie auch immer gewesen sind, Großartiges geleistet haben, dass das aufbaut auf das Ergebnis und vielleicht auch ein Stück weit Komfortzonen-Erweiterung der Phase davor. Wenn du nicht die Geige gespielt hättest und so Bravour gespielt hättest, wäre das in der Kathedrale nicht möglich gewesen, dass du da einfach reinläufst und fiedelst und sagst, so, mal gucken, wie sich das hier anhört. Und die sagen, hier raus, ja, bis du dann im Jahr später dann vor 1200 Leuten dort gespielt hast und das zu einem großen Erfolg geworden ist. Dann zu den Festivals, wo du, muss man sich ja mal vorstellen, den gesamten Zug mietet, um dann mit 300 Leuten dann 350 dort ein Festival in einem Zug zu veranstalten, bis hin dazu, dass du jetzt in der vierten Phase bist, wo ihr denkt, na ja, also das klingt schon groß jetzt in der vierten Phase, aber das mit dem Geigen hat er hingekriegt, das mit der Kathedrale hat er hingekriegt, jetzt hat er das mit den Festivals hingekriegt. Wahrscheinlich wird dem das mit Europa auch gelingen. Glaubst du, dass das aufeinander aufbaut, dass wir uns den Phasen des Lebens bewusst werden dürfen, um zu reflektieren, was haben wir da schon geleistet und was darf eine Grundlage sein für das, was jetzt unser nächster Schritt ist, unsere nächste Lebensphase bedingt?

GastJa, wir haben als Kinder hier von meinem Haus, wo ich jetzt wieder bin, wie Lachs nach einer langen Weltgeschichte, lande ich wieder in Slowenien, mein Geburtshaus, das ist ganz interessant. Wir sind als Kinder da unter bei einem Zug gewesen, da geht eine Schiene, der Zug, der von Deutschland und Österreich nach Richtung Balkan hat, hier bei uns unter. Und wir haben oft so zugehört, wir haben die Ohren auf die Schiene gelegt, kommt ein Zug, kann man den voraushören? Und dann kann man zugehört, natürlich sind wir weglaufen, aber man hört es wie immer näher, immer näher. Das ist für mich auch als ein Urbild geblieben, dass man eigentlich sich so Leben einrichten mag, dass man hört die emergente Zukunft, dass man nicht nach alten Mustern leben will. Und ich bin natürlich als Geiger, ist man notwendigerweise geboren in einer großartigen Tradition, die auf ganz hohem Niveau, also es gibt tausende von Supergeigern in der Welt und so viel, so große Literatur, der Musik und alles. Also es ist, viele Leute, ich kann mich eigentlich gar nicht vorstellen, warum ein Musiker, ein Mensch so viel Zeit investiert. Guck mal, die Leute üben, ich auch früher, acht Stunden pro Tag und so, ist alles egal, nur man hat diese hohen Ziele vor sich. Und dann bleibt man stecken in einem System, könnte man sagen, das so große Tradition mit sich trägt, kann man sich da nicht freimachen. Und das ist das große Problem, weil es gibt sehr, sehr gute Musiker, aber sie sind angewiesen auf ihre Konzerte spielen. Und es ist innerer Konflikt. Man möchte gerne Einfluss nehmen auf was wirklich in der Welt passiert, aber man wird nur hin und her gereicht und gloriose Karriere. Und das ist wunderbar, ich kritisiere nicht, aber ich sage, das ist nicht genug. Und gerade, ich habe versucht, das umzudrehen und zu sagen, kann man als Geiger genauso radikal weiter sich entwickeln als Geiger, aber trotzdem lernen, mit emergenten Zukunft zu leben. Und das hat mir dazu gebracht, dass ich von zum Beispiel von der Phase Geiger auf die Phase bewegte Festivals in Krisengebieten und von der Phase Kunst und Wirtschaft gekommen bin. Und von der Kunst und Wirtschaft Phase Europa und gesellschaftliche Komposition. Weil ich immer zuhöre, was läuft in der Welt. Und was ist das für ein Message? Auch was läuft jetzt mit Corona? Das ist ja nur eine Oberfläche, was man so in Mainstream-Media liest. Aber was wirklich läuft da? Das ist sehr, hat viele Schichten. Und ich möchte mich jetzt gar nicht rauslassen darüber. Aber man muss versuchen, da wirklich tief hinein zu blicken, was will sich da zeigen. Auf alle Fälle eines, Menschen müssen wach werden. Man kann nicht hinträumen. Also das ist schon sehr positiv, was mit diesen Corona-Geschichten jetzt läuft. Leute müssen wach werden. Und in diesem Sinne habe ich immer versucht zu dienen, mit dem, was ich kann, der emergenten Zukunft. Und wie auch, manchmal gelingt und manchmal nicht. Du weißt ja, du bist ja Unternehmer. Aber man ist immer wieder zurück auf diesen dienenden Situationen, wo man sagt, ja, ich kann natürlich das machen und jenes machen. Das haben wir schon oft gemacht. Aber so interessant ist das nicht. Was will eigentlich rauskommen? Und dort muss man sich als einen Geburtshelfer hinstellen und tun, was man kann.

Torsten J. KoertingUnd dann vielleicht dem Baby auch verhelfen, auf die Welt zu kommen und es einfach rauszuziehen. Gib mir nochmal, Wir haben viel über die Musik gesprochen. Ja, und dass die Musik dich antreibt, die Geige das begleitende Element ist, über all die Jahre, Jahrzehnte hinweg. Gib uns nochmal ein bisschen Einblick, wie es zu Business, wie es zur Führung und wie es zu Leadership gekommen ist und wie das in deinen Rahmen mit hineingekommen ist.

GastJa, sehr schön. Das ist wieder eine wunderbare Frage. Nun, schau mal, wenn man ein Meisterwerk so innerlich durchlebt, kann man immer merken, es ist Anfang, Mitte und Ende. Also in ganz groben gesagt. Und in der Mitte passiert etwas, was das Ende wirklich erhöht. Also wenn man durchgekommen ist, hat man das Gefühl, ich war in einer Ganzheit. Und dieses Gefühl, in einer Ganzheit gewesen zu sein, ist eine ganz kostbare Sache heute, weil wir sind immer ein Stückwerk im Leben. Je mehr Arbeitsteilung vorhanden ist, je mehr die Technologie auf uns stürzt, wir sind immer mehr Stückwerk. Und dieses Stückwerk macht uns, ja, nur wie Hackfleisch. Also die Frage ist, wie kann man sich zu einem Ganzen erheben, wenigstens momentan. Und dafür sind die Meisterwerke ein wunderbarer Umweg. Also dass man spürt, hat begonnen, es ist wie eine ganze Evolution. Und am Ende ist man so tief erfüllt von diesen Metamorphosen, die da erlebbar werden und so weiter. Aber von selbst geht das nicht auf. Und immer weniger hören die Menschen das. Das ist das Problem. Im 19. Jahrhundert hat man das noch gehört, ohne dass man wirklich geholfen werden musste. Aber heute geht es nicht. Deswegen habe ich diese Methode erfunden. Die ist eine schockartige, also disruptive Methode, wie disruptive Wirtschaft. Also ich spiele und gerade, wo die Leute relaxt wollen, da schön träumen, da mache ich, ah, Cut. Und dann sind sie natürlich, das ist furchtbar. Aber ich kompensiere. Am Ende wird alles gespielt ohne Pause, klar. Aber zuerst gehen wir in diese Entmischungsphase, wo ich dann die Menschen wegführe von der meist nicht bemerkten Gefahr, dass man bei Sympathie, Antipathie stecken bleibt. Weil bei der Kunst hat das keine Bedeutung. Wenn du guckst, ein Bild sagst, oh, I love it. So das Bild sagt, das interessiert mich nicht, ob du es magst. Mich interessiert, ob du mich siehst, sagt das Bild. Also darum geht es. Also dieses Reagieren auf Sachen ist für Führungsfähigkeiten null von Wert. Reagieren kann jeder. Das ist Politik. Entschuldigung, aber sehr oft. Also das Reagieren, mögen, nicht mögen, das versuche ich zuerst wegräumen. Damit die Leute dann, auch wenn sie nichts, null verstehen von der Musik, ist egal. Damit sie nur, ich will nur guten Willen und Aufmerksamkeit. Und dann gehen wir rein und ich helfe denen zu fassen, erlebbar zu machen, wie ein Thema, ein Thema schon in sich Charakter hat, schon in sich eine Geschichte hat, so wie eine Individualität. Zum Beispiel, wenn ich jetzt spiele, einfach eine Fuge von Bach. Moment, mein Bogen ist nicht gespannt.

GastAlso, Anfang, die wir. Ja, du merkst, jetzt fängt es sich zu entwickeln. Aber schon aller Anfang, wie man sagt, der Meister der Anfangs. Also, wenn jemand wirklich anfangen kann, dann ist schon die Ganzheit da. Das heißt, der Anfang fängt es mit einem Ton. Und dieser Ton hat eine Energie. Man könnte sagen, der fließt von mir in die Zukunft. Er gibt die Richtung. Und Richtung ist etwas, was man braucht. Aber das ist nicht genug. Man muss dann, nachdem die Richtung gegeben ist, muss man alle Leute reinholen. Also, man muss Gemeinschaft bilden. Das heißt, es muss jetzt von Peripherie eine Gestik entstehen, die das alles auf einen Punkt bringt. Also, guck mal. Jetzt sind wir beim zweiten Mal schon bei der Richtung. Da hast du schon andere Kraft. Aber das ist noch immer nicht genug. Es muss dann noch implementiert werden. Moed, Kraft, ja. Oh, eine andere Füge. So, was hörst du? Ja, man hört zuerst das männliche Element.

GastJa, und dann kommt die Woman. Woman, also das weibliche. See, eine ist gerade ein Feuerwurf. Und das andere ist ins Hineinnehmen und mit Wärme und mit Rundung sozusagen. Also, in so einem Anfang hat man Yin-Yang, zum Beispiel von Chinesen. Ich will nur sagen, ich versuche meine Klienten zuerst, könnte man sagen, einzuweihen in die Qualitäten eines Meisterwerks. Und dann wird gezeigt, wie sich das entwickelt durch viele Phasen. Und diese Phasen werden verglichen, zum Beispiel, mit biografischen Phasen. In Meisterwerken finde ich immer, zum Beispiel, große Krise von 49, wenn man durch Mittellebenskrise, Früh-Mittellebenskrise, Spät-Mittellebenskrise und noch eine dazu, je mehr, desto besser. Also, man wächst innerlich durch die Krisen. Es ist ein Gesetz. Und es ist unangenehm, wenn man drinsteckt, aber nachher stellt man fest, das war meine beste Zeit. Da habe ich was Neues gelernt. Und so nehme ich zum Beispiel die ganz etablierten Formen der klassischen Musik, vor allem die sogenannte Form, die heißt Sonata-Form. Das ist grundlegend für alle große Sinfonien, die man kennt, klassische, von Beethoven, Brahms, Bruckner, Mozart, Schubert, Schubert, wie sie alle heißen. Alle haben benutzt diese bestimmte Form. Und diese Form hat vier Phasen. Hat eine Expositionsphase, das ist so wie Anfang eines Unternehmens. Und dann kommt die Entwicklungsphase, das heißt Transformationsphase, das heißt Development. Und dann gibt es eine sogenannte, ich nenne das Meisterschaftphase, wo sich der Anfang spiegelt durch die Meisterschaft. Also das nennt sich Reprise, ist aber blöd, Reprise ist nicht. Ist viel mehr. Und dann gibt es Coda, das ist Erhöhung. Das ist, wo in konzentrierter Form alles, was gewesen ist, jetzt einmal auf einer Verklärungsebene nochmals erscheint, wo man tief ergriffen wird. Also das kann man genauso mit einem Lebenslauf, man ist frühlebens bis zum 30, so sind wir alle weniger oder mehr gleich. Und dann fängt es interessant, wird interessant im Mittelleben. Und dann, wenn man dann 50, 60 kommt, dann wird echt individuell. Aber dann gibt es ein paar Leute hier und da, die genial sind. Wenn sie 70, 80, die ganze Welt kriegt Angst, wenn sie nicht mehr atmen kann oder so, weil man merkt, das gibt es nur einmal. Das ist nur einmal. Das ist die absolute Individualität. Und so kann man das auch grundlegend in ein Unternehmen nehmen. Also, dass man sagt, eine Pionierphase kennen wir alle. Und dann kommt eine Differenzierungsphase, dann gibt es Abteilungen und alles geht zum Nichte, weil es muss ja, aber es geht nicht. Dann gibt es die Integrationphase. Jetzt wird das wieder zusammengeholt. Und dann gibt es eine Phase, wo das Unternehmen hineinwächst in das ganze Welt. Von Anfang bis dahin, die ganze Kette wird offenbar und man ist produktiv, weil man alles einbeschließt. Ja, so, das ist so. Das ist klingend. Das ist musikalische Gesetzmäßigkeit. Und das überzeugt mich, dass wenn man sich mit der Kunst beschäftigt. Schau mal, ich werde dir erzählen, wie ich zum Beispiel arbeite. Vielleicht können wir das einmal zusammen machen mit den Klienten, wenn es dich interessiert. Ich nehme alle verschiedene Kunstgriffe. Ich habe das viel mit UBS, mit Großunternehmen gemacht.

GastDa hat ein Tag. Also, ich bin ein Teil eines größeren Programms. Aber ich bin der letzte Tag. Man konnte mich nie wieder loswerden. Also, andere haben sie ausgetauscht, aber das kann man nicht austauschen. Gott sei Dank. Also, nun, schau mal. Zuerst Architektur. Architektur heißt, ich muss guten Briefing haben, dass ich weiß, wo ein Unternehmen steckt, was sind die Probleme, Herausforderungen und so. Und dann kommt Skulptur, Plastik. Das heißt, das sind jetzt individuelle Menschen, die dabei sein werden. Was sind deren Jobdiskriminierung, was sind deren Herausforderungen und so. Das ist schon da. Das ist gegeben. Jetzt komme ich der Geiger und nehme diese 80 Leute mal zunächst durch ein Meisterwerk, damit wir jetzt richtig durchkommen durch ein Ganzes. Also, als Prinzip. So, Theorie U zum Beispiel, meinetwegen von Scharber und so. Ja, aber anhand einer Fuge zum Beispiel. Und dann, aber während ich das mache und zeichne, also Malerei ist da und Musik ist da, frage ich jemanden, der mir assistiert, dass er auf den separaten Flipchart die exotischen Begriffe aufschreibt, die bei mir rausfliegen. Also, so produktive Resignationskraft und so. Das hören Sie nicht. Das hören Sie nicht. Ja, aber es gibt viele so Ideen, die da aus Musik herausspringen, damit das dann auf dem Flipchart entsteht. Einerseits entsteht Musik und dann Gemälde und Philosophie, könnte man sagen. Eine Sammlung von Begriffen. Und jetzt, wenn ich durch bin, jetzt werden die Leute in kleine Gruppen geteilt und die machen jetzt Gruppendichtung aus diesem Material, das sie erlebt haben. Und nicht vergessen, in diesem Material ist das drin, was ich als Briefing bekommen habe. Das heißt, sie machen jetzt als Gruppe zehn Managers zusammen ein Gruppengedicht aus dem Stoff, das eigentlich sie selbst angeht. Aber durch Musik und Malerei und Philosophie schon transportiert war. Also, sie haben jetzt schon mehrmals dasselbe erlebt. Jetzt müssen sie das erleben tätig, damit sie Gruppendichtung machen. Und es muss schön sein, es muss sich reimen. Und vor allem, die müssen, während sie diese Zeit haben zu dichten, müssen sie eine Choreografie entwerfen, wie sie das darstellen werden. Also, es kommt jetzt noch zu Poesie, noch Choreografie dazu. Und jetzt kommt Performance. Jetzt gibt es zehn Gruppen, jede performt für alle anderen. Und ich mache Meisterklasse. Nein, nein, das ist schlecht. Verstehst du, das kann man sogar alles online machen, weil es Technologie macht, ist möglich. Und dann erst, wenn wir durch sind mit Performance, dann gibt es Debriefing. Jetzt wird fruchtbar, das, was man durchgemacht hat, durch alle anderen Kunstgriffe, wird jetzt fruchtbar für die konkreten Probleme im Unternehmen. Und dann mache ich Konzert am Ende, so abschließend. Und dann gehen sie alle weg auf diesen hohen Noten, könnte man sagen. Und das kann man nicht vergessen. Das ist total anders. Und durch gerade diese emotionale Erinnerung ist dasjenige, was liefert die Möglichkeit, dass man etwas verändert. Nachhaltig, oder? Das ist es.

Torsten J. KoertingJetzt, das ist ja, also ist grandios, ja, was du da beschreibst und was du auch in der Lage bist, in Unternehmen dadurch zu verändern. Das entsteht ja nicht einfach so. Du wachst ja nicht morgens auf und sagst, jetzt mache ich solche Übungen mit den Menschen und verbinde Musik mit dem, was aus dir so rauspurzelt, mit produktiver Resignationskraft. So Kraft. Ja, was auch immer, was da für Kunstwörter entsteht. Das ist ja, alle denken so, oh, das ist aber, das ist aber gescheit, was der Mia hier sagt. Das ist ja großartig. Und dabei ist irgend so ein Kunstwort, wenn man das auf Google eingibt. Nein, nein, nein, nein, das ist gut. Das ist Goethe an Eckermann, Goethe an Eckermann, der alte. Da gibt es was, was ich nicht weiß. Also produktive Resignationskraft, dann entsteht ein Flipchart, dann entsteht ein Gedicht, dann gibt es eine Choreografie. Wie und wann, was war dieser magische Moment bei dir im Leben, wo du, ich will nicht sagen, die Entscheidung getroffen hast, aber wo aus dir heraus, neben dem, ich habe das hier aufgeschrieben, mit der Geige, mit der Kathedrale, mit dem Festival und mit Europa, du auf einmal diese Verbindung für dich hergestellt hast, zwischen Musik und Organisationen in der Art und Weise sich nochmal ganz anders erlebbar zu machen, sich weiterzuentwickeln, um dadurch hier so eine Schnittmenge entstehen zu lassen. Wenn der Miha hier drin steht, ich sage es jetzt mal in meinen Worten, ihn alles macht außergewöhnlich. Ja, du bist ja damit einer, also wahrscheinlich der Einzige, du hast einen Guinness-Bucheintrag verdient mit der Kompetenz und mit den Fähigkeiten und mit den Transformationsmöglichkeiten, die daraus entstehen. Was war der Moment, wo du gespürt hast, da gibt es eine Verbindung bei dir zwischen Musik und der Art und Weise, wie du Organisationen in der Lage bist, weiterzubringen? Wir sind wieder beim Stein.

GastDer Verbindungspunkt ist der Mensch. Das ist ja der Mensch. Und ich habe gemerkt, die Geige sieht ja wie ein Mensch, eigentlich wie eine schöne Frau, hast du schon gesehen. Eigentlich müsste das europäische Symbol sein, die Geige Stradivari. Wer hat noch so ein Design hervorgebracht wie die Stradivari Guarneri? Das müsste eigentlich in der europäischen Symbolistik drin stehen. Leider ist es nicht. Aber gut, wenigstens Beton haben wir als die Ode an die Freude. Ja, es ist der Mensch. Ich habe immer gewusst, dass Wirtschaft dasjenige ist, was die ganze Welt zum Guten oder zum Schlecken treibt. Je nachdem. Aber es muss die Wirtschaftszone einbezogen werden. Und ich habe gedacht, wenn wir etwas verändern, dann müssen sich die Leute verändern, die Entscheidungen treffen in der Wirtschaftszone. Denn auch Politiker richten sich danach. Und deswegen bin ich einfach in die Wirtschaft rein. Nachdem die Ost-West-Spannung eingestürzt ist in Europa, habe ich direkt sofort in die Wirtschaft rein. Weil ich dachte, da muss man jetzt wirken. Dort muss ein Humanismus entstehen. Dort muss eine neue Wahrnehmung entstehen, dass man wahrnimmt. Und das wird jetzt immer auch der Fall, wenn ein Unternehmen, sagen wir mal, erleuchtet ist. Es sind oft kleine Unternehmen. Dann können sie nicht etwas produzieren, das um die Ecke alles kaputt macht. Sie sehen das. Sie spüren, das, was ich mache, hat Effekt auf alles. Das heißt, dort muss dieser Ganzheitsblick geübt werden. Und deswegen, wo kann man das lernen? Ja, bei etwas, was ganzheitlich wirkt, sofort. Und das ist ein Meister einer Symphonie. Ist sofort eine Ganzheit. Ja, und insofern habe ich gesagt, da muss man hin. Wirtschaft, da muss die Kunst, Führung muss zum Kunst werden. Und dann kann man erwarten, erhoffen, dass sich solche Menschen finden, die oben angelangt sind und sie merken, das ist noch nicht, was ich wollte. Ich wollte viel mehr. Und diese Menschen muss man dann verbinden. Und deswegen, jetzt rege ich von diesen Kulturoasen, also dass man dann verbindet, die Bestrebungen erleuchteter Leute, die bereit sind, ihre Professionalität auszuspannen an das Ganze wiederum und miteinander etwas bewegen. Das war mein Griff. Nichts, nichts Esoterisches. Es ist einfach, es muss dort etwas geschehen, wo Entscheidungen getroffen werden. Denn die haben einen riesen Einfluss. Wenn ein IBM Entscheidung macht, das ist mehr als ganze Slowenien oder noch drei dazu. Das hat so große Reichweite, so eine Entscheidung. Und dort muss mehr als nur ein Profi sein, sondern dort muss ein Mensch sein, der als Ganzheit sich bestrebt, auszuleben.

Torsten J. KoertingUnd diese Kombination von Musik und Führung. Was glaubst du, ist langfristig, mittel- und langfristig, wenn sich mehr Menschen und mehr Unternehmen sich diese Verbindung zu eigen machen? Was glaubst du, sind wir, was sind die Unternehmen, was ist Europa, um es mal groß zu denken, weil das ist dein viertes Leben hier. Was sind wir dadurch in der Lage zu verändern?

GastJa, das ist wirklich eine ganz, sehr, sehr, sehr gute Frage, mit der man nicht einfach so schwarz-weit plumpsen kann. Das ist etwas, womit man leben muss. Es ist so wie große Fragen, mit denen muss man lange leben. Dann irgendwann mal, ja, löst sich das Zeug. Es ist auch so, ich sage auch, die Leute fragen zu mir, ja, ich habe so ein großes Dilemma. Dann sage ich, ja, das Beste bei Dilemmas ist, dass man sie lernt auszuhalten, auszu, auszu, aus, aus, was ist das Wort? Dass man sie aushält, dass man nicht nachgibt und gleich entweder oder, sondern damit leben, bis sich das dann, Leben bringt einen dazu, das sich von selbst auflöst. Und man sagt dann sehr oft, ach, das war aber gar nicht so schlimm. Aber wenn man drinsteckt, ist es ganz schlimm. Also jetzt zur Frage, was könnte dieser Kunstgriff in der Führungsetagen und in der Unternehmensführung bewirken, wenn sie genügend damit beschäftigen würden. Schau mal, ich theoretisiere zwar schon ab und zu, aber ich mache gerne Sachen konkret. Jetzt ist gerade, wir kommen, vor zwei Tagen waren wir in Thera Parzival mit diesen Bürgermeistern im Gespräch, weil da jetzt eine Idee entstanden ist, dass wir einen Campus, Verlängerung von Blade School of Management von Danica Pug, dass wir dort einen neuen, einen, so wie wir sagen, Seitencampus aufstellen in den alten Stadtkern. Dafür ist sogar ein wunderbares altes Haus vorhanden und so. Dass wir von dort aus dann jetzt die neue Generation von Manager lernen oder lernen lassen, wie kann man eine andere Strukturen verinnerlichen, die für die Zukunftsherausforderungen passend sind. Zum Beispiel, wie kann man aus dem Parzival sagen, dass so herausziehen das Wesentliche an diesen Entwicklungen, dass man daraus einen MBA bekommt. Oder wie kann man neue Wirtschaftsprinzipien lernen, nicht nur die alten, wie man am schnellsten Profite macht oder so. Das ist ein bisschen plakativ. Aber du weißt, was ich meine. Also diese, meinetwegen, Dreigliederungen oder so, das sind alles ganz wichtige Themen, die muss man aber so darstellen können, dass sie lernbar sind. Dass man dann, dass die jungen Leute, die dann in den Führungsetagen von Unternehmen mit etwas hingehen, wo sie eigentlich radikal umdrehen können, die Sachen nicht nur ein bisschen besser, sondern ein bisschen verändern. So wie der Künstler mit sich selbst umgeht. Wir sind radikal, wir Künstler. Wir sind nicht so ein bisschen. Das ist schon radikal, im guten Sinne. Nun, hoffentlich, ja. Jetzt, das andere wäre zum Beispiel ein ESMT, wenn du willst, so IMD oder INSEAD, wie sie alle heißen. Warum ist da nicht die Kunst wirklich mit großem Druck vorhanden als leeren Prinzip? Warum? Ja, weil das ist noch zunächst mal unvorstellbar, dass ein Unternehmen auch schön sein kann in seinen Vorgängen und auch Aussehen, also architektonisch und sinnführend und menschenführend, dass die Leute eigentlich gerne gehen und arbeiten für ein Unternehmen. Das nicht nur, weil sie gut bezahlt werden oder dass die jungen Leute Sinn finden. Es ist egal, ob es weniger Geld gibt, aber sie finden Sinn. Also diese ganze Sache kann man wunderbar in der Kunst lernen und ablauschen. Und in der Kunst, wie du weißt, kann man alles Mögliche experimentieren und du stirbst nicht dabei. Wenn ein Shakespeare-Drama vorbei ist, letzter Akt, alle sind blutig an dem Boden, dann geht die Vorhand... Sind alle wieder auf und da raus. Und alle stehen und einen Applaus. Ja, bitte. Das ist, was die Kunst machen kann. Das ist nie gefährlich. Man kann experimentieren und es gehen keine Milliarden verloren. Und warum wird die Kunst in einem Elfenbeinturm abgeschlossen? Und das heißt, für die besonderen Leute, die was davon verstehen. Das ist Katastrophe. Und wenn die Leute sagen, ja, ich verstehe nicht, wo muss ich sagen, Gott sei Dank, es freut mich. Komm, jetzt machen wir, fangen wir beim ABC. Kein Problem. Und das ist viel besser, denn die viel davon verstehen, sie können sowas nicht aushalten, was ich mache. Sie sagen, was würde Bach sagen, wenn er aufstehen würde und sehen, was ich mache? Ich habe gesagt, er würde mich umbringen. Ja, verstehst du? Ja, kann ich verstehen. Es ist so verrückt, was ich mache.

Torsten J. KoertingAlso ich glaube, jetzt ist mal so in den letzten zehn Minuten, also abgesehen von den letzten anderthalb Stunden, aus deiner Energie heraus, ja, die ja unfassbar trägt. Und das Feuer, das nicht nur lodert, ja, das ist ja, also da ist ja so viel Kraft in diesem Licht, was in dir scheint, wird jetzt mal so langsam ein Stück weit noch mehr spürbar, was du durch dieses vierte Leben und mit dem vierten Leben, was du gerade lebst, in der Lage bist, mit dieser Kraft, mit dieser Verbindung von Musik und Führung und Leadership, die wie du jetzt nicht explizit bist, genannt hast, aber du hast auf sie verwiesen, nämlich die Business-Schulen, die Universitäten dieser Welt, neben den Unternehmen ja eine Verantwortung haben für gesellschaftliche Veränderungen beziehungsweise für Veränderungen in den Unternehmen, bei den Mitarbeitern und damit auch bei den Menschen, jetzt mal klar geworden ist, ja, was durch diese Kombination Musik und Führung und gepaart mit deiner intrinsischen Motivation, also das, was du in der vierten Phase deines Lebens hier noch abziehen möchtest, wird mal spürbar und wir haben mal mit einem C so ein Stück weit reingeguckt, was dadurch möglich ist und was dich gerade in diesem vierten Leben umtreibt. Es ist grandios, Miha, es ist großartig, ja, du gehörst nicht nur da draußen hinein in die Welt, sondern du bist es ja mal schon. Jetzt nehmen wir mal an, Miha, okay, wir nehmen mal an, dass die letzten anderthalb Stunden schon als Teil eines Podcastes publiziert werden. Und ich würde dir jetzt zwei Fragen noch stellen und dann binden wir diesen Teil mal ab. Die eine Frage ist, wenn jetzt Zuhörerinnen und Zuhörer und keine Ahnung, wer das hört, ja, das wissen wir meistens selber nicht bei den Podcasts, sagen, Mensch, den Miha, der ist so krass grandios, den möchte ich mal in meinem Unternehmen so einen Gedichteprozess, würden die wahrscheinlich sagen, moderieren lassen. Das Wort facilitieren kennen die teilweise auch noch nicht, aber so moderieren lassen. Oder du bist ja auch als Redner ganz bekannt da draußen. Wir haben das erlebt jetzt hier als auch bei der ISMT und in vielen anderen Situationen. Wenn die sagen würden, den Miha, den hätte ich auch gern mal bei mir. Wie kann man mit dir in Kontakt treten? Wie kann man mit dir Verbindungen aufnehmen? Wie wünschst du dir das?

GastDas ist ganz einfach. Also wenn du Podcasts machst, dann tust du da meine Adresse dahin. Mein Homepage und mein E-Mail und vor allem sage ich, diese potenziellen Interessenten können mich jederzeit anrufen, unverbindlich. Es muss nichts gekauft werden und so, weil viele Leute haben so viele Ängste und so. Ich bin gerne bereit zu erklären und so. Weil weißt du, überleg mal, in diesem Moment, wo wir reden, gibt es Milliarden von Zooms, die dauernd jetzt durch die Welt sippen im Moment. Also es ist unähnlich und jeder Manager hat jeden Tag fünf oder sechs oder mehrere Zoom-Meetings oder zehn. Die Leute sind total frustriert und überfordert und so. Und jetzt kommt Pogacnik mit Musik, aber Musik bezogen auf deren konkrete Sachen und so weiter. Du, das hat so viel Unterschied. Also ich kann zum Beispiel, ich helfe auch Unternehmen, dass ich mich einklinke bei deren internen Meetings. Fünf Minuten am Anfang, fünf Minuten am Ende, nichts anderes. Und nur diese fünf Minuten bringen Fokus auf eine bestimmte Art, weißt du, mit Wort und Musik. Und dann garantiere ich, dass das Treffen anderes ist, weil Leute fangen an, anders zuzuhören. Also es gibt viele Modelle, wo man helfen kann. Und ich glaube, das Herz muss zu seinen Rechten kommen. Und jetzt durch diese digitale Wand wird das Herz wirklich ausgeschlossen. Und wenn man den nicht hat, dann kann man es vergessen. Dann sind nur noch Command Control. Also wir müssen da etwas machen. Ich würde mich echt freuen, wenn wir zusammen was unternehmen. Du hast so gute Fragen und du hast mich erfragt. Ich bin sicher, bei dir, du kannst nur so fragen, weil bei dir so viel steckt. Und ich kann mir vorstellen, dass wir zusammen ein Modell aufbauen könnten, wo wir die Klienten richtig führen, durch die Phasen, die sie brauchen, um selbstständig dann Probleme zu lösen. Also ich bin überzeugt. Und du bist ja auch so einer. Ich habe ja auch mal reingeguckt. Wenn du in der Lage bist, diese ganzen Marathons durchzumachen, das ist auch kein Cookie. Also ich schätze das sehr hoch, dass jemand Ausdauer hat.

Torsten J. KoertingBei manchen Marathons ist dann die Straße auch aus Stein oder Steiniger. Als bei anderen, nämlich dann, wenn wir über die Berge laufen. Bevor wir jetzt nochmal in den inoffiziellen Teil da steigen, eine letzte Frage zum Schluss, bevor wir dann zumindest da mal oben die Pausetaste drücken. Wenn wir das als Podcast veröffentlichen, wovon ich ausgehe, weil es war so krass wunderschön, dich da zu spüren. Das letzte Wort, so ist das letzte Wort, so ist das hier üblich, das letzte Wort gehört immer dem Gast. Und zwar nicht gerichtet an mich, sondern gerichtet an diejenigen da draußen, die diese Energie, die das wahrnehmen durften, was jetzt hier alles entstanden ist. Was wäre deine Botschaft an die Welt da draußen? Die werde ich vorspielen.

GastDie werde ich vorspielen. Und zwar, ich spiele eine kleine Serenade. Ich hoffe, dass dieses Mikrofon ist richtig. Und zwar, was will ich, ist eine Siziliana von Bach. Ja, Bach hat diese Solo-Sonaten geschrieben, ich benutze viel, wenn ich keine Pianistin habe. Schwierig bei jetzt online, nicht wahr? Also, jetzt, wie ich vorher gesagt habe, man muss zuerst sich vertiefen in den ersten Motiv. Was für ein Charakter hat dieser Motiv? Ja, das Erste, was man hört, ist ein Auftakt. Auftakt mit... Jetzt geht's los. Auftakt ist überhaupt eine interessante Sache im Leben. Wo wirkt man durch Auftakt? Zum Beispiel Einladung zum Tanz. Bevor man tanzt, muss man einladen, die Dame. Klar, es ist eine Einladung. Jetzt geht's weiter. Aber was für Einladung ist das? Ja, in Musik, wenn man ein bisschen weiß von musikalischen Elementen, das ist eine Oktave. Also, es wird ein Ton auf der nächsten höheren Ebene wiederholt. Das heißt, ein Verhältnis zwischen Ego und Ich. Also, unten ist der Ego und oben, durch die Skala, entwickelt man sich zum Ich. Also, es ist eine Einladung zu dem Höchsten. Und jetzt werde ich das spielen, ohne viel zu reden. Das sind so wie fünf, sechs, sieben Sätze. Eine Phrase, die geht durch und immer neue Phrase fängt an. Immer aus der selben Identität. Ja, das ist sehr wichtig. Und man merkt, dass es nach außen und wieder nach innen. Immer nach außen, immer nach innen. Also, es entsteht ein Atmen, aber im Seelischen. Man geht nach außen und dann geht man nach innen. Erinnerlich. Dann wieder nach außen, wieder nach innen. Und dieses nach außen, nach innen, dieses Rhythmus, bewirkt Entwicklung. Und Atem ist ja Grundlage des Lebens. Also, man geht durch diese Lebenszone in das seelische Entwicklungsmäßige hinein. Und jetzt sage ich nichts. Spiele einfach dauert drei, vier Minuten vielleicht, wenn man Geduld hat, zurückzuhören. Und das wäre meine Einladung zum Co-Creation, sage ich das. Mit denjenigen, die Interesse haben, mit mir was zu unternehmen. Vor allem an dich. Los geht's.

GastLos geht's.

Los geht's.

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